Wanderweg im Harz

2015 – Wandern für die Harzer Wandernadel

Es war mal wieder soweit. Es fehlten mir noch einige der 222 Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Um genau zu sein, hatten wir 116 Stempel in unseren Stempelheften, also knapp mehr als die Hälfte und beschlossen daher, am verlängerten Christi Himmelfahrts-Wochenende mal wieder in die Wanderschuhe zu schlüpfen und weitere Stempel einzusammeln.

Also fuhren wir am Feiertag morgens gemütlich über die Autobahn, um nach etwas über 300 Kilometern im Westen des Harz anzukommen. Auf einem Wanderparkplatz bei Bad Grund stellten wir das Wohnmobil ab, aßen schnell noch ein Stückchen Käse und wanderten durch den Wald. Gleich drei Stempelstellen wollten wir auf einem Rundweg absahnen. Zunächst war es noch recht ruhig, abgesehen von einigen anderen Wanderern, aber dann kamen wir zur ersten Stempelstelle, der Nummer 131 mit dem Namen Kaysereiche. Bereits Minuten bevor wir das Ziel erreichten, wurden wir von Musik begrüßt. Es war ja Vatertag. Mir war nur nicht bewusst, dass man dann an auch Schutzhütten alkoholisiert den halben Wald beschallt. Man mag mich jetzt als Spaßbremse bezeichnen, aber meiner Meinung nach ist das eine Unsitte. Feiern und fröhlich sein ist ja okay, aber muss es dann dort sein, wo andere Leute (und vor allen Dingen die Tiere in den Wäldern) ihre Ruhe haben wollen?

So stempelten wir unseren ersten Stempel im Jahr 2015 in den Pass ohne uns verständigen zu können. Schnell zogen wir weiter zu den Stempelstellen 141 (Lasfelder Tränke) und 142 (Handwerkers Ruh) ohne eine nennenswerte Pause zu machen. Um wieder zum Parkplatz zurückzukehren, mussten wir erneut an der Kaysereiche vorbei, aber mittlerweile waren die Feierlustigkeiten dort verschwunden. Wahrscheinlich beschallten sie nun eine andere Schutzhütte.

Am Ende der Wanderung standen 16 Kilometer auf unserem GPS-Gerät, was uns nach der langen Anfahrt schon ein wenig stolz machte. Da es aber noch gar nicht ganz so spät war, wollten wir noch einen weiteren, „schnellen“ Stempel einsammeln. Dummerweise war uns der Weg bei Clausthal-Zellerfeld wegen einer Baustelle versperrt, weshalb wir schnell umplanten und uns für eine Stempelstelle bei Goslar entschieden.

Den Stempel Nummer 91 am Bergwerk Rammelsberg hatten wir schon erwandert, als wir früher für meinen Harz-Reiseführer unterwegs waren. Das war sogar unser erster Stempel, doch damals wussten wir noch nicht, dass man am Bergwerk auch parken kann. Sonst hätten wir es uns damals schon etwas einfacher gemacht, denn anstatt vom Wohnmobilstellplatz in Goslar zu Fuß zu gehen und nur diesen einen Stempel zu erhalten, hätten wir auch noch Stempelstelle 114 (Hütte am Sedecum) mitgenommen. Dadurch fehlte uns diese noch bis heute. Sie ist eigentlich nicht schwer zu erreichen, denn es geht fast nur geradeaus, dummerweise aber auch ganz schön bergauf. Alleine dieser Stempel forderte von uns 315 Höhenmeter. Zusammen mit der vorherigen Rundwanderung hatten wir am Ende des Tages 685 Höhenmeter und schlappe 22 Kilometer Wanderung gemacht – nachdem wir vorher 300 Kilometer mit dem Wohnmobil anreisten.

