Samstag, 25. August

Tja, was soll man sagen? Wirklich schön war das Wetter am nächsten Morgen nicht. Gut, es hatte zumindest irgendwann am späten Abend aufgehört zu regnen. So war es zumindest endlich mal wieder trocken. Es war schon paradox, dass man sich eine trockene Zeit wünscht in in einem Jahr, das zu einem der trockensten in der jüngeren Zeit gilt. Aber leider hatten wir für die Reise genau den Zeitraum erwischt, in dem es ein paar Tage lang regnete. Kann man nichts machen.

Ehrenfriedhof
Ehrenfriedhof

Im selben Augenblick standen wir aber in Kontakt mit Alex aus unserem Reiseforum. Schon auf unserer Reise mit dem Wohnmobil durch die Alpen hatten wir einen Tag miteinander verbracht und im letzten Jahr traf ich ihn, als ich für eine Geschäftsreise nach München musste. Für dieses Jahr hatten wir geplant, die Zugspitze gemeinsam zu besteigen. Aus der geplanten Besteigung ist mittlerweile der Plan geworden, dass wir gemeinsam mit der Zugspitzbahn hinauf fahren und wenigstens talwärts wandern. Und diese Wanderung wollten wir eigentlich schon in den nächsten Tagen durchführen. Momentan sah das aber nicht so glücklich aus.

In Gedenken
In Gedenken

Wir verließen den Stellplatz und hielten kurz am Testturm in Rottweil an. Rauf fahren wollten wir nicht. Zum einen fahren wir so gut wie nie Fahrstuhl und extrem ungerne und zum anderen hätte es sich nicht gelohnt. Die Spitze des Turms kratzte an den Wolken, was hätten wir dort oben an dem Tag also sehen sollen?

Fahrt auf die Schwäbische Alb

Unser erstes Ziel an diesem Tag sollte der Lemberg sein. Doch wir ahnten schon, dass wir uns auch das abschminken konnten. Zwar war es trocken, aber immer noch dicht bewölkt mit tief hängenden Wolken. Nach einer kurzen Fahrt passierten wir eine kleine, uns bis dahin unbekannte Gedenkstätte für das Konzentrationslager Schörzingen. Da dieses Thema immer wichtig ist und wir schon einige Gedenkstätten wie Dachau, Neuengamme, Bergen-Belsen und Buchenwald besichtigt hatten, hielten wir hier an. So viel Zeit musste sein. Die kleine Gedenkstätte besteht mehr oder weniger aus einem Ehrenfriedhof und einigen Schautafeln.

Burg Hohenzollern
Burg Hohenzollern

Den Lemberg konnten wir uns in der Tat verkneifen. Als wir am Parkplatz ankamen, verzichteten wir auf einen Aufstieg, weil abzusehen war, dass wir wieder in einer dichten Wolkensuppe verschwinden würden. Es war so nervig, dass wir auf so vieles verzichten mussten. Doch die nächsten Ziele waren Pflichtpunkte. Wir dürften sie nicht verpassen. In nordöstliche Richtung fuhren wir zur Burg Hohenzollern. Ein klassisches Foto wollten wir dort machen. Ich war ein wenig skeptisch angesichts der Umstände, aber Moni versuchte mir, Mut zu machen. Es könne ja sein, dass die Burg richtig malerisch aus einer Wolkendecke empor schaut. Das wäre eine tolle Aufnahme, keine Frage aber die Hoffnung hierfür hatte ich nicht.

Ausblick auf Burg Hohenzollern
Ausblick auf Burg Hohenzollern

Toller Ausblick auf die Burg Hohenzollern

Dämlicherweise hatte ich aber auch noch die falschen Koordinaten notiert und wir haben bei der Eingabe nicht darauf geachtet, wohin uns das Navi führen würde. So fuhren wir direkt zur Burg Hohenzollern, also geradewegs bis zum Parkplatz der mächtigen Anlage. Das war aber nicht unser Ziel. Wir wollten gar nicht zur Burg, sondern zu einem Aussichtspunkt in einiger Entfernung. Dort bildet die Burg Hohenzollern ein beliebtes Fotomotiv. Der nette Herr, der die Parkgebühren abhält, erklärte uns den Weg und ließ uns schnell auf dem Parkplatz wenden.

