Ardennen

2012 – Wandern durch die Ardennen

 

Wandern durch die Ardennen

Namur

 

Namur, auf Wallonisch Nameur genannt, erstreckt sich an der Mündung der Sambre in die Maas und ist nur noch rund eine Autostunde von Brüssel entfernt. Erstmalige Erwähnung erhielt die Stadt im siebten Jahrhundert, besiedelt war der Mündungsbereich aber bereits zu den Zeiten der Kelten. Mit der Erhebung zur Grafschaft im 10. Jahrhundert war die Maas Grenzfluss zwischen dem Bischofstum Lüttich und der Grafschaft Namur. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Stadt in verschiedene Herrschaftshände.

 

Zunächst fiel Namur an die Grafschaft Flandern, später folgte Philipp der Gute und im 17. Jahrhundert gehörte Namur zur Niederlande, die jedoch unter spanischer Herrschaft standen. Dieser Zeitpunkt war es auch, in dem die Stadt deutlich befestigt wurde. Mit der Eroberung durch Frankreich wurde die Zitadelle, die sich am südlichen Sambre-Ufer auf einem Bergrücken erhebt, vom Festungsbaumeister Sébastien Vauban erweitert. Mit dem Frieden von Utrecht, der den Spanischen Erbfolgekrieg beendete, fiel die Stadt in die Hände der Österreicher, während die Zitadelle von der Niederlande besetzt war.

 

Nachdem nun halb Europa von sich behaupten kann, die Stadt Namur in der Vergangenheit besessen zu haben, gehört sie seit 1830 zum Königreich Belgien. Das Land baute, ähnlich wie in Lüttich einen Festungsring um die Stadt, der jedoch im Ersten Weltkrieg bereits nach drei Tagen zerstört werden konnte. Auch im Zweiten Weltkrieg gab es erhebliche Zerstörungen, da Namur beim Westfeldzug der deutschen Soldaten als auch bei der späteren Ardennenoffensive genau auf der Frontlinie lag. Heute ist Namur eine bedeutende Industriestadt, besticht aber durch eine gemütlich Altstadt mit einigen sehenswerten Bauten und zahlreichen Museen.

 

Die Stadt besitzt zwei Touristenbüros, eine direkt in einem Rondell in der Nähe des Bahnhofs, ein weiteres an der vorletzten Brücke, die die Sambre überspannt. Von dem Rondell am Bahnhof gelangt man in wenigen Schritten in die Rue de Fer, der Haupteinkaufsstraße.

 

Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, den ehemaligen Mittelpunkt Europas aufzusuchen, der sich nahe der Grenze zu Frankreich befindet. Nicht umsonst sammle ich geografische Mittelpunkte.

 

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