Ausblick im Zion Nationalpark

2019 – Unterwegs in Utah

Nachdem wir also durch Montana und Wyoming fuhren und in Idaho Falls übernachteten, ging unsere Reise weiter nach Utah. Wir freuten uns schon sehr auf Utah. Es ist einer unserer Lieblings-US-Bundesstaaten, wenn man das so sagen kann. Aber Utah hat natürlich auch jede Menge zu bieten.

Utah State Capitol

Utah State Capitol

Einiges kannten wir schon vom letzten Mal, aber es gab auch ein paar Sachen, die wir bei unserem letzten Roadtrip aus Zeitgründen links liegen ließen. Diese Sehenswürdigkeiten wollten wir nun nachholen. Zunächst einmal mussten wir den Bundesstaat aber erstmal erreichen. Das war grundsätzlich auf der Interstate 15 nicht ganz so schwierig.

Auf dem Weg zum Deadhorse Point

Auf dem Weg zum Deadhorse Point

Extrem schlechtes Wetter in Salt Lake City

Was uns das Leben aber ein wenig schwer machte, war das Wetter. Auf der Autobahn rund um Salt Lake City war es extrem ungemütlich. Es regnete stark, die Sicht war schlecht und der Verkehr ziemlich dicht. Letzteres ist nun wirklich kein Problem für uns, sind wir ja gewohnt. Aber in einem weiten Land wie der USA ist man ja ansonsten eher sehr alleine unterwegs – abgesehen rund um die großen Städten.

Landschaft am Canyonlands Nationalparks

Landschaft am Canyonlands Nationalparks

So kam es dann auch wie es kommen musste. Wir fuhren nur sehr langsam durch den stockenden Verkehr. Dabei kamen wir auch an einer Unfallstelle vorbei, die nicht nur nach Totalschaden aussah. Wir waren nicht traurig darum, dass wir die Autobahn verließen, weil wir einen Einkauf in Salt Lake City planten.

Fluss im Canyonlands Nationalpark

Fluss im Canyonlands Nationalpark

Wir wussten nämlich schon, dass wir den Abend in Green River verbringen würden und dort sind die Einkaufsmöglichkeiten eher spärlich gesät. Daher fuhren wir zu zwei verschiedenen Supermärkten und füllten endlich mal wieder unsere Vorräte gründlich auf.

Green River

Colorado River

Zwischenstopp am Price Canyon, nicht verwechseln mit dem Bryce Canyon

Als wir fertig waren und weiter fuhren, hatte es auch endlich wieder aufgehört zu regnen und die Wolkendecke riss sogar ein wenig auf. Sehr angenehm. Südöstlich von Salt Lake City durchquerten wir auf der State Route 6 den Price Canyon, nicht zu verwechseln mit dem Bryce Canyon. Diese Landschaft war zwar jetzt nicht so herausragend wie andere Landschaftsformen in Utah, aber dennoch sehr schön.

Canyonlands Nationalpark

Canyonlands Nationalpark

Wir nutzten auch gleich mal die Gelegenheit, uns die gleichnamige Recreation Area anzuschauen. Eine Schotterpiste führte auf einen kleinen Berg, der ein wenig Aussicht versprach. Oben angekommen waren wir beinahe komplett alleine. Man hätte hier sogar übernachten können. Immerhin gab es hier sogar einen kleinen, sehr einfachen Campingplatz ohne jegliche Ausstattung. Aber das wollten wir dann doch nicht.

Tolle Landschaft in Utah

Tolle Landschaft in Utah

Erste Ankunft in Green River

Wir wollten lieber noch ein paar Kilometer machen, damit wir am nächsten Morgen nicht mehr so weit fahren müssten. Zielstrebig steuerten wir das Hotel Super 8 in Green River an, in dem wir schon beim letzten Mal übernachteten. Allerdings hatten wir großes Glück, denn viele freie Zimmer gab es dieses Mal nicht.

Michael Moll

Michael Moll

Kein Wunder eigentlich, denn Green River liegt ziemlich günstig an der Interstate 70 und ist ein guter Ausgangspunkt entweder zum Arches Nationalpark und zum Canyonlands Nationalpark oder in die andere Richtung zum Highway 12, der wiederum zum Capitol Reef Nationalpark und zum Bryce Canyon Nationalpark führt.

Blick zum Green River

Blick zum Green River

Gleich gegenüber vom Hotel befindet sich ein Burger King, in dem wir uns am Abend noch eine Kleinigkeit zu essen kauften und eine Tankstelle, an der wir am nächsten Morgen mal wieder voll tankten. Kurz zuvor hatten wir noch das klassische Hotelfrühstück erleben dürfen. Ich will nicht sagen, dass wir es genossen hatten. Denn das wäre übertrieben gewesen.

