Zlatorog ist der Name dieser Gams

2018 – Mit dem Wohnmobil nach Slowenien

Rauschender Gebirgsbach

Rauschender Gebirgsbach

Das Gesamtbild hinterließ keinen guten Eindruck und wir waren ein wenig unglücklich darüber. Da wurde vor gar nicht allzu langer Zeit Geld in die Hand genommen und etwas tolles angelegt. Aber dann hat man sich anscheinend nicht mehr darum gekümmert. Sehr schade. Jetzt machte es den Eindruck eines verwaisten Brachgeländes.

Ausblick in das Tal bei Bohinjska Bistrica

Ausblick in das Tal bei Bohinjska Bistrica

Etwas enttäuscht fuhren wir weiter und nahmen uns als nächstes den Bohinjsko Jezero vor. Dieser See liegt westlich der Ortschaft und ist ein beliebtes Ausflugsziel. An seinem westlichen Ende gibt es einen Wasserfall, der die zweite Quelle des Flusses Save bildet. Man muss allerdings drei Euro Eintritt bezahlen, um die über 550 Stufen des Wanderwegs zu erklimmen und den Wasserfall zu Gesicht zu bekommen.

Savica-Wasserfall

Savica-Wasserfall

Aussicht am Wasserfall

Aber es lohnt sich. Der Anblick ist wirklich toll und die Aussicht von dort oben in das Tal mit dem See ist ebenfalls sehr schön. Als wir wieder unten ankamen, stellten wir fest, dass das Kassenhäuschen mittlerweile unbesetzt war. Wären wir also nur ein kleines bisschen später gekommen, hätten wir den Wanderweg umsonst benutzen können. Na ja, ist halt so.

Bohinjska Jezero

Bohinjska Jezero

Wir warfen noch einen Blick auf den Campingplatz, doch er gefiel uns nicht besonders. Die schönsten Plätze am Ufer waren natürlich schon belegt und die anderen Plätze fanden wir nicht ansprechend. Beim Verlassen von Bohinjska Bistrica hatten wir aber noch einen weiteren Campingplatz gesehen, der sogar von Weitem einen guten Eindruck machte. Daher beschlossen wir, gemütlich am Ufer entlang zu fahren und für einige Fotostopps zwischendurch anzuhalten, um anschließend auf diesen Campingplatz einzukehren.

Abendstimmung am See

Abendstimmung am See

Gerade am Abend war es sogar richtig schön, das Seeufer zu genießen. Es war ziemlich ruhig, leer und das Licht war schön. Aber wir konnten uns schon gut vorstellen, was im Hochsommer hier los sein könnte. Nachdem wir unseren Wagen auf dem Campingplatz abstellten, drehten wir dort auch noch eine kleine Runde zu Fuß und spazierten zumindest ein paar Meter noch am Flussufer entlang.

In der Nacht kam dann der Regen, der am nächsten Morgen nicht enden wollte. Wir mussten uns nun überlegen, wo wir hinfahren wollten. Wollten wir eventuell nach Ljubljana, weil man eine Stadt auch noch halbwegs im Regen besichtigen und fotografieren kann? Oder wollten wir doch lieber ans Meer? Von dort bräuchten wir nicht zwangsläufig Bilder, aber es wäre auch für uns einfach mal schön, an die Adria zu kommen.

Regenwetter in Slowenien

Wir beschlossen, erst einmal in Richtung Tolmin zu fahren und hatten die Hoffnung, dass der Regen im Laufe des Tages nachlassen würde. Die Fahrt über die ruhige und beinahe einsame Bergstraße würde nämlich noch einige Zeit dauern. Im Grunde war auch alles in Ordnung, bis wir plötzlich einen Feuersalamander auf der Straße sahen und diesen von der Straße retten wollten. Wir freuten uns, dass wir das taten, doch gerade als der Salamander gerettet schien, kam ein asozialer Autofahrer und fuhr brutal über das Tier, das die Straße schon längst verlassen hatte. Die Details an dem fruchtbaren Mord des Feuersalamanders hatte ich bereits als Blog-Beitrag beschrieben.

