Klassische Farm in Pennsylvania

2019 – Roadtrip von Utah nach New York

Nachdem wir den Grand Canyon in einer Tageswanderung durchquert hatten und mit dem Shuttlebus wieder zum Campingplatz am North Rim zurückgebracht wurden, stand für uns eigentlich die Heimreise an. Da wir nicht fliegen und dementsprechend alles über den See- und Landweg erreichen, sollte die Rückfahrt nach Deutschland natürlich noch ein Weilchen dauern.

Wir fahren weite Strecken

Wir fahren weite Strecken

Der Roadtrip zurück nach Osten

Zunächst fuhren wir mit dem Auto nach New York, wo wir dann mit dem Schiff nach Hamburg übersetzten. Für die Fahrt nach New York hatten wir einige Tage veranschlagt. Einerseits wollten wir unterwegs noch einiges sehen und andererseits reden wir hier von einer Strecke von rund 4.000 km, die wir noch auf amerikanischen Highways und Interstates unterwegs sein würden.

Klassischer Pancake-Automat im Hotel

Klassischer Pancake-Automat im Hotel

Wir packten auf dem Campingplatz unsere Sachen ins Auto und fuhren erst einmal in Richtung Norden. Dabei ließen wir also den Bereich des Grand Canyon und den Nationalpark hinter uns. Wir kamen nach Utah und durchquerten dort Kanab. Den Ort kannten wir noch gut, weil wir erst einige Tage vorher dort übernachteten, als wir in Utah unterwegs waren.

Landschaft in Utah

Landschaft in Utah

Zwischenstopp in Utah

Dieses Mal blieben wir nicht, sondern fuhren geradewegs weiter nach Norden. Mit der einen oder anderen kleinen Pause erreichten wir die Interstate 70. Sie war die erste von mehreren Autobahn, die uns nach Osten bringen würde. An diesem Tag befuhren wir sie jedoch nur noch ein kurzes Stück. In Richfield stoppten wir an einem Hotel, um uns nach der Anstrengung der Grand Canyon-Wanderung noch ein wenig zu erholen.

Ich mache Fotos

Ich mache Fotos

Mangels vernünftiger Auswahl entschieden wir uns beim Thema Essen für die klassischen Burgerbuden. Es gab natürlich wieder alles mögliche an Schnellrestaurants, auch Läden, die man bei uns in Europa nicht kennt. Doch unsere Entscheidung fiel an diesem Abend dann auf altbewährtes, wir fuhren zu McDonalds. Dort wollten wir schnell etwas holen, wieder zurück in unser Hotelzimmer und es uns halbwegs gemütlich machen.

Utah

Utah

Erfahrungen bei McDonalds

Dieser eigentlich simple Plan erhielt jedoch einen deutlichen Dämpfer. Wir betraten die Filiale und erfreuten uns an dem modernen Display, um unsere Bestellung aufzugeben. Das Display hat den Vorteil, dass man sich nicht an der Theke entscheiden muss, den Verkehr aufhält und das es keine Verständigungsprobleme gibt.

Interstate 70

Interstate 70

So tippten wir unsere Wünsche ein, bekamen einen Zettel ausgedruckt, auf dem unsere Nummer stand mit der wir aufgerufen würden und warteten ab. Dabei beobachteten wir die Mitarbeiter, die völlig planlos hinter der Theke herum rannten und versuchten, verschiedene Papiertüten mit Burgern und Pommes zu befüllen.

Landschaft an der I-70

Landschaft an der I-70

Eine einfache Bestellung und sie schaffen es nicht

Die jungen Leute hatten ganze drei Kunden im Laden sowie den Schalter vom Drive-In zu bedienen. Und das funktionierte aber so gar nicht. Dabei mussten sie nur die Bestellzettel der Reihe nach abarbeiten. Doch sie schafften es nicht, sich zu koordinieren. Der eine packte Burger für Bestellung A in die Tüte von Bestellung B, während der andere Pommes aus Tüte C wieder entnahm und lieber in Tüte A packte.

