Feueralarm in unserem Hotel

Feueralarm im Hotel

Da sitzt man völlig entspannt im Hotelzimmer, man schnabuliert gerade eine Kleinigkeit, schaltet sich durch das Fernsehprogramm und plötzlich versteht man sein eigenes Wort nicht mehr, weil eine Sirene ertönt – Feueralarm. Das hatten wir bis dahin auch noch nicht.

Das Hotelzimmer vor dem Alarm

Das Hotelzimmer vor dem Alarm

Auf unseren Roadtrips durch die USA und Kanada steuerten wir, wenn möglich, immer die Art von Hotels an, die ziemlich typisch für ein oder zwei Nächte sind und die man auch in fast jeder Stadt sieht. Zu nennen wären da Hotels von Candlewood Suites, Super 8, Holiday Inn, Holiday Inn Express, La Quinta, Best Western, Quality Inn und wie sie nicht alle heißen.

Die Unterschiede in diesen Hotels sind teilweise nur marginal, lediglich Candlewood Suites hebt sich mit deutlich größeren Zimmern deutlich von den anderen Ketten ab. Dafür gibt es dort kein Frühstück, aber na ja, darauf kann man in den amerikanischen Hotels sowieso verzichten.

Abendliche Ankunft in Gallup, New Mexico

In Gallup in New Mexico entschieden wir uns für ein Hotel von Holiday Inn Express. Es liegt außerhalb der Stadt, direkt an der Route 66 und auch an der Interstate 40. Für uns war das ideal. Wir kamen gerade vom Besuch der Trinity Test Site auf der White Sand Militärbasis und fuhren in Richtung Westen, weil wir am nächsten Tag den Petrified Forest Nationalpark besuchen wollten. Da kam uns die Ortschaft Gallup gerade recht. Wir schauten uns an diesem frühen Abend noch ein wenig in Gallup um und entschieden dann, uns etwas zu essen zu holen.

Amerikanischer Feuerwehrwagen

Amerikanischer Feuerwehrwagen

Wir hatten Lust darauf, ganz entspannt, bei uns im Hotelzimmer zu essen und einen gemütlichen Fernsehabend zu haben. So saßen wir jeder auf einem eigenen Bett, knabberten gemütlich an unserem Abendessen und ließen den Tag Revue passieren. Wir schalteten auch den Fernseher ein, um ein wenig Nachrichten zu empfangen und um uns durch das amerikanische Programm zu schalten. Plötzlich wurde diese Abendidylle von einer lautstarken Sirene unterbrochen, die so ohrenbetäubend war, dass man freiwillig das Weite suchen wollte.

Wenn ein Feueralarm den Abend umplant

Es war sofort klar, dass es sich hier um einen Feueralarm handeln musste. Wir schauten uns kurz verdutzt an und nahmen sofort unsere wichtigsten Sachen, um dann das Zimmer und das Hotel zu verlassen. Der Alarm war so laut, dass niemand auch nur ansatzweise freiwillig im Zimmer bleiben würde, was natürlich genauso gewollt ist. Als wir auf den Flur traten und in Richtung Treppenhaus gehen wollten, kamen von der anderen Seite bereits andere Hotelgäste, die den selben Weg nutzten.

Die ersten Feuerwehrleute treffen ein

Die ersten Feuerwehrleute treffen ein

Völlig entspannt und diszipliniert gingen wir alle durch das Treppenhaus nach unten und verließen wenige Augenblicke das Gebäude durch den Seiteneingang. Für uns war das nichts ungewöhnliches. Da wir über Nacht grundsätzlich kein Gepäck im Auto ließen, trugen wir es ohnehin immer in die jeweiligen Hotelzimmer. Dadurch mussten wir üblicherweise immer mehrmals zum Auto gehen und nutzten immer den kürzesten Weg, also das nächstgelegene Treppenhaus. Insofern ist man dann schon ganz gut vorbereitet und man kennt den Weg.

Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Polizei und Feuerwehr im Einsatz

Die Rettungskräfte rückten mit großer Zahl an

Draußen standen wir nun mit allen anderen Hotelgästen vor dem Gebäude. Wir hörten schon aus der Ferne die Sirenen von Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen. Unterdessen war von Feuer oder Qualm zum Glück nichts zu sehen. Vermutlich handelte es sich um einen Fehlalarm, aber wer weiß das schon? So blickten wir also gespannt auf die Fassade, lauschten immer noch der Sirene, die draußen deutlich leiser war. Dabei sahen wir, dass in einigen Hotelzimmern das Licht im Rhythmus aus und an ging. Aha, das waren also die Zimmer für Gehörlose.

Feueralarm in unserem Hotel

Feueralarm in unserem Hotel

Die Feuerwehr traf mit mehreren Fahrzeugen ein, umzingelte das Hotel und machte sich auf die Suche nach dem Grund des Feueralarms. Die Feuerwehrleute waren auch ziemlich entspannt, weil ihnen wohl klar war, dass es sich um einen Fehlalarm handeln musste. Doch die Prüfung, ob der Feueralarm zu recht ausgelöst wurde oder nicht, dauerte relativ lange. Erst nach über einen halben Stunde konnte die Sirene abgeschaltet werden und alle Hotelgäste durften wieder ins Gebäude. In der Lobby bat man uns, noch kurz auf den leitenden Feuerwehrmann zu warten.

Der Feueralarm zum Zweiten

Gerade als dieser uns erklären wollte, dass alles in Ordnung sei, löste der Feueralarm wieder aus und die Sirene drehte so auf, als wollte sie ganz New Mexico beschallen. Freiwillig zogen alle Hotelgäste wieder in die abendliche Kälte nach draußen. Dort sahen wir schließlich, wie ein Pkw recht flott um die Ecke kam und die Fahrerin eilenden Schrittes zur Rezeption ging. Wir vermuteten, dass es sich um die Hotelmanagerin handeln musste, die vermutlich einen Schlüssel brachte, damit man dem ganzen Spuk ein Ende bereiten konnte.

Nach dem Feueralarm

Nach dem Feueralarm

Nachdem der Feueralarm zum zweiten Mal abgeschaltet wurde, konnten wir alle wieder in unsere Zimmer zurück. Die gesamte Aktion dauerte insgesamt mehr als eine Stunde. Wir waren ziemlich glücklich, dass der Feueralarm genau dann auslöste, als wir mit dem Essen fertig waren und noch keiner von uns unter der Dusche stand. War also ein wenig Aufregung, aber nichts Dramatisches. Aber eine interessante Erfahrung, die uns daran erinnerte, dass wir uns in fremden Hotels mit dem Fluchtweg vertraut machen sollten und dass unsere wichtigsten Sachen wie Dokumente, Geld etc. griffbereit parat liegen.

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