Kennedy Space Center

2016 – Mit dem Auto durch Florida nach New York – Teil 3

Mittwoch, 19. Oktober 2016


Der letzte Tag unseres Aufenthaltes im Disneyworld Resort galt den Disney’s Hollywood Studios. Auch hier ließen wir uns wieder mit Donald und Daisy ablichten. Doch hier gab es auch noch andere Themen, so zum Beispiel ganz klar die Star Wars-Filme. Und wenn man Star Wars im Disneyworld gesehen hat, dann weiß man, dass es gut war, dass Disney die Rechte aufgekauft hatte.

Zusammen mit Donald und Daisy

Zusammen mit Donald und Daisy

Wo sonst könnte man sonst einer Parade mit den Stormtroopern beiwohnen und wo sonst könnte man sich mit einem der Stormtrooper anlegen, so wie es Moni gemacht hat. Nein, auch die Hollywood Studios waren ihren Besuch wert und wir hatten wieder einmal unseren Spaß. Sowohl mit den Stormtroopern als auch mit den Muppets und ganz zuletzt auch noch mit Chip und Chap, in Deutschland auch bekannt als A- und B-Hörnchen. Auch sie liefen im Park umher und konnten fotografiert werden. Für uns war das ein ganz gutes Sinnbild einer Reise, in der wir Chipmunks kennen und lieben lernten.

Stormtrooper

Stormtrooper

Nach einer Vorführung von Elsa und Anna in Frozen gab es zum Schluss des Tages noch eine fulminante Lichtshow mit Feuerwerk und einem überdimensionalen Laserschwert. Es waren verdammt aufregende und tolle Tage.

Aufmarsch der Toy Story Soldaten

Aufmarsch der Toy Story Soldaten

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Ich wachte leicht erschrocken auf, denn ich träumte ungelogen von anstrengenden Freizeitparks und riesigen Comicfiguren, die mir zu Leibe rückten. Okay, es war an der Zeit, Disneyworld zu verlassen. Es waren sehr anstrengende Tage und wenn ich schon freiwillig sage, dass es nun reicht, dann heißt das einiges.

Willkommen in Georgia

Willkommen in Georgia

Wir gingen noch ein letztes Mal zu der Donald-Figur in unserem Hotel und checkten dann leider aus. Fast vier Tage verbrachten wir im Resort und dann noch der Tag zuvor im Kennedy Space Center. Es war immer laut und aufregend und wir freuten uns jetzt darauf, wieder ganz entspannt mit unserem Ford Expedition auf irgendeiner Interstate unterwegs zu sein.

Ankunft in South Carolina

Ankunft in South Carolina

Der Tag war nun deutlich weniger spektakulär, denn es passierte rein gar nichts. Wir fuhren gemächlich auf der Interstate 95 nach Norden und machten ein Foto von dem Willkommensschild von Georgia. Damit hatten wir Florida nun verlassen.

Michael Moll in North Carolina

Michael Moll in North Carolina

Georgia war auf der Durchreise nett anzusehen, doch es passierte eigentlich nichts und der Staat hatte auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Es war halt nett. Genauso verlief es auch mit South Carolina, wo wir ebenso zügig durchfuhren und eigentlich nur für ein Foto am Schild anhielten.

Und dann noch nach Virginia

Und dann noch nach Virginia

So kamen wir also irgendwann in North Carolina an, wo wir dann ein Hotel suchten, als wir keine Lust mehr hatten, zu fahren. Außerdem begann ich damit, mich schlecht zu fühlen. Ich hatte beinahe das Gefühl, zum Abschluss noch eine Krankheit auszubrüten.

Da kam das Rodeway Inn bei Fayetteville gerade richtig. Moni hatte zwar eigentlich etwas schöneres ausgesucht, doch als wir dort ankamen, gab es kein freies Zimmer mehr. Und noch länger suchen wollte ich nicht mehr. Ich fühlte mich von Minute zu Minute schlechter und wollte einfach nur noch in ein Bett. Immerhin waren wir aber an dem Tag auch noch fast 900 Kilometer gefahren. Irgendwann reichte es.