Abfahrt zum Shafer Trail

Abfahrt zum Shafer Trail

Frühstück in Green River

Das typische Frühstück in so einem Hotel ist oftmals nur lächerlich. Was haben wir nicht alles gesehen. Gestandene Männer, die sich Sirup über Fruit Loops kippten und allüberall alles nur mit Plastikbechern und Plastikgeschirr. Traurig. Hier in Green River wurde das Frühstückserlebnis noch dadurch getoppt, dass man es im Eingangsbereich zwischen Rezeption und Schwingtür zu sich nimmt.

Traumhafte Landschaften im Westen der USA

Traumhafte Landschaften im Westen der USA

Viel Platz ist da nicht wirklich und manche der Hotelgäste frühstückten daher im Stehen. Wir nahmen uns die obligatorischen Waffeln und verzogen uns in unser Hotelzimmer, das nicht weit vom Empfang war. Dabei sprach mich ein anderer Gast an und empfahl mir ein typisches Hefeteilchen. Ehrlich gesagt esse ich solche Puddingteilchen sehr gerne. Aber doch nicht hier in Amerika, wo die Dinger so aussehen, als wären sie gerade aufgetaut worden.

Ausblick in Utah

Ausblick in Utah

Unterwegs in Utah auf dem Highway 313

Aber der Herr hat mir so ein Teilchen dermaßen empfohlen und mir auch gesagt, ich solle es unbedingt in der Mikrowelle aufwärmen, dass ich da gar nicht nein sagen konnte. So verzogen wir uns dann mit einem aufgetauten und in der Mikrowelle aufgewärmten, absolut labberigen Hefeteilchen in unser Zimmer. Trotzdem, dass der Herr uns das empfahl, war wieder dieses klassisch freundliche der Amerikaner, die einfach nur kurz ins Gespräch kommen wollen.

Große gelbe Spinne

Große gelbe Spinne

Bis zum Ping der Mikrowelle erfuhr ich daher, dass er mit seiner Familie aus dem Osten der USA kamen und nun im Rentenalter endlich die Zeit hätten, sich die Sehenswürdigkeiten des Landes anzuschauen. Dabei wurde mir mal wieder bewusst, wie gut es mir geht. Wir konnten die Sachen nun schon zum zweiten Mal besuchen und dabei ist das für uns sogar ein komplett anderer Kontinent.

Markante Landschaften

Markante Landschaften

Deadhorse Point und Canyonlands Nationalpark

Nachdem der Wagen nun vollgetankt war, verließen wir Green River und steuerten in Richtung Moab. Kurz vor der Stadt Moab zweigt der Highway 313 nach rechts ab in Richtung Deadhorse Point und Canyonland Nationalpark. Diese beiden Sachen kannten wir noch nicht. Außerdem fand ich es irgendwie nett, auf dem Highway 313 unterwegs zu sein, steht diese Zahl doch für das Kennzeichen von Donald Ducks rotem Flitzer. Als Donaldist konnte ich es mir natürlich nicht verkneifen, ein Schild von der Highway-Nummer zu machen.

Utah

Utah

Natürlich waren wir nicht alleine auf dem Highway 313 unterwegs in Utah. Doch wir teilten uns die Straße nicht nur mit anderen Auto-Touristen, sondern auch mit einer Vielzahl an Radfahrern. Es gab hier eine Art Benefiz-Radrennen, wobei es aber weniger um die Geschwindigkeit ging, sondern um die Tatsache, dass man überhaupt radelt.

Canyonlands Nationalpark

Canyonlands Nationalpark

Fahrt zum Deadhorse Point

Und das war hier schon eine beachtliche Leistung, denn einerseits nahm die Temperatur am frühen Morgen deutlich zu und andererseits ging es auch ganz schön bergauf. Wir fuhren sogar durch eine Serpentinenkurve, die oben von einem kleinen Aussichtspunkt gekrönt wurde. Für uns war die Aussicht von dort schon ein toller Einstieg in das, was da noch kommen sollte.

Arches Nationalpark

Arches Nationalpark

Wir folgten der 313 bis zur Einfahrt in den Deadhorse Point State Park. Hier nützte uns unsere Jahreskarte für die Nationalparks nichts. So zahlten wir den Eintritt und fuhren kurz darauf zum Besucherzentrum, wo wir weitere tolle Ausblicke auf die weiter unten liegende Landschaft hatten. Es war einfach nur schön, mal wieder. Aber gleichzeitig wurde uns klar, dass wir für den Aufenthalt in dieser Umgebung doch länger bräuchten als ursprünglich geplant.

