Vogelwelt

2020 – Mit dem Wohnmobil zum Noordkaap

Noordkaap – mit doppel-o und doppel-a? Die Rede ist nicht vom berühmten Nordkap in Norwegen, sondern vom Noordkaap in der Niederlande. Wer etwas über eine Wohnmobilreise zum Nordkap in Norwegen sucht, ist hier auf der Seite aber auch richtig. Bereits zwei Mal fuhr ich mit dem Wohnmobil zum Nordkap.

Aussicht vom Besucherzentrum

Aussicht vom Besucherzentrum

 

Mit dem Wohnmobil zum niederländischen Noordkaap

Doch in diesem Beitrag geht es einzig und alleine um einen kurzen Wohnmobilausflug an die Nordsee. Die Fahrt war dringend nötig, denn unser Wohnmobil wurde fünf Monate lang nicht bewegt. Unsere letzte Womo-Reise führte uns im Sommer in den Harz. Danach waren wir zwei Monate auf einem Roadtrip in den USA und in Kanada unterwegs und danach gab es in der dunklen Jahreszeit eine gewisse Reisemüdigkeit.

Nebel an der Ems

Nebel an der Ems

 

Dieser Reisemüdigkeit traten wir nun entgegen, indem wir im Januar unsere erste Tour in diesem Jahr angingen. Gemütlich fuhren wir nach Norden und steuerten den Wohnmobilstellplatz in Ditzum an. Normalerweise fahren wir ja in Ostfriesland immer ganz gerne nach Harlesiel. Doch da der dortige Stellplatz in den Wintermonaten nicht zugänglich ist und wir auch an diesem Tag ein paar Kilometer einsparen wollten, war Ditzum eben unsere erste Wahl.

Ufer vom Dollart

Ufer vom Dollart

 

Ankunft in Ditzum an der Ems

Gleich nach der Ankunft am Wohnmobilstellplatz gingen wir zum Anmeldehäuschen und zahlten die 10 Euro plus Gästebeitrag mittels Briefumschlag. Wir erreichten den kleinen Ort früh genug, um noch auf Wanderschaft zu gehen. Denn wir wollten uns natürlich umschauen, wo wir sind und was es in Ditzum zu tun gibt. Außerdem hatten wir auf der Karte einen Punkt ausgemacht, der uns als ein geeignetes Wanderziel erschien. Dieser Ort hießt Bohrinsel und war wohl auch mal solche eine.

Wanderung am Deich

Wanderung am Deich

 

Am östlichen Ufer des Dollart, einer Bucht an der Mündung der Ems in die Nordsee, bildete diese Bohrinsel oder besser gesagt, die Überreste davon, eine kleine Halbinsel. Rund sechseinhalb Kilometer wanderten wir auf und am Deich entlang. Zunächst hatten wir die Ems neben uns, wenig später dann eben den Dollart. Dort angekommen war gerade Ebbe und das Wasser war nicht zu sehen. Das lag aber zum Teil auch an dem diesigen Wetter mit seinem Nebel. So hörten wir zum Beispiel deutlich, dass im Hafen von Emden gearbeitet wurde, doch sehen konnten wir ihn. Dabei befindet er sich nur in fünf Kilometern Entfernung.

Windmühle in Ditzum

Windmühle in Ditzum

Gemütlicher Abend im Wohnmobil

Auf dem Rückweg warfen wir noch einen Blick in einen kleinen Supermarkt und kauften ein paar Weihnachtssüßigkeiten ein. Wir hatten Ende Januar und sie waren stark reduziert. Da kann man ja mal einen Weihnachtsmann mitnehmen. Es dunkelte schon, als wir wieder am Wohnmobil ankamen, uns an den Strom anklemmten und unsere Leckereien aßen, die wir bereits bei der Anreise zwischendurch in Weener einkauften.

Wohnmobilstellplatz Ditzum

Wohnmobilstellplatz Ditzum

Mit einer kleinen Spielerunde am Abend beendeten wir den Tag und legten uns – müde von der fast 15 km langen Wanderung – früh ins Bett. Am nächsten Morgen hatte ich zunächst leichte Hals- und Gliederschmerzen. Später fiel mir ein, dass ich schon am Abend beim Zubettgehen einen leichten Windzug direkt in mein Gesicht verspürte. Die Hecktür eines Kastenwagens ist eben nicht zu hundert Prozent dicht. Und wenn man dann genau mit der Nase an der Türe liegt, dann ist das bei Minusgraden und leichtem Wind nicht bekömmlich. Wir hatten zwar in der Nacht die Heizung an, aber trotzdem fühlte ich eine Erkältung aufziehen.

Zahlreiche Vögel

Zahlreiche Vögel

Ein Einkauf in Holland darf nicht fehlen

Wie geplant verließen wir den Wohnmobilstellplatz in Ditzum und reisten einmal um den Dollart herum in die Niederlande ein. Dabei kamen wir ziemlich nah am östlichsten Punkt der Niederlande vorbei, doch mangels Hinweisschild oder Markierung verzichteten wir darauf, dort anzuhalten und genossen die Fahrt über die kleinen Straßen in der Polderlandschaft. Besonders imposant und auffällig fanden wir die großen Bauernhäuser mit ihren hohen Fenstern. Direkt an die Rückseite der Häuser waren die dazugehörigen Scheunen angebaut. So eine Art von Bauernhof hatten wir zuvor noch nicht gesehen. Später lasen wir, dass dies in der Polderlandschaft rund um Groningen üblich und historisch bedingt sei.

Polderlandschaft im Nebel

Polderlandschaft im Nebel

Unser erstes Ziel wurde ein Besucherzentrum bei Fiemel, wo wir uns über die Natur und Geschichte mit dem Dollart befassten. Auf einem kleinen Spaziergang gingen wir bis an das Wasser heran, wo eine Stelle für die Sichtung von Seehunden bekannt sei. Doch an diesem Tag gab es leider keine Seehunde für uns. Na ja, man kann nicht alles haben. Anschließend fuhren wir an Delfzijl vorbei in die kleine Ortschaft Appingedam. Dort hatten wir uns eine Filiale von Albert Heijn ausgeguckt, um mal wieder in den Genuss niederländischer Speisen zu gelangen. Ich liebe ja Puddinge mit Bitterkoekjes und auch die klassischen runden Eierkuchen. Direkt mal mitgenommen.

Einsamer Baum

Einsamer Baum

Zu Besuch am Noordkaap in der Niederlande

Nach dem Einkauf fuhren wir dann das kurze Stück nordwärts bis Eemshaven. Dieser nordöstliche Küstenabschnitt der Niederlande ist stark von der Industrie geprägt. Wir hatten das schon vor einigen Jahren deutlich von der deutschen Küste aus gesehen, als wir mit dem Wohnmobil nach Greetsiel fuhren und zum Pilsumer Leuchtturm wanderten. Auf kleinen Straßen lässt man die Industrieanlagen hinter sich und fährt man durch einen riesigen Windpark mit Dutzenden von Windrädern bis in eine Sackgasse hinein. Am Deich stellten wir unser Wohnmobil ab und begaben uns auf den kurzen Spaziergang bis zum Noordkