Sonnenuntergang bei Southampton

2019 – Auf der Queen Mary 2 nach New York

Es gibt Dinge, die sind auch für mich auf einer Reise ungewöhnlich. Nein, damit meine ich nicht die Transatlantiküberquerung auf der Queen Mary 2 von England nach Amerika. Denn diese Reise hier würde bereits meine fünfte Atlantiküberquerung mit dem Schiff werden. Zwei Mal überquerte ich den Atlantik mit einem Frachtschiff und weitere zwei Male bereits mit der Queen Mary 2. Ungewöhnlich an dieser fünften Überquerung ist einfach die Tatsache, dass ich zuvor in Köln übernachten musste.

Abfahrt in Essen

Abfahrt in Essen

Und das nervte sogar. Denn ich lebe in Essen. Eigentlich könnte man mit dem Zug wunderbar via Köln nach London reisen, eigentlich. Aber die Deutsche Bahn hatte ein paar Baustellen eingerichtet und so fuhren zwischen Essen und Köln keine vernünftigen Züge. Lediglich die S-Bahnlinie 6 pendelte weiterhin und gerade diese S6 ist im Ranking der zuverlässigsten Bahnverbindungen ganz sicher irgendwo weit unten angesiedelt.

ICE bleibt in Aachen liegen

ICE bleibt in Aachen liegen

Wir verlegen die Abfahrt einen Tag nach vorne

Kaum ein Tag, an dem die S6 ausfällt oder sich verspätet. Und genau das Risiko wollten wir nicht eingehen. Da wir schon Bahntickets hatten und auch eine Übernachtung in London eingeplant war, überlegten wir, wie wir mit dieser Baustellensituation umgehen wollten. Dabei kam uns die Überlegung, dass wir ganz einfach am Tag vorher nach Köln fahren und dann dort frühmorgens in den ICE nach Brüssel einsteigen würden. Das bedeutete allerdings, dass wir in Köln übernachten müssten. Gerade einmal 50 Kilometer von zuhause brauchten wir also ein Hotel. Und wie sich herausstellte, war dieses Hotel auch nicht gerade günstig. Es war wohl gerade Messe in der Domstadt. Blöd, aber nicht zu ändern. Das Risiko, dass wir am eigentlichen Abreisetag mit der S6 zu spät in Köln ankämen, war uns einfach zu groß.

Spaziergang durch London

Spaziergang durch London

So war es eben für uns ungewöhnlich, dass wir am neuen Abreisetag ganz entspannt zuhause saßen und nicht so recht wussten, was wir tun sollten. Denn es reichte uns ja nun, dass wir am späten Nachmittag in Köln ankämen. Auf Stadtbesichtigung hatten wir keine große Lust. Wir kennen Köln in- und auswendig. Nach einem entspannten Vormittag, an dem wir in Ruhe durch das Netz surften, schnappten wir also unser Gepäck und gingen zu Fuß zur nahegelegenen S-Bahnstation Essen-Süd. Wir wussten noch nicht, dass dies der einzige entspannte Vormittag in den nächsten zwei Monaten sein würde.

Churchill-Skulptur in London

Churchill-Skulptur in London

Die ersten Schritte einer zweimonatigen Reise

Unser Gepäck bestand aus vier Koffern, zwei Rucksäcken und einer Tragetasche. Immerhin mussten wir Kleidung für die Queen Mary 2 mitnehmen, aber auch unsere Trekkingklamotten, Wanderschuhe und natürlich unseren treuen Begleiter Pingu. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig, dass wir zwei Monate später mit einem Koffer und einer Tragetasche mehr wieder zuhause ankommen würden.

London

London

Wir stiegen in die S-Bahn, um sie gleich zwei Haltestellen später wieder zu verlassen. Das ging ja gut los. Doch genau in unserem Abteil war ein Mitreisender unterwegs, der vermutlich unter Drogeneinfluss stand. Er belästigte sämtliche Passagiere, schrie durch die Gegend und wirkte wenig vertrauenerweckend. Gerade mit unserem umfangreichen Gepäck waren wir ein wenig unbeweglich, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Und auf Stress mit fremden Menschen hatten wir ganz sicher keine Lust. Wir hatten uns über ein Jahr auf diese Reise vorbereitet. In den Wochen vor der Tour haben wir ganz besonders auf unsere Gesundheit geachtet, damit uns nichts und niemand die Reise vermasselt. Da brauchten wir so etwas am Tag unserer Abfahrt ganz sicher erst recht nicht.

Westminster Abbey

Westminster Abbey

Erst Nacht der Reise in Köln

Also stiegen wir aus und ließen die S-Bahn ohne uns weiterfahren. Wir hatten es ja jetzt nicht eilig, da war uns das ziemlich egal. Mit der nächsten Bahn fuhren wir dann ohne weitere Vorkommnisse bis zum Kölner Hauptbahnhof. Von dort aus bugsierten wir unseren ganzen Krempel durch die Kölner Altstadt bis zu unserem Hotel am Waidmarkt. Nach dem schnellen Check-In und einer kurzen Visite des Hotelzimmers gingen wir dann trotzdem noch ein wenig durch die Stadt. Eine Kleinigkeit einkaufen, eine Kleinigkeit essen, das Übliche halt.

Buckingham Palast

Buckingham Palast

Erst in über einer Woche wurde uns wieder bewusst, wie klein die Hotelzimmer in Europa eigentlich sind. In den USA bekamen wir schon damals auf unserer Reise und auch später auf dieser Tour wieder einmal Zimmer, die nur die Hälfte kosten, aber eine doppelte Größe bieten. Am nächsten Morgen zogen wir dann sehr früh wieder los. Die Entscheidung, nicht erst bei uns mitten in der Nacht zu starten, hielten wir bei unserem morgendlichen Spaziergang durch die Kölner Altstadt für absolut richtig. Es war ziemlich eklig an Erbrochenem vom Vorabend entlang zu gehen und den Uringestank am Fahrstuhl neben dem Dom zu erschnuppern, doch das sollte uns nicht die Vorfreude auf die weitere Reise nehmen.

London Eye an der Themse

London Eye an der Themse

In Köln geht es los

Am Kölner Hauptbahnhof gab es schließlich die typische Deutsche Bahn-Verwirrung. Sie betraf nicht nur uns, sondern auch viele andere Reisende. Denn zwei Mal wurde die Wagenreihung anders aufgezeigt, als sie auf den üblichen Postern angegeben war. Somit liefen alle Passagiere wie ferngesteuert auf dem Bahnsteig hin- und her. Wir auch. Als der Zug dann einfuhr, war die Wagenreihung dann doch wieder anders. Na ja, es war uns egal. Hauptsache, wir waren mit dem ganzen Gepäck im Zug und konnten nun ganz entspannt nach Brüssel fahren, wo wir in den Euroshuttle umsteigen würden.

Verkehr am Trafalgar Square

Verkehr am Trafalgar Square

Doch wir würden nicht mit der Deutschen Bahn fahren, wenn da nicht noch was passieren würde. Am letzten deutschen Bahnhof, also in Aachen, hieß es dann plötzlich Endstation – zumindest für den Zug. Für uns sollte die Reise noch weitergehen. Aber wie? Zunächst hieß es, dass der Computer des Zuges neu gestartet werden müsse und das würde 20 Minuten dauern. Aha. Also mussten wir mit einer Verspätung rechnen. Doch so lange dauerte es gar nicht, denn schon nach fünf Minuten kam die nächste Durchsage: Der Zug sei definitiv defekt und wir alle müssten den Zug verlassen.

Schiffstradition in Southampton

Schiffstradition in Southampton

Ungewissheit bei der Anreise

Na toll. Da standen wir also nun auf dem Bahnsteig vom Aachener Hauptbahnhof und machten uns Gedanken, ob wir den Euroshuttle überhaupt noch kriegen würden. Den geplanten sowieso nicht, das war schon klar. Aber würde uns ein andere Zug mitnehmen? Die Plätze sind doch reserviert. Oder würden wir erst am nächsten Tag nach Großbritannien einreisen können? Wir bekamen unser übliches Fahrgastrechteformular, mit dem wir einen Teil der Kosten zurückerstatten könnten und mussten nun auf einen anderen Zug warten, der kurioserweise am selben Bahnsteig einfahren solle, wo jetzt der defekte ICE stand.

Mosaik im Park von Southampton

Mosaik im Park von Southampton

Doch welch Wunderheilung. Kaum waren alle Passagiere ausgestiegen dauerte es keine fünf Minuten, bis sich der defekte ICE in Bewegung setzte und wieder in Richtung Osten, also nach Köln fuhr. Das wollten wir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht hinterfragen, man wunderte sich nur. Wenig später fuhr dann ein Bummelzug der belgischen Bahn ein, der uns alle einsammelte und mit dem wir dann ziemlich gut besetzt bis in den ersten belgischen Ort namens Welkenraedt fuhren. Von dort aus ging es dann mit einem belgischen IC nach Brüssel. Mangels Sitzplatz hockten wir irgendwo zwischen zwei Waggons und hofften, dass wir noch einen Anschlusszug nach London bekommen würden. Wir wollen ja nicht zu spät zur Queen Mary 2 kommen.

Niedliche Skulptur

Niedliche Skulptur

Ankunft in London

Das gelang tatsächlich. Als wir in Brüssel ankamen, begaben wir uns eiligen Schrittes zum Schalter vom Euroshuttle, wo wir mit den Worten begrüßt wurden, das sei normal. Man würde hier öfter auf deutsche Passagiere warten müssen. Na, das spricht ja wirklich nicht für die Deutsche Bahn. Glücklicherweise erhielten wir noch Tickets für den heutigen Tag und konnten nach rund eineinhalb Stunden Wartezeit den Zug nach London besteigen. Immerhin, das war uns schon klar, würden wir dann nach der Reise die Hälfte des Fahrpreises erstattet bekommen. Wir googelten schnell, wie lange wir unseren Anspruch geltend machen können und fanden erfreulicherweise heraus, dass man ein Jahr Zeit hätte. Sehr gut. So verschwand das Erstattungsformular für die nächsten zwei Monate in unserem kleinen Dokumentenordner, in dem wir die wichtigsten Sachen mit uns führten.

Titanic-Denkmal in Southampton

Titanic-Denkmal in Southampton

Nach einer dann entspannten Fahrt durch den Rest Belgiens, durch Frankreich und durch den Süden Englands kamen wir am Londoner Bahnhof St. Pancras an. Unser Hotel für die kommende Nacht befand sich jedoch vier Kilometer weit entfernt südlich der Themse. Denn dort in der Nähe liegt der Bahnhof Waterloo, von dem aus wir am nächsten Tag nach Southampton fahren würden. So zogen wir also unsere vier Koffer die gesamten vier Kilometer durch London bis zum Hotel, wo wir freundlich empfangen wurden und ebenfalls wieder schnell eincheckten.

Zweites Titanic Denkmal

Zweites Titanic Denkmal

Stadtrundgang durch London

Danach machten wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt, der uns natürlich erstmal zum Bahnhof Waterloo führte. Denn das einzige, was wir bei unseren langen Vorbereitungen nicht kaufen konnten, war ein Bahnticket von London nach Southampton. Aber das schien uns ohnehin kein Problem, weil das nur ein Regionalzug ist, der sehr oft verkehrt. Und wenn alle Stricke reißen, hätten wir notfalls einen Mietwagen nehmen können. Wichtig war uns ja bloß, dass wir auf die britische Insel gelangen und das ist uns nun endlich gelungen. Wir kauften die Tickets für den nächsten Tag und spazierten anschließend noch ein wenig durch das Zentrum.

Willkommen bei Cunard

Willkommen bei Cunard

Das bedeutete, dass wir am Themse Ufer am London Eye vorbeigingen und uns in einer Seitenstraße erst einmal etwas zu essen gönnten. Danach flanierten wir über die Westminster Bridge am Big Ben und der Westminster Abbey vorbei bis zum Buckingham Palast. Durch den St. James Park gingen wir dann langsam wieder zurück in Richtung Trafalgar Square. Von dort ist es nur ein Katzensprung zur Themse, um dann schließlich den langen Anreisetag im Hotel zu beenden. An diesem Tag legten wir gute 20 Kilometer zu Fuß zurück und es sollte der Auftakt sein zu einer zweimonatigen Tour mit extrem viel Bewegung. Das tat uns gut und gefiel uns. Außerdem erfreuten wir uns daran, dass wir trotz der verspäteten Ankunft noch ein wenig von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in London sehen konnten. Neu waren sie für uns natürlich nicht, waren wir doch schon mehrmals in der britischen Hauptstadt.

