Weites Monument Valley

2016 – Mit dem Mietwagen durch die Nationalparks der USA – Teil 2

Montag, 3. Oktober 2016


In der Nacht lernten wir die Stromversorgung der Vereinigten Staaten kennen. Es zog nämlich ein Gewitter auf, was wir angesichts unser Lage in eher wüstenhaftem Gebiet als ungewöhnlich empfanden. Aber so war es nun mal. Während dieses Gewitters spürten wir die ach so tolle Architektur der Amerikaner, denn durch jede Ritze des Gebäudes zog es wie Hechtsuppe und außerdem klang auch der Regen auf dem Dach nicht sehr vertrauenserweckend. Interessanter wurde es nur noch durch die beiden Stromausfälle oder Überspannungen, nachdem irgendwo in der Gegend Blitze einschlugen.

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Als wir aufstanden, hatte sich das Wetter aber wieder beruhigt und wir trugen wie jeden Morgen unsere vier Koffer und zwei Rucksäcke hinab zum Auto. Auf das Frühstück in diesem Hotel verzichteten wir, da man den Getränkeautomaten sowie das Obstschüsselchen und die Cornflakes-Automaten kaum als Frühstück bezeichnen konnte.

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Gegenüber vom Hotel tankten wir mal wieder und besuchten südöstlich der Stadt eine alte Militärbasis. Diese wurde vor einigen Jahren bereits geschlossen und kann nun frei besucht werden. Es handelte sich um eine Raketenstation, die jetzt dem Verfall preisgegeben war. Schon die Zufahrt war in einem schlechten Zustand, von der Umzäunung und den ehemaligen Militärgebäuden auf dem Gelände ganz zu schweigen. Was wir hier noch nicht wussten, war die Tatsache, dass hier auch Test-Raketen abgefeuert wurden, die auf dem Raketentestgelände White Sands in New Mexico einschlugen und wo wir in wenigen Tagen auch noch zu Besuch sein würden. Erschreckend eigentlich, dass eine Regierung Raketen abfeuert und über den Köpfen der Bevölkerung in einem anderen Teil des eigenen Landes einschlagen lässt.

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Ehemalige Raketenbasis in Utah

Zu Besuch im Arches Nationalpark

In Crescent Junction sahen wir dann wenig später, dass es ein riesiger Fehler gewesen wäre, dort eine Unterkunft zu suchen. Da gab es einfach nichts, abgesehen vom Abzweig auf den Highway 191, der uns südwärts zum Arches Nationalpark bringen sollte. Den Canyonlands Nationalpark, dessen Zufahrt zuvor auf der rechten Seite erschien, ließen wir bewusst aus. Bei aller Schönheit, die wir auf diversen Bildern erkennen konnten, war uns dieses Landschaftsbild doch mittlerweile schon ganz gut vertraut und ähnelte es den Bildern aus anderen Teilen Utahs und weiteren Nationalparks, die wir bereits kannten bzw. noch vor uns hatten.

Landschaft im Arches Nationalpark

Landschaft im Arches Nationalpark

Wir mussten also auch hier wieder eine Entscheidung treffen und fällten sie zu Gunsten des Arches Nationalpark, da dieser dann doch etwas anders ist. Er ist bekannt für seine natürlichen Steinbögen, die wir gerne sehen wollten.

Landschaft im Arches Nationalpark

Landschaft im Arches Nationalpark

Überrascht waren wir ein wenig von der langen Autoschlange, die sich vor der Zahlstelle bildete. Das hatten wir bisher bei keinem Nationalpark gesehen. Doch die Autofahrer, die eine Jahreskarte hatten, durften auf einer anderen Spur an der Kasse vorbei, wozu auch wir zählten. Zunächst schauten wir uns natürlich wieder im Besucherzentrum um und orientierten uns, was wir denn im Nationalpark anschauen wollen würden.