Interstate 70

Interstate 70

Etliche Male verglichen sie dabei die Bestellzettel, doch es brachte einfach nichts. Dass ausgerechnet unser Bestellzettel dann auch noch durch die unnötige Hektik vom Tisch fiel, ist den beiden nicht aufgefallen, sondern erfuhren sie erst durch uns. Es geschah also, was geschehen musste: Nachdem zwei unserer Produkte nun schon zehn Minuten in einer Tüte auf deren Theke abkühlten und noch ein Salat ergänzt wurde, sollten wir doch bitte die andere Hälfte unserer Bestellung noch abwarten. Unnötig zu erzählen, dass das Dressingtütchen für den Salat fehlte. Ein vorgefertigter Salat und dazu passende Dressing dürfte eigentlich nicht so schwer sein. Aber jetzt fehlte noch die Hälfte der Bestellung und nach einer guten Viertelstunde des Wartens waren wir es dann leid. Die eine Hälfte war schon kalt und auf die andere Hälfte sollten wir noch warten? Wir sagten der jungen Dame, dass wir damit nicht einverstanden seien und unser Essen gerne gleichzeitig bekommen würden. Erstaunlicherweise bot sie uns sofort an, dass wir unser Geld zurückbekommen könnten, wenn wir unzufrieden wären. Das überraschte uns ein wenig, aber wir entschieden uns tatsächlich dafür und bekamen ohne Umschweife den Betrag erstattet. Natürlich ohne unser Essen, aber immerhin.

Auf dem Weg in die Rocky Mountains

Auf dem Weg in die Rocky Mountains

Weiter geht der Roadtrip durch die USA

Vor lauter Frust stiegen wir ins Auto, fuhren auf die andere Straßenseite zu Burger King und bestellten dort aufs Neue. Auch hier klappte es vorne und hinten nicht, aber immer noch etwas besser. Aber im Endeffekt fehlte zum Schluss doch noch ein Teil unserer Bestellung. Diese unvollständigen Speisen waren ein Phänomen, dass wir in Nordamerika immer und immer wieder erlebt hatten. Hat man einen Tee bestellt und das drei Mal gesagt, bekam man trotzdem 30 Sekunden später einen Kaffee. Beinahe jedes Mal erlitten wir Schiffbruch, wenn wir uns auf etwas Ess- oder Trinkbares freuten.

Der erste Schnee fällt

Der erste Schnee fällt

Na ja, am nächsten Tag zogen wir los und waren schon kurz nach der Abfahrt wieder auf der Interstate 70. Anfangs fuhren wir durch eine leicht hügelige Landschaft, die schon bald von der klassischen rot-braunen Szenerie abgelöst wurde. Mindestens zwei Mal ließen wir uns von den Schildern am Fahrbahnrand neugierig machen und dazu verleiten, jeweils an einem Aussichtspunkt anzuhalten. So genossen wir die Aussicht an der Sand Bench View Area genauso wie später am Spotted Wolf Canyon.

Unser Kennzeichen mit Schnee

Unser Kennzeichen mit Schnee

Tolle Landschaft in Utah – mal wieder

Einfach nur grandios. Solche Rastplätze gibt es in Deutschland oder gar Europa einfach nicht. Wenig später reisten wir an Green River vorbei. Die Ortschaft kannten wir ja nun schon sehr gut. Drei Jahre zuvor übernachteten wir dort, um den Arches Nationalpark anzusteuern und einige Tage zuvor legten wir dort auch zwei Mal einen Zwischenstopp ein, als wir vom Yellowstone Nationalpark kamen und weiter zum Highway 12 fuhren.

Johnson Memorial Tunnel

Johnson Memorial Tunnel

Nicht weit hinter Green River ließen wir dann auch Utah hinter uns, zum letzten Mal auf dieser Reise. Schade, aber wir werden sicher eines Tages wiederkommen. Mit der Grenze zwischen Utah und Colorado änderte sich auch die Umgebung um uns herum. Die rot-braune Westernkulisse wich den Bergen von Colorado, die hier schon zu den Rocky Mountains gehören.

Bus im Nationalpark

Bus im Nationalpark

Willkommen zurück in den Rocky Mountains

Je weiter wir nach Osten kamen, umso ungemütlicher wurde aber auch das Wetter. Der blaue Himmel verschwand immer mehr und wir waren in der Tat gezwungen, unsere Pläne zu überdenken. Denn eigentlich wollten wir nördlich der I-70 auf der State Route 34 über den Fall River Pass und der Trail Ridge Road fahren.

Schneefall auf dem Highway

Schneefall auf dem Highway

Dafür hätten wir an dem heutigen Tag westlich des Gebirges übernachten wollen. Für den nächsten Tag sahen wir die Passüberquerung und den damit verbundenen Besuch des Rocky Mountain Nationalparks vor. Dummerweise begann es aber zu schneien, je weiter wir nach Osten fuhren und je weiter unsere Interstate anstieg.