Willkommen an Bord

Willkommen an Bord

Mit der Bahn von London nach Southampton

Die Bahnfahrt nach Southampton war am nächsten Tag absolut unspektakulär und so konnten wir schon sehr früh im Hotel gleich gegenüber vom Bahnhof einchecken. Auch Southampton kennen wir bereits von Wohnmobilreisen und Landgängen mit dem Schiff sehr gut. Doch wir hatten ja noch Zeit und so schlenderten wir nachmittags durch die kleine Stadt und am Hafen entlang.

Michael Moll

Michael Moll

Auch hier war das Hotelzimmer klein, sehr klein sogar. Aber uns war es egal. Wir standen am nächsten Morgen auf und warteten darauf, dass wir zum Hafen gehen konnten. Wir mussten nicht ganz so früh da sein. Das Einchecken auf dem Schiff würde erst gegen Mittag beginnen. Daher saßen wir noch ein wenig auf unserem Hotelbett und machten ganz gegen unseren Gewohnheiten den Fernseher an. Dort wurden wir auf irgendeinem britischen Fernseher über das Thema Wasser informiert. Das war irgendwie passend, weil wir ja nun in den nächsten sechs Tagen nur auf dem Wasser unterwegs sein würden.

Meine geliebten Eggs Benedict

Meine geliebten Eggs Benedict

Zurück auf der Queen Mary 2

Wir spazierten in Richtung Hafen und dabei hinter einer jungen Frau, die laut ihrem Kofferanhänger auch zur Queen Mary 2. Kurioserweise sahen wir diese Dame in der gesamten nächsten Woche nicht mehr wieder. Große Freude sah man uns ins Gesicht geschrieben, als wir das das Schiff am Ocean Terminal sahen. Dort hatten wir es drei Jahre zuvor verlassen, nachdem wir unseren ersten USA-Roadtrip hatten und bei der Rückfahrt von New York in Southampton ausschifften. Zwar sahen wir die Queen Mary 2 zwischenzeitlich ganz zufällig ein Jahr später als wir mit dem Wohnmobil durch Norwegen reisten, doch konnten wir damals logischerweise nicht an Bord. Wir witzelten ein wenig, dass zwischen dem Ausschiffen vor drei Jahren und dem jetzigen Einschiffen im gleichen Hafen einfach nur ein sehr langer Landgang lag.

Wir legen ab

Wir legen ab

Die Einschiffung dauerte ein wenig, wir waren einfach zu früh vor Ort. Aber als wir dran waren, ging alles sehr schnell, einfach und problemlos. Wir betraten voller Freude das Schiff und gingen wie selbstverständlich zum Fahrstuhl, der uns zu Deck 12 brachte. Beim Einschiffen sind die Crewmitglieder immer sehr elegant und es gibt sogar einen Pagen im Lift. Nach der freundlichen Begrüßung waren wir wieder in exakt der Kabine, die wir schon von damals kannten: 12049. Eine Innenkabine, aber das reichte uns vollkommen, da wir uns ohnehin wieder vorgenommen hatten, viel Zeit außerhalb der Kabine zu verbringen.

Fähre der Isle of Wight

Fähre der Isle of Wight

Vollbeschäftigung auf dem Schiff

Auch die Tischnummer 108 im Britannia-Restaurant wussten wir schon , weshalb eine unserer ersten Taten darin bestand, sich anzuschauen, wo wir am beim Dinner am Abend sitzen würden. Wir freuten uns, endlich wieder an Bord sein zu können und harrten der Dinge, die da auf uns zukommen sollten. Dazu zählte natürlich erst einmal die Abfahrt. Freudig schauten wir, wie die Leinen gelöst werden und wie wir uns vom Ocean Terminal entfernen. Kurz zuvor sahen wir noch die Queen Elizabeth, die ebenfalls zu Cunard gehört. Sie fuhr kurz vor uns aus dem Hafen hinaus und wir sahen ihr hinterher. So waren wir doch ein Jahr zuvor mit ihr in Southampton, als wir nach Island reisten.

Hafen von Southampton

Hafen von Southampton

Es war alles so wie wir uns das wieder vorstellten und wünschten. Gleich am ersten Seetag legten wir wieder mit einem vollen Programm los. Moni verließ die Kabine sehr früh, weil sie zur Messe ging. Wir trafen uns dann kurz darauf im Kings Court Büffetrestaurant zum Frühstück. Von da an hatte uns die ständige Beschäftigung voll im Griff. Wir spielten am Pooldeck Baggo und auf Deck 12 Deck Quoits. Dabei handelt es sich um Säckchen werfen und Ringe werfen. Wir mögen das sehr, weil man hier immer Gleichgesinnte trifft und man ein paar nette Kontakte knüpfen kann.

Queen Elizabeth

Queen Elizabeth

Schatzsuche an Bord der Queen Mary 2

So auch dieses Mal wieder. Im Laufe der Woche lernten wir zum Beispiel Glen und auch Kevin mit seiner Frau kennen. Allesamt spielbegeisterte Briten. Nach dem Lunch folgte schon das nächste Spiel, eine Schatzsuche. Das kannten wir vom letzten Mal noch nicht. Wir mussten eine Zettel abholen, auf dem neun Details vom Schiff zu sehen waren. Diese mussten gefunden und als Selfie abfotografiert werden, wofür man 24 Stunden Zeit hatte. Hat man das mit Erfolg erledigt, bekam man zwei weitere Sticker, mit denen man ein Sammelheft füllen kann. Dieses Sammelheft wollten wir natürlich zum Abschluss der Reise gegen einen kleinen Preis einlösen. Auch Beat the table und Shuffleboard gehörten natürlich zum Programmangebot und besonders letzteres macht mir immer viel Spaß.

An Deck 13

An Deck 13

Am Vormittag des ersten Seetags war das Meer sehr ruhig. Ein wenig Wellenbewegung war erst ab dem Nachmittag zu sehen. Die Vorhersage sprach von vier Meter hohen Wellen bis Mitternacht. Alles halb so wild, aber dennoch leicht spürbar. Wir waren aber bereits Schlimmeres gewohnt. Den Afternoon Tea ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen und kamen dabei auch wieder mit einem britischen Pärchen in Kontakt. Der Abend stand ganz im Zeichen eines Balls mit Kapitänsempfang. Auf diesem erfuhren wir dann auch, dass mit uns 19 Hunde und eine Katze an Bord sind.

Schriftzug der Queen Mary

Schriftzug der Queen Mary

Lunch mit deutschen Passagieren

Die zweite Nacht wurde dann doch etwas unruhiger, aber sie war noch im Rahmen. Sorge machte uns lediglich die Aussage, dass dies noch gar nicht der angekündigte Sturm gewesen sei. Wie sich später herausstellte, war er es aber doch und die See wurde bis zum Ende der Reise immer ruhiger. Für heute stand etwas weniger Action für uns auf dem Programm. Wir begannen mit einem Tischtennisturnier, wobei das eigentlich nicht zu meinen Favoriten zählt. Beim Lunch wurde ein Mittagessen mit deutschen Passagieren organisiert. Das waren ohnehin nicht viele. Die Anzahl der deutschen Passagiere lag gerade einmal bei 38 Personen. Davon kam gerade mal ein Bruchteil zum Mittagessen, so dass es eine ganz angenehme Gesprächsrunde wurde.

Altar der morgendlichen Messe

Altar der morgendlichen Messe

Allerdings musste ich sie unterbrechen, weil ich die beiden Stempel für die Schatzsuche abholen musste. Doch das ging schnell und flugs saß ich wieder im Britannia Restaurant. Der Wind war an diesem Tag noch recht stark, dennoch belegte ich beim Paddle Tennis den zweiten Platz. Immerhin. Und das ist auch nicht wirklich meine Sportart. Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Form von Tennis mit Schlägern aus Holz. Beim Afternoon Tea lernten wir ein junges Pärchen aus Frankfurt kennen. Er war zum ersten Mal an Bord und wollte aus unserem Erfahrungsschatz wissen, ob es immer so stürmisch sei. Wir mussten ein wenig schmunzeln, weil es zwar Schiffsbewegungen gab, aber wir auch schon größere Stürme kennenlernen mussten. Den zweiten Seetag beendeten wir schon relativ früh und waren um 22.30 Uhr im Bett.

Auf dem Weg zum Galaabend

Auf dem Weg zum Galaabend

Besichtigung der Küche auf der Queen Mary 2

Die nächste Nacht war schon wieder absolut ruhig. Wir begannen den Tag wie immer und trafen uns nach Monis Messegang zum Frühstück. Draußen auf Deck 7 drehten wir einige Runden auf dem Walkathon um in Bewegung zu bleiben und schon ging es mit Ringe werfen in der kleinen Kevin-Runde weiter. Mittags stand eine Küchenbesichtigung auf Deutsch auf dem Programm. Angesichts der wenigen deutschen Gäste war das wieder sehr angenehm und im kleinen Kreis. Es blieb sehr viel Zeit, sich mit dem Küchenchef unterhalten zu können. Moni gewann am Nachmittag das Baggo-Turnier und auch beim Ringe werfen räumte sie ab. In der Kevin-Gruppe war sie mittlerweile ständig als Champion gesetzt. Es war immer wieder schön, den Leuten zu begegnen, mit denen man alle paar Stunden ein wenig bei solchen Deckspielen mitfiebert.

Professionelle Tänzer an Bord

Professionelle Tänzer an Bord

Das Ringewerfen war aber eigentlich nicht geplant, sondern galt als Ersatz für ein ausgefallenes Paddletennis und für Shuffleboard. Denn draußen war es weiterhin sehr windig und da macht es oben auf Deck 13 nur wenig Freude. Ein weiteres Spiel hieß Hoola-Ringe werfen. Klingt alles sehr seltsam, aber wie gesagt: Der Spaß steht im Vordergrund und den haben in der Regel alle Beteiligten.

Fliegende Fische

Fliegende Fische

Abends wieder zum Ball

Am Abend gab es dann einen weiteren Ball, zu dem aber nicht mehr alle Passagiere eingeladen waren, sondern nur noch Reisende mit Gold-, Platin oder Diamant-Status. Dazu zählten wir, weil dies ja bereits unsere vierte Reise mit Cunard war.

Noch eine Eisskulptur

Noch eine Eisskulptur

Auch die Nacht zum vierten Seetag verlief absolut ruhig. Genauso ging es tagsüber weiter. Das Wetter spiele absolut mit bei dieser Transatlantikreise. Beim Frühstück machten wir heute eine Ausnahme, denn dieses Mal nahmen wir es im Britannia Restaurant zu uns. Seit der ersten Überfahrt hatten wir das nicht mehr gedacht, weil es uns dort eigentlich zu lange dauert. Uns ist es beim Frühstück dann doch lieber, wenn wir uns an einem Büffet bedienen können. Aber beim Gespräch mit dem Küchenchef erfuhren wir, dass es meine geliebten Benedict Eggs doch noch gibt. Ich nahm an, man hätte sie aus dem Küchenprogramm geworfen. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass man sie früher auch im Kings Court bekam. Das bedauerte ich ein wenig und sagte das dem Küchenchef. Der erklärte mir aber, dass es sie sehr wohl noch geben würde und zwar im Britannia Restaurant.

Man kann die Finger nicht davon lassen

Man kann die Finger nicht davon lassen

Benedict Eggs im Britannia Restaurant

Und in der Tat. Ich bekam zwei wunderschöne Benedict Eggs serviert. Mann, wie ich dieses Frühstück liebe. Und weil wir sowieso gerade dort saßen bestellten wir auch noch süße Speisen, die es im Kings Court nicht gibt. Das waren in diesem Fall Pancakes mit Bananen. Pancakes gibt es selbstverständlich auch im Büffetrestaurant, aber eben nicht mit Bananen. Also warum nicht einfach mal probieren, wenn man sowieso gerade dort sitzt. Aber was soll ich sagen? Es gab keine herkömmlichen Pancakes sondern Pfannkuchen in Übergröße. Der Unterschied war also nicht nur in der Art der Zubereitung, sondern auch im Umfang der Speise zu sehen. Eine tolle Überraschung. So kann der Tag doch gleich weiter gehen.

Ich liebe Shuffleboard

Ich liebe Shuffleboard

Das tat er auch. Nach Ringe werfen, Crazy Golf war ich es dann dieses Mal, der das Baggoturnier am Pooldeck gewann. Ja, man kann sagen, dass Moni und ich bei diesen Deckspielen die Bude rockten. Für uns war das natürlich auch keine Frage, dass wir an der zweiten Schatzsuche ebenfalls teilnahmen. Diese stellte sich jedoch für uns und auch für die anderen Teilnehmer als etwas herausfordernder dar. Es gab ein Detail, auf dem die Schauspielerin Helen Mirren zu sehen ist, und von dem wir nichts wussten. Aber wir hatten ja noch Zeit bis zum nächsten Tag. Beim Tischtennisturnier verlor ich gleich in der ersten Runde. Das ist einfach nichts für mich. Moni hält sich da schon von Anfang an raus. Sie weiß schon, warum.

Das Planetarium an Bord

Das Planetarium an Bord

Besuch im Planetarium der Queen Mary 2

Abends beschäftigten wir uns aber auch mit eigenen Spielen in der Spieleecke. Vor drei Jahren hatten wir dort auch immer bei Trivial Pursuit gerätselt. Doch dieses Mal richtete sich unser Augenmerk neben Rummikub auch auf Backgammon. Das war für Moni neu und ich habe es ihr gerne beigebracht. Tja, nach der gesamten Reise kauften wir uns unser eigenes Backgammon.

Britannia-Restaurant

Britannia-Restaurant

Am vorletzten Seetag besorgte ich morgens Tickets für das Planetarium. Anschließend suchten wir weiter nach Helen Mirren und wurden dann auch letztendlich fündig. Hat zwar gedauert, aber unsere beiden Sticker für unser Sammelheft waren gesichert. Weiter ging es natürlich mit Crazy Golf, Ringe werfen und endlich wieder Shuffleboard. Nur auf das Lunch im Britannia Restaurant verzichteten wir dieses Mal. Denn im Kings Court Büffetrestaurant fand an diesem Tag ein Schokoladen-Event mit Schokobrunnen, Eisskulpturen und Pralinen statt. Das lässt man sich ja nicht entgehen.

Afternoon Tea im Queens Room

Afternoon Tea im Queens Room

Fliegende Fische und Schweinswale

Nach dem Shuffleboard-Turnier schauten wir uns die Vorstellung im Planetarium an, gingen wie üblich zum Afternoon Tea und saßen am Abend wieder in der Spieleecke. Diese befindet sich vorne am Bug auf Deck 2, also dort, wo man die Wellen sehr gut erkennen kann. Jeden Tag, bei jedem Wetter. Doch plötzlich kam ein Passagier um die Ecke, warf einen Blick auf unser Spiel und durch das Fenster nach draußen, wo eine gewöhnliche Welle zu erkennen war.

Ruhe am Abend

Ruhe am Abend

Der Herr war so dermaßen überrascht, dass man dort Wellen sehen konnte, dass er uns fragte, ob es die dort schon den ganzen Tag geben würde. Was soll man auf so eine Frage antworten? Man könnte ehrlich antworten und sagen, dass man es nicht weiß, weil man nicht den ganzen Tag hier sitzt. Man könnte aber auch antworten, dass wir auf dem offenen Meer sind, genauer gesagt seit fünf Tagen und somit immer wieder Wellen zu sehen sind. Aber außer einem „Yes“ fiel mir vor Erstaunen einfach nichts anderes ein. Aber so ist das eben auf einer Schiffsreise. Man lernt viele nette, aber auch einige sonderbare Menschen kennen.

Am Morgen kurz vor New York

Am Morgen kurz vor New York

Draußen war das Wetter so schön, dass wir sogar wieder Fliegende Fische sehen konnten. Und etwas größer waren die Tiere, die wir leider nur kurz sahen und ohne Teleobjektiv nur unscharf fotografieren konnten. Es war eher aus der Hüfte heraus, weil es so schnell ging. Wir vermuteten zunächst, dass es Delfine sein könnten, aber im Reiseforum tippte man auf Schweinswale. So oder so, ein prachtvoller Anblick.