Und als ob das noch nicht genug wäre, fuhren wir nach Bad Harzburg, stellten unser Wohnmobil auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz ab und machten noch einen kleinen Rundgang durch den Ort. Aber danach war dann auch wirklich Schluss und wir beendeten den Tag mit Abendessen und einem Brettspiel im Auto.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass der Stellplatz nicht ganz so ruhig ist, wie wir annahmen. Er befindet sich nämlich direkt an der Bundesstraße 4, die in den Hochharz führt und so ziemlich jedes Motorrad und jeder Lastwagen donnerte an unserem Kopfkissen vorbei. Das ist uns am Abend noch nicht so aufgefallen, möglicherweise waren wir doch schon ein wenig müde.
Wir frühstückten in Ruhe, was für uns recht ungewöhnlich ist, da wir uns normalerweise sofort auf die Socken machen, und gingen zunächst einmal zur Kasse des Baumwipfelpfads in Bad Harzburg. Dieser ist nämlich ganz neu und hatte erst eine Woche zuvor geöffnet. Das hatte uns natürlich neugierig gemacht. Über eine Brücke geht man in ein Tal hinein und wird von der Kuppel des Baumwipfelpfads begrüßt, die ein wenig an die Kuppel im Berliner Reichstag erinnert. Denn auch hier wandert man in weiten Kreisen bergauf und erreicht die Aussichtsplattform sowie den eigentlichen Zugang zum Baumwipfelpfad.

Die zahlreichen Spiel- und Lernelemente schauten wir uns natürlich in Ruhe an, genossen den einfachen Spaziergang und waren dennoch überrascht, wie schnell wir nach einer Dreiviertelstunde am Ende des Baumwipfelpfads ankamen.

Danach ging es dann aber auf den richtigen Wanderweg und der fing direkt mal mit einer deutlichen Steigung an. Man hätte auch den normalen Wanderweg nehmen können, aber glücklicherweise bevorzugen wir beide immer lieber die kurze und steile Variante. Rauf muss man ja sowieso, also kann das auch steil sein.

Anders als gestern war es hier deutlich voller auf den Wanderwegen, was aber natürlich auch an der Nähe zu Bad Harzburg und zur Seilbahn liegt, mit der man sich bequem auf den Burgberg bringen lassen kann. Die Stempelstelle 121 (Säperstelle) war schnell erledigt, unter anderem auch, weil leider jemand mal wieder das Stempelgummi geklaut hat. Schade, dass es immer wieder Idioten gibt, die so etwas machen.

Wir wanderten bei bestem Wetter weiter zur Stempelstelle 122, wo man am Kreuz des Ostens eine tolle Aussicht in das Harzer Vorland genießen kann und gingen ganz ohne Pause zur Stempelstelle 170 an der Rabenklippe. Auch hier fehlte leider das Gummi, was ich noch dreister finde, da der Stempelkasten an der Gaststätte angebracht ist. Das dortige Luchsgehege sparten wir uns, genossen kurz den Ausblick von den Klippen und steuerten mit dem Molkenhaus die Stempelstelle 169 an.
Hier legten wir aber dann auch endlich mal eine Pause ein, immerhin waren wir jetzt rund 10 Kilometer unterwegs. Außerdem überlegten wir, ob wir nun den direkten Weg nach Bad Harzburg nehmen wollten oder ob wir noch zwei weitere Stempel einholen. Wir entschieden uns für Letzteres und machten uns auf den Weg zur Eckertalsperre. Unterhalb des Kaiserwegs wanderten wir durch ein wirklich schönes Tal bis zur Staumauer, wo es natürlich wieder hinauf ging. Das Besondere an der Eckertalsperre ist der ehemalige Grenzpfahl zwischen Westdeutschland und der DDR, denn die Grenze und damit der Eiserne Vorhang verlief genau durch den See und über die Staumauer – heutzutage kaum noch vorstellbar.

Nachdem wir also Stempelstelle 1 aufsuchten, ging es für uns am Seeufer weiter in Richtung Süden, um am Stempelkasten Nummer 19 (Skidenkmal) noch den letzten Stempel für diese Runde zu bekommen und den Rückweg nach Bad Harzburg vorzunehmen. Nach fast 8 Stunden und ingesamt 26 Kilometern kamen wir wieder am Wohnmobil an. Gerade rechtzeitig, was das 24-Stunden-Ticket des Wohnmobilstellplatzes angingen. Ein Stündchen hätten wir noch gehabt. Wegen der Lautstärke am Platz und der geplanten Stempel am nächsten Tag entschieden wir uns dafür, der Bundesstraße zu folgen und nach Braunlage zu fahren. Den dortigen Stellplatz kannten wir schon von früheren Besuchen und wir wussten, dass es dort in der Nacht ruhig ist – aber so richtig ruhig. Außerdem gab es dort fußläufig gleich drei Supermärkte, in denen wir abends noch ein paar Kleinigkeiten einkauften.
Nach einer ruhigen Nacht reservierten wir den Stellplatz für den nächsten und letzten Abend, denn hier wollten wir gerne wieder übernachten.