Hohenzollern an der Schwäbischen Alb
Hohenzollern an der Schwäbischen Alb

Natürlich mussten wir nach Süden, zum Parkplatz Nägelehaus (GPS: 48.304201, 8.994376). Wären wir da mal gleich hingefahren. Aber die Auffahrt zum Parkplatz entschädigte uns wieder, denn irgendwie hatte es uns dort auf der Schwäbischen Alb auf Anhieb gefallen. Wir stellten das Wohnmobil ab und wanderten an einem Aussichtsturm vorbei zum Albsteig. Dieser Wanderweg verläuft oberhalb der Kante vom Albtrauf und bietet immer wieder schöne Ausblicke.

Schloss Lichtenstein
Schloss Lichtenstein

Wir folgten dem Wanderweg, teilweise über Stock und Stein, bis zur Zellerhornwiese. Und genau dort hatten wir den gewünschten Ausblick auf die Burg Hohenzollern. Das Wetter war nicht perfekt, aber es reichte, um wenigstens ein paar schöne Aufnahmen zu gestalten. Die Burg Hohenzollern schaute nicht aus einer Wolkendecke heraus, aber wenigstens versperrten uns Wolken auch nicht den Blick auf das Bauwerk. Es passte und wir waren zufrieden.

Felsen in der Schwäbischen Alb
Felsen in der Schwäbischen Alb

Spaziergang von der Zellerhornwiese zum Aussichtspunkt

Ein wenig unzufrieden war ich mit der Tatsache, dass ich Pingu dieses Mal im Auto ließ. Bei diesem klassischen Motiv hätte ich eigentlich auch ganz gerne ein Pingu-Foto gemacht. Aber wollte ich wirklich wieder diesen Weg nochmals laufen? Hatten wir die Zeit dafür? Am Wohnmobil angekommen entschloss ich mich, noch einmal zur Zellerhornwiese zu gehen. Dieses Mal mit unserem Stoffpinguin. Jetzt waren wir einmal hier und ich hätte mich nach der Reise geärgert, wenn ich das nicht getan hätte.

Ausblick von Schloss Lichtenstein auf Honau
Ausblick von Schloss Lichtenstein auf Honau

Auf dem zweiten Rückweg zum Wohnmobil sprachen wir über die weiteren Pläne und wie wir sie umgestalten. Es war kalt hier oben auf der Schwäbischen Alb und das Wetter war nicht besonders sicher. Wie würde das denn erst auf der Zugspitze sein? Mitten auf dem Wanderweg schauten wir uns die Webcam der Zugspitze an und auch den Wetterbericht für die nächsten Tage. Die Folge war, dass wir uns entschlossen, auf die Wanderung schweren Herzens zu verzichten und Alex darüber zu informieren. Es stellte sich heraus, dass er ähnlicher Ansicht war und wir waren uns einig, die Wanderung lieber im nächsten Jahr neu zu planen. Dann vielleicht mit weniger beruflichem Stress.

Blick auf Schloss Lichtenstein
Blick auf Schloss Lichtenstein

Und anschließend noch zum Schloss Lichtenstein

Auch Schloss Lichtenstein ließ sich nett in Szene setzen. Das war auch ein Ort, den wir noch nicht im reallife gesehen hatten, aber von vielen Bildern natürlich kannten. Den Wagen stellten wir im hintersten Teil des Parkplatzes ab, spazierten die wenigen Meter zum Schloss und zahlten dort den Eintritt. Das berühmte Foto, wo sich das schmale Schloss oberhalb eines Tals zeigt, kann man nämlich nur vom Innenhof aus machen.

Zu guter Letzt hatten wir dann auch noch einen privaten Wunsch und wollten uns mal die schmalste Straße der Welt anschauen. Diese nennt sich Spreuerhofstraße und befindet sich in Reutlingen. Den Wagen parkten wir auf dem Parkplatz eines Supermarktes, wo wir ohnehin noch einkaufen wollten und spazierten dann zu Fuß in die Altstadt. Natürlich schauten wir uns nicht nur die schmalste Straße der Welt an, sondern durchquerten sie auch zwei Mal. Allerdings ohne Rucksack, denn dafür ist die Straße schon beinahe zu schmal.

Schmalste Straße der Welt in Reutlingen
Schmalste Straße der Welt in Reutlingen

Natürlich spazierten wir auch durch den Rest der Reutlinger Altstadt. Es war ohnehin schon zu spät, um an weitere Fotoziele zu denken. Daher schauten wir einfach mal in diversen Apps nach Wohnmobilstellplätzen in der Umgebung und wir fanden, dass der Stellplatz in Bad Urach ganz angenehm klang. Also, auf nach Bad Urach. Das wäre auch ein guter Ausgangspunkt für die weitere Fahrt mit mit dem Wohnmobil durch Deutschland.

Spreuerhofstraße in Reutlingen
Spreuerhofstraße in Reutlingen

Die engste Straße der Welt ist in Reutlingen

Unseren abendlichen Einkauf erledigten wir letztendlich dann doch in Bad Urach, wo ich mal wieder den Kopf darüber schütteln musste, dass auch in so vermeintlich kleinen Ortschaften Leute auffallen, die mit ihren aufgemotzten Fahrzeugen inklusive Nürburgring-Aufkleber am Heck die Behindertenparkplätze blockieren. Und was steigt dann aus dem Auto? Ein junger Mann mit Jogginghose, der das absolute Klischee eines Proleten verkörpert. Sollen sie rumlaufen, wie sie wollen, aber den Behindertenparkplatz zu benutzen, ist einfach nur asozial.

Altstadt von Reutlingen
Altstadt von Reutlingen

Anschließend begaben wir uns zum Stellplatz den Thermen, wo uns das nächste merkwürdige Verhalten der Mitmenschen auffiel. Dieses Mal waren es aber keine jungen Leute, die auffällig wurden, sondern eine ältere Dame mit ihrem Wohnmobil. Sie saß ganz entspannt vor ihrem Fahrzeug und las ein Buch. So weit so gut, aber gleichzeitig hatte sie ein Radio mit bayerischer Folkloremusik so laut aufgedreht, dass alle Wohnmobile um sie herum mit beschallt wurden. Wir fanden das schon ein wenig merkwürdig. Aber zunächst wollten wir nichts sagen. Kommen ja gerade erst auf den Platz und wollen sofort Ruhe einfordern? Würde sich auch nicht so gut machen.

Burg Hohenneuffen im Nebel
Burg Hohenneuffen im Nebel

Viel lieber packten wir unsere Sachen und machten noch einen spätabendlichen Rundgang. Wir spazierten an der Therme vorbei und genossen noch einige Meter am Ufer der Erms. Viel war nicht mehr zu sehen und zu erleben, aber es tat gut, einfach noch mal ein paar Schritte gemacht zu haben. Als wir zum Wohnmobil zurückkehrten, packte die Dame auch gerade ihr Radio wieder weg. Also alles gut.

Burg Hohenneuffen
Burg Hohenneuffen

Sonntag, 26. August

Nach einer ruhigen Nacht und einem kurzen Frühstück starteten wir den Motor unseres Pössl und fuhren nur wenige Minuten bis zum Parkplatz an der Burg Hohenneuffen. Schon unterwegs war klar, dass das auch wieder ein unnötiger Weg sein dürfte, denn wieder war der Himmel sehr mit Wolken bedeckt und diese hingen auch dieses Mal sehr tief.

Skultpur auf Hohenneuffen
Skulptur auf Hohenneuffen

Dennoch parkten wir den Wagen auf dem Waldparkplatz und gingen des Rest des Weges durch den Wald zu Fuß geradeaus. Nach kurzer Zeit steigt dieser steil an und brachte uns noch höher in den Nebel hinein. Gesehen haben wir kaum etwas. Nur ein paar vereinzelte Jogger krochen den Aufstieg hoch. Eine Joggerin war in etwa genauso schnell wie wir, nur mit dem Unterschied, dass wir eben normal gingen. Es sah so aus, als sei dort irgendwo eine Veranstaltung gewesen. Mich hätte man an dem Tag nicht dazu bewegen können, diesen Berg hinauf und wieder hinab zu joggen.

Innenhof in der Burg Hohenneuffen
Innenhof in der Burg Hohenneuffen

Es war mir beinahe schon zuviel, überhaupt hier oben zu sein. Denn gesehen hatten wir letztendlich kaum etwas. Ein paar Burgmauern im dichten Nebel und absolut keine Aussicht machten mich nicht gerade glücklich. Natürlich kann man auch damit notfalls arbeiten, aber doch nicht tagelang. Und es wäre mir auch schnuppe, wenn ich ohnehin in der Region bleiben würde, aber dem war nicht so. Wir mussten weiter und hatten noch einige Kilometer mit dem Wohnmobil durch Deutschland vor uns.

Auch Burg Teck im Nebel
Auch Burg Teck im Nebel

Mit Nebel kein Ausblick

Für die Burg Teck brauchten wir eigentlich nur wenige Kilometer zu fahren. Das hieße allerdings dann auch, dass sie es uns nicht leichter machen würde. Auch dieser Berg, auf dem sich die Ruine der Burg Teck erhebt, war vollkommen im Nebel gehüllt. Doch um das zu erfahren, blieb es nicht bei den wenigen Kilometern. Denn ausgerechnet die Straße zwischen der Burg Hohenneuffen und der Burg Teck war gesperrt. Das war ja wieder typisch für unser Glück. So waren wir mal wieder zu einem großen Umweg gezwungen und erreichten unser Ziel nur über Nürtingen und sogar über ein kurzes Stück der Autobahn 8. Blöd, wenn man bedenkt, dass der direkte Weg gerade einmal elf Kilometer gewesen wären.

Innenhof auf Burg Teck
Innenhof auf Burg Teck

Wir kamen auf dem Parkplatz an, der offensichtlich von Wohnmobilfahrern zum Übernachten genutzt wurde und spazierten ebenfalls wieder durch den Wald in die Höhe. So hatten wir wenigstens Bewegung und frische Luft. Hat ja alles auch sein Gutes.

Doch oben auf der Burgruine angekommen, war die Sicht ebenfalls wieder gleich Null und auch der Burghof war kaum zu überblicken, so dick war die Nebelsuppe. Dementsprechend blieben wir nicht lange und machten uns schon nach ein paar Minuten auf den Weg bergab.

Leichte Planänderung, jetzt geht es in das Allgäu

Eigentlich hatten wir noch zwei weitere Punkte auf der Schwäbischen Alb, die wir ansteuern wollten. Aber wir gaben auf und beschlossen, die Region zu wechseln. Es machte einfach keinen Sinn, hier seine Zeit zu vertrödeln, um im Endeffekt nichts zu sehen. Also gaben wir Bad Hindelang in unser Navi ein. Wir wollten nun in das Allgäu. Knapp zwei Stunden Fahrt standen uns bevor und wir hofften einfach, dass zumindest das Wetter dann ein wenig besser werden würde.