Delicate Arch aus der Ferne

Delicate Arch aus der Ferne

Auch der Arches Nationalpark ist natürlich wieder verdammt groß und besteht im Wesentlichen aus einer Sackgasse, von der wiederum kleinere Sackgassen zu anderen Parkplätzen abzweigen. Wir hielten uns an unser Konzept, zunächst bis zum Ende der Hauptstraße zu fahren, dort die Sehenswürdigkeiten zu erkunden und schließlich die anderen Seitenstraßen der Reihe bzw. Attraktivität nach zu befahren.

Rote Landschaft

Rote Landschaft

Bei dieser Variante bekamen wir schon einen guten Eindruck von dem, was uns erwartete und wo wir auf jeden Fall anhalten würden und auf was wir zur Not wegen möglichen Zeitmangels verzichten könnten. Die Straße führte zu einem großen im Kreis angelegten Parkplatz, an dem wir uns warm anzogen. Obwohl es blauen Himmel gab und wir eigentlich in der Wüste von Utah standen, war es ziemlich kalt, was teilweise am sehr starken Wind lag.

Wegweiser

Wegweiser

Auf dem Devil’s Garden Trailhead verließen wir den Parkplatz wie so viele andere Besucher und wunderten uns über so manchen von ihnen. Da wäre zum Beispiel das ältere Pärchen gewesen, dass sich so ankleidete, als würden sie zu einer Mehrtageswanderung aufbrechen, obwohl sie so aussahen, als wären sie total unerfahren, was Wanderungen betraf. Sie wirkten so, als hätte man ihnen in einem Outdoor-Geschäft so einiges in den Warenkorb gelegt und aufgedrängt, was sie niemals im Leben gebrauchen könnten. Und so passierte, was wohl passieren musste. Diese beiden Personen, die die einzigen mit Wanderstöcken waren, brachen ihre Wanderung nach 300 Metern ab, als der Ehemann stolperte und stürzte. Es war irgendwie traurig anzusehen. Wahrscheinlich hatten sie sich auf diese Wanderung und auf die Besichtigung gefreut. Aber sie waren einfach für sich selbst eine Gefahr.

Steinbogen

Steinbogen

Immerhin waren wir gerade erst vom Parkplatz weg, die wirklich schwierigen Passagen kamen erst noch, wie wir später feststellten. Dazu zählte zum Beispiel ein steiler Aufstieg auf dem glatten Gestein mit extrem starken Gegenwind, der sich zwischen den Felsen bildete. Die Wanderung war nicht so ganz ohne, aber trotzdem oder gerade deswegen richtig schön. Bis zum Double O Arch, also einem doppelten Felsbogen wanderten wir und kehrten dort auf dem gleichen Wege wieder um.

Rote Landschaft

Rote Landschaft

Wir hätten auch einem Rundweg folgen können, doch der wäre deutlich weiter gewesen und wir hatten keine Ersatzbatterien für unser GPS eingepackt, denn wir stellten schon auf diesem Weg fest, dass das Erkennen des Weges nicht immer ganz so offensichtlich war. Da wir kein Risiko eingehen wollten und es auch noch andere Naturschönheiten im Park zu sehen gab, gingen wir also zum Auto zurück und fuhren zum Aussichtspunkt von Fiery Furnace. Fiery Furnace ist ein Felsenlabyrinth, das wir uns sehr gerne von innen angesehen hätten, wofür man aber entweder einen Begleiter oder zumindest ein Permit benötigt. Daher gaben wir uns mit der Aussicht zufrieden und fuhren zum Delicate Arch-Aussichtspunkt.

Delicate Arch

Delicate Arch

Hiervon gab es zwei, nämlich einmal den unteren Aussichtspunkt und einmal den oberen. Letztere ist über einen Fußweg vom Parkplatz am unteren Aussichtspunkt gut zu erreichen. Doch diesen Spaziergang hätten wir uns auch sparen können. Viel besser sieht man den Delicate Arch, eines der Wahrzeichen im Nationalpark, von dort auch nicht. Wir wollten viel lieber ganz nah ran und düsten daher noch zum Großparkplatz, von wo aus der Delicate Arch Trail startet.