Wir trugen noch die Koffer ins Zimmer und beendeten den Tag. Moni machte sich ein wenig Sorgen um mich, weil ich tatsächlich begann, fiebrig zu werden. Sie dachte sogar daran, mich in ein Krankenhaus zu bringen. Aber das wollte ich ganz sicher nicht. Nicht vier Tage, bevor wir auf das Schiff steigen würden, das uns nach Hause bringt. Im Nachhinein war es wahrscheinlich wieder das stete Schwitzen in Florida in Kombination mit den vielen Klimaanlagen, also ganz ähnlich wie bei unserer Ankunft in New York.

Freitag, 21. Oktober 2016

Morgens ging es mir wieder bedeutend besser. Wir wissen nicht, was mir gefehlt hat. Vielleicht war es auch eine Art Freizeitpark-Überanstrengung. Als wir in den Frühstücksraum gingen, um unsere übliche Waffel abzuholen, kam uns der Rezeptionist mit einer Person entgegen, die eine Waffe und eine Marke am Gürtel trug. Wir sahen natürlich erst nur die Waffe und hatten uns ein wenig erschrocken. Als wir die Polizeimarke sahen, war der Anblick relativiert aber dennoch seltsam.

Ausflug zum Shenandoah Nationalpark

Ausflug zum Shenandoah Nationalpark

Vielleicht kenne ich zu wenige Zivilpolizisten in Deutschland, aber der Anblick einer zivil gekleideten Person, die so offen eine Pistole bei sich trägt, war irgendwie ungewohnt. Es stellte sich heraus, dass der Mann für die Drogenbehörde arbeitete. So stand es zumindest auf dem Autokennzeichen. Außerdem hatte er gerade ein Zimmer begutachtet, das er anmieten wollte. Uns tat der Polizist irgendwie leid. Denn wir würden jetzt am Morgen nicht unbedingt hier in diesem Motel einchecken wollen. Was kann man hier schon machen außer Fernsehen und Schlafen. Vielleicht kam er gerade von einem Nachteinsatz, vielleicht war er auf der Durchreise. Wir spekulierten alle Möglichkeiten durch und nur eines war sicher: Wir hätten mit ihm nicht tauschen wollen. Andererseits waren wir aber auch froh, das wir einen nachweislich drogenfreien SUV fuhren.

Wald im Shenandoah-Nationalpark

Wald im Shenandoah-Nationalpark

Ruckzuck waren wir wieder auf der Interstate 95 unterwegs und wir überlegten, was wir uns noch ansehen könnten. Denn wir hatten noch ein bisschen Zeit übrig. Erst am Sonntag, also übermorgen, mussten wir in New York sein. Besichtigen wollten wir auf jeden Fall noch die Hauptstadt Washington DC und auch in Philadelphia wollten wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Aber dafür bräuchten wir keine zwei Tage und heute Abend wollten wir nicht mehr in Washington ankommen. Das würde sich nicht lohnen.

Unser letzter Nationalpark in den USA

Während ich den Wagen steuerte, schaute sich Moni auf der Landkarte und in unseren Reiseführern um. Sie fand tatsächlich noch einen Nationalpark, von dem wir noch nie etwas gehört hatten und den wir auch nicht auf der Rechnung hatten. Der Shenandoah-Nationalpark sei zwar nicht groß, könnte aber schön durchquert werden und wäre auch schön anzusehen. Die Entscheidung war gefallen.

Herbstliches Virginia

Herbstliches Virginia

So überquerten wir die Grenze zum Bundesstaat Virginia, wo wir natürlich noch das obligatorische Willkommensschild fotografierten und reisten in nordwestliche Richtung zum Shenandoah-Nationalpark, den wir am Nachmittag erreichten.

Landschaft wie im Hohen Venn

Landschaft wie im Hohen Venn

Der Nationalpark umfasst einen langgestreckten Gebirgszug, auf dessen Grat eine Straße verläuft. Ein letztes Mal zeigten wir unsere Jahreskarte vor, mit der wir wieder freien Eintritt hatten und fuhren auf der Straße durch das bewaldete Gebirge. Das Wetter war nicht besonders gut. Es nieselte, die Wolken hingen tief und es war kühl geworden. Außerdem zeigten sich die Blätter der Bäume in bunten Farben. Es war eindeutig: Wir hatten Herbst.

