Weites Monument Valley

2016 – Mit dem Mietwagen durch die Nationalparks der USA – Teil 2

Mittwoch, 5. Oktober 2016


Am nächsten Morgen wollten wir zum Grand Canyon aufbrechen. Doch zuvor hatten wir eine Frage, die wir an der Rezeption klären wollten. Mittlerweile waren wir ja ganz gut mit den Fernsehkanälen vertraut. So traurig das klingt, aber das ergibt sich in den USA einfach automatisch, weil man abends in abseits gelegenen Hotels automatisch zur Fernbedienung greift. Wir wussten, dass am Abend eine Sendung kommen würde, die uns interessierte, doch wir konnten mit der Uhrzeit nichts anfangen. Im amerikanischen Fernsehprogramm gibt es wegen der Zeitverschiebung immer zwei verschieden Uhrzeiten. Wir waren uns nun in diesem Moment nicht sicher, welche Zeit wohl für Flagstaff in Arizona gelten würde. Doch wir nahmen an, Einheimische sollten keine Problem damit haben.

Grand Canyon

Grand Canyon

Allerdings stellten wir die nette, junge Dame von der Rezeption sowie ihre Kollegin und die Reinigungskraft, die zufällig zu der Diskussion dazu kam vor ein ungelöstes Rätsel. Alle drei wussten es schlicht nicht. Sie gaben zu verstehen, dass sie nicht nach Uhrzeit gucken würden. Sie schauen einfach Fernsehen und wenn etwas läuft, dann bleiben sie da hängen oder auch nicht. Nun gut, das machen wir ja auch schon mal. Aber immer? Es gibt doch auch Sendungen, die man sich bewusst anschaut. Und dann weiß man doch, in welcher Fernsehzeitzone man lebt. Aber da hatten wir wohl falsch gedacht und uns unsere Antwort mittels Internet und Logik selber gegeben.

Blauhäher

Blauhäher

Wir verließen Flagstaff über die Interstate 40, auf der erstaunlicherweise sehr viele Fahrradfahrer unterwegs waren. Das machte uns ein bisschen stutzig. Sie waren keine Reiseradler und auch keine Rennradfahrer. Aber irgendeine Veranstaltung muss es wohl gewesen sein, denn so viele Radfahrer hatten wir in ganz Amerika noch nicht gesehen, schon gar nicht auf einer Interstate.

Beeindruckender Grand Canyon

Später fuhren wir nordwärts auf einer kleineren Straße bis zum Grand Canyon Village. Natürlich passierten wir dabei wieder ein Kassenhäuschen, konnten unsere Jahreskarte vorzeigen und erhielten nicht nur freien Eintritt, sondern auch ein deutschsprachiges und umfangreiches Informationsblatt. An solchen Dingen ist natürlich zu spüren, wie gut besucht eine Sehenswürdigkeit ist. Aber klar, wir reden ja hier vom Grand Canyon.

Grand Canyon

Grand Canyon

Der Grand Canyon ist so dermaßen groß, dass wir uns entscheiden mussten, welchen Teil davon wir eigentlich besuchen wollten. Wir entschieden uns für die Südflanke ziemlich weit im Osten. Dort befindet sich eines der Besucherzentren und eine ziemlich gute Infrastruktur. Nachdem wir unseren Wagen auf einem der Großparkplätze abstellten, schlenderten wir durch das Besucherzentrum zum Rim Trail, der oberhalb der Abbruchkante des Canyons verläuft.

Michael Moll am Grand Canyon

Michael Moll am Grand Canyon

Dort waren wir vom Anblick des Grand Canyons geradezu erschlagen. Er ist so unfassbar groß, dass man das gar nicht richtig für sich aufnehmen kann. Es ist einfach ein riesengroßer Canyon, bei dem das Ende nicht zu sehen ist. Besonders beeindruckend ist es, wenn man kleine Einzelheiten im Canyon, wie zum Beispiel die schmale Brücke des Bright Angel Trails erkennt, die über den Colorado River gespannt ist. Dann folgt das Auge automatisch dem Trail und man versucht irgendwo in der Tiefe auf diesem sehr dünnen Band, das ein Wanderweg ist, einen Menschen zu erkennen.