Delicate Arch

Delicate Arch

Das war mal wieder eine Wanderung ganz nach unserem Geschmack und irgendwie erinnerte sie an so manche Wandertour in Norwegen, zum Beispiel an die Wanderung zum Preikestolen oder sogar noch besser an die Wanderung zum Kjeragbolten. Ein bedeutender Unterschied war jedoch die Farbe des Gesteinsmassiv, denn anders als in Norwegen, wo man auf grauem Granit läuft, ist man hier auf rötlich-braunen Gestein unterwegs.

Steinbogen von unten

Steinbogen von unten

Nach etwas mehr als einer halben Stunde Wanderung hatten wir unser Ziel erreicht und genossen den Anblick des Delicate Arch im späten Nachmittagslicht der Sonne. Auf dem Rückweg kamen uns eine ganze Menge Touristen entgegen, die teilweise leicht genervt fragten, wie weit es denn noch bis zum Steinbogen wäre. Wir waren schon ein bisschen überrascht, dass die Leute eine kurze zwei Kilometer lange Wanderung scheinbar als zu weit empfanden. Vermutlich hatten sie erwartet, dass der Parkplatz direkt neben dem Steinbogen gebaut wurde oder sie befürchteten, nicht alles im Nationalpark sehen können.

Balanced Rock im Arches Nationalpark

Balanced Rock im Arches Nationalpark

Aber was soll’s, das konnten wir auch nicht. Dafür gab es einfach wieder zu viel zu sehen. Auch wir mussten uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir uns langsam zum Ausgang des Parks begeben müssen. Zuvor hielten wir natürlich noch am balancierenden Felsen an und machten dort noch ein Pingu-Foto.

Am frühen Abend verließen wir den Nationalpark und fuhren auf dem Highway 191 bis Monticello. Dort sahen wir zwei Reiseradler, die gerade aus der Straße um die Ecke gebogen kamen, in die wir hineinfahren wollten. Schon weil wir wussten, was ihnen am nächsten Tag an Fahrstrecke bevorstehen würde, schauten wir uns das Teilstück an, auf dem sie an diesem Tag geradelt sein mussten. Die nächstgrößere Stadt war Cortez in Colorado und noch rund 100 Kilometer entfernt. Dazwischen gab es fast nichts und offensichtlich mussten die beiden Radler den gesamten Tag diese eintönige Strecke geradelt sein, die wir glücklicherweise nun in etwas mehr als einer Stunde befahren würden. Wir waren uns ziemlich schnell darüber einig, dass wir auf eine Radreise durch die USA in dieser Form keine Lust hätten. Und außerdem waren wir froh, dass wir es zu unseren besten Radlerzeiten nicht gewagt hatten, eine Radreise durch die Vereinigten Staaten zu unternehmen.

Willkommensschild von Colorado

Willkommensschild von Colorado

Das einzig nennenswerte auf dem gesamten Weg war das Willkommensschild von Colorado, an dem wir natürlich kurz anhielten. Der nächste Stopp war dann das Tagesziel am Holiday Inn Express in Cortez. Dieses Hotel war eines der besseren auf unserer Route und wir hatten ein schönes Zimmer schon im Vorfeld gebucht. Denn nach der Absteige in Cedar City, dem einfachen aber schönen Motel in Boulder und dem schlichten Super 8 in Green River war uns einfach mal nach etwas Komfort. Außerdem hatten wir im Hotel in Cortez die Möglichkeit, die Wäsche zu waschen, was wir umgehend nutzten.

Während sich die Trommel drehte, gingen wir zu Fuß zum nahe gelegenen Walmart, erledigten ein paar kleinere Einkäufe und bedauerten einen älteren Herrn im Rollstuhl, der am späten Abend nicht bettelte, sondern ein Schild für die Autofahrer hoch hielt, weil er weiter nach Osten wollte. Geld hätten wir ihm gegeben, aber mitnehmen konnten wir ihn nicht. Es war mal wieder die Armut, die wir in diesem achso tollen und großherzigen Land nicht zum ersten Mal bemerkten. Es fehlte eigentlich nur noch die benachbarte militärische Einrichtung, um mal wieder einen deutlichen Kontrast in den USA aufzuzeigen. Doch ausnahmsweise gab es mal kein Militär.