Und das war richtig schön. Es war eigentlich verrückt, denn in einigen Tagen würden wir wieder in Europa sein, wo wir noch lange genug Herbst haben würden. Doch wir freuten uns trotzdem schon jetzt über den Anblick. Vermutlich lag das daran, dass wir nun schon einige Zeit keinen gewöhnlichen Wald mehr gesehen hatten. In den letzten Tagen war es feuchtwarm in Florida und die dortigen Bäume waren Palmen. Davor hatten wir trostlose Wüste in New Mexico und davor waren wir in einer tollen Landschaft unterwegs, in der kaum ein Baum zu sehen war. Die letzten Bäume, die wir sahen, standen im Sequoia-Nationalpark und das waren eben Mammutbäume.

Hier im Shenandoah-Nationalpark hatten wir das Gefühl, wir seien im Harz oder einem anderen deutschen Mittelgebirge unterwegs. Es gab nette Aussichtspunkte, von denen wir über die ein oder andere Siedlung und Straße hinwegblicken konnten, während einige Wolkenfetzen an den bewaldeten Hängen hingen blieben.

Herbst wie in Deutschland

Herbst wie in Deutschland

Am Besucherzentrum hingegen erinnerte die Landschaft eher an das Hohe Venn in Belgien. Ein kleines, braun gefärbtes Moorgebiet breitete sich aus, das jedoch nicht erwandert werden konnte. Damit wir jedoch zumindest einen kleinen Spaziergang machten, folgten wir dem Wanderweg zu einem Wasserfall. Doch mittlerweile stark einsetzender Regen zwang uns zur Rückkehr, noch bevor wir den Wasserfall erreichten.

Aber egal, das störte uns nicht. Wir waren glücklich und fühlten uns nach Europa versetzt. Schon alleine, dass die Straße unten im Tal, östlich des Gebirges, nicht einfach nur kilometerlang gerade verlief, sondern Kurven hatte, war für amerikanische Verhältnisse beinahe bemerkenswert. Wir genossen die Fahrt durch den Nationalpark, die fast schon zu schnell zu Ende ging und ich war Moni sehr dankbar, dass sie diese letzte Überraschung aus dem Hut zauberte.

Außerdem  fand sie noch ein Candlewood Suites Hotel heraus, das sich in Manassas befand. Das war extrem praktisch, denn diese Hotelkette gefiel uns auf der Reise am besten. Es gab zwar in diesen Häusern kein Frühstück, doch auf das was die Amerikaner Frühstück nennen, konnten wir sowieso verzichten. Dafür erwartete uns auch hier wieder ein großes und sauberes Zimmer. Zudem lag dieses Hotel sehr günstig, um am nächsten Tag direkt nach Washington hineinzufahren.

Wir besorgten uns im Supermarkt noch einmal etwas zum Essen für die Mikrowelle und beendeten diesen Tag, der überraschend gut war, mit einem gemütlichen Fernsehabend.

Samstag, 22. Oktober 2016

Auf der Interstate 66 gelangten wir sehr einfach und schnell von Manassas in die amerikanische Hauptstadt Washington. Genauer gesagt fuhren wir nach Arlington, westlich des Potomac. Washington breitet sich auf der anderen Seite des Flusses aus.

Washington Monument

Washington Monument

Wir hatten uns den Parkplatz des Arlington Nationalfriedhofs als Ausgangspunkt ausgesucht. Dort konnte man günstig seinen Wagen abstellen und zu Fuß über die Arlington Memorial Bridge nach Washington hineinlaufen. Und genauso machten wir es dann auch.

Obelisk in Washington DC

Obelisk in Washington DC

Den Friedhofsparkplatz fanden wir sehr schnell, denn wir hatten ja die Koordinaten und der Friedhof ist ja nicht irgendeine Begräbnisstätte, sondern auch ein touristisches Highlight. Dazu aber später mehr.

Weißes Haus

Weißes Haus

Zu Besuch am Weißen Haus

Was uns direkt als erstes auffiel, ist die Tatsache, dass Washington DC ganz anders ist, als andere amerikanische Städte. Es gibt hier keine Hochhäuser, da ein altes Gesetz besagt, dass kein Gebäude in der Stadt höher sein darf als die benachbarte Straße breit ist. So ragen nur die Kathedrale und das berühmte Washington Monument in die Höhe, was die Stadt richtig gemütlich wirken ließ. Wir hatten die Downtowns von Chicago, San Francisco, Dallas und natürlich von New York gesehen und irgendwie sind diese komplett austauschbar. Da war es einfach mal schön, nicht auf eine Hochhauskulisse zuzulaufen.