Unterwegs im Arches Nationalpark

Unterwegs im Arches Nationalpark

Spontan übernachten wir erneut in Green River

Unsere weitere Fahrt sollte später nämlich wieder über den Highway 12 führen. Doch wir wussten, dass es dort am späten Abend schlecht ausgehen könnte, wenn man an den seltenen Übernachtungsmöglichkeiten kein Zimmer vorgebucht hat. Daher beschlossen wir, es an diesem Tag lieber ruhig angehen zu lassen und noch einmal in Green River zu übernachten. Damit dieser Plan auch aufgeht und wir nicht wieder auf den letzten Drücker ein Zimmer erhielten, buchten wir schnell online vom Parkplatz aus.

Arches Nationalpark

Arches Nationalpark

War irgendwie seltsam, denn wir hätten ja auch am Morgen beim Frühstück auf die Idee kommen können. Aber egal, es war ja nicht zu spät. Wir hatten unser Zimmer für den Abend sicher und konnten uns jetzt schön Zeit lassen. Wir fuhren also bis zum Ende des State Parks, exakt zum Deadhorse Point, und gingen die letzten Meter bis zur Abbruchkante zu Fuß. Von dort blickten wir in das Tal des Colorado River, den wir im Laufe unserer Reise natürlich noch einige Male sehen würden.

Sonnenuntergang auf dem Weg zum Hotel

Sonnenuntergang auf dem Weg zum Hotel

Der Colorado River von oben

Man blickt auch gleichzeitig über den Colorado River hinweg auf das gegenüberliegende Plateau, zu dem wir als nächstes hinfuhren. Dieses Plateau gehört nicht mehr zum State Park, sondern ist Teil des Canyonlands Nationalpark. Einen wirklichen Unterschied zwischen den beiden Landschaftsräumen habe ich nicht entdecken können. Beides war sehr schön, der Nationalpark war nur wesentlich größer und bot noch mehr Aussichtspunkte.

Biker in der passenden Kulisse

Biker in der passenden Kulisse

Auch hier warfen wir natürlich einen Blick in das Besucherzentrum, um kurz darauf am ersten Aussichtspunkt die Landschaft zu betrachten. Dort beginnt zugleich der Shafer Trail, eine Schotterstraße, die in das Tal zum Colorado River führt und unterhalb des Deadhorse Point verläuft. Wir waren uns nicht sicher, ob man das auch mit einem normalen Pkw machen könnte. Getraut haben wir uns nicht, sind uns aber ziemlich sicher, dass wir das beim nächsten Aufenthalt im Vorfeld einplanen würden.

Landschaft

Landschaft

Tolle Ausblicke im Canyonlands Nationalpark

Für heute beließen wir es mit einem kleinen Spaziergang zum Mesa Arch, einem sehr schönen Steinbogen und mit einer etwas längeren Wanderung zum südlichsten Punkt, den man im Nationalpark erreichen konnte – dem Grand View Point Overlook. Die Wanderung dort hin war schon schön, aber etwas enttäuschend war dann der Ausblick. Wobei diese Aussage so nicht richtig wäre. Denn die Aussicht war natürlich auch toll, aber eben nicht viel anders als vorher schon.

Landschaft am Highway 12

Landschaft am Highway 12

Dass noch weiter südlich der Green River (hier rede ich vom Fluss und nicht von dem Ort) in den Colorado River mündet, war kaum zu erkennen. Dennoch war es schön, auf dem Hochplateau zwischen diesen beiden Flusstälern zu stehen.

Unterwegs am Highway 12

Unterwegs am Highway 12

Natürlich fuhren wir auch zu den weiteren Aussichtspunkten im Nationalpark, wie zum Green River Overlook zum Whale Rock, den wir allerdings nicht erklimmen wollten. Anschließend ging es zurück zum Highway 313 und zur Hauptstraße, die Moab mit Green River verbindet. Doch da wir noch ein wenig Zeit bis zum Sonnenuntergang hatten, fuhren wir nicht direkt zum Hotel, sondern statteten dem nicht weit entfernten Arches Nationalpark nochmal schnell eine Stippvisite ab.

Der Highway 12 ist ein Scenic Byway

Der Highway 12 ist ein Scenic Byway

Abends noch zum Arches Nationalpark

Wir kannten ihn zwar schon und für Wanderungen hatten wir an diesem frühen Abend keine Zeit mehr, aber wenn man schon mal da ist und Zeit hat, kann man ja wenigstens mal ein paar schöne Felsformationen besichtigen.