Alpspitze
Alpspitze

Die Verkehrsnachrichten sprachen leider von einem Stau auf der Autobahn 8 in Richtung Ulm, so dass wir zumindest zu Beginn der Fahrt lieber einige Kilometer neben der Autobahn herfuhren. Wenn, dann kommt auch alles gleichzeitig. Schlechtes Wetter ohne Sicht und Stau auf der Autobahn auf einem harmlosen Sonntag. Dennoch kamen in Bad Hindelang gut und sicher an, das ist das einzige was zählt. Schnell machten wir am geplanten Ort unsere notwendigen Bilder und fuhren gleich weiter.

Wohnmobilstellplatz am Wank
Wohnmobilstellplatz am Wank

Über Österreich nach Garmisch

Das Treffen für die Wanderung auf die Zugspitze hatten wir ja eh schon gecancelt und die Wanderung auf Deutschlands höchsten Berg fiel aus. Daher war es auch ziemlich egal, wann wir in Garmisch-Partenkirchen sein würden. Dass es noch der heutige Abend sein würde, stand morgens nicht auf dem Programm. Aber es war auch okay. Der kürzeste Weg von Bad Hindelang nach Garmisch-Partenkirchen führte uns dabei durch Österreich. Genauer gesagt fuhren wir über Reutte, wo wir unterwegs nach oben schauten, um einen Blick auf die Hängeseilbrücke highline179 zu werfen.

Blick auf die Zugspitze
Blick auf die Zugspitze

Wir kannten die Brücke und die Region ja schon gut, daher fiel es uns nicht schwer, einfach weiter zu fahren. Bei Ehrwald fuhren wir geradewegs auf die Zugspitze zu, die sich allerdings wolkenbedingt überhaupt nicht zeigte. Wir bogen links ab und erreichten nach kurzer Zeit Grainau, wo wir abermals einen Fotostopp einlegen mussten. Das war jetzt allerdings ein wenig blöd, denn gerne hätten wir natürlich das gewünschte Objekt mit der Zugspitze im Hintergrund gemacht. Das funktionierte aber nicht. Freundlich empfangen wurden wir an diesem Ort ohnehin nicht, obwohl für die Einrichtung, die wir fotografieren würden, kostenlos Werbung betreiben. Schade, dass manche Leute vor dem Reden vergessen ihre Denkkappe aufzusetzen.

Zugspitze
Zugspitze

Wohnmobilstellplatz in Garmisch-Partenkirchen

Nach einem kleinen Disput fuhren wir daher lieber zum Alpencamp am Wank und stellten dort unser Wohnmobil ab. Unser letzter Aufenthalt an diesem Ort lag bereits zehn Jahre her, als wir mit dem Wohnmobil durch das Allgäu reisten und dabei auch auf den benachbarten Wank wanderten. Die Anmeldeprozedur fand in einem kleinen Holzhäuschen statt, was zu abendlicher Stunde ein wenig Zeit in Anspruch nahm. Denn alle angereisten Wohnmobilisten wollten sich gleichzeitig anmelden, was angesichts der Öffnungszeiten ja auch nicht anders klappt.

Skischanze in Garmisch-Partenkirchen
Skischanze in Garmisch-Partenkirchen

Nachdem wir damit fertig waren, schnappten wir uns unser Zeug und gingen nochmal abends los. Wir wollten mal wieder Garmisch erkunden, mussten aber erneut feststellen, dass uns diese Stadt eigentlich nicht so richtig zusagt. Wir fragten uns wieder einmal, was an Garmisch-Partenkirchen so besonderes ist. Als wir 2014 mit dem Wohnmobil durch die Alpen reisten und ebenfalls einen Spaziergang durch Garmisch machten, fuhren wir lieber weiter nach Mittenwald und fühlten uns dort wohler.