Landschaft der Rockies

Landschaft der Rockies

Schlechte Wetterbedingungen

Wir prüften online die Wetter- und Straßensituation und mussten feststellen, dass starke Schneefälle zu erwarten waren und die Möglichkeit bestünde, dass die Straße geschlossen wird. Das wäre für uns natürlich blöd, wenn wir mit einem weiten Abstecher vor dem Gebirge übernachten würden und dann doch wieder zurück zur I-70 müssten. Dann hätten wir sehr viel Zeit verloren, um wenigstens einen Teil des Nationalparks kennen zu lernen. Und die Chance, dass der Pass gesperrt würde, war unserer Meinung nach sehr hoch, denn er liegt in 3.700 Metern Höhe und ist die höchste Passstraße Nordamerikas.

Rocky Mountains

Rocky Mountains

Daher beschlossen wir, noch an diesem Tag die Rocky Mountains zu überqueren, aber eben auf der sicheren Interstate. Übernachten würden wir dann lieber auf der Ostseite bei Denver, damit wir gleich am nächsten Tag von der Ostseite her in den Nationalpark hineinfahren könnten.

Straße in die Rocky Mountains

Straße in die Rocky Mountains

Sechsspurige Autobahn in den hohen Bergen

So fuhren wir weiter bergauf auf einer zum Teil sechsspurigen Autobahn, wohlgemerkt in über 2.000 Metern Höhe. Zwischendurch hielten wir immer wieder mal an, weil der frisch gefallene Schnee eine Puderzucker-Landschaft gestaltete, mit der wir an diesem Tag nicht mehr gerechnet hätten.

Nationalpark der Rocky Mountains

Nationalpark der Rocky Mountains

Womit wir auch nicht rechneten, war, dass es sich nicht einfach nur um ein wenig Schneefall handelte. Je höher wir kamen, umso heftiger wurde es und irgendwann steckten wir in einem dichten Schneegestöber. Schneeräumfahrzeuge machten uns den Weg frei und immer wieder blickten wir auf die Höhenangabe unseres Navis, weil wir hofften, dass es doch nicht noch höher gehen könne.

Bergkulisse der Rocky Mountains

Bergkulisse der Rocky Mountains

Auf über 3.400 Metern Höhe mit dem Auto

Doch es konnte. Bei verschiedenen Höhenangaben wie 2.400 Meter und 2.700 Metern dachte ich mir, dass es danach bestimmt gleich wieder bergab gehen würde. Aber der höchste Punkt der Interstate 70 befindet sich in rund 3.400 Metern Höhe und bestand aus dem Eisenhower-Memorial-Tunnel.

Zugefrorener See

Zugefrorener See

Erst als wir diesen durchquerten, verloren wir wieder an Höhe. Das Schneegestöber ließ aber anfangs natürlich trotzdem nicht nach. Die breite Autobahn war zwar auf den beiden rechten Spuren ganz gut geräumt, aber wir waren uns gar nicht sicher, welche Reifenart wir am Mietwagen hatten. Später stellte sich zwar heraus, dass es sich um Ganzjahresreifen handelte, doch während der Fahrt gingen wir auf Nummer Sicher und fuhren in gebührendem Abstand hinter einem sehr langsam fahrenden Lkw den Berg hinab.

Dichtes Schneetreiben im Gebirge

Nach langer Fahrt durch ein Tal ließen wir die Berge und auch den Schneefall hinter uns und erreichten die Großstadt Denver. Der Rocky Mountains Nationalpark liegt nordwestlich der Großstadt und daher entschieden wir uns für ein Hotel in Boulder zwischen Denver und dem Nationalpark. Nach dem Einchecken in dem mal wieder sehr neuen Hotelgebäude fuhren wir noch schnell zum Supermarkt, kauften ein wenig ein und machten uns nach langer Fahrt einen gemütlichen Abend.

Rocky Mountains

Rocky Mountains

Über die State Route 36 erreichten wir wieder die Berge und bei Estes Park auch entsprechend den Rocky Mountains Nationalpark. Das Wetter war toll. Es war frisch, der Himmel blau und die Landschaft war von einer weißen Schneedecke überzogen. Da wir auf das Wochenende zugingen, waren wir allerdings nicht alleine auf dem Weg in den Nationalpark. Wie eine lange Kolonne fuhren wir auf dem Highway, so als ob wir den zu Großstädtern von Denver gehören, die ihr Wochenende in einem schönen winterlichen Blockhaus verbringen wollten. Dabei hatten wir erst Mitte Oktober.