Hoodoos

Hoodoos

Und genau das taten wir. Wir fuhren unter anderem am Tower of Babel vorbei bis zum Balanced Rock. Alleine dieser balancierende Felsbrocken ist schon eine Reise wert. Wir umrundeten ihn auf einem kurzen Weg und mussten dann langsam wirklich an Rückweg denken. Die Schatten wurden schon deutlich länger und an eine Wanderung zu den vielen Steinbögen war nicht mehr zu denken. Aber die kannten wir ja auch schon vom letzten Mal und eigentlich war der Besuch des Arches Nationalpark noch nicht einmal geplant. Daher war der Aufenthalt an diesem Tag schon viel und noch einmal ein krönender Abschluss für einen schönen Abend.

Chipmunks

Chipmunk und Goldmantelziesel

Abschluss in Green River

Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir rechter Hand noch einige Wohnmobile, die ein wenig abseits des Highways in der Landschaft standen und dort ganz offensichtlich übernachten wollten. Obwohl wir selber ja Wohnmobilfahrer sind, bedauerten wir es nicht, dass wir jetzt ins Hotel fahren würden. Hier mitten in der Wildnis hätten wir jetzt nicht wirklich Lust, uns noch einen Stellplatz zu suchen. Und so schön die Landschaft auch ist, übernachten hätte ich hier vermutlich nicht gewollt.

Bryce Canyon Nationalpark

Bryce Canyon Nationalpark

Am nächsten Tag ließen wir das Hotel in Green River erneut hinter uns, dieses Mal aber endgültig für die Reise. Es war ohnehin schon kurios. Denn in diesem Hotel in Green River checkten wir nun zum dritten Mal ingesamt ein. Das haben wir in den USA bisher nur in New York geschafft. Damit hat dieser kleine eigentlich unbedeutende Ort für uns beinahe den gleichen Stellenwert wie die Metropole des Big Apple. Zumindest, was die Anzahl der Check-Ins angeht.

Wanderweg im Brace Canyon

Wanderweg im Brace Canyon

Den Capitol Reef Nationalpark haben wir nur durchquert

Wir erreichten auf unserer Reise unterwegs in Utah schon bald den Highway 24, der uns durch den Capitol Reef Nationalpark bis zum Abzweig zum Highway 12 brachte. Sowohl den Nationalpark als auch die beiden Highways kannten wir schon gut von unserem letzten Roadtrip. Nur sind wir damals die Strecke in entgegengesetzter Richtung gefahren. Daher hielten wir am Capitol Reef Nationalpark auch dieses Mal nicht an, sondern durchquerten ihn bloß.

Bryce Canyon

Bryce Canyon

Der Highway 12 wird auch als Scenic Byway bezeichnet, weil er durch eine unglaubliche schöne Kulisse verläuft. Das hatte uns schon damals beeindruckt. Auch dieses Mal hielten wir mal wieder mehrfach an, um die Aussichten zu genießen. Und wir erinnerten uns auch gerne daran, wie wir in einem kleinen Motel in Boulder übernachteten und kurz darauf auch an dem Diner vorbei kamen, in dem wir anschließend aßen. Besonders schön ist am Highway 12 auch die Wanderung zum Calf Creek Wasserfall, auf die wir aber dieses Mal verzichteten, da wir ja erst drei Jahre zuvor schon dort im Tal wanderten.

Goldmantelziesel im Bryce Canyon

Goldmantelziesel im Bryce Canyon

Tolle Landschaft am Highway 12

Eigentlich war unser Plan, dass wir vom Highway 12 auf die nach Süden abzweigenden Hole in the Rock-Road fahren würden. Dass das eine Schotterstraße ist, war uns klar und wir wussten auch, dass es sich um eine Sackgasse handelte. Aber als wir die ersten Meter auf der Schotterpiste zurücklegten, verloren wir ganz schnell die Lust.

Souvenirläden am Bryce Canyon

Souvenirläden am Bryce Canyon

Es gibt einen Unterschied zwischen Schotterstrecke und Schotterstrecke. Manche kann man sehr gut fahren, andere wiederum nicht. Wir fanden, diese Schotterstrecke könnte reifenschädigend sein. Und darauf hatten wir absolut keine Lust. Davon abgesehen, dass wir mit unserem Mietwagen ja eigentlich gar nicht auf Schotterstrecken unterwegs sein dürften. Das hielt uns ja schon in Dawson City davon ab, den Dempster Highway und den Top-of-the-World-Highway zu befahren.