Dienstag, 4. Oktober 2016

In Cortez, so fanden wir, war es mal an der Zeit, den Reifenluftdruck zu prüfen. Normalerweise warten wir eigentlich nicht so lange damit, aber bei den langen Tagen in den USA hatte es sich so ergeben, dass wir erst beim heutigen Betanken, auch mal Luft nachfüllen wollten. Nur war das gar nicht so einfach. Wir hätten es ja hingenommen, dafür Geld zu bezahlen, doch wir fanden einfach keine Messgeräte dafür. An der zweiten Tankstelle fragten wir einen jungen Amerikaner, der so aussah, als hätte er technischen Sachverstand. Immerhin wusste er, wo sich eine Luftdrucksäule befand und schickte uns zu einer anderen Tankstelle.

Vierländereck von Utah Arizona Colorado und New Mexico

Vierländereck von Utah Arizona Colorado und New Mexico

Dort angekommen mussten wir allerdings auch wieder jemanden fragen, denn das System war uns nicht geläufig und wirkte völlig antiquiert. Ich kann es gar nicht richtig erklären, aber man musste an einem Metallplättchen ungefähr den Luftdruck ablesen, was unserer Meinung nach völlig ungenau sein dürfte. Aber gut, wir wussten jetzt, dass wir in etwa genug Luft auf den Reifen hatten.

In vier Bundesstaaten gleichzeitig

Auf den Highways 491 und 160 fuhren wir in südwestliche Richtung. Unser Ziel lag nämlich in Arizona. Und in Utah. Und in New Mexico. Ach ja, und auch in Colorado. Genauer gesagt wollten wir zum Vierländereck. Da wir ja Dreiländerecke, geografische Mittelpunkte und Extrempunkte bzw. generell geografische Besonderheiten besuchen und sammeln, wollten wir diesen Punkt ganz sicher nicht auslassen. Als wir so in der weiten Landschaft von Colorado unterwegs waren, fiel mir plötzlich in der Steppe auf der linken Seite ein Tier auf. Da bewegte sich etwas pelziges langsam durch die Landschaft. Es war ein Kojote. Ich wendete, um die auf die andere Straßenseite zu gelangen und mit Abstand parallel zu dem Tier fahren. Es war unglaublich und wir freuten uns, dass wir ein weiteres Tier in freier Wildbahn sahen, den es bei uns in Europa nicht gab. Mittlerweile hatten wir schon wirklich viele verschiedene Tiere gesehen und wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Nun war es also ein Kojote.

Kojote in Colorado

Kojote in Colorado

Das Four Corners Monument, wie es heißt, wird von den Navajo-Indianern betreut und verwaltet. Das heißt also, es ist im Privatbesitz und die Nationalparks-Jahreskarte hat keinerlei Bedeutung. Nachdem wir den Eintritt zahlten und zum Parkplatz fuhren, mussten wir ein bisschen schmunzeln. Am Parkplatz stand ein Hinweisschild, dass es auf der Seite von Utah weitere Parkplätze geben würde. Irgendwie klang das kurios, dass man auf Parkplätze in einem anderen Bundesstaat aufmerksam machte. Noch kurioser war es, als wir die große Parkfläche sahen und uns überhaupt nicht vorstellen konnten, dass diese einmal voll wäre. Wir fragten uns, ob überhaupt jemals Bedarf bestünde auf die Parkplätze in Utah ausweichen zu müssen. Und was sagt man eigentlich in Colorado und Arizona dazu, dass man durch deren Bundesstaaten geschickt wird?