Der Rocky Mountain Nationalpark ist nur zum Teil geöffnet

An der Zufahrt zum Nationalpark kam dann die bittere Wahrheit und damit auch die Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht hatten. Die Trail Ridge Road über den Fall River Pass war gesperrt. Das war natürlich schade, weil wir nun nicht so hochfahren könnten wie wir wollten. Aber andererseits standen wir nun schon auf der richtigen Seite des Gebirges. Wir mussten also keinen Umweg in Kauf nehmen, sondern hatten bloß eine Sackgasse vor uns.

See an den Bergen

See an den Bergen

Nach unserem Besuch im Nationalpark bräuchten wir also nur wieder zurück auf die State Route und dann weiter in Richtung Osten. Doch zuvor schauten wir erstmal, was uns der Nationalpark geben würde. Wir fuhren hinein und so weit hinauf wie wir konnten. Das war allerdings nicht ganz so weit. Hinter einer Serpentinenkurve war die Straße bereits gesperrt und zwang uns zu einem Stopp auf dem dortigen Parkplatz.

Tolle Gebirgslandschaft der Rocky Mountains

Über vereiste Wege gingen wir zu verschiedenen Aussichtspunkten und genossen den Ausblick auf die verschneiten Berge der Rocky Mountains. War mal wieder richtig schön. Wir fuhren auch auf einer weiteren Sackgasse weiter in den Süden und besuchten den zugefrorenen Sprague Lake. Lediglich der Bear Lake am Ende der Straße war uns nicht vergönnt, weil der große dazugehörige Parkplatz komplett überfüllt war und es auch keine Möglichkeit gab, sich irgendwo an den Straßenrand zu stellen.

Willkommen in Nebraska

Dass vieles nicht erreichbar war, war zwar schade. Doch prinzipiell waren wir sehr zufrieden mit dem was wir sahen. Allerdings war uns auch klar, dass dies vorläufig der letzte amerikanische Nationalpark sein würde.

Großer Rastplatz

Großer Rastplatz

Wir besuchten noch das Besucherzentrum, das auch deutlich voller war als andere Besucherzentren, die wir in der Vergangenheit aufsuchten. Und danach ging es dann weiter gen Osten. Wir hatten noch vorgehabt, einiges an Kilometern zu machen.

Rastplatz von innen

Rastplatz von innen

Abschied von den Rocky Mountains

Auf der State Route 34 fuhren wir noch lange Zeit durch die gebirgige Landschaft bis wir bei der Ortschaft Loveland die Rocky Mountains nur noch im Rückspiegel sahen. Am Lake Loveland hielten wir noch einmal kurz an, um einen Blick auf die tolle Bergkulisse zu werfen, doch dann ging es für uns ziemlich geradeaus nach Osten, in Richtung New York.

Iowa State Capitol in Des Moines

Iowa State Capitol in Des Moines

Es verging noch sehr viel Zeit bis wir wieder auf einer Interstate waren. Es war die I-76, auf der wir später Colorado verließen und zum ersten Mal nach Nebraska kamen. Wir hatten ja jetzt schon einige amerikanische Bundesstaaten durchquert, doch Nebraska war noch neu für uns.

Schaufelraddampfer auf dem Mississippi

Schaufelraddampfer auf dem Mississippi

Die Interstate mündete in die I-80, die uns bei Salt Lake City und vor allen Dingen im Osten der USA bestens vertraut war. Auf ihr gelangten wir nach North Platte, wo wir erneut ein komplett neues Hotelgebäude kennenlernten und nach einer leckeren Pizza eine ruhige Nacht verbrachten.

Hotelzimmer

Hotelzimmer

Inmitten der Prärie von Nebraska

Durch die Prärie von Nebraska fuhren wir am nächsten Tag und fuhren und fuhren und fuhren wir. Nebraska ist einfach nur flach und hat keine wirklichen Sehenswürdigkeiten entlang der Autobahn. Doch andererseits war es nett, das mal zu sehen und vor allen Dingen war es ein absolut entspanntes Autofahren. Mit Tempomat und Automatik lässt man das Auto hier einfach nur auf den kilometerlangen Geraden rollen.

Fahrt nach Chicago

Fahrt nach Chicago

Wir durchquerten die Stadt Omaha ohne sie groß wahrgenommen zu haben und auch die Überquerung des Missouri Rivers verlief recht unspektakulär. Das aufregendste daran war, dass wir dabei Nebraska verließen und nun im Begriff waren, Iowa zu bereisen. Landschaftlich tat sich da nicht viel und die einzige Aufregung bestand darin, die überschaubare Hauptstadt Des Moines zu durchqueren.