Horseshoe Bend bei Page

Horseshoe Bend bei Page

Kleine Planänderung unterwegs in Utah

Andererseits schreckten wir drei Jahre vorher nicht davor zurück, die Schotterpiste in der Wüste von Nevada zu befahren, um zum Dreiländereck von Nevada, Arizona und Utah zu gelangen. Doch es macht schon einen Unterschied, ob in der Nähe eine viel befahrene Interstate ist oder ob man einsam in der Wildnis steckt. Hier am Highway 12 wären wir so alleine nicht gewesen. Aber wir hatten noch einiges vor und auch einige Termine in den USA. Daher wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen und wendeten schon nach kurzer Zeit, um die Hole in the Rock-Road wieder zu verlassen. Schade, aber wir hielten es für besser.

Fußweg zum Horseshoe Bend

Fußweg zum Horseshoe Bend

Durch unsere Planänderung hatten wir jetzt aber plötzlich an Zeit gewonnen. Das wollte genutzt werden und wir entschieden uns natürlich sofort für den erneuten Besuch des Bryce Canyon Nationalparks. Zwar kannten wir auch diesen schon, aber wir sind der Ansicht, er ist immer einen Besuch wert. Ansonsten wären wir nämlich an diesem Tag dran vorbeigefahren. Schön, dass wir es nicht taten.

Horseshoe Bend

Interessante Begegnung mit einem New Yorker

Auf dem Weg zum Bryce Canyon Nationalpark durchquerten wir noch einen Wald, wo wir mal eben eine tote Kuh auf der Straße liegen sahen. Vermutlich wurde sie Opfer eines Autounfalls und es war ein unschöner Anblick, dieses Rind dort in seiner massiven Größe liegen zu sehen. Wir kamen auch an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, an dem wir natürlich auch nochmal anhielten.

Echse

Echse

Dort sah ein anderer Tourist unser New Yorker Kennzeichen und fragte uns ganz interessiert, wo wir denn in New York leben würden. Als wir ihm sagten, dass nur das Auto aus New York käme und wir aus Europa stammen, drehte er sich wortlos um. Die Sache war für ihn erledigt. Das war dann doch ein wenig erstaunlich. Kein Interesse daran, aus welchem europäischen Land wir kämen und auch keine der üblichen Nachfragen, ob es uns denn in den USA gefallen würde. Nichts. Da haben wir diesen New Yorker wohl ein wenig enttäuscht.

Damm am Lake Powell

Damm am Lake Powell

Ankunft im Bryce Canyon Nationalpark

Wir zeigten am Parkeingang wieder unsere Jahreskarte vor und konnten direkt zu einem Parkplatz fahren, um das Besucherzentrum zu stürmen. Dort planten wir spontan eine Wanderung zwischen den berühmten Hoodoos hinab. Diese Tour ähnelte zwar ein wenig unserer Wandertour von damals, doch ein kleiner Teil würde anders verlaufen. Das reichte uns schon, denn auch der uns bekannte Teil ist absolut schön und sehenswert. Warum also nicht noch einmal?

Glen Canyon

Glen Canyon

Wir wanderten den Canyon hinab, gingen wieder zu den Picknickplätzen, die wir schon von damals kannten und hofften darauf, dass an dieser Stelle auch wieder die hier sehr zutraulichen Chipmunks kommen würden. Und siehe da, unser Wunsch ging in Erfüllung. Genau an dieser Stelle näherten sich uns die Chipmunks und hielten sogar ihre kleinen Pfötchen an unsere Hand, weil sie sich dort Futter erhofften. Das gab es allerdings nicht, weil es einerseits verboten ist, wilde Tiere zu füttern und es andererseits genügend doofe Touristen gibt, die es trotzdem machen.

Teil des Lake Powell

Teil des Lake Powell

Wandertour durch den Bryce Canon Nationalpark

Den Aufstieg aus dem Canyon wagten wir dieses Mal an anderer Stelle und waren auch hier wieder einmal von der Schönheit des Bryce Canyon Nationalparks beeindruckt. Wirklich toll. Nach dieser erneut faszinierenden Wanderung verließen wir den Park und fuhren südwärts in die Stadt Kanab. Moni fand online dort ein ganz neues Hotel, das uns gut gefiel. Der Eindruck, den wir im Netz bekamen, wurde vor Ort erst recht untermauert. Und weil es uns dort so gut gefiel, gingen wir – nachdem wir die Koffer aufs Zimmer brachten – nochmal zur Rezeption und verlängerten um eine zweite Nacht.

