Die Queen Mary 2 auf hoher See

2016 – Mit der Queen Mary 2 von New York nach Southampton


Der letzte komplette Seetag war der Montag, 31. Oktober 2016. Das war schon ein wenig schade. Ich wäre gerne länger an Bord geblieben. Aber so etwas weiß man ja eben vorher und so genossen wir noch jeden Augenblick mit der Queen Mary 2. Schon im täglich erscheinenden Tagesprogramm stand, dass wir abends Lizard Point, den südlichsten Punkt Großbritanniens erreichen würden und damit die eigentliche Atlantiküberquerung beendet sei. Ja, kein Wunder. Lizard Point hatten wir drei Jahre zuvor bereits mit dem Wohnmobil besucht. Wir waren also so gut wie zuhause.

Schoko für Michael Moll

Schoko für Michael Moll

Doch bevor es soweit wäre, hatten wir noch einiges zu erleben. Wir nahmen schnell noch am Tischtennis-Wettbewerb um halb 10 teil, waren aber nicht traurig, dass wir in der ersten Runde ausgeschieden sind. Denn schon um viertel nach 10 wurde eine deutschsprachige Führung durch die Küche des Britannia-Restaurants angeboten. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen, denn die Küche sieht man ja nun nicht alle Tage.

Sektempfang

Sektempfang

Mit gut einem Dutzend deutschen Passagieren zogen wir durch die Küche und bekamen so einiges über die Abläufe erklärt. Es war ziemlich eindrucksvoll und wir bekamen sogar eine Rolltreppe zu sehen. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Aber das Britannia-Restaurant erstreckt sich über Deck 2 und 3, die Küche ist jedoch nur auf Deck 2 untergebracht. Logisch, dass die Kellner mit den vielen Speisen auf eine sichere Art das obere Deck erreichen müssen.

Sir Samuels-Bar

Sir Samuels-Bar

Obwohl zu dieser Zeit noch nicht so viel los ist in der Küche, war es dennoch eine gewisse Geräuschkulisse, die auf Dauer nicht angenehm ist. Hinzu kommt, dass man nicht nach draußen schauen kann und man den ganzen Tag am Herd steht und ein und dieselbe Arbeit verrichtet. Ein Koch, der dort an dem Tag beispielsweise Pilze schneidet, macht an diesem Tag auch tatsächlich nichts anderes mehr. Über Stunden hinweg die selbe eintönige Arbeit und das über mehrere Monate ohne Pause hindurch, nicht leicht.

Sonnenuntergang auf hoher See

Sonnenuntergang auf hoher See

Schon um 11 Uhr hatten wir den nächsten Programmpunkt, denn mit einer Schnitzeljagd machten wir beim nächsten Deckspiel mit. Wenig später stand schon das Mittagessen auf dem Plan, denn um 12 Uhr wurde zum letzten Mal die Uhr eine Stunde vorgestellt. Somit waren wir nun in der britischen Zeitzone. Am Nachmittag nahmen wir natürlich wieder, ein letztes Mal, am Afternoon Tea teil, bevor wir schließlich unsere Stempelhefte einlösten. Immerhin hatten wir es im Laufe der Reise doch noch geschafft, zwei Stempel zu erkämpfen, die uns mit einem Cunard-USB-Stick und einem Kugelschreiber honoriert wurden. Ach, irgendwie mag ich das.

Souvenirladen

Souvenirladen

Der letzte Abend endete schließlich mit einer Halloween-Partynacht im Queens Room. Auch hier hat man sich mal wieder alle Mühe gegeben, die Gäste zu unterhalten. Einige Besatzungsmitglieder waren in bester Manier verkleidet und führten einen originalen Thriller-Tanz zu Michael Jacksons berühmten Klassiker auf. Auch dieser Abend war einmal mehr großartig. Aber trotzdem blieb es dabei: Es war der letzte Abend auf der Queen Mary 2 – vorläufig. Denn für uns stand schon fest, dass wir irgendwann wieder das Schiff betreten würde. Dafür war es einfach zu schön.