Mautstelle bei Chicago

Mautstelle bei Chicago

Nach langer Fahrt am Mississippi

Dabei konnten wir aus der Ferne einen kurzen Blick auf die vergoldete Kuppel des Kapitols werfen, aber das war es dann auch schon. Davenport war schließlich die Stadt, in der wir zur Ruhe kamen. Mal wieder erwischten wir ein fast brandneues Hotel, bevor wir noch eine kurze Runde einkaufen gingen und uns etwas zu essen besorgten.

Blick über den Michigansee nach Chicago

Blick über den Michigansee nach Chicago

Am nächsten Tag fuhren wir sehr früh los, weil wir eine Verabredung hatten. Doch einen kleinen Umweg machten wir trotzdem. Denn wir überquerten den Mississippi und waren am anderen Flussufer direkt in Illinois. Eigentlich hatte ich mir für diesen gesamten mehrwöchigen Roadtrip noch eine Fahrt mit einem Schaufelraddampfer auf dem Mississippi gewünscht.

Klassische Farm in Pennsylvania

Klassische Farm in Pennsylvania

Da wir das aber aus Zeitgründen nicht schaffen konnten, wollten wir wenigstens mal einen Blick auf einen Mississippi-Schaufelraddampfer werfen. Wir hatten ja bereits einen Schaufelraddampfer wenige Wochen zuvor im kanadischen Yukon, genauer gesagt in Whitehorse und in Dawson City gesehen, doch eben noch keinen auf dem Mississippi.

Raddampfer am Mississippi

Das fiel uns hier nicht ganz so schwer, denn gleich auf der anderen Seite des Flusses lag einer am Ufer. Auch auf diesem Raddampfer könnte man eigentlich den Fluss befahren, aber es war ein früher Sonntagmorgen und niemand war vor Ort. Außerdem hätten wir weiterhin sowieso keine Zeit gehabt. Wir hatten eine Verabredung in Chicago.

Gedenkstätte für Flug 93

Gedenkstätte für Flug 93

Daher fuhren wir auf direktem Weg in die Metropole und besuchten dort, wie schon bei unserem ersten Roadtrip vor drei Jahren meinen Schwiegervater. Gemeinsam gingen wir essen, unterhielten uns ein wenig und zogen am frühen Abend schließlich weiter.

Am Südufer des Michigan-Sees schlugen wir unser Nachtquartier auf und kamen bei Sonnenuntergang dann unverhofft doch noch in den Genuss, einen Nationalpark besuchen zu können. Wir kannten den Indiana Dunes Nationalpark noch gar nicht und hatten eigentlich nur Lust, noch kurz ans Wasser zu fahren. Dabei kamen wir in den Nationalpark hinein, aber besuchten ihn nur ganz kurz, weil es eben schon dunkel wurde.

Gedenkstätte

Gedenkstätte

Weiterfahrt nach Pennsylvania

Schön war aber noch die sehr weit entfernte Skyline von Chicago am Horizont des Sees sehen zu können. Der nächste Tag brachte abermals eine längere weite Fahrt mit sich. Doch die Landschaft war nun nicht mehr ganz so eintönig und die Straßen bei Weitem nicht mehr so schön leer. Man merkte schon deutlich, dass wir uns der Ostküste mit ihren großen Ballungsgebieten annähern.

Landschaft an der Absturzstelle

Landschaft an der Absturzstelle

Wir durchquerten Ohio, erreichen Pennsylvania und passierten Pittsburgh, um in einer kleinen Ortschaft namens Somerset zu übernachten. Für uns war das ein guter Ausgangspunkt für den nächsten Besichtigungspunkt.

Gedenkstätte Flight 93

Gedenkstätte Flight 93

Am nächsten Morgen fuhren wir nämlich die wenigen Kilometer bis vor die Tore des Dorfes Shankville. Hier stürzte am 11. September 2001 das vierte Flugzeug mit der Bezeichnung Flight 93 ab. Da wir bereits die Gedenkstätte bzw. das Museum des 11. September in Manhattan kannten, wollten wir uns auch hier mit der tragischen Geschichte befassen.

Hier schlug das Flugzeug ein

Hier schlug das Flugzeug ein

Die Gedenkstätte von Flight 93 bei Shanksville

Das eigentliche Gebäude ist relativ klein und zeigt im überschaubaren Maße die Ereignisse dieses Tages. Dafür ist aber draußen eine ziemlich große Gedenkstätte angelegt worden. Von einer kleinen Besucherplattform aus kann man in einiger Entfernung den Ort sehen, an dem das Flugzeug einst eingeschlagen ist.