Für den Tag sollten aber Stempelstellen anstehen, für die man nicht ganz so weit wandern müsste. Unsere erste Fahrt brachte uns südwestlich von Braunlage zur Bundesstraße 27, wo wir auf fast ebener Strecke zum Stempelkasten 157 (Kapellenfleck) gelangten.

Damit hatten wir die ersten dreieinhalb Kilometer des Tages. Ähnlich weit und ähnlich flach ging es dann zum Stempel 206 mit dem Namen Hahnestein. Anschließend wollten wir eigentlich bei Hohegeiß eine sehr einfache und kurze Wanderung machen, doch es stellte sich heraus, dass der Stempel Nr. 45 mit dem Namen Dicke Tannen doch weiter entfernt war als gedacht. Das lag nämlich an dem Umstand, dass der eigentliche Wanderweg gesperrt war und man umgeleitet wird. So kamen wir dann zu weiteren dreieinhalb Kilometern, nur mit dem Unterschied, dass wir hier auch noch 150 Höhenmeter gemacht haben. Eigentlich nicht viel, aber die Tatsache, dass man erst hinab geht und man damit weiß, was man auf dem Rückweg noch vor sich hat, war ein wenig zermürbend.
Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, war, dass wir nun erst die Hälfte unserer Kilometer an diesem Tag zurückgelegt hatten. Denn am Sophienhof lockten gleich vier Stempel, die wir noch nicht hatten und die wir dann in einem schönen Rundkurs erreichen wollten. Allerdings sparten wir uns einen der Stempel für den Schluss auf, weil wir feststellten, dass wir mit dem Auto praktisch dran vorbeifuhren und ihn dann auf dem Rückweg besuchen könnten.

So gingen wir hinab in das Tal, wo die Harzer Schmalspurbahn am Bahnhof Sophienhof anhält, wurden gleich auch noch von der Dampflok überholt und wanderten ziemlich alleine bis zum Stempel 50 (Walzenhütte). Fünf Kilometer waren das vom Parkplatz aus und den höchsten Punkt hatten wir damit noch nicht. Dieser folgte nämlich weiter östlich mit dem Stempelkasten 51 auf über 600 Metern Höhe. Den Carlsturm, nach dem der Stempelkasten benannt ist, haben wir uns jedoch gespart. Einerseits waren wir so langsam erschöpft und andererseits war es windig und kalt. Im geschwitzten Zustand brauchten wir das nicht unbedingt. So gingen wir zum Parkplatz zurück, wo noch der dritte Stempel (Nr. 97 – Ziegenalm) auf uns wartete. Und wie geplant fuhren wir noch zum letzten Stempel des Tages, der sich mit Nummer 48 am Stierbergsteich befindet. Danach war es dann aber auch gut und wir ziemlich erledigt. Wir wollen ja nicht vergessen, dass es auf den letzten Kilometern auch noch regnete und das Wetter an dem Tag ohnehin nicht mehr ganz so schön war wie im Vortag. Zum Supermarkt gingen wir an dem Tag nicht mehr zu Fuß, sondern fuhren erst dort hin und dann mit den Einkäufen auf unsere reservierte Stellfläche am Wohnmobilstellplatz Braunlage.

Am letzten Tag war dann zwar die Heimreise angesagt, doch so ganz ohne Wanderung wollten wir das natürlich nicht machen. Allerdings hatten wir uns ein wenig verschätzt, denn wir fuhren zum Ravensberg bei Bad Sachsa und wanderten zum Stempel 161 (Stephanshütte). Dabei merkten wir, dass die letzten zweieinhalb Tage doch schon ein wenig zu spüren waren. Außerdem war uns das Wetter nicht mehr sicher genug und wir sahen, dass die anderen geplanten Stempel einfach zu weit weg waren. Daher beschlossen wir, nur noch einen leichten Stempel an der Steinatalsperre (Nr. 43) zu erwandern und fuhren dann nach Hause.

Ein schönes Wanderwochenende mit ingesamt 80 Kilometern ging zu Ende und wir hatten 19 weitere Stempel in unserem Stempelheft der Harzer Wandernadel. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

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