Das Kapitol in Washington DC

Das Kapitol in Washington DC

Erst als wir uns umdrehten, sahen wir einige Hochhäuser. Diese markierten das Stadtzentrum von Arlington. Wir überquerten den Potomac und erreichten als erstes das Lincoln Memorial, wo der gute Herr Lincoln in seinem Sessel sitzt und zum Washington Monument und dem Kapitol blickt. Auch wir ließen uns diesen Blick natürlich nicht entgehen, spazierten jedoch weiter an dem dortigen Pool entlang, bis wir das Denkmal für den Zweiten Weltkrieg erreichten.

Obelisk

Obelisk

Dieses war nur eines von vielen Kriegsdenkmälern, Korea und Vietnam gab es natürlich auch noch. Auch weitere Ehrenmäler für frühere Präsidenten hätten wir uns anschauen können. Aber zunächst einmal wollten wir natürlich zum wohl berühmtesten Gebäude Amerikas, zum Weißen Haus. Dieses befindet sich nördlich der Achse zwischen Lincoln und dem Kapitol. Wir umrundeten die Ellipse an der Südseite des Weißen Hauses und blickten natürlich in Richtung Oval Office.

Hot Dog-Stände

Hot Dog-Stände

Gleichzeitig standen wir dort am Fundamentalpunkt der Vereinigten Staaten von Amerika. Wir spazierten noch ein wenig umher und gingen dabei auch wieder zur Grünanlage zurück, die als Querachse zwischen Kapitol und Lincoln Monument eine der Hauptattraktionen der Stadt ist. Beim Kapitol beließen wir den Anblick aus der Ferne, doch den Obelisken, der als Wahrzeichen von Washington dient, umrundeten und berührten wir natürlich auch.

Amerikanische Flaggen

Amerikanische Flaggen

Gemütlich schlenderten wir zum Lincoln Denkmal zurück und machten uns auf den Weg, den Potomac zu überqueren. Wir waren schon recht müde vom Laufen, doch ich wollte gerne noch ein Pingu-Foto von Washington haben. Deswegen schnappte ich ihn mir und ging über die Brücke wieder zurück zum Lincoln-Memorial während Moni Pause machte und im Auto auf mich wartete. Nach rund einer Stunde war ich wieder und wir zogen los, um noch den Friedhof zu besuchen.

Obelisk

Obelisk

Der Arlington Nationalfriedhof ist wohl der berühmteste in den USA und Begräbnisstätte für zahlreiche prominente Verstorbene und für Militärangehörige. Den Anblick vieler weißer Grabsteine kannten wir schon von den amerikanischen Soldatenfriedhöfen in der Normandie und in Luxemburg. Hier in Arlington war aber alles nochmal eine Spur größer.

Blick zum Obelisken

Blick zum Obelisken

Unser erster Weg führte uns natürlich wie bei den meisten Besuchern zum Grab von John F. Kennedy. Erst einige Tage zuvor waren wir ja noch an dem Ort in Dallas, wo er erschossen wurde, das war irgendwie schon eine Reise durch die Geschichte Amerikas. Wir besuchten noch eine Säule, die an die Opfer des Lockerbie-Attentats erinnerte. Erst drei Jahre zuvor waren wir ja auf dem Friedhof in Lockerbie als wir mit dem Wohnmobil durch Schottland reisten und sahen dort den Erinnerungsgarten.

Grab von JFK

Grab von JFK

Von einem Hügel des Friedhofs aus konnte man einen wunderbaren Blick über Washington genießen, während an anderer Stelle das Pentagon zu sehen war. Der Friedhof beherbergt auch ein Amphitheater, vor dem sich das Grab des unbekannten Soldaten befindet. An diesem fand gerade im Beisein von zahlreichen Veteranen und ihren Angehörigen eine Zeremonie statt.

