406 Meter lang

Die Brücke highline179

Kein anderes Bauwerk habe ich nach seiner Fertigstellung so schnell besucht wie die Brücke mit dem klangvollen Namen highline179. Allerdings war das eher Zufall. Ich erfuhr von dieser Brücke nämlich, als sie in Österreich eingeweiht wurde und nur vier Wochen später stand eine Italienreise auf dem Programm. Eigentlich war der Plan, dass wir durch die Schweiz nach Italien fahren werden. Aber so ist das eben mit Plänen – klappt nicht immer.

Spontan beschlossen wir daher, einen kleinen Umweg einzulegen, um die längste Hängebrücke der Welt zu überqueren. Sie ist etwas über 400 Meter lang und hängt 114 Meter über der Ortschaft Klause in Tirol. Dabei verbindet sie zwei Berge innerhalb der sogenannten Burgenwelt Ehrenberg.

Der Motor des Wohnmobils war noch nicht aus, als wir beim Einparken auf dem Parkplatz etwas schlucken mussten, angesichts der Höhe dieser Brücke, die da über uns nur als schmaler Strich vor dem blauen Himmel zu erkennen ist. Aber jetzt waren wir hier und haben extra einen Bogen um Österreichs Nachbarland gemacht. Schnell kauften wir jeweils ein Ticket, stapften den Berg zur Burgruine Ehrenberg hinauf und standen vor einem Drehkreuz. Wer nicht unten im Tal bezahlt, kann das auch hier noch am Automaten machen.

Wir steckten unsere Tickets ein, durchquerten das Drehkreuz und standen direkt am Brückenkopf der highline179, die ihren Namen übrigens von der Bundesstraße 179 erhalten hat. Eine Straße, die jetzt irgendwo in der Tiefe von der Brücke überspannt wird.

Es dauerte sicher eine Viertelstunde bis wir uns wagten, endlich loszugehen und die schwankende Brücke zu überqueren. Wie man auf den Bildern und dem Video unschwer erkennen kann, läuft man auf einem Gitterboden und kann schön nach unten durchschauen. Guckt man aber geradeaus, dann sieht man eigentlich nicht, wie tief es unter einem hinab geht.

Und genau das tat ich beim Laufen auch: Ich schaute fast nur stur geradeaus und hatte auch keine Ambitionen zwischendurch mal anhalten zu wollen. Ich hielt nur mal kurz, um ganz schnell die andere Kamera herumzuhalten und mit der Serienaufnahme ein paar Fotos zu schießen. Auf der anderen Seite der Brücke angekommen, habe ich mich dafür entschieden, eine kleine Wanderung durch den Wald zu machen und bin dort wieder hinab gegangen.

Abschließend kann ich sagen, dass es mir wirklich Spaß gemacht hat, die Brücke zu überqueren, auch wenn mein Gesichtsausdruck auf dem Video vielleicht anderes aussagt 😉

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Whow! Was für eine Brücke, was für ein Kunstwerk! So seidenzart spannt sie sich über das Tal und durch den Boden wirkt sie nochmal ein Stück luftiger. Eine sehr gelungene architektonische Leistung, denn sie „stört“ überhaupt nicht das Landschaftsbild. Ich hätte auch Respekt beim Überqueren, mache mir allerdings noch mehr Sorgen, was unsere beide Hunde sagen würden. Ich glaub, ich würde es ihnen nicht zumuten. Freie Sicht unter Hundepfoten quält besonders Hütehunde, die nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Herde sorgen müssen.

    • Hallo Christine,

      wie ich gerade schon beim anderen Kommentar antwortete: Ja, eine architektonische Leistung. Ja, spannend und auch beeindruckend. Aber eher nein, was das Landschaftsbild angeht. Anders ausgedrückt: Wäre sie nicht dort, würde ich sie nicht vermissen. Was die Hunde angeht, da würde ich eher auf eine Überquerung verzichten. Nicht nur, was die Tiefe angeht, sondern auch wegen dem Metall. Ich habe jetzt nicht darauf geachtet, wie scharfkantig es ist, aber ich kann mir vorstellen, dass es für die Hundepfoten nicht angenehm ist.
      Viele Grüße
      Michael

  2. Hallo,

    ich habe einen kritischen Artikel zur „Verbrückung“ der Alpen auf meinem Blog geschrieben. Vielleicht interessiert er dich trotzdem, auch wenn du von der highline 179 begeistert warst. Ich stehe solchen Projekte grundsätzlich kritisch gegenüber. Freue mich auf Nachricht.

    Grüße

    David

    • Hallo David,

      natürlich hat er mich interessiert und habe ihn mir gerade mal angeschaut: Nervenkitzel am Drahtseil. Sehr schön geschrieben und ich gebe dir grundsätzlich recht. Ich habe solche Themen auch schon mal bei uns im Reiseforum angesprochen. Vielleicht hast du ja Lust, dich dort auch anzumelden. Da ging es um die Beispiele Wurmberg in Niedersachsen und um die Kommerzialisierung auf dem Dachstein. Daran siehst du, dass ich solchen Projekten grundsätzlich auch nicht immer nur positiv gegenüber stehe. Nur in diesem Fall war ich in der Tat begeistert, was aber auf meine Persönlichkeit zurückzuführen ist: Ich habe Flugangst und vermeide eigentlich adrenalinfördernde-Objekte wie diese. Dazu gehören für mich zum Beispiel auch Seilbahnen, von denen ich keine einzige benötige, weil ich lieber zu Fuß auf die Berge wandere. In diesem Fall habe ich es aber dann doch gewagt und war dementsprechend stolz auf mich. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass ich jetzt in jedem Alpental so eine Brücke hängen sehen möchte.
      Viele Grüße
      Michael

  3. Nachdem die Alpenregionen diverse Wandlungen durchmachen mußten, was ihre Überlebenschancen angeht, finde ich: diese Seilbrücke gehört nicht zu den schlimmeren Varianten! Wie schaut´s denn bittschön in den Skigebieten Frankreichs mit den Hochhaus-Wohnsilos aus? Und von irgendwas müssen die Leut halt leben! Man kann arrogant und romantisch fordern, daß alles beim Alten bleiben soll, aber da gehen dann viele Alpenbewohner dabei drauf, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können. Wenn Wandlung, dann vielleicht mit Augenmaß.

  4. Das sieht ja genial aus. Im Hunsrück gibt es ja seit einem Jahr eine ähnliche Brücke, die Geierlay, 360 m lang, 100 m hoch. Ich hoffe, dass ich es noch in diesem Jahr dorthin schaffe (und mich rüber traue).
    Deinen Blog habe ich übrigens gestern entdeckt und finde ihn ganz toll.
    LG
    Ingrid

  5. Pingback: Spaziergang auf der Hängebrücke Geierlay | Die Weltenbummler

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