Peking

2010 – (3) Aufenthalt in Peking

Mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Peking und zurück

Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn – Urlaub in Peking

Ankunft

6. August 2010

Es war noch früh, sehr früh, als wir Peking erreichten. Pünktlich rollte unser Zug aus Moskau in den Pekinger Hauptbahnhof ein. Nicht, ohne noch vorher den imposanten und moderneren Südbahnhof zu passieren, den man auf Grund seiner Optik sofort erkennt.

Unsere Sachen hatten wir schon am Vorabend gepackt, so dass wir nur noch unsere Koffer nehmen und den Zug verlassen mussten, als dieser zum Stehen kam. Wir verabschiedeten uns vom Provodnik/Schaffner und hinterließen ihm noch ein kleines Trinkgeld im Abteil.

Und plötzlich standen wir nach neun Tagen wackeliger Zugfahrt auf festem Boden in einer fremden Stadt, einem fremden Land, einem fremden Kontinent.

Zunächst folgten wir der Menge, um das Bahnhofsgebäude zu verlassen. Schon jetzt spürten wir, dass es in den nächsten Tagen laut und voll zugehen würde. Auf dem Bahnhofsvorplatz herrschte ein nicht enden wollendes Stimmengewirr. Menschen riefen und hielten den Ankömmlingen farbige Zettel unter die Nase auf denen auf ganz kleinen Bildern Hotelzimmer zu erahnen waren. Darum mussten wir uns aber nicht kümmern. Wir hatten schon von Deutschland aus ein Zimmer gebucht. Praktischerweise haben wir uns dank GoogleMaps und den Bewertungen anderer User den Weg dorthin gut eingeprägt. Das Hotel war nicht weit vom Bahnhof entfernt, lediglich fünf Minuten zu Fuß – wenn man langsam ging.

Der Weg hatte aber die Eigenschaft, dass man lieber etwas schneller ging. Direkt am östlichen Rand des Bahnhofsvorplatzes betritt man hierfür einen der Hutongs, ein traditionelles Viertel.

Rechts und links befanden sich kleine Geschäfte. In den engen Gassen lagen noch sehr viel Schmutz und Essensreste vom Vortag herum. Es war kurz vor sechs Uhr morgens und schon sehr warm. Die Nacht zuvor dürfte es wohl nicht viel kühler gewesen sein. Dies führte natürlich dazu, dass die Essensreste sich auch in der Nase bemerkbar machten.

Hinter der ersten Ecke wurde die Gasse noch schmaler. Wir tappten mit unseren Koffern und Taschen an Haufen von Essensresten und Nichtidentifizierbarem vorbei, zogen unsere Köpfe ein um unter Vogelkäfigen hindurch zu gelangen und passierten zahlreiche dampfende und blubbernde Töpfe, in denen Suppen kochten und knödelartige Speisen schwammen. Jeder Mitarbeiter eines deutschen Gesundheitsamtes würde in Deutschland wohl nie wieder etwas beanstanden, wenn er das hier gesehen hätte. Vereinzelt saßen Chinesen an kleinen Plastiktischen und schlürften ihre erste Nudelsuppe des Tages während Moni ganz begeistert sagte: „Hier müssen wir auch mal essen gehen.“ und das auch noch ernst meinte. Mir schüttelte sich der Magen bei den Gerüchen und die will hier essen gehen. Wie gesagt, es war kurz vor sechs Uhr morgens. Ich dachte bloß, dass wir wohl später nochmal darüber reden werden.

An einem kleinen Abzweig waren wir uns unsicher und fragten einen jungen Chinesen nach dem Zhong-An-Hotel. Damit hatten wir den ersten offiziellen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Einfach so, ganz nebenbei. Er konnte uns problemlos weiterhelfen und so kamen wir nach wenigen Augenblicken zum gelb-grünen, dreistöckigen Hotel, dass für die nächsten Tage unser Zuhause werden sollte.

Beim Einchecken bat man uns, einen Augenblick zu warten, da das Zimmer noch gemacht werden müsse. Gar kein Problem, wir freuten uns ohnehin schon über die Tatsache, dass wir so früh morgens überhaupt ein Zimmer bekamen, rechneten wir doch damit, erst ab Mittag ins Zimmer zu können. Unterdessen testete ich ob wir W-Lan im Hotel haben werden. Auch das war positiv und ich konnte nach über einer Woche meinen Mailpostkasten lesen. Es klappte also bestens. Nach einer knappen Viertelstunde durften wir dann auf unser Zimmer und es wurde uns sogar noch das Gepäck abgenommen.

Zimmer 3306 verfügte über eine Klimaanlage, einen Fernseher mit gefühlten 67 chinesischen Programmen und einem kleinen Badezimmer. Wir von uns gewünscht, lag es mit Blick auf den Innenhof. Diese Empfehlung entnahmen wir auch dem Internet, denn ansonsten hätten wir auch direkt auf die hinter dem Hotel liegenden Gleise des Bahnhofs gestarrt und vor allem die ratternden Züge gehört. Nun sollte es daran gehen, die Stadt zu erkunden.

In der Lobby sahen wir plötzlich ein Schild, dass wir für nur 10 Yuan (1 Euro) einen PC mit Internet auf dem Zimmer haben könnten. Dieses Angebot wollten wir natürlich nutzen. Die Dame am Empfang sprach irgendetwas Unverständliches in ihr Handfunkgerät und noch unverständlicher quäkte es wieder heraus. Sie bat uns, nochmals nach oben zu gehen, damit wir den Computer erhielten. Wir brauchten vom Empfang bis zu unserem Zimmer keine zwei Minuten, so groß war das Hotel ja nicht und trotzdem stand schon eine junge Chinesin in unserem Zimmer und schloss gerade eine Maus, Tastatur und einen Flachbildschirm an eine Dose in der Wand an. Meine Güte, was sind die Chinesen schnell. Es fehlte zwar der Computer, aber das lief dann wohl über den Hotelcomputer, sollte uns recht sein. Die Hauptsache war, dass es lief.

 

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