Lake Powell

Lake Powell

Dabei hatten wir mal wieder Glück, denn der junge Mann an der Rezeption teilte uns mit, dass am nächsten Tag nur noch ein Zimmer frei gewesen war. Na, also alles mal wieder richtig gemacht. Wir schlenderten am Abend noch ein wenig durch einen Supermarkt und ließen es uns dann in dem modernen und noch sauberen Hotel gut gehen.

Toadstool Hoodoos

Toadstool Hoodoos

Besichtigungstour bei Page

Am nächsten Morgen fuhren wir ostwärts und verließen dabei Utah. Unser Ziel war die Ortschaft Page in Arizona. Schon auf dem Weg dorthin sahen wir ein paar Sachen, die wir uns auf dem Rückweg genauer anschauen wollten. Doch zunächst wollten wir zum berühmten Antelope Canyon. Dieser besteht eigentlich aus zwei Schluchten, die man sich nur im Rahmen einer geführten Tour anschauen kann. Angeboten werden die Touren von den Navajos, da dies ihr Land ist und sich die Canyons damit auch in ihrem Besitz befinden.

Sieht aus ein Vogel

Sieht aus wie ein Vogel

Als wir den Wagen zwischen den riesigen Schlaglöchern eines Schotterparkplatzes abstellten und zur Kasse gingen, wurden wir schon recht aufdringlich von den Touranbietern angesprochen. Wir hatten noch keine Gelegenheit, die Schilder in Ruhe zu lesen und schon sollten wir bei ihnen die Tour buchen und bezahlen. Das war uns ein wenig zu penetrant und darüber hinaus auch schlicht zu teuer. Wir wussten, dass die Touren nicht günstig sind. Aber irgendwo im Hinterkopf hatten wir so um die 30 Dollar pro Tour gespeichert. Von wegen. Pro Person wurden satte 60 Dollar verlangt.

Weitere Hoodoos

Weitere Hoodoos

Wir verzichten auf den Antelope Canyon

Und nein, wir sind gerne bereit, auch mal etwas mehr für etwas Besonderes auszugeben. Aber wir sind nicht bereit, uns ausnehmen zu lassen. Irgendwo ist dann auch für uns eine Grenze und die war hier überschritten. Aber wir sahen, wie die Massen diese Preise bezahlten. Und so lange die Massen bereit sind, so einen überteuerten Preis zu bezahlen, wird sich an dieser Preispolitik auch nichts ändern. Nur weil ich mit einem Geländewagen zu einer Naturschönheit gebracht werde, die kein Mensch gebaut hat, zahle ich doch nicht 60 Dollar. Schon gar nicht bei so einem bedeckten Himmel wie an diesem Tag, wo dann auch noch die Bilder nicht so schön werden würden.

Toadstool Hoodoos

Toadstool Hoodoos

Stehenden Fußes drehten wir uns um, gingen zum Auto zurück und fuhren stattdessen lieber zum Horseshoe Bend. Hier zahlte man 10 Dollar für die Parkmöglichkeit. Auch kein billiges Unterfangen, aber doch nochmal eine ganz andere Hausnummer. Für diese zehn Dollar bekommt man sogar einen ordentlich angelegten Parkplatz mit gepflegten Toilettenhäuschen.

Coral Sand Dunes

Coral Sand Dunes

Fantastische Flusschleife am Horseshoe Bend

Natürlich war es auch am Horseshoe Bend ziemlich voll, doch die Menschenmassen verliefen sich auf dem Weg dort hin und auch noch am eigentlichen Aussichtspunkt. Auch hier galt natürlich wieder, dass die Aussicht einfach nur schön und lohnenswert war. Der Colorado River bildet hier eine wunderschöne Schleife, die mit der Saarschleife oder den Moselschleifen nicht vergleichbar ist.

Sanddünen

Sanddünen

In Page nutzten wir auch mal die Gelegenheit, unseren Wagen zu waschen, der doch schon ganz schön mitgenommen aussah. Warum der Schaum pinkfarben aus dem Automaten kam, werden wir nicht erfahren. Außerdem schauten wir uns auch noch das Innere eines Supermarktes an, weil wir mal wieder Getränke brauchten und dann ging es auch schon wieder langsam zurück nach Kanab. Doch unterwegs wollten wir noch ein paar Dinge besichtigen. So zum Beispiel den sehenswerten Staudamm vom Lake Powell am Glen Canyon. Auch wieder einmal beeindruckend.

Sanddünen bei Kanab

Sanddünen bei Kanab

Leider war das Wetter nicht ganz so prickelnd und es wollte sogar ein wenig regnen, dennoch stoppten wir natürlich an einem Aussichtspunkt auf den Lake Powell oder wenigstens auf einen kleinen Teil dieses riesigen Stausees.