Vorbei an der Freiheitsstatue

Vorbei an der Freiheitsstatue

Auch neue Eindrücke haben wir erlebt

Was auf dieser Reise für uns neu war, war die Glocke der alten Queen Mary, die jetzt in der Lobby hängt. Jeden Tag pünktlich um 12 Uhr, wenige Sekunden vor der Mittagsdurchsage, wird die Glocke von einem Crewmitglied acht Mal geschlagen. Das kannten wir von den beiden anderen Überfahrten noch nicht. Abends gab es wieder einen Maskenball, von dem aus wir anschließend gleich rüber gingen zum Golden Lion, wo wir uns noch ein wenig an den leidvollen Klängen der Karaokekünstler erfreuten.

Manhattan bei Nacht

Manhattan bei Nacht

Der letzte Seetag verlief natürlich nicht anders als die Tage zuvor. Doch es war natürlich schon zu spüren, dass die Reise ihrem Ende entgegen ging. Am Nachmittag gab es zum Beispiel keine Deckspiele mehr, weil man um kurz nach 17 Uhr eingeladen ist, seine gesammelten Punkte einzulösen. Das war bei uns nicht wenig. Na ja, oder zumindest mehr als beim letzten Mal. Außerdem mussten wir so langsam wieder unsere Koffer packen. Diese sind ja am Abend vor die Kabinentür zu stellen, damit sie von der Crew eingesammelt werden können.

Ankunft am frühen Morgen

Ankunft am frühen Morgen

Ankunft im Hafen von New York

Sehr schade, aber wir trösteten uns damit, dass wir in rund sieben Wochen wieder an Bord gehen würden und wir dazwischen eine tolle Zeit in den USA und in Kanada haben würden. Am Abend saßen wir wieder in der Spieleecke, als Kevin gerade um die Ecke kam. Wir unterhielten uns noch einige Zeit und verabschiedeten uns dann ganz offiziell und per Handschlag. Es war mal wieder eine tolle Zeit, in der wir gegeneinander und miteinander spielten, in der wir uns anfeuerten und uns austauschten. Es war toll.

Manhattan im Sonnenaufgang

Manhattan im Sonnenaufgang

Für den nächsten Morgen stellten wir uns den Wecker sehr früh. Denn üblicherweise fährt die Queen Mary 2 sehr früh am Morgen in den Hafen von New York ein. Zunächst unterquert man gegen 5 Uhr die Verrazzano-Brücke, bevor auf der linken Seite die beleuchtete Freiheitsstatue in der Dunkelheit zu erkennen ist. Vor uns erheben sich die Hochhäuser mit ihren vielen hellen Fenstern und schon nähern wir uns dem Kai im Hafen von Brooklyn. Die Atlantiküberfahrt findet ihr Ende.

Beleuchteter Schriftzug

Beleuchteter Schriftzug

Ausschiffung an Bord der Queen Mary 2

Für uns bedeutet das, dass wir uns nach dem Frühstück in die Carinthia Lounge begeben müssen. In der halten wir halten wir uns in der Regel nie auf und will ich mich auch nicht aufhalten. Denn mit der Carinthia Lounge verbinde ich seit der ersten Überfahrt immer die Tatsache, dass ich hier auf die Ausschiffung warten muss – was mir natürlich nicht passt. Man will ja an Bord bleiben. Andererseits sind wir ja bald wieder da und daher konnten wir den Abschied dieses Mal halbwegs verschmerzen.

Ankunft nach einer Woche

Ankunft nach einer Woche

Nach einiger Wartezeit war es dann soweit. Wir wurden aufgerufen und konnten bzw. mussten das Schiff nun verlassen. Im Terminal standen schon unsere Koffer bereit und die Einreiseprozedur konnte beginnen. Diese bestand aus einer langen Schlange, in der man aber halbwegs flott nach vorne zum Officer kam. Ein freundlicher Gruß, ein Stempel im Pass und Willkommen in den USA. Wir verließen das Terminal, suchten uns ein Taxi und warfen noch einen letzten Blick zurück auf die Queen Mary 2.

New York wartet auf uns

New York wartet auf uns

Weiter geht es mit dem Roadtrip durch die USA nach Kanada.

 

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