Absturzstelle Flight 93

Absturzstelle Flight 93

Dieser ist heute mit einem Findling am Waldrand markiert. Über einen schmalen Fußweg gelangt man bis in die Nähe des Findlings und kann man von dort über einen weiten Rundweg wieder zurück und hinauf zum Gebäude der Gedenkstätte gehen.

Vielleicht geschmacklos

Vielleicht geschmacklos

Im Gegensatz zu den vielen anderen Besuchern taten wir das auch und verinnerlichten wir alles, was wir hier sahen. Für die meisten anderen schien es aber undenkbar, die wenigen hundert Meter bis zum zweiten Teil der Gedenkstätte zu gehen. Allerdings war unten auch ein Parkplatz. Wir vermuteten, dass einige Leute vermutlich den Umweg in Kauf nehmen und lieber mit dem Auto von A nach B fahren würden.

Gedenkstätte

Gedenkstätte

Weiter durch Pennsylvania nach New York

Doch viel erschreckender fanden wir eigentlich die Andenken, die man im Museumsshop kaufen konnte. Neben den üblichen Sachen wie Stifte, Pins und Büchern gab es auch T-Shirts mit Aufdruck der Gedenkstätte. Das wirkte seltsam, denn es handelte sich ja hier nicht um einen Nationalpark oder um ein Football-Team. Hier starben Menschen und da finden wir es eher unpassend, sich ein T-Shirt anzuziehen, als sei man stolz darauf.

Gedenkstätte

Gedenkstätte

Dies war unser letzter Besuch einer Sehenswürdigkeit bevor wir wieder in New York ankamen. Auf Highways und Interstates passierten wir Philadelphia und erreichten wir New Jersey. Mittlerweile kam es uns so vor, als wären wir wieder in Europa. Die Straßen waren nicht mehr kilometerlang geradeaus. Die Landschaft war abwechslungsreich. Es gab Farmen, Wälder und kleine Ortschaften. Na ja, und es gab auch viel Verkehr. Auf den Straßen war es voll. Irgendwie kurios fanden wir den Hinweis, dass man vor den einzigen beiden Tunneln auf der Strecke die Sonnenbrille abnehmen solle. Ich dachte, das wäre selbstverständlich.

Muss man das vor einem Tunnel erklären

Muss man das vor einem Tunnel erklären?

Viel Verkehr an der Ostküste der USA

Kein Wunder, wir waren mitten zwischen den großen Zentren New York, Washington D.C. und Philadelphia. Trotzdem hatten wir keinen wirklich großen Stau vor uns. Da sind Autobahnfahrten im Ruhrgebiet oftmals nerviger.

No Name

No Name

Am frühen Nachmittag überquerten wir die Verrazzano-Narrows-Bridge, die an der Mündung des Hudson und East Rivers die Ufer verbindet. Auf der einen Seite blickt man auf den Atlantik und auf der anderen Seite sieht man die Hochhäuser von Manhattan. Ein beeindruckender Augenblick.

Blick nach Manhattan

Blick nach Manhattan

Aber es kam auch Wehmut auf, denn wir spürten, dass sich diese Reise dem Ende näherte. Auf direktem Wege fuhren wir zu unserem gebuchten Hotel in Brooklyn. Dieses Mal war es ein anderes Hotel als das, was wir bereits drei Mal gebucht hatten und wir ließen uns überraschen. Wir wussten nur, dass es gerade mal ein Jahr alt war. Also mal wieder ein ziemlich neues Hotelgebäude.

Bethesda Fountain im Central Park

Bethesda Fountain im Central Park

Ein neues Hotel in New York

Wir parkten auf dem Hinterhof, weil wir für eine Nacht einen Parkplatz mitgebucht hatten. Es war ziemlich eng, aber es passte schon. Nach dem Einchecken war es dann an der Zeit, unseren Mietwagen auszuräumen und das gesamte Gepäck ins Hotelzimmer zu bringen. Damit waren wir einige Zeit beschäftigt. Denn anders als sonst würden wir ja nicht nur unsere wichtigsten Sachen vom Auto ins Hotel bringen, sondern alles – wirklich alles.

Kutsche im Central Park

Kutsche im Central Park

Es war schon ungewohnt, den Wagen anschließend so leer zu sehen. Einen schönen Ausblick hingegen bot unser Zimmer. Wie auch vom anderen Hotel aus hatten wir hier das Glück, einen tollen Blick hinüber nach Manhattan genießen zu können. Das war wirklich sehr schön.

Rathaus von New York

Rathaus von New York

Wir trennen uns von unserem Mietwagen

Den Nachteil dieses Hotels sahen wir am nächsten Morgen als wir frühstücken wollten. Der Frühstücksraum, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, war extrem eng und klein. Das Frühstück war das übliche, was man überall in den USA angeboten bekommt. Und so verzichtete ich einfach darauf. Das war nun gar nichts. Aber egal, der Rest des Hotels war ziemlich okay.