Ausblick über Washington

Ausblick über Washington

Es war ein seltsamer Anblick, die Veteranen in ihren Rollstühlen zu sehen, die allesamt eine Baseballkappe trugen. Diese trug nämlich keine Aufschrift ihres Lieblingsvereins, sondern den Namen des Landes, in dem sie vor langer Zeit kämpften. Für uns war der Anblick der Veteranen und der Zeremonie das Pendant zu der abendlichen Veranstaltung am Mount Rushmore, wo ebenfalls die Veteranen gewürdigt wurden.

Zeremonie am Grab des unbekannten Soldaten

Zeremonie am Grab des unbekannten Soldaten

Wir spazierten noch einige Zeit über die breiten Straßen des Friedhofs, auf denen sogar eine Art Touristenbahn verkehrte und die Besucher wie in einem Freizeitpark zu verschiedenen Grabfeldern brachte. Irgendwie grotesk.

Grabfeld mit Air Force-Denkmal

Grabfeld mit Air Force-Denkmal

Am frühen Abend verließen wir Washington, fuhren an Baltimore vorbei und fanden unsere letzte Unterkunft auf der Reise, die wir noch spontan suchen musste. Ab morgen würden wir die letzten beiden Nächte ja wieder im vertrauten Hotel in New York verbringen. Für heute wollten wir aber noch einmal ein schönes Hotel haben und hatten ja nun gute Erfahrung mit der Kette Candlewood Suites gemacht. Hinter Baltimore in Bel Air, Maryland fanden wir genau so eines und wurden von deren Standard nicht enttäuscht.

Arlington Friedhof

Arlington Friedhof

Sonntag, 23. Oktober 2016

Am Morgen erreichten wir die Grenze zwischen Maryland und Delaware, wo wir gleich von beiden Staaten ein Willkommensschild machten, denn am Vortag hatten wir noch keines von Maryland gesehen. Wenig später erreichten wir gegen Mittag Philadelphia. Trotz sonntags waren die Straßen recht voll und wir hatten zunächst leichte Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu finden. Doch als ich gerade einen kleinen Stau verließ und wendete, fanden wir einen Parkplatz am Straßenrand, wo wir genau gegenüber von unserem eigentlichen Ziel stehen konnten.

Philadelphia

Philadelphia

Man darf es kaum sagen, aber unser Ziel war nicht irgendein Museum oder gar die berühmte Freiheitsglocke bzw. Independence Hall, sondern etwas ganz Banaleres. Wir wollten zur Statue von Rocky alias Sylvester Stallone. Sie steht neben den Treppen des Kunstmuseums, die in den Rockyfilmen berühmt geworden sind und wir waren mittlerweile ein bisschen besichtigungsmüde. Wir hatten in den letzten Wochen so viele tolle und verschiedene Sachen gesehen, dass uns eine Independence Hall nicht mehr motivieren konnte, dort auch nochmal anzuhalten.

Rocky-Statue in Philadelphia

Rocky-Statue in Philadelphia

Davon abgesehen gefiel uns jedoch auch die Stadt nicht und wir wollten eigentlich gerne schnell weiter. Also gingen wir zur Rocky-Statue und erlebten hier das gleiche wie am Las Vegas-Schild und am südlichsten Punkt der USA in Key West: Man stand Schlange, um sich selber zu fotografieren. Letzteres machten wir natürlich nicht, sondern schickten Pingu vor, von dem wir nun auch ein Rocky-Foto haben.

Ausblick auf Philly

Ausblick auf Philly

Auch die Treppen zum Kunstmuseum erklommen wir noch wie die anderen Touristen, um in Rocky-Pose auf Philadelphia zu blicken. Das war es dann auch schon für uns von der größten Stadt Pennsylvanias. Während einige Werbeflugzeuge über unseren Köpfen die Runden drehten, stiegen wir in unseren SUV und starteten zu unserem letzten Ziel auf dieser Reise.

Fahrt nach New York

Fahrt nach New York

Wir fuhren Richung Newark in New Jersey und grinsten ein bisschen als wir irgendwann zu unserer Rechten die Skyline von New York erkannten. Wir waren wieder zurück. Nach über sechs Wochen kehrten wir in die Stadt zurück, in der unsere Reise mit dem Mietwagen durch die USA begann. Und obwohl New York ein Moloch ist und wir nur vier Tage dort verbrachten, war es beinahe so, als kämen wir nach Hause.