Elch

Elch

Es hätte seinen Reiz gehabt, den Grand Canyon bei einer Wanderung vom South Rim zum North Rim zu durchqueren. Doch das hätte eine andere Planung vorausgesetzt und viel mehr Zeit in Anspruch genommen. Wir folgten lieber dem Weg oberhalb und stiegen irgendwann in einen der kostenlosen Pendlerbusse. Dummerweise brachte er uns zu unserem Ausgangspunkt zurück und nicht, wie eigentlich gedacht, weiter in unsere Gehrichtung. Aber so schlimm fanden wir das nicht, denn so sehr man auch den Blickwinkel auf den Grand Canyon änderte und sich oben am Rand etwas fortbewegte, so blieb der Anblick doch immer sehr ähnlich.

Blickkontakt mit Squirrel

Blickkontakt mit Squirrel

Wie schon gesagt, es ist eben ein riesiger Canyon, der sich über mehrere hundert Kilometer erstreckt. Und wenn man sich an der Abbruchkante gerade einmal ein bis zwei Kilometer fortbewegt, was soll sich da an Anblick ändern?

Squirrel

Squirrel

Spannend war aber auch die Tierwelt, die wir um uns herum wahrnahmen. Squirrels und Blauhäher hüpften und flogen uns über den Weg und hielten für ein paar Aufnahmen nur selten still.

Grand Canyon

Grand Canyon

Am Grand Canyon Village gingen wir wenigstens ein kleines Stück den Bright Angel Trail hinab. Der Wanderweg selber sah so schön leicht aus. Aber unten im Tal herrscht ein ganz anderes Klima, sodass man nicht mal eben loslaufen soll und seine Canyon-Durchquerung auch vorher einem der Ranger mitteilen soll. Doch sollten wir irgendwann noch einmal zum Grand Canyon kommen, dann würde ich diesen Trail auf jeden Fall begehen wollen.

Canyon

Canyon

Nach einem Besuch in einem weiteren Andenkenladen stiegen wir ins Auto und fuhren zum Desert View, einem Aussichtspunkt weiter östlich. Neben einem alten Aussichtsturm konnte man auch hier einen fantastischen Anblick genießen. Alles in allem hatten wir viel Zeit am Grand Canyon verbracht und wir ließen auch die anderen Parkplätze mit ihren Aussichten nicht aus, sondern hielten an so ziemlich jedem Punkt an. Und zu guter Letzt konnten wir sogar noch direkt an der Straße einigen Elchen beim Äsen zuschauen. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, sondern es entstand schon ein kleiner Stau auf der Straße.

Grand Canyon

Grand Canyon

Am frühen Abend fuhren wir wieder nach Flagstaff zurück und hatten dann doch noch ein Wildtiererlebnis, das zum Glück gut ausgegangen ist. Es war noch hell und deshalb konnte ich den Wolf sehen. Aber zum Bremsen hätte ich ohnehin keine Zeit gehabt. Dieses Tier kam verdammt schnell von rechts aus dem Wald gerannt, raste über die Straße und war in Sekundenbruchteilen auf der linken Seite wieder im Wald verschwunden. Wir sahen das Tier vielleicht zwei, drei Sekunden lang. Doch wir erkannten ihn beide als einen Wolf. Das war schön zu sehen, aber natürlich überhaupt nicht zu fotografieren.

Route 66

Route 66

In Flagstaff beschlossen wir, noch einen Blick in das Stadtzentrum zu werfen. Denn hier gab es definitiv eines. Es war zwar nicht schön und eine Altstadt kann man in amerikanischen Städten auch nicht erwarten. Aber es war wenigstens ein bisschen was los. Allerdings lag der Schwerpunkt bei der Gastronomie, was wir jedoch gar nicht so schlecht fanden. Denn bei der großen Auswahl waren wir guter Hoffnung, mal etwas halbwegs Ordentliches beißen zu können. Und tatsächlich, wir fanden eine klassische Pizzeria, in der man ganz gut essen konnte. Das passte ja ganz gut, da wir am Vorabend ja schon eine Pizza bestellen wollten. Und in einem der Laden im Grand Canyon lockte uns auch der Pizzaduft, jedoch nur so lange, bis wir erkannten, dass dort bloß Tiefkühlpizzen aufgewärmt wurden.

Den Abend verbrachten wir dann mal für unsere Verhältnisse relativ früh ganz gemütlich vor dem Fernseher. Auch diesen Tag verbuchten wir als erfolgreich und schön.

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