Blick auf Ptuj

2019 – Mit dem Wohnmobil nach Slowenien

Nach meiner Tour durch Oberitalien fuhr ich direkt weiter mit dem Wohnmobil nach Slowenien, wo ich ebenfalls für Fotoarbeiten einiges zu tun hatte. Ich war bereits im Jahr zuvor mit dem Wohnmobil in Slowenien unterwegs, beschränkte meine Reise jedoch auf den Norden des Landes. Hintergrund hierfür war, dass ich eigentlich nur in diesem Landesteil recherchieren und fotografieren sollte.

Wohnmobilstellplatz am Abend

Wohnmobilstellplatz am Abend

Dorf im Vipava-Tal

Dorf im Vipava-Tal

 

Doch mittlerweile hatte es sich durch die Absage eines anderen Autoren so ergeben, dass ich bei dem geplanten Buchprojekt auch für den südlichen Landesteil zuständig bin. Okay, so groß ist Slowenien jetzt nun nicht gerade. Aber trotzdem gibt es dort natürlich einiges zu entdecken. Etwas ärgerlich war die Prozedur bei der Einreise und das lag natürlich nicht an der Grenze selbst. Denn Kontrollen gibt es ja zum Glück nicht mehr.

Soca

Soca

Schönes Soca-Tal

Schönes Soca-Tal

Wohnmobiltour nach Slowenien

Vielmehr fand das kleine Ärgernis auf der italienischen Seite statt, wo ich an der letzten Möglichkeit eine Vignette für Slowenien kaufen wollte. Die Dame am Schalter wollte mir eine Vignette für 30 Euro verkaufen, was mir seltsam vorkam. Ich hatte doch in Erinnerung, dass eine Vignette für unseren Kastenwagen nur 15 Euro kosten würde, weil der Kastenwagen eben ein Wohnmobil sei. So war es im letzten Jahr, so hatte ich es selber im Reiseführer beschrieben und auch erst wenige Wochen auf einem meiner Vorträge kund getan.

Ungewöhnlicher Aussichtsturm

Ungewöhnlicher Aussichtsturm

Aber diese Dame hatte mich jetzt nun wirklich irritiert und das lag definitiv an ihrer genervten und leicht aggressiven Art. Als ich nämlich noch leicht verwundert fragte, ob das denn stimmen könnte, wurde sie sehr pampig. Offenbar wollte sie sich von einem Touristen nicht ihre Arbeit erklärt bekommen lassen. Das hatte ich aber auch gar nicht vor, zumindest noch nicht. Ich wollte bloß wissen, wie sie auf 30 Euro käme. Daraufhin hielt sie mir eine Liste unter die Nase, die ich sehr gut kannte. Diese Liste gibt es nämlich im Netz als pdf und aus eben dieser Liste wusste ich, dass unser Kastenwagen eine der günstigeren Vignetten verträgt.

Blick zum Dorf Smartno

Blick zum Dorf Smartno

Vignettenfrage in Slowenien

Da sie mich jetzt aber durch ihre resolute und pampige Art völlig verunsicherte, kaufte ich zunächst die Vignette und ging zum Auto zurück. Anstatt aber die Vignette an die Scheibe zu pappen, schauten wir noch einmal selber im Netz nach. Natürlich hatten wir ruckzuck dieselbe Liste, außerdem noch mit Fußnoten und Erklärungen gefunden. Und siehe da, wir bräuchten nur 15 Euro zu bezahlen.

Mit dieser Gewissheit ging ich wieder zum Schalter zurück, wo ich der Dame die Liste zeigte. Anstatt sich aber den entsprechenden Abschnitt durchzulesen, den ich ihr zeigte, reagierte sie eher schnippisch. Dann solle ich doch die kleinere Vignette kaufen, ihr sei das doch egal. Die Strafen wären teuer und Kontrollen kämen oft vor. Letzteres mag ja sein, aber das ist noch kein Grund, mir falsche Vignetten zu verkaufen. Sie tauschte meine Vignetten um, gab mir 15 Euro zurück und ich klebte die nun richtige Vignette an die Scheibe.