Vierländereck

Vierländereck

Das Vierländereck ist auf allen vier Staatsseiten von kleinen Souvenirständen umgeben, in denen es Kunsthandwerk, Nippes und Andenken der indigenen Bevölkerung zu kaufen gibt. Ein paar Andenken kauften wir uns auch, doch als erstes wollten wir natürlich einen Fuß in alle vier Staaten gleichzeitig setzen. Außerdem setzten wir noch Pingu auf den Vierländerpunkt. Aber übertreiben durften wir es mit den Bildern auch nicht. Laut einem Hinweisschild dürfe man nur drei Fotos machen. Wobei es wahrscheinlich nicht um die eigentliche Anzahl der Bilder ging, sondern vielmehr um die Tatsache, dass man die anderen Touristen nicht so lange warten lassen solle.

Ich stehe in allen vier Staaten

Ich stehe in allen vier Staaten

Aber wie auch schon beim Parkplatz fragten wir uns, ob es jemals so voll werden würde, dass man nicht geduldig ein paar Minuten warten könnte. Am Willkommensschild von Las Vegas klappte das ja auch. Bei der Ausfahrt vom Four Courner Monument machten wir noch ein Foto von dem Willkommensschild von New Mexico, denn nur über New Mexico ist das Vierländereck zumindest offiziell zu erreichen.

Von dort fuhren wir weiter nach Arizona, um schon wenig später wieder nach Utah zu gelangen. Über mehrere Highways erreichten wir dann die Region rund um das Monument Valley. Schon bei der Anfahrt wurden wir mit dem Anblick traumhafter Landschaften verwöhnt. Rostrote Felsmassive erhoben sich in den dunkelblauen Himmel.

Forrest Gump Point

Forrest Gump Point

Immer wieder hielten wir an, um die Aussicht zu genießen, ein paar Schritte in die Landschaft hinein zu machen bis wir schließlich auf einer langen leicht abschüssigen Geraden ankamen und einen klassischen Blick auf die Berge des Monument Valley genießen konnten. Es handelte sich um den sogenannten Forrest Gump-Point, bei dem Tom Hanks alias Forrest Gump nach seinem langen Lauf im gleichnamigen Film zum Stehen kam. Im Hintergrund von Tom Hanks war eben diese Szenerie deutlich zu erkennen. Und hier standen wir nun, zusammen mit ein paar anderen Touristen.

Rundfahrt durch eine Westernkulisse

Jeder von ihnen und von uns machte selbstverständlich ein paar Bilder von der Landschaft, doch einer der Touristen fiel besonders auf. Er trug eine typisch bayerische Lederhose, die mich dazu veranlasste ihn zu fragen, ob er einen Spaß macht oder wirklich aus Bayern stammt. Letzteres traf zu und auf Grund seines Dialekts war das sofort glaubwürdig. Er erklärte, dass er mit der Lederhose durch die USA reise, weil die Hose bei den Amerikanern richtig gut ankäme und er sofort ins Gespräch käme. Ohne sein Zutun folgte daraufhin auch gleich der Beweis, denn es näherten sich drei amerikanische Touristen, die ebenso auf seine Hose zu sprechen kamen und alles über ihn und Bavaria wissen wollten.

Monument Valley

Monument Valley

Interessant, dachte ich mir. Denn wir kamen auch aus Deutschland. Nur uns sah man das nicht an. Also waren wir in den Augen der Amerikaner offensichtlich langweilig, oder Amerikaner. Wie auch immer, sein Trick mit der Lederhose funktionierte.

Michael Moll auf einsamer Straße

Michael Moll auf einsamer Straße

Wir fuhren weiter, verließen den Highway nach links und erreichten das Kassenhäuschen des Monument Valleys. Wie schon am Vierländereck ist auch dieses nicht unter staatlicher Verwaltung und daher auch kein Nationalpark. Wir bezahlten den Eintritt, begaben uns zum Besucherzentrum und verschafften uns dort erst einmal einen grandiosen Überblick über die rote und wirklich tolle Landschaft.