Coral Sand Dunes

Coral Sand Dunes

Besuch an den Toadstool Hoodos

Wir wollten aber zwischen Page und Kanab auch noch zu den Toadstool Hoodoos. Weitere Hoodoos, die nun einfach so in der Landschaft standen. Bei Weitem nicht zu vergleichen mit dem Bryce Canyon Nationalpark, aber deshalb nicht weniger schön. Auch diese erreichten wir nur nach einer kurzen Wanderung. Besonders schön an den Toadstool Hoodoos war die Lage zwischen Bryce Canyon, Antelope Canyon, Zion Nationalpark und Horseshoe Bend. Denn dadurch waren die meisten Touristen eher in diesen großen, bekannten Hotspots unterwegs.

Weite Dünenlandschaft

Weite Dünenlandschaft

An den Toadstool Hoodoos war kaum ein anderer und wir waren fast alleine. Nur eine Familie trafen wir an, von der die Mutter uns unterwegs bat, ihrem Mann am Ziel Bescheid zu geben, dass sie nicht kommen würde, weil sie auf das Kind aufpassen wolle. Na, das taten wir auch, als wir wenig später ihren Mann kennen lernten. Die Landschaft rund um die Toadstool Hoodoos erinnerte uns ein wenig an die künstlichen Kulissen der ersten und originalen Star Trek-Serie. Es war irgendwie unwirklich.

Michael Moll

Michael Moll

Den Abend verbrachten wir schließlich wieder im Hotel und waren froh, dass wir das Zimmer um eine Nacht verlängert hatten. Am nächsten Morgen checkten wir dann aber aus und hatten mit einem kleinen Umweg den Zion Nationalpark im Auge. Der Umweg brachte uns zu den Coral Sand Dunes, die zwar wieder Eintritt erforderten, aber ebenfalls wieder einmal schön waren.

Michael Moll

Michael Moll

Tolle Dünen in Utah

Allzu lange hielten wir uns zwar nicht auf, weil wir einmal natürlich in den Zion Nationalpark wollten und weil wir nach langen Spaziergängen in den Dünen dann irgendwann auch mal genug Sand in den Schuhen hatten. So schön die Dünen auch waren, so muss man auch sagen, dass ein Besuch der Dünen in den frühen Abendstunden besser wäre. Dann würde die Farbe der Düne im Licht der untergehenden Sonne deutlich besser zur Geltung kommen.

Windrad

Windrad

Eigentlich hatten wir ja am Vorabend gedacht, wir würden die Dünen besuchen können. Aber das hätte sich dann noch weniger gelohnt, weil der Himmel und erst recht die Sonne durch die tristen Grautöne der Wolken gar nicht zu sehen war. Insofern war es nicht ganz das Farbenspiel, das wir uns wünschten, aber schön war es trotzdem.

Ausblick im Zion

Ausblick im Zion

Von den Dünen fuhren wir auf direktem Weg zum Zion Nationalpark. Nach dem obligatorischen Fotostopp am Eingangsschild hielten wir unsere Jahreskarte hoch und konnten direkt an der Kasse vorbei fahren. Der Zion Nationalpark beeindruckte vom ersten Moment an. Zunächst schlängelt sich die Straße durch eine wunderschöne Felsenlandschaft, in der man froh ist, auf einen der wenigen Parkplätze mal anhalten zu können.

Michael Moll

Michael Moll

Grandiose Aussicht im Zion Nationalpark

Anschließend erreicht man einen Tunnel, durch den man einspurig in ein Tal hinab fährt. Wir wussten jedoch zum Glück, dass wir unbedingt vor dem Tunnel anhalten sollten. Der Parkplatz hierfür war zu klein und so parkten wir am Straßenrand. Denn von hier aus gibt es einen kleinen Trail zum Canyon Overlook. Gerade als wir diesen Wanderweg betraten, kam uns eine Gruppe junger Deutscher entgegen, die uns sagten, dass der Weg absolut anstrengend sei. Nun ja, die jungen Herren sahen nicht so aus, als würden sie oft wandern. Und so war der Wanderweg zwar schon ein wenig herausfordernder, aber als anstrengend würden wir ihn nicht gerade bezeichnen.

Ausblick im Zion Nationalpark

Ausblick im Zion Nationalpark

Am Ende des Trails standen wir am Aussichtspunkt und hatten einen absoluten fantastischen Blick auf das Tal, in das wir später hinab fahren würden. Wir konnten die Straße erkennen und wir sahen in der Ferne auch die Straße, in der man nur mit dem Shuttlebus hineinfahren konnte. Das sollte unser nächstes Ziel sein.