Skyline von New York

Skyline von New York

Doch zuvor mussten wir uns noch entscheiden, welche Strecke wir dorthin denn nehmen würden. Denn noch lag zwischen uns und Manhattan der Hudson River. Wir hatten die Wahl zwischen Tunnel oder Brücke und entschieden uns zunächst für den mautpflichtigen Tunnel. Wir waren aber kaum in Jersey als wir in einem dicken Stau standen, dem wir nach einem Blick auf unser Navi noch entgehen konnten und uns für die George Washington Brücke entschieden.

Stau in New York

Stau in New York

Ankunft nach einer langen Reise durch die USA

Diese Entscheidung war gar nicht mal so schlecht, denn so konnte Moni auf der Brücke während der Fahrt noch schnell ein Foto vom Willkommensschild New Yorks machen und wir waren deutlich weiter im Norden der Stadt. Eigentlich mussten wir ja nach Brooklyn zu unserem Hotel. Doch ich hatte schon immer den Wunsch, mal mit dem Auto durch Manhattan zu fahren. Ich dachte früher immer, wenn man durch den Trubel mit dem Auto fährt, dann kann einen nichts erschüttern. Wobei ich ja ohnehin in Sachen Autofahren hart im Nehmen bin. So sind 1000 km an einem Tag genauso wenig anstrengend für mich wie eine Fahrt mit dem Wohnmobil durch Tirana. Aber Manhattan hatte ich noch nicht.

Willkommen in New York

Willkommen in New York

Also verließen wir den Harlem River Drive und steuerten unseren Ford Expedition zunächst einmal durch Harlem, was natürlich auch schon recht spannend war. Später folgte der Central Park, den wir auf der 5th Avenue passierten. Wir fuhren ein wenig kreuz und quer durch die rechtwinklig angelegten Straßen und überlegten, wo wir eigentlich noch ein Pingu-Foto machen könnten. Denn das fehlte uns noch. Natürlich konnten wir den Times Square und das World Trade Center ausschließen, denn eine Parkmöglichkeit würden wir dort niemals finden. Aber Moni hatte dann den richtigen Einfall, auf den ich vielleicht nie gekommen wäre. Sie schlug die Brooklyn Bridge vor, wo im Hintergrund von Pingu der East River und natürlich die Skyline von Manhattan zu sehen wäre.

Kids in Harlem spielen Basketball

Kids in Harlem spielen Basketball

Genauso machten wir es dann auch. Nach einer Spazierfahrt durch Manhattan steuerten wir die Brooklyn Bridge an, überquerten diese und fuhren in das Viertel zwischen Brooklyn Bridge und Manhattan Bridge, wo sich der Main Street Park befindet. Hier war natürlich auch ein ziemlicher Trubel, das kannten wir ja bereits von unserem ersten New York-Aufenthalt. Und wir hatten leichte Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden. Wir fanden zwar in der Front Street ein Parkhaus, doch das war uns entschieden zu teuer, so dass wir noch ein kurzes Stück weiterfuhren und gleich darauf doch wirklich Glück hatten. Ein Parkplatz am Straßenrand wurde gerade frei, sodass wir mit Pingu schnell zum Ufer des East River hinuntergehen konnten.

Harlem

Harlem

Anschließend fuhren wir zu unserem Hotel, stellten das Auto auf dem Parkplatz ab und checkten ein. Wieder bekamen wir ein Zimmer mit Blick auf Manhattan und machten uns mit ein wenig Wehmut dann daran, den Wagen leer- und aufzuräumen.

Fahrt über die Brooklyn Bridge

Fahrt über die Brooklyn Bridge

Montag, 24. Oktober 2016

Wir mussten früh raus, denn bis um 8 Uhr hatten wir den unseren Mietwagen am John F. Kennedy-Flughafen abzugeben. Wir fuhren rechtzeitig los und nahmen die gleiche Strecke wie damals der Taxifahrer, der uns vom Hotel zum Flughafen brachte. Unterwegs gab es dann immer wieder ein paar „Ach ja, hier waren wir damals auch“-Kommentare von uns, mit denen wir zum Ausdruck bringen wollten, dass wir damals recht ahnungslos waren und heute nun deutlich mehr Einblick in die USA hatten.