Smartno im Westen

Smartno im Westen

Historische Brücke im Soca-Tal

Historische Brücke im Soca-Tal

Mit dem Wohnmobil zu einem Winzer

Danach überquerten wir endlich die Grenze zu Slowenien. Da es schon spät am Nachmittag war, machten wir an diesem Tag nicht Wesentliches mehr. Wir fuhren geradewegs zu einem schönen Stellplatz, den wir uns im Vorfeld auserkoren hatten. Der Stellplatz gehörte zu einem Winzer und die Dame des Hauses begrüßte uns direkt freundlich als wir unseren Wagen auf dem Grundstück abstellten.

Ausblick bei Stanjel

Ausblick bei Stanjel

10 Euro würde die Nacht kosten und wenn wir wollten, könnten wir noch an einer Weinverkostung teilnehmen. Wir erklärten, dass wir grundsätzlich keinen Alkohol trinken. Das stellte für sie kein Problem dar. Wir zahlten ja ohnehin für die Nacht. Und die war sehr ruhig, so abgelegen wie wir am Rande eines kleinen Dorfes standen. Das war schön.

Lippizaner-Pferde

Lippizaner-Pferde

Am nächsten Morgen begannen wir schließlich mit der anstehenden Arbeit und genau so wie wir in den Tagen vorher in Italien eine Liste mit möglichen Fotomotiven abarbeiteten, gingen wir nun auch in Slowenien so vor. Unser erster Fotostopp führte uns nur wenige Kilometer nach Nova Gorica, wo wir unter anderem eine schöne Aussicht auf das Isonzo-Tal festhielten und genossen.

Kirchturm in Koper

Kirchturm in Koper

Ausblicke von einem Aussichtsturm

Im Norden von Nova Gorica führt eine Straße zu unserem nächsten Ziel, zum Dorf Šmartno. Hier staunten wir darüber, dass wir durch italienisches Staatsgebiet fuhren. Diese rund eineinhalb Kilometer lange Straße ist von hohen Betonwänden flankiert und wurde zu jugoslawischen Zeiten gebaut. Offiziell gehört sie zu Italien, doch man kann die Straße auf italienischem Staatsgebiet nicht verlassen. Sie bietet lediglich eine Abkürzung in diesem Teil des slowenischen Gebirges. Das heißt, man verlässt Slowenien, um nach 1500 Metern wieder nach Slowenien einzureisen. Interessant.

Zunächst steuerten wir in der Ortschaft Gonjače einen kuriosen Aussichtsturm an, der laut unserer Liste als Nächstes zu besuchen wäre. Von dem Turm aus hatten wir einen schönen Rundumblick auf die Weinberge der Region und genossen auch die Aussicht auf das Nachbardorf Šmartno. Dieses steuerten wir gleich als nächstes an, weil es mit seinen kleinen mittelalterlichen Gassen besuchenswert ist.

Mittelmeer in Koper

Mittelmeer in Koper

Mit dem Wohnmobil nach Slowenien

Nach diesem Abstecher wollten wir wieder zurück in das Vipava-Tal, wo wir am Morgen gestartet sind. Doch wir wählten nun eine andere Strecke und fuhren auf einer anderen Landstraße hinab in das Isonzo-Tal. Durch das schöne, grüne Tal kamen wir wieder zur Eisenbahnbrücke, die wir schon vorab von der Straßenbrücke aus sehen konnten. Auch hier genossen wir natürlich wieder den Blick auf das grünlich schimmernde Wasser. Dafür ist der Fluss ja bekannt.

Izolas Küste

Izolas Küste

Ein weiteres mittelalterliches Dorf, dass wir besichtigten, war Štanjel am südlichen Rand des Vipava-Tals. Auch das hat uns gut gefallen. Nur ein Katzensprung ist es von hier aus nach Lipica. Die Ortschaft steht für das gleichnamige Gestüt, auf dem Lipizzaner-Pferde gezüchtet werden.

Nach einem ausgiebigen Besuch bei den zahlreichen Pferden, verließen wir Slowenien dann schon wieder. Denn unser nächstes Ziel sollte die kurze slowenische Küste sein, wo wir eine Übernachtung einplanten. Schon im Jahr zuvor verbrachten wir eine Nacht in Portorož. Dieses Mal dachten wir darüber nach in Koper oder Izola zu nächtigen. Viel mehr Ortschaften gibt es ja an der Adriaküste in Slowenien nicht.