Fluss im Zion Nationalpark

Fluss im Zion Nationalpark

Wir gingen zum Auto zurück, fuhren durch den Tunnel in das Tal hinein und suchten den riesigen Parkplatz am Besucherzentrum auf. Dort bekamen wir Informationen darüber, mit welchem Shuttlebus wir zu welchen Haltepunkten fahren konnten.

Reh

Reh

Wanderungen im Zion Nationalpark

Auf den berühmten Felsen Angel’s Landing wollten wir nicht. Das hatten wir schon im Vorfeld ausgeschlossen. Wir wollten lieber unten im Tal bleiben und hier wandern, so gut es ging. Am Ende des Tals würde man nämlich durch das knietiefe Wasser wandern müssen. Und darauf hatten wir nun auch nicht wirklich Lust. Das heißt, Lust hatten wir schon. Aber wir trauten uns mit unserer Kameraausrüstung nicht so recht. Würden wir auf den glatten und nassen Steinen ausrutschen, dann wäre im Grunde unsere gesamte Ausrüstung hinüber und das wollten wir nicht riskieren.

Angels Landing von unten

Angels Landing von unten

Andererseits gab es ohnehin schon genug andere Dinge zu sehen. Zum einen die tolle Felsenlandschaft, aber zum anderen auch die Tierwelt. Obwohl hier so verdammt viele Menschen unterwegs waren, teilte man sich das enge Tal mit Rehen, Rehkitzen und wilden Truthähnen. Ein Rehkitz kam mir sogar sehr nahe, weil ich unbeabsichtigt zwischen dem Tier und seiner Mutter stand. Schnell habe ich natürlich Platz gemacht. Wilde Truthähne in so großer Zahl hatte ich auch noch nicht gesehen. Auch schön.

Junges Reh

Junges Reh

Gebissen vom Eichhörnchen

Und natürlich die vielen Squirrel. Diese Eichhörnchen sind überall anzutreffen. Sie sind ähnlich zutraulich wie die Chipmunks, weil sie natürlich Menschen gewohnt sind. Aber sie sind deutlich größer. Eines kam ganz neugierig zu mir, als ich gerade auf dem Boden hockte und die Speicherkarte meiner Kamera wechselte. Irgendwie niedlich, es sah so aus, als wolle es mir beim Kartenwechsel helfen. Dabei suchte es natürlich nach Futter.

Fluss im Zion Nationalpark

Fluss im Zion Nationalpark

Ein anderes Squirrel kam mir ebenfalls sehr nahe und ich streckte meine Hand entgegen, so wie ich das bei den Chipmunks im Bryce Canyon Nationalpark auch tat. Na ja, war dieses Mal nicht so clever. Das Eichhörnchen kam, schaute kurz und biss mir dann kurzerhand in den Finger. Ich erschrak natürlich, aber zum Glück biss das Squirrel nicht fest zu und schon gar nicht durch die Haut. Dabei hätte das Tier das mit den scharfen Zähnchen sehr gut gekonnt.

Canyon im Nationalpark

Canyon im Nationalpark

Von dem Moment machten wir uns natürlich darüber lustig, dass wir im Yukon zehn Schwarzbären trafen, in Whitehorse von zwei Koyoten umzingelt waren und nichts Schlimmes passierte. Doch hier werde ich von einem Eichhörnchen gebissen. Na toll.

Truthahn

Truthahn

Mit dem Shuttlebus durch den Zion Nationalpark

Wir fuhren natürlich nicht alles mit dem Shuttlebus an. Vielmehr ließen wir uns bis zur Endhaltestelle bringen, wanderten dort ein wenig weiter in das Tal hinein und suchten uns dann auf dem Rückweg Haltestellen aus, an denen wir ebenfalls noch kleine Spaziergänge machen konnten. Dabei wanderten wir beispielsweise auch von Haltestelle zu Haltestelle und stiegen einfach an der nächsten Möglichkeit wieder ein. Die Infrastruktur im Zion Nationalpark gibt das gut her. Uns gefiel es – mal wieder.

Am Ende des Tages hieß es aber dann Abschied nehmen und wir fuhren bis in das kleine Städtchen St. George, wo wir in einem einfachen Motel unterkamen. Klassische Motels, wo man nur die Zimmertür öffnen muss, um draußen zu stehen, wollten wir eigentlich nicht mehr, aber manchmal ließ es sich, wie hier, nicht vermeiden.

Weiter geht es von Utah durch Nevada zum Pazifik.

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