Washington Square Arch

Washington Square Arch

Wir schnappten uns unsere Sachen, die wir für unsere Tour durch die Stadt brauchten und stiegen ein letztes Mal in unseren Chevrolet Suburban ein. Nach einer Fahrt mit kleinen Fotoabstechern durch Brooklyn steuerten wir den Flughafen JFK an, wo wir bei der Vermietstation schließlich den Wagen abgaben. Dort wurde uns noch der Betrag gutgeschrieben, den wir für einen Ölwechsel in Kanada ausgaben und dann verabschiedeten wir uns vom Auto. Er hat uns fast zwei Monate lang 23.000 km durch ganz Nordamerika gebracht. Wir fuhren hinauf bis Yukon, Alaska, durch die Rocky Mountains und bis zur kalifornischen Küste bei Los Angeles. Von dort ging es durch den Süden der USA bis New Mexico und schließlich zum Grand Canyon. Was für eine Traumreise.

Manhattan

Manhattan

Vom JFK nach Manhattan

Doch nun hatten wir noch genug Zeit, um mal wieder durch New York zu schlendern. Mit der Monorailbahn fuhren wir zur Subway. Als wir dort unser Ticket kaufen wollten, ging gerade irgendwo der Feueralarm los und alle durften kostenlos durch die Schleuse. Na, das war ja praktisch für uns.

Hudson Yards

Hudson Yards

Am ersten Tag in New York fuhren wir zunächst mal zur 5th Avenue und warfen einen Blick auf den Trump Tower. Schwer bewacht, weil der Besitzer bekanntlich Präsident des Landes ist, aber dennoch zugänglich. Ich ging kurz rein, um mal zu sehen, wie er von innen aussieht. Doch dieses dauerhaft gold-verzierte ist dann doch nicht ganz so mein Geschmack.

Von dort spazierten wir gemütlich durch den südlichen Teil des Central Parks und schauten dem Treiben der Jogger, Radler und Ruderboot-Ausleiher zu. Faszinierend wie manche Menschen rudern und sich dabei anscheinend nicht wundern, dass sie keinen Zentimeter vorwärts kommen.

Vessel in New York

Vessel in New York

Regen am Times Square

Durch die Straßenschluchten spazierten wir langsam südwärts und kamen zum Times Square. Sieben Wochen war es nun her, dass wir dort standen. Nun war es mittlerweile deutlich kühler und vor allen Dingen dunkler. Das lag aber nicht an der Beleuchtung, die war weiterhin bunt und grell. Der Himmel über uns war ziemlich verdunkelt und es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Regenschauer ergossen.

Wassertank in New York

Wassertank in New York

Lange Zeit hatten wir uns untergestellt bis wir uns dann irgendwann doch weiter trauten. Wir flüchteten vor den Wassermassen in den Disney Store am Times Square und ich gebe zu, das ist für mich ein ganz angenehmer Aufenthaltsort. Natürlich kauften wir dort auch ein paar Kleinigkeiten ein, unter anderem einen kompletten Rollkoffer. Denn wir hatten auf der Reise mittlerweile so viele Dinge eingekauft, dass unsere vier Koffer und zwei Rucksäcke nicht mehr ausreichten.

New Yorker Taxi

New Yorker Taxi

Der Tag in New York geht zu Ende

Draußen auf der Straße gab es indes junge Leute, die Regenponchos verteilten. Diese nahmen wir dankend an und trugen damit Werbung für einen uns unbekannten Fernsehsender. Das war uns aber ziemlich egal. Wir waren nicht die Einzigen und außerdem halfen sie uns ein wenig, uns vor dem Regen zu schützen.

Mit der Subway fuhren wir zurück nach Brooklyn, kauften uns noch etwas zu essen und ließen den Tag dann zu Ende gehen. Am folgenden Tag war es zwar trocken, aber wirklich schönes Wetter hatten wir trotzdem nicht. Es war sehr windig und wir beobachteten natürlich schon die Wetterprognosen für die kommenden Tage, da wir ja mit der Queen Mary 2 auf hoher See sein würden.

Skulptur

Skulptur

Mit der Subway nach Chinatown

Wieder fuhren wir mit der Subway nach Downtown. Da wir Chinatown und Little Italy noch nicht kannten, sollten das Ziele für den Tag werden. Wir stiegen am New Yorker Rathaus aus, schlenderten durch das Gerichtsviertel und gingen auf diesem Weg langsam zur Canal Street, wo die beiden Viertel aneinander grenzten.