Burg in Predjama

Burg in Predjama

Zu Besuch an der slowenischen Küste

Doch wie gesagt, zuvor verließen wir Slowenien, weil der kürzeste Weg von Lipica an das Meer wieder durch Italien verließ. Wie gut, dass Grenzkontrollen abgeschafft wurden und man durch solche Fahrten auch Kilometer und Zeit sparen kann.

Kocevje in Slowenien

Kocevje in Slowenien

Nun waren wir wieder einmal an der Küste. Piran und Portorož hatten wir bereits bei unserem letztjährigen Aufenthalt ausgiebig besucht und zum Teil auch erwandert, obwohl wir das damals eigentlich gar nicht gemusst hätten. Daher konzentrierten wir uns dieses Mal auf Izola und Koper. An dem Tag war es heiß, sehr heiß. Und es machte wenig Spaß, durch die kleinen Altstädte zu flanieren.

Burg Kostel

Burg Kostel

Aber zum Glück sind sie eben nur klein und daher ging das dann auch relativ flott. Daher fuhren wir anschließend wieder zurück in das Landesinnere. Dort machten wir noch an der Höhlenfestung Predjama Halt. Eine sehr interessante Burganlage, die uns gut gefallen hat. Da auch dieser Tag wieder sein Ende fand, überlegten wir, wo wir in dieser kommenden Nacht schlafen wollten.

Noch eine Nacht beim Winzer

Irgendwie hatte es uns bei dem Winzer gut gefallen und daher gönnten wir uns diesen kleinen Abstecher, der für uns eigentlich in die falsche Richtung führte. Denn am nächsten Tag mussten wir eigentlich weiter nach Osten. Dass wir dadurch mehr zu fahren hatte, war uns aber recht egal. Wir waren gut in der Zeit.

Grenzfluss zu Kroatien

Grenzfluss zu Kroatien

Landschaft im Südosten von Slowenien

Landschaft im Südosten von Slowenien

Südlich der Hauptstadt Ljubljana durchquerten wir die sanfte Hügellandschaft von Südslowenien und machten in mehreren Dörfern und Städten Station. So fuhren wir zum Beispiel in die wald- und bärenreiche Gegend rund um Kočevje, kauften viele günstige Backwaren in Ortschaften wie Ribnica und steuerten auch so abgelegene Schlösser wie Kostel an.

Drei Kirchen in Rosalnice

Drei Kirchen in Rosalnice

Unterhalb des Schlosses Kostel verläuft das Tal des Flusses Kolpa. Die Kolpa ist Grenzfluss zwischen Slowenien und Kroatien. Das enge Tal, durch das sie fließt, ist malerisch ruhig, grün und abgelegen. Die Fahrt auf der teilweise einspurigen Landstraße im Kolpa-Tal hat uns ebenfalls wieder gut gefallen.

Novo Mesto

Novo Mesto

Drei Kirchen nebeneinander bei Metlika

Ausgekommen sind wir letztendlich in der Nähe von Metlika, wo sich drei Kirchen gleich nebeneinander befinden. Zwei der Kirchen besitzen zwar keinen Kirchturm, weshalb der Anblick dann doch nicht ganz so außergewöhnlich erscheint. Aber trotzdem sieht man drei Gotteshäuser nebeneinander dann doch eher selten.

Die Wetterlage war in den Tagen, in denen wir durch den Süden Sloweniens reisten, sehr gut. Und so erhielten wir auch in Novo Mesto wieder tolle Eindrücke, als wir durch die kleine Innenstadt spazierten. Ganz in der Nähe befindet sich Otočec mit einer kleinen Burg auf einer malerischen Insel, die wir uns natürlich auch nicht entgehen ließen.

Schloss in Sevnica

Schloss in Sevnica

Mehrere Burgen und Schlösser sahen wir auch in den Tälern der Save und der Savinja, bevor wir die wohl mächtigste Burg der näheren Umgebung besichtigen. Sie erhebt sich am Ortsrand von Celje und bietet einen tollen Ausblick auf die Landschaft und die Stadt. Weniger beeindruckend fanden wir jedoch die Innenstadt von Celje. Sie war eher gewöhnlich.

Burg in Celje

Burg in Celje

Ausblick von der Burg Celje

Ausblick von der Burg Celje

Ruhige Nacht auf einem Campingplatz in Celje

Auch in Celje übernachteten wir. Am nördlichen Ortsrand gibt es einen kleinen privaten Campingplatz hinter einem Wohnhaus. Wie so oft waren wir hier wieder die einzigen Übernachtungsgäste und konnten dadurch wieder einmal eine sehr ruhige Nacht erleben.