Tische im Britannia-Restaurant

Tische im Britannia-Restaurant

Ankunft in Southampton

Am letzten Morgen, dem 1. November 2016, schnappten wir unser gesamtes Gepäck und gingen früh von Bord. Wir hatten extra darauf verzichetet, unsere Koffer abholen zu lassen, weil wir das Schiff schnell verlassen wollte. Zugegeben, eigentlich wollten wir es gar nicht verlassen. Aber da wir es letztendlich trotzdem tun müssten, konnten wir das auch schnell erledigen.

Tanz-Ensemble der Queen Mary 2

Tanz-Ensemble der Queen Mary 2

Der Grund hierfür war natürlich der Fahrplan der Züge. Denn wir wollten noch an diesem Tag von Southampton nach Essen zurückfahren. Also nahmen wir ein letztes Frühstück zu uns, rollten unser Koffer zur Grand Lobby und gingen mit einem weinenden Auge von Bord. Nun hatten wir also unsere Reise durch die USA beendet und auch die Atlantiküberquerung mit der Queen Mary 2.

Tolle Torten im Kings Court

Tolle Torten im Kings Court

Da wir uns nun mittlerweile ziemlich gut in Southampton auskannten, war der Weg zum Bahnhof nicht schwer. Auf der Hinreise hatten wir ja bereits die Bahntickets gekauft und brauchten eigentlich nur noch auf den nächstbesten Zug zu warten. Dieser brachte uns nach London, wo wir schließlich vom Bahnhof Euston die wenigen hundert Meter zu Fuß zum Bahnhof St. Pancras gingen.

Versteigerung der Seekarte

Versteigerung der Seekarte

Das war nicht ganz so einfach, wie es sich liest. Immerhin hatten wir jeder einen Rucksack auf, zogen jeder zwei Koffer hinter uns her und hatten noch eine kleine Tasche über der Schulter hängen. Das war der Preis dafür, dass wir zwei Monate unterwegs waren und Trekkingschuhe für die USA, aber auch formelle Kleidung für die Queen Mary 2 bei uns trugen – nicht zu vergessen, dass auch Pingu mit auf der Reise war.

Vorbereitete Speisen

Vorbereitete Speisen

Im Bahnhof St. Pancras angekommen mussten wir unsere Koffer durchleuchten lassen und eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen durchqueren. Immerhin war dies der internationale Bahnhof, weshalb wir auch an dieser Stelle schon unsere Ausweise vorzeigen mussten. Es war quasi ein Grenzübergang, den wir hier passierten. Anschließend suchten wir uns einen Sitzplatz in der Wartehalle und ich zog mich auf die Toilette zurück, um mich umzukleiden. Mein T-Shirt war nassgeschwitzt, weil das Gepäck doch etwas umfangreicher war. So begann für mich der europäische Herbst im November.

Vorraum am Connexions

Vorraum am Connexions

Mit dem Zug durch den Eurotunnel

Der Eurostar brachte uns durch den Eurotunnel nach Frankreich, was für uns eine Premiere war. Wir waren jetzt schon einige Male in Großbritannien, sind aber noch nie durch den Tunnel gefahren. Nun, es war eben ein Tunnel. Überrascht waren wir, als wir von dem Bahnunternehmen ein Mittagessen gereicht bekamen. Das hatten wir nicht erwartet, aber gerne genommen. Wir waren ja nun ein wenig von den vielen Mahlzeiten an Bord der QM2 verwöhnt.

Vorbereitete Speisen

Vorbereitete Speisen

In Brüssel mussten wir in den ICE nach Aachen umsteigen und hatten hier schon befürchtet, den Zug zu verpassen, da der Bahnhof mit Baustellen übersät war und auch noch die einzige Rolltreppe ihren Dienst versagte. Aber es reichte trotzdem noch und am frühen Abend saßen wir also schon in Aachen, wo wir vom ICE auf den Regionalexpress nach Essen wechselten. Dort wurden wir überraschend von unserer Familie in Empfang genommen, die es sich nicht nehmen ließen uns nach Hause zu bringen.

Willkommen an Bord

Willkommen an Bord

Zwei Monate USA inkl. der Überfahrt mit dem wohl elegantesten Schiff der Welt gingen an diesem Abend zu Ende. Sehr schade, aber wir konnten uns damit trösten, dass diese Reise einfach unbeschreiblich war und extrem viel Spaß gemacht hat. Und wir schlossen nicht aus, dass wir eines Tages wieder nach Amerika fahren würden.

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