Transsib

2010 – (4) Mit der Transsib durch die Mongolei zurück


 

Mit der Transmongolischen Eisenbahn von Peking nach Moskau

Einreise nach Russland

 

Die Einfahrt nach Russland erinnerte noch ein wenig an alte Agentenfilme aus der Sowjetzeit. Lange vor der eigentlichen Grenze fuhren wir ganz langsam durch ein Areal, auf dem Soldaten mit Maschinenpistolen und Schäferhunden zwischen und unter den Waggons nach Personen suchten. Alles in allem war die Grenzkontrolle aber problemlos, nur wie gewohnt zeitaufwändig.

Etwas nervig fand ich zu diesem Zeitpunkt die Tatsache, dass die beiden Schaffner ständig Besuch von anderen Schaffnern hatten und diese in ziemlicher Lautstärke ihr Abteil aufsuchten und das mit ihren Zigaretten verqualmten. Dabei muss ja berücksichtigt werden, dass die Abteilwände ja sehr dünn sind und nie ganz abdichten können. Es kam zwar kein Zigarettenqualm in unser Abteil, doch es stank deutlich danach. So bin ich an dem Abend kurz rüber und fragte, ob es okay wäre, wenn wir unser Abteil wechseln könnten, da ohnehin ja alles frei wäre. Der jüngere der beiden Schaffner war sofort damit einverstanden und meinte, dass wir am nächsten Tag ab Irkutsk zwei Abteile weiter nach hinten ziehen könnten, wenn wir wollten.

In der zweiten Nacht rumpelten wir durch Russland und näherten uns dem Baikalsee, den wir am nächsten Morgen nach dem Aufstehen bereits in Reichweite hatten. Das Wort Reichweite ist dabei nicht übertrieben, immerhin fährt der Zug wirklich unmittelbar für mehrere Stunden am Ufer entlang. In Irkutsk verließ uns dann das niederländische Pärchen und wir konnten unser neues Abteil beziehen.

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Auf dem Frachtschiff vor drei Jahren zogen wir von einer Wohnung in die andere, weil Wasser auslief, hier in der Transsibirischen Eisenbahn war es der Qualm, der uns umziehen ließ.

 

Doch wirklich bemerkbar war die Tatsache, dass wir nun komplett alleine im Waggon waren. Es stiegen keine weiteren Personen mehr hinzu und so waren wir von Irkutsk bis Moskau tatsächlich die einzigen Passagiere im gesamten Waggon. Für die beiden Schaffner war dies sicherlich auch angenehm, mussten sie sich doch kaum um etwas kümmern. Aber ein merkwürdiges Gefühl ist es schon, wenn man zu zweit reist und man zwei Schaffner zur Verfügung hat, die sich um einen kümmern. Somit hatte also jeder von uns seinen eigenen Schaffner, der sich ja zugleich um das Wohl der Passagier in dem rollenden Hotel kümmert.

Mit jedem Meter, den wir Richtung Westen rollten, näherten wir uns der russischen Hauptstadt. Doch zuvor passierten wir in Sibirien Städte wie Krasnoyarsk, Mariinsk, Novosibirsk, Omsk, Ischim, Tjumen und Ekaterinburg bevor wir im Ural die Grenze zu Europa überschritten, die mit einem Obelisken markiert ist.

 

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