Zlatorog ist der Name dieser Gams

2018 – Mit dem Wohnmobil nach Slowenien

Lange haben wir uns auf diese Wohnmobilreise nach Slowenien gefreut. Vier Jahre war es schon wieder her, als wir mit dem Wohnmobil durch die Alpen fuhren und dabei auch einen Blick nach Slowenien warfen. Denn auch das kleine Land im Nordwesten des Balkans hat Anteil an den Alpen. Genauer gesagt, gibt es dort das Triglav-Gebirge mit dem gleichnamigen höchsten Berg von Slowenien und den Triglav-Nationalpark. Schon damals gefiel es uns dort sehr gut und wir hatten viel Freude daran, zum Dreiländereck von Österreich, Italien und Slowenien zu wandern, der sich auf einem Berg in den Karawanken befindet.

Wohnmobilstellplatz bei Planic

Wohnmobilstellplatz bei Planica

Wanderweg nach Tamar

Wanderweg nach Tamar

Dieses Mal sollte es weiter, viel weiter in das Land hineingehen. Und wir überlegten sogar, ob wir vielleicht nicht auch noch einen Abstecher nach Kroatien oder an die Adria machen wollten. Denn eigentlich müssten wir das nicht. Wir hatten nämlich mal wieder eine Aufgabe. Für einen Reiseführer, den ich in Kooperation mit einem anderen Autoren schrieb, brauchte ich Bildmaterial. Bilder von Nordslowenien, vom überwiegend bergigen Teil des Landes, waren notwendig. Aber wir hatten relativ viel Zeit und wollten mal schauen, wie gut das Wetter es mit uns meinen würde.

Skischanzen bei Planica

Skischanzen bei Planica

Also erreichten wir Slowenien im Nordosten des Landes, nachdem wir gerade von einer Tour durch Südtirol kamen. Im Save-Tal fuhren wir nach Rateče, wo wir uns zwischen den Karawanken und dem Triglav-Gebirge befanden. Gleich an der ersten Möglichkeit fuhren wir südlich in ein kleines Seitental hinein, wo wir den kleinen Wohnmobilstellplatz bei Planica ansteuerten.

Alpen-Pestwurz

Alpen-Pestwurz

Ausgangspunkt ist Planica im Nordwesten

Planica ist das wichtigste Skisprunggebiet des Landes und verfügt über sieben Skischanzen. Die größte von ihnen ist sogar die zweitgrößte der Welt. Gleich gegenüber befinden sich zahlreiche Parkplätze und ein kleiner Wohnmobilstellplatz für eine Hand voll Reisemobile. Zwei Fahrzeuge waren schon anwesend und kaum waren wir angekommen, sprach uns der Fahrer eines österreichischen Wohnmobils an, ob wir wüssten, wo wir zahlen müssten. Nun, wie gesagt, wir waren selber eben gerade erst angekommen. Wir sagten ihm, dass wir einfach mal vorne am Ticketautomaten schauen werden. Das taten wir auch. 12 Euro kostete die Übernachtung. Da nur Münzen angenommen werden, gingen wir in die Bar vom Skizentrum, wechselten Geld und holten uns unser Ticket.

Berghütte in Tamar

Berghütte in Tamar

Dem Mann gaben wir diese Info weiter, der daraufhin sein Wohnmobil startete und den kostenpflichtigen Platz verließ, um wenige Meter weiter auf dem vermeintlich kostenlosen Parkplatz zu parken. Es darf angezweifelt werden, dass das Parken kostenlos war. Es zeigte mir aber, dass solche einfach nur sparen wollen und nicht bereit sind, für die Errichtung und den Erhalt des Platzes zu bezahlen. Aber die Infrastruktur in Form der Abwasserentsorgung hat er am nächsten Morgen gerne in Anspruch genommen.

Rustikaler Schilderbaum

Rustikaler Schilderbaum

Da es schon spät war, haben wir an diesem Abend nur noch einen kleinen Rundgang eingelegt und uns die Skischanzen aus der Nähe angesehen. Dabei haben wir uns auch den derzeitigen Schanzenrekord von 251,5 Metern auf Youtube angeschaut, während wir an der Stelle standen, wo dieser Rekord entstanden ist. Kann ich nur empfehlen, es war ein beeindruckender Moment.

Triglav-Gebirge

Triglav-Gebirge

Wanderung zur Berghütte Tamar

Am nächsten Morgen unternahmen wir eine kleine Wanderung weiter in das Tal hinein, wo die Hütte Tamar auf einer Bergwiese steht und sich ein Wasserfall befindet. Das Wetter war ein wenig unsicher, aber die Landschaft einfach nur schön. Alleine für diese kurze Wanderung lohnte sich schon der Aufenthalt in dem kurzen Tal und auf dem Stellplatz.