Felsen im Monument Valley

Felsen im Monument Valley

Danach machten wir es wie die meisten Touristen und fuhren mit dem eigenen Auto zu den interessantesten Punkten im Tal. Auf einer staubigen Piste umrundeten wir ein Felsplateau und hielten immer wieder für die fantastischen Aussichten an.

Die Strecke ist eigentlich gar nicht so lang aber durch die vielen Zwischenstopps hielten wir uns über zwei Stunden im Tal auf und konnten uns gar nicht satt sehen. Doch die Schatten der Berge wurden immer länger und die Landschaft erschien immer rotglühender, was uns ein Zeichen war, so langsam daran zu denken, wieder aufzubrechen und uns eine Übernachtung zu suchen. Im Monument Valley gab es leider keine Möglichkeit dafür.

Wunderschönes Tal

Wunderschönes Tal

Als nächstes Ziel hatten wir uns die Ortschaft Flagstaff ausgesucht, von der wir richtigerweise annahmen, dass sie ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch im Grand Canyon sei. Und weil wir den Grand Canyon in Ruhe besichtigen wollten, planten wir für Flagstaff gleich zwei Nächte ein. Ähnlich wie in San Francisco wollten wir einfach nur abends zu einem Hotel fahren, das wir nicht noch lange suchen mussten.

Felsen im Sonnenlicht

Felsen im Sonnenlicht

Doch dafür mussten wir erstmal Flagstaff erreichen, was sich als schwieriger herausstellte als gedacht. Denn ich hatte auf dem Schirm, dass die Stadt deutlich näher ist. Doch das Navi sprach die ungeschönte Wahrheit und wir mussten noch mit einer recht langen Fahrt rechnen. Das war blöd, zumal ich keine Lust auf eine Fahrt in der Dunkelheit hatte. Wir hatten mittlerweile schon so viele Wildtiere gesehen, die wollte ich nicht unbedingt vorne auf der Motorhaube haben.

Nachmittagssonne

Nachmittagssonne

Doch das ließ sich jetzt nicht ändern und wir folgten den Highways 160 und 89, wobei die Straßen teilweise vierspurig und gut befahren war. Das gab uns ein wenig Hoffnung, die Wildtiere würden durch den Gegenverkehr und den vorausfahrenden Verkehr bereits verscheucht sein.

Monument Valley

Monument Valley

Das Days Hotel wurde unser Domizil, doch gleichzeitig machten wir neue Erfahrungen. Denn das Zimmer, das wir erhielten, hatte einen sehr merkwürdigen Eigengeruch und sah auch nicht frisch aus. Wir überlegten kurz, ob es wohl unhöflich wäre, nach einem anderen Zimmer zu fragen. Aber unsere Bedenken konnten wir zerstreuen, als wir darüber nachdachten, dass wir am nächsten Tag abends auch wieder in dieses stinkende Zimmer zurückkehren würden. Das wollten wir nicht.

Nachmittagssonne

Nachmittagssonne

Also ging ich zur Rezeption des Hotels, an der wirklich nicht sehr viel los war und an der wir gerade mal zehn Minuten zuvor unsere Schlüssel erhielten. Und dennoch hatte mich der Mitarbeiter nicht erkannt und wollte zur Klärung des Problems erstmal die Zimmernummer wissen. Aber freundlich wie die Amerikaner so sind, ging der Zimmerwechsel sehr einfach vonstatten. Nachdem wir unsere Koffer von dem einen in das andere Zimmer brachten, verließen wir das Hotel noch einmal, um etwas zu essen zu besorgen. Gerade in dem Moment stand ein Pizzalieferant vor der Rezeption, den wir direkt nach einem Flyer fragten. Allerdings hatte er keinen, weshalb wir von der Rezeption einen unverständlichen Ausdruck der Website erhielten. Das war nett gemeint, aber eine Pizza telefonisch zu bestellen, wo ich noch nicht mal den Inhalt des Ausdrucks verstand, traute ich mir dann doch nicht zu.

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