Zugang zur Partnachklamm
Zugang zur Partnachklamm

Irgendwie konnte uns die Stadt nicht so richtig fesseln. Nur die Ludwigstraße war ganz nett anzuschauen, aber dafür ist sie auch schnell durchquert. Wir spazierten wieder zurück zum Wohnmobilstellplatz und ließen den Abend gemütlich bei einer Partie Kartenspielen ausklingen.

Montag, 27. August

Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir auf die Zugspitze fahren wollten, um bei einer schönen Wanderung gemütlich wieder ins Tal zu gelangen und wir diesen Plan wegen der Wettervorhersage aufgaben, schien die Sonne und der Himmel zeigte sich in einem strahlenden Blau. Der einzige Trost für uns war, dass dieses schöne Wetter vermutlich nicht den ganzen Tag anhalten würde. Man sah einige Wolken und es schien so als würden sie im Laufe des Vormittags den Himmel bedecken. Aber zumindest für den Augenblick nach dem Wach werden hatten wir einen schönen Blick auf die Zugspitze.

Aber damit wir zumindest etwas vom Wanderweg haben und von der Tatsache, dass wir jetzt in Garmisch-Partenkirchen sind, befassten wir uns mit der Partnachklamm. Diese hatten wir zwar schon einmal durchquert, aber das war halt auch schon wieder zehn Jahre her. Wir fuhren hinab zur Skischanze und parkten unseren Wagen dort, wo wir offensichtlich auch hätten übernachten können. Zumindest vermittelte die Beschilderung diesen Eindruck. Aber ob es dort direkt gegenüber der Skischanze am Abend ruhig wäre?

Rückweg durch die Partnachklamm
Rückweg durch die Partnachklamm

Partnachklamm statt Zugspitzblick

Vom Parkplatz aus wanderten wir in Richtung Partnachklamm und waren damit mit vielen anderen Besuchern unterwegs. Das Tal wurde immer schmaler, Baustellenfahrzeuge fuhren kreuz und quer und gelegentlich auch mitten durch die Partnach. Doch irgendwann gelangt man dann zum kostenpflichtigen Zugang. Gut, dass ist jetzt mal wieder so eine vermeintlich typische deutsche Sache: Man bezahlt Eintritt für ein Schauspiel, dass die Natur geschaffen hat. Allerdings ist das gar nicht typisch deutsch. Die Nationalparks in den USA kosten zum Beispiel teilweise auch Eintritt, unsere Nationalparks sind hingegen kostenfrei. Außerdem sind Abschnitte in der Partnachklamm gesichert, was natürlich Kosten verursacht und ohne diese Sicherung wäre die Klamm vermutlich gar nicht zugänglich. Insofern: Kostenpflichtige Naturphänomen sind immer ein Grund zur Diskussion.

Rückweg durch die Partnachklamm
Rückweg durch die Partnachklamm

Wir bezahlten den Eintritt und spazierten durch die enge und feuchte Schlucht. Sehenswert ist die Partnachklamm allemal und ein Muss für jeden, der in Garmisch-Partenkirchen unterwegs ist. Man sollte nur wissen, dass es sehr eng und sehr laut ist. Wie manche Menschen dabei ihren Hund mit in die Klamm nehmen, konnte ich daher nicht ganz nachvollziehen. Für die Tiere dürfte der Spaziergang durch die Klamm kein Vergnügen sein. Nach zahlreichen Fotostopps erreichten wir das Ende der Klamm und waren wieder in einem ganz normalen Tal.