Mächtige Felswand im Triglav-Gebirge

Mächtige Felswand im Triglav-Gebirge

Anschließend fuhren wir hinaus in das größere Save-Tal, wo wir die Fahrt aber schon nach rund drei Kilometern wieder unterbrachen. Denn neben der Landstraße lockt ein kleiner Parkplatz zu einem schönen Quellteich der Save. Mit einem ganz kurzen Spaziergang durch einen kleinen Wald gelangt man zu dem Teich, an dem ein Aussichtstürmchen und ein Holzbohlenweg angelegt sind.

Quellteich der Save

Quellteich der Save

Hier könnte man ewig lange stehen und den Teich beobachten, während im Hintergrund das Triglav-Gebirge ein tolles Panorama abgibt. Drei junge Leute waren ebenfalls vor Ort und machten Verrenkungen vor der Kamera, vermutlich um sich entsprechend bei Instagram oder sonstwo zu zeigen. Das lockte scheinbar eine kleine Schlange an, die sich an der Wasseroberfläche zu dem Steg schlängelte. Sie hatte natürlich volle Aufmerksamkeit bei allen Anwesenden. Unverständlich war für mich nur, dass eine der jungen Damen einen Zigarettenfilter zwischen die Holzbretter steckte. Dieser fiel später durch und landete in dem ansonsten absolut klaren Wasser. Leider hatte ich das zu spät gesehen, sonst hätte ich die Frau mal gefragt, was das sollte. Wollte sie damit die Schlange auf sich aufmerksam machen?

Naturparadies in Slowenien

Naturparadies in Slowenien

Hinter einem Wasserfall stehen und genießen

Unsere Fahrt führte weiter durch das Save-Tal, bis wir bei Mojstrana erneut in ein Seitental abbogen. Auf einer schmalen Schotterstraße erreichten wir Slap Peričnik. Diesen Wasserfall wollten wir uns unbedingt anschauen, denn er bot die Möglichkeit, dass man auch hinter dem Wasserfall entlang gehen konnte. Dafür musste man natürlich zunächst aufwärts, aber das war nur eine kleine Wanderung von rund zehn Minuten. Und schon stand man an dem mächtigen Wasserfall.

Auch wenn man links am Wasserfall eigentlich daran vorbeigeht, kann man davon ausgehen, dass man ziemlich nass werden wird, bis man unter dem felsigen Vorsprung steht. Das machte aber überhaupt nichts, denn der Anblick der Kaskaden war einfach nur grandios und es war so warm, dass man schnell auch wieder trocken wurde.

Michael Moll

Michael Moll

Nach dem Abstieg vom Slap Peričnik fuhren wir noch ein weiteres Stück tiefer in das Tal hinein. Die Straße wurde noch schmaler, schotteriger und bot sogar noch eine 25%-Steigung. Für normale Wohnmobile ist das nicht zu machen, aber wir mit unserem Kastenwagen hatten keine Probleme. Am Ende des Tals erreichten wir einen Parkplatz, stellten das Womo ab und machten uns auf eine weitere kurze Wanderung. Denn bis zu einem Punkt mit ein paar Hinweisschildern wollten wir gehen, um endlich auch einen Blick auf den höchsten Berg des Landes zu machen.

Der Triglav hinter Wolken

Der Triglav hinter Wolken

 

Leider versteckte sich der Gipfel des Triglav ein wenig in den Wolken. Dennoch war es ein wunderschöner, ruhiger und abgelegener Ort, den wir sehr genossen. Da wir aber noch einiges an dem Tag vor hatten, fuhren wir weiter durch das Save-Tal und erreichten wenig später Bled.

Triglav

Triglav

Kurzer Einkauf in Bled

Die Stadt Bled und den Bleder See kannten wir schon sehr gut von unserem letzten Besuch. Daher wollten wir uns gar nicht so lange aufhalten und beäugten lediglich den mittlerweile vorhandenen Wohnmobilstellplatz und nutzten die Gelegenheit, um im angrenzenden Supermarkt unsere Vorräte aufzufüllen.

 

Kassenhäuschen zum nächsten Wasserfall

Kassenhäuschen zum nächsten Wasserfall

 

Anschließend steuerten wir unser Wohnmobil in Richtung Süden in die Ortschaft Bohinjska Bistrica. Wir wussten, dass es dort am Bahnhof einen kleinen, neu eingerichteten Wohnmobilstellplatz geben soll. Leider wurden wir ein wenig von ihm enttäuscht. Er war zwar offenkundig neu, aber er wurde einfach nicht gepflegt. Stromanschlüsse konnten wir nirgends entdecken, das kleine Rezeptionsgebäude war verlassen und die offen stehende Schranke sah auch nicht mehr so gut aus.

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