Anne Frank-Baum

Anne Frank-Baum

Bei einem Starbucks gönnten wir uns einen heißen Tee und schauten einer etwas rabiat wirkenden Verkehrspolizistin dabei zu, wie sie die Verkehrsteilnehmer maßregelte. Das machte sie richtig gut und es war ein kleines Erlebnis ihr bei der Arbeit zuzuschauen. Von dort gingen wir zu Fuß zum Washington Square Park und weiter in Richtung Highline.

Gedenkstätte

Gedenkstätte

Highline ist gesperrt

Eigentlich wollten wir auf der Highline, die wir ja schon bei unserer Ankunft in New York ausgiebig erkundeten zu Fuß und bequem zum neuen Stadtviertel Hudson Yards gehen. Doch zu unserer Überraschung war Highline gesperrt. Es war laut Beschilderung zu windig. Nun, das fanden wir ein wenig übertrieben. Ja, es herrschte Wind, aber es war kein Grund, eine etwas höher gelegene Trasse komplett zu sperren.

Gedenkstätte von 911

Gedenkstätte von 911

Also gingen wir ganz normal durch die Straßenzüge bis zum sogenannten Vessel. Diese ganz neue Sehenswürdigkeit hatten wir zumindest von außen bereits bei unserer Ankunft gut zwei Monate zuvor gesehen. Doch da der Zugang reglementiert ist und man ein kostenloses Ticket im Voraus buchen muss, konnten wir damals noch nicht rein. Jetzt hatten wir ein Ticket und zwar sogar ein kostenpflichtiges, denn bei den kostenlosen Karten muss man einen ziemlich präzisen Zeitpunkt angeben, an dem man den Aussichtsturm besteigt.

Zugang zur Subway

Zugang zur Subway

Besteigung des Vessel im Hudson Yard

Das wollten wir uns offen lassen und nahmen es in Kauf, ein Ticket zu kaufen, mit dem wir den ganzen Tag Zeit zur Besteigung hatten. Und die nahmen wir uns auch. Treppauf und treppab spazierten wir rauf, runter und einmal rum. Ganz oben fühlte ich mich nicht ganz besonders wohl, was einerseits an der Höhe lag und andererseits am Wind, aber trotzdem ließ ich mir dieses Ereignis nicht entgehen.

Zugang zu Amazon Go

Zugang zu Amazon Go

Anschließend gingen wir in südliche Richtung wieder zurück und spazierten den weiten Weg bis zum One World Trade Center. Alleine das sind ja mal gute viereinhalb Kilometer und das war an dem Tag ja nicht die einzige Strecke, die wir zurücklegten. Insofern ein guter Zeitpunkt für eine kleine Pause. In einer Passage mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten konnten wir uns lange nicht entscheiden, was wir essen wollten. Das ist halt das Problem, wenn zu viel zur Auswahl steht.

New York

New York

Testeinkauf bei Amazon Go

Außerdem suchten wir noch die Filiale von Amazon Go auf. Dieses Einkaufskonzept gibt es in Deutschland ja noch nicht und wir wollten uns das mal anschauen. Es war ganz spannend und witzig zugleich. Während andere New Yorker völlig selbstverständlich dort einkaufen gingen, luden wir erstmal die dafür notwendige App runter und loggten uns in den Amazon-Account ein.

Parkhaus in New York

Parkhaus in New York

Aber danach hatten wir dann auch freien Zugang und wir machten einfach mal einen Testkauf. Ja, mir gefällt’s. Es gefiel mir sogar so gut, dass ich nach dem Essen noch ein zweites Mal durch das Geschäft ging und mir selbstbewusst etwas zu trinken kaufte. Jetzt wusste ich ja, wie es geht.

Bahndepot in New York City

Bahndepot in New York City

Abschied von New York

Schließlich war es aber an der Zeit, sich von Manhattan zu verabschieden. Wir warfen nochmal einen nachdenklichen Blick auf die Gedenkstätte des 11. September und fuhren mit der Subway wieder zurück nach Brooklyn in unser Hotel. Am nächsten Tag schnappten wir unser zahlreiches Gepäck, bestellten ein Taxi und ließen uns zum Hafen bringen, wo wir zum vierten Mal auf der Queen Mary 2 eincheckten.

Vessel von unten

Vessel von unten

Ausblick vom Vessel

Ausblick vom Vessel

Den Bericht über die Queen Mary 2 gibt es in den nächsten Tagen.

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