Transsib

2010 – (4) Mit der Transsib durch die Mongolei zurück


 

Mit der Transmongolischen Eisenbahn von Peking nach Moskau

Einreise in die Mongolei

 

In der Dunkelheit erreichten wir Erlian bzw. Erenhot, den wirklich kleinen chinesischen Grenzort mitten in der Wüste, wo wir wieder darauf warten mussten, dass die Fahrgestelle der Bahn gewechselt würden. Dafür wurden die Waggons natürlich wieder in eine große Werkshalle gebracht, während die Passagiere dieses Mal nicht aussteigen mussten. Überhaupt schien die Prozedur dieses Mal relativ zügig zu funktionieren. Während der Aktion unterhielten wir uns mit den Touristen aus dem Nachbarteil. Sie waren etwas älter als wir und kamen aus den Niederlanden. Auch sie waren auf dem Rückweg nach Europa. Doch sie hielten sich überwiegend in Japan auf, hatten einen kurzen Aufenthalt in Peking und fahren nun ein kurzes Stück mit dem Zug nach Irkutsk um am Baikalsee wandern zu können.

Nachdem der Zug fertig umgerüstet war, konnte die Fahrt weiter gehen. Wir verließen den letzten Bahnhof auf chinesischer Seite und zuckelten langsam der Grenze zur Mongolei entgegen. Beim Verlassen des Bahnhofs standen die chinesischen Grenzbeamten Spalier und aus großen Lautsprechern ertönte zum Abschied eine Hymne, es war jedoch nicht die chinesische. Vielleicht eine lokale Hymne? Es war auf jeden Fall sehr würdevoll, wirkte jedoch auch sehr militärisch.

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In der Nacht sahen wir natürlich nichts. Dadurch verpassten wir nahezu die komplette Wüste Gobi, was zwar schade ist, doch dafür sahen wir am nächsten Tag viele andere Dinge. Und ich muss sagen, die rund eintägige Fahrt durch die Mongolei bot eine der schönsten Ausblicke auf die Landschaft währen der Transsibreise. Allerdings muss erwähnt werden, dass an diesem Tag strahlend blauer Himmel herrschte und die Schaffner die Waggonfenster öffneten, so dass man herrlich nach draußen fotografieren oder einfach nur die Landschaft genießen konnte. Um es kurz zu machen: An diesem Tag durch die Mongolei hat mich nichts vom Fenster wegbekommen.

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Ich habe wirklich den ganzen Tag im Flur gestanden und nach draußen geschaut. Es war einfach nur herrlich. Die Wüste Gobi ging in eine sanfte Berglangschaft über und der Zug fuhr in weiten Kurven durch die grandiose Landschaft. Es folgte die Hauptstadt Ulaan Bator und ein enges Tal, in dem sich nur ein Fluss mit kleinen Auen sowie unser Eisenbahngleis befanden. Die typischen Jurten der Nomaden zogen an uns vorüber und arme Landwirte kümmerten sich um das Vieh, wobei sie cowboyhaft auf einem Pferd saßen. Wüsste man es nicht besser, würde man glauben, in einem Wildwest-Film zu stecken. Doch bei aller Schönheit der Landschaft sah man auch die Armut des Landes und es gab einem schon zu bedenken, dass man hier in einem luxuriösen Zug mit eigenem Badezimmer fährt, während die Menschen dort draußen in einen einfachen Zelten lebten.

Vor manchen dieser Jurten standen Pferde, oft auch moderne, westliche Autos. Nicht selten waren zudem übergroße Satellitenschüsseln zu sehen, die halbversteckt unter Wäscheleinen hervorlugten.

 

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