Kleiner Campingplatz in Celje

Kleiner Campingplatz in Celje

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich weiter nach Osten, machten aber noch einen kurzen Abstecher durch das Tal nach Westen. Nur wenige Kilometer von Celje entfernt, befindet sich das Dorf Žalec. Hier hat man mitten im Ort einen Bierbrunnen errichtet. Zwar trinken wir, wie erwähnt, keinen Alkohol. Doch ansehen wollten wir uns das dennoch einmal.

Einmaliger Bierbrunnen

Einmaliger Bierbrunnen

Passenderweise kamen wir gerade in Žalec am Bierbrunnen an, als dieser gereinigt und für den frisch angebrochenen Tag vorbereitet wurde. An einer Art Kiosk erwirbt man ein Glas mit einem Chip. Dieses Glas hält man der Reihe nach unter einem von fünf Zapfhähnen. Durch den Chip kann man dann jeweils ein Glas Bier zapfen und zwar von fünf verschiedenen Brauereien. Eine sehr nette und interessante Sache, wie ich sagen muss. Biertrinker hätten sicherlich Gefallen daran.

Kloster Olimje

Kloster Olimje

Auf dem Weg nach Ptuj

Wir hingegen fuhren anschließend weiter nach Osten und besuchten den Ort Rogaška Slatina. Dieser gab uns recht wenig, weshalb wir relativ zügig zum Kloster Olimje weiter fuhren. Hier war es echt schön. Das Kloster sieht gut aus, gleich davor ein kleiner Kräutergarten mit einem Insektenhotel. Alles sehr ruhig, friedlich und abgeschieden. Hier gefiel es uns.

Blick auf Ptuj

Blick auf Ptuj

Zu allem Überfluss gibt es nur eine Gehminute vom Kloster entfernt noch eine Schokolaterie. Gerne hätte ich einiges an Reiseproviant dort gekauft. Aber es waren weiterhin sehr warme, um nicht zu sagen heiße Tage und das wollte ich der armen Schokolade nicht antun.

Auch Ptuj stand auf der Liste der zu besichtigenden Orte und gefiel uns ebenfalls sehr gut. Am südlich gelegenen See gibt es zudem einen sehr schönen und ruhigen Wohnmobilstellplatz. Doch so langsam näherte sich unsere Reise mit dem Wohnmobil nach Slowenien dem Ende entgegen. Ganz im südöstlichsten Winkel des Landes suchten wir noch die Ortschaft Lendava auf, wo wir einen Blick in die einstige Synagoge und auf das kurios gebaute Kulturhaus warfen.

Weinlandschaft im Osten von Slowenien

Weinlandschaft im Osten von Slowenien

Aussichtsturm am Ende der Reise

Ebenfalls spannend war die Besteigung des dortigen Aussichtsturms. Dieser ermöglicht eine Rundumsicht in die nahen Nachbarländer Ungarn und Kroatien. Außerdem soll man auch bis Österreich blicken können. Doch bis auf einen weit entfernten Horizont konnte ich nicht erkennen, ob dieser schon zu Österreich gehörte.

Aussichtsturm bei Lendava

Aussichtsturm bei Lendava

Damit schloss sich ein wenig der Kreis bei dieser Reise. Denn sie begann streng genommen mit der Besteigung eines Aussichtsturms innerhalb einer Weinregion und endete auch damit. Nur eben an der gegenüberliegenden Seite des Landes.

Kirche mit kuriosem Turm in Bogojina

Kirche mit kuriosem Turm in Bogojina

Obwohl, so ganz war unsere Reise noch nicht zu Ende. Denn auf dem Weg nach Norden bzw. nach Österreich stoppten wir noch an einer Rotunde und einer weiteren Kirche, die einen ungewöhnlichen Kirchturm zu bieten hatte. Slowenien, dieses kleine Land, hat unheimlich viel zu bieten.

Rotunde von Selo

Rotunde von Selo

Und hier wieder ein Video zu dieser Reise:

 

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Toller Bericht. Hab von Slowenien als Urlaubsland bisher gar nicht so viel gewusst. Aber jetzt kommt Slowenien natürlich auf die Liste.

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