Feuersalamander kurz vor seinem unnötigen Tod

Feuersalamander kurz vor seinem unnötigen Tod

Der Tag war für mich gelaufen. Tief enttäuscht, wütend und entsetzt fuhren wir weiter und erreichten Tolmin. Das Wetter war aber dermaßen schlecht, dass wir den Wagen gar nicht erst verließen. Es machte keinen Sinn, hier Fotos machen zu wollen. Nach einer Pause fuhren wir daher weiter nach Kobarid, wo es dann doch noch aufhörte zu regnen. Wir schauten uns das Kriegsdenkmal sowie die Napoleonsbrücke an, die sich über eine enge Schlucht des Isonzotals spannt und schlenderten ein wenig durch die kleine Stadt.

Napoleonsbrücke über dem Isonzo

Napoleonsbrücke über dem Isonzo

Danach setzten wir unsere Fahrt fort und beschlossen, nun direkt ans Mittelmeer zu fahren. Durch ein ganz annehmbares Tal fuhren wir nach Nova Gorica, wo wir auf die autobahnähnliche H4 wechselten und später über die Autobahn 1 nach Portorož fuhren. Unser erklärtes Ziel war Piran, doch der dortige Campingplatz soll nicht so schön sein und den Campingplatz in Portorož kannte ich bereits von einer früheren Reise mit dem VW-Bus durch Europa.

Der Isonzo bildet eine schöne Schlucht

Der Isonzo bildet eine schöne Schlucht

Spaziergang an der Adria nach Piran

Vom Campingplatz aus konnten wir einen schönen Spaziergang immer am Ufer entlang machen und nach rund fünf Kilometern den Küstenort Piran erreichen. Das tat nach diesem Tag richtig gut. Eine lange Fahrt, ein unschönes Erlebnis und dann am Abend doch noch einen Ausdauer-Spaziergang, der zumindest etwas Trost bot. Das Interessante an der slowenischen Küste ist natürlich die Tatsache, dass sie so kurz ist, dass man von Piran aus gleichzeitig die südliche kroatische Küste deutlich sieht und im Norden einen Blick auf das italienische Triest werfen kann.

Adriaküste

Adriaküste

Außerdem sahen wir vor der Küste noch eines der markanten Frachtschiffe der Reederei Grimaldi. Ich nahm zunächst an, es sei vielleicht die Repubblica Argentina, mit der wir damals von Buenos Aires nach Hamburg fuhren. Aber das war es nicht.

Nach dem Rundgang durch Piran kehrten wir die fünf Kilometer wieder zurück zum Campingplatz und ließen den Abend dort bei einem leckeren Essen in unserem Wohnmobil ausklingen.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, wir haben das Video geshen und den Bericht hier gelesen. Einfach toll gemacht! Vielen Dank dafür. Wir haben uns auch den reiseführer bestellt und werden im August nach Slowenien fahren. Große Freude schon jetz, auch Dank Ihrer Infos.

    • Hallo und vielen Dank. Es freut mich, wenn ich ein paar Tipps geben konnte. Aber der Reiseführer wird doch erst im Oktober erscheinen. Das reicht also leider nicht. Ich wünsche auf jeden Fall eine tolle Reise. Die wird es sicherlich werden. Herzliche Grüße

  2. Pingback: 2019 - Mit dem Wohnmobil nach Slowenien | Die Weltenbummler

  3. Hallo Michael, kannst Du nähere Angaben zu dem Stellplatz in Planica machen (Kosten, Strom, WLAN, Ver- und Entsorgung)? Ich plane eine Tour mit Wohnmobil und Motorrad.
    Vielen Dank!

  4. Hallo Michael,
    sehr schöner Bericht der uns bestärkt selbst mit unserem WoMo den Triglav-Nationalpark zu besuchen, vielen Dank dafür.
    Eine Frage bleibt noch: Zu welcher Jahreszeit habt Ihr die beschriebene Reise durchgeführt bzw. hältst Du die Zeit Ende Mai/Anfang Juli schon für machbar, oder ist es dort noch zu kalt?
    Viele Grüße,
    Nick

    • Hallo Nick,

      diese Reise wurde gegen Ende Mai gemacht und alle Bilder, die du in diesem Reisebericht siehst stammen aus der zweiten Maihälfte.

      Viele Grüße
      Michael

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