Es gibt wirklich noch Schuhputzer

Es gibt wirklich noch Schuhputzer

Ein letztes Mal tankten wir den Wagen voll, fuhren die letzten paar Meter zur Hertz-Station und gaben den Wagen ab, was völlig unkompliziert vonstattenging. Gut 20.000 Kilometer brachte er uns durch 31 Bundesstaaten. Einen Ölwechsel brauchten wir in Salt Lake City und einen weiteren Ölwechsel brauchte er nun wieder in New York. Alles passte wunderbar. Es war zwar kein Chevrolet Suburban geworden, wie wir es uns am Anfang sehr gewünscht hatten. Doch auch dieses Auto stellte sich als wirklich fantastischer Reisebegleiter heraus und wir verließen den Parkplatz nur sehr wehmütig. Es sollte das letzte Mal sein, dass wir diesen Wagen sehen würden – schade.

Times Square

Times Square

Mit der Monorailbahn fuhren wir zur Jamaica-Station südlich von Queens, wo wir in die U-Bahn wechseln wollten. Bezahlen mussten wir erst nach Verlassen der Monorailbahn, doch nun wurde es doch nochmal kompliziert. Denn wir brauchten ja nun kein Siebentage-Ticket mehr, sondern wollten nur noch einmal nach Manhattan rein und später nach Brooklyn zu unserem Hotel zurück. Wir mussten drei Mal fragen, welches Ticket für uns richtig wäre, bis man es uns einigermaßen verständlich erklären konnte.

Michael Moll am Times Square

Michael Moll am Times Square

Mit der U-Bahn fuhren wir nach Manhattan, mussten aber unterwegs lange Zeit im Tunnel warten, was ein wenig unangenehm war, da die Bahn proppevoll war. Aber auch diese Zugfahrt fand ihr Ende und so schlenderten wir in Manhattan ein letztes Mal zum Rockefeller Center, vor dem bereits eine Eisbahn aufgebaut war. Wir gingen ein letztes Mal zum Times Square und zum Empire State Building und wir besuchten ein erstes Mal die New York Library. Denn die hatten wir beim letzten Mal nicht.

New York Library

New York Library

Und obwohl es Ende Oktober war, war ich schon wieder ziemlich nassgeschwitzt von der Lauferei, sodass ich auf der Toilette der Bücherei noch schnell mein T-Shirt wechselte. Einen Blick warfen wir noch in das Kaufhaus Macys, doch irgendwann war dann mal die Zeit gekommen, wieder in die Subway zu steigen und zurück zum Hotel zu fahren. Dort mussten wir ja noch die Koffer vernünftig packen, damit wir am nächsten Tag problemlos mit dem Taxi zur Queen Mary 2 fahren könnten.

Bibliothek in New York

Bibliothek in New York

In der Dunkelheit verließen wir das Hotel noch einmal und gingen zu Fuß durch Brooklyn, um zehn Blocks weiter bei McDonalds ein letztes Mal Fastfood zu essen.

Bibliothek in New York

Bibliothek in New York

Unsere Schlafsäcke durften wir im Hotel zurücklassen, doch gerne hätten wir sie gespendet. Wir hatten sogar eine Kirche gefunden, die solche Spenden annehmen würde. Allerdings haben wir sie mehrfach telefonisch nicht erreichen können. Was wir nicht losgeworden sind, waren die leeren Batterien, die wir im Laufe der Zeit durch unser GPS-Gerät ansammelten. Wir fragten an der Rezeption, wo man die denn zurückgeben könnten, doch keiner konnte uns helfen. Also brachten wir sie zurück nach Europa. Einfach so wegschmeißen wollten wir sie nicht.

Ein letztes Mal legten wir uns in den USA ins Bett und stellten abschließend fest, dass diese Reise wirklich toll war. Was weniger gefallen hat, war das Essen, die Monotonie der Städte, die übermäßige Erinnerung an das Militär und die fehlenden Möglichkeiten für Fußgänger. Vieles war austauschbar und es spielte oft keine Rolle, in welcher Ortschaft oder in welchem Ort oder in welcher Burgerbude man gerade war. Es gab kaum Unterschiede. Doch die Vereinigten Staaten haben eine verdammt tolle Landschaft, faszinierende Nationalparks, freundliche Menschen und sind für Autofahrer perfekt organisiert. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass wir eines Tages wiederkommen werden und zumindest die Nationalparks im Südwesten noch einmal aufsuchen werden.

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