Malerische Partnachklamm

Auch hier gefiel es uns sehr gut und wir wären gerne weiter durch das Tal gewandert. Aber dafür fehlte ja wieder die Zeit. Außerdem war das eben auch nicht unsere Absicht an diesem Tag. Zumindest nicht mehr. So gingen wir nach einer kurzen Pause also wieder genau den gleichen Weg durch die Partnachklamm zurück. Immer wieder musste ich den Kopf einziehen, weil die überhängenden Felswände vermutlich Kopfschmerzen verursacht hätten. Aber alles ist gut gegangen und wir sind etwas nasser wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Chiemsee
Chiemsee

Wieder zurück im Wohnmobil ließen wir Garmisch-Partenkirchen nun hinter uns. Zunächst einmal ging es in deutlich flachere Regionen, denn wir wollten einen Blick auf den Chiemsee erhaschen. Auch dort gab es einige Punkte, an denen wir Fotomaterial benötigten. Aber der Chiemsee war nur ein kurzes Zwischenziel auf unserer Weiterfahrt mit dem Wohnmobil durch Deutschland. Denn wir wollten bzw. wir mussten wieder zurück in die Bergwelt.

Ankunft im Berchtesgadener Land

Also fuhren wir in Richtung Inzell und dort in das Weißbachtal hinein. Auch dort stoppten wir auf einem sehr engen und kleinen Parkplatz unser Wohnmobil, vertraten uns die Füße und machten uns weiter auf in Richtung Berchtesgaden. Zuvor stoppten wir jedoch in Bad Reichenhall. Ich erzählte Moni unterwegs, dass ich wenig Lust hätte, den Wohnmobilstellplatz in Bad Reichenhall anzusteuern, weil dieser doch so eng war. Da sich Moni nicht so richtig an den Stellplatz erinnern konnte, immerhin blieben wir beim letzten Mal auch nicht über Nacht, fuhren wir kurz hin, um ihre Erinnerung aufzufrischen. Und ja, sie war nun auch wieder meiner Meinung. Schnell noch bei der benachbarten Tankstelle getankt und schon parkten wir unseren Wagen auf einem Supermarktparkplatz.

Alte Saline in Bad Reichenhall
Alte Saline in Bad Reichenhall

Dort wollten wir tatsächlich einkaufen gehen, doch zuvor genossen wir noch einen kurzen Rundgang zur Alten Saline in Bad Reichenhall. Als wir wieder am Parkplatz ankamen, sahen wir, dass dort tatsächlich kontrolliert wird und Kennzeichen aufgeschrieben werden. Wir folgten der Dame schnell, um zu erklären, dass wir jetzt einkaufen wollten und entschuldigten uns auch für die Parkweise. Denn die Parkflächen sind sehr schmal und viel zu kurz für einen Kastenwagen, sodass ich ausnahmsweise eineinhalb Stellflächen benötigte. Aber die nette Dame hatte für uns Verständnis und hatte das bereits bemerkt ohne uns aufzuschreiben. Das war ja nett.

Alte Saline in Bad Reichenhall
Alte Saline in Bad Reichenhall

Und zwischendurch eine Anfrage vom WDR

Während wir gerade an der Kasse standen, klingelte wie so oft mein Telefon. Doch dieses Mal war es der WDR. Man wollte einen meiner zukünftigen Reisevorträge im Lokalfernsehen bewerben. Ich kannte diese Art der Anrufe schon von anderen Veranstaltungen. Meistens wird dann nach Bild- oder Videomaterial gefragt. Dieses Mal wollte man aber kein fertiges Material, sondern man fragte, ob ich einen kurzen Handygruß für die Zuschauer erstellen könnte. Das war neu und ich fand das nicht nur spannend, sondern auch nachgerade passend. Denn der Vortrag würde eine Wohnmobilreise durch die Alpen zeigen. So hatte ich nun die die Möglichkeit, eben passenderweise aus den Alpen einen solchen Gruß zu fertigen. Wenn denn nur das Wetter schöner wäre. Denn hier in Bad Reichenhall war es natürlich wieder komplett zugezogen und hin und wieder fielen auch Regentropfen hinab.

Bad Reichenhall
Bad Reichenhall

Gerne hätten wir nämlich an dem Tag auch den Königssee noch besucht, aber die mal wieder tief hängenden Wolken gaben uns zu verstehen, dass wir unsere Zeit besser auf einem Wohnmobilstellplatz verbringen sollten. Nur auf welchem? Der in Bad Reichenhall sagte uns nicht zu, also fuhren wir nach Berchtesgaden. Dort gibt es einen Stellplatz direkt vor einem Campingplatz. Als wir dort ankamen, waren wir aber genauso wenig begeistert. Erstens war hier alles voll und zweitens fanden wir es hier nun auch nicht so ansprechend.

Wohnmobilstellplatz oberhalb von Berchtsesgaden
Wohnmobilstellplatz oberhalb von Berchtsesgaden

Blitzer bei der Stellplatzsuche

Wir wendeten und ließen den Platz hinter uns. Wir würden schon etwas anderes finden. Eigentlich wollten wir nach Berchtesgaden zurück. Doch dafür hätten wir links abbiegen müssen. Es war aber absolut aussichtslos, links auf die Bundesstraße zu kommen, daher bog ich erstmal rechts ab, mit der Absicht an anderer Stelle zu wenden. Allerdings fuhr ich viel zu weit, passierte das Ortseingangsschild von Marktschellenberg und zack – blitzte ein rotes Licht auf. Na toll, das nun auch. Kurz hinter einem Ortseingangsschild, wie gemein.

Ausblick vom Wohnmobilstellplatz
Ausblick vom Wohnmobilstellplatz

Ich fuhr noch durch den Ort und schon kam die Grenze zu Österreich. Auf der linken Seite sahen wir die Bundespolizei, die hier den Einreiseverkehr aufhielt. Auch prima, wenn wir also gleich wenden, dann würden wir erstmal im Stau stehen. Es lief richtig gut an diesem frühen Abend. Und wo wir übernachten würden, war uns immer noch nicht klar.

Stellplatz bei Nacht
Stellplatz bei Nacht

Auf österreichischer Seite stoppte ich den Wagen erstmal und wir schauten gemeinsam in Ruhe nach, wo wir einen ansprechenden Stellplatz finden würden. Wir kannten ja den Stellplatz in Golling, aber das wäre jetzt nicht die richtige Richtung gewesen. Doch da fanden wir im Netz einen weiteren Stellplatz in Berchtesgaden, der sehr ruhig und vielversprechend klang. Einziges Manko, was von den vorherigen Gästen bewertet wurde war das nicht oder kaum vorhandene Handynetz. Telefonieren sei wohl gerade noch möglich, aber ins Internet zu kommen, würde wohl nicht gelingen.

Übernachtung an der Rossfeldstraße

Das fand ich schade, wo ich doch gerne am Abend ein paar Nachrichten lese und Mails beantworte. Ich komme ja tagsüber nicht dazu. Aber gut, wenn das so ist, dann ist das halt so. Wir fuhren hin und hatten Glück, dass die Bundespolizei gerade ihre Sachen einpackten, als wir die Grenze passierten. Also doch kein Stau mehr. Wir folgten der Auffahrt in Richtung Rossfeldpanoramastraße und fanden einen wirklich schönen Stellplatz vor. Etwas oberhalb gelegen würde er eine tolle Aussicht bieten. Doch die Plätze mit Aussicht waren natürlich schon vergeben. Das störte uns nicht, dafür hatten wir im hinteren Bereich mehr Platz für uns.

Um aber wenigstens noch ein paar Schritte zu machen, gingen wir die Straße zu Fuß wieder hinab. Da es aber nicht allzu viel zu sehen gab und es auch langsam begann dunkel zu werden, machten wir uns schon bald wieder an den Aufstieg. Wir bezahlten die Übernachtung, als die kleine Rezeption eigens hierfür geöffnet wurde und konnten bestätigen, dass hier oben ein sehr schlechter Handyempfang vorlag. Also spielten wir einfach wieder unsere abendliche Kartenrunde.

11 Kommentare zu „2018 – Mit dem Wohnmobil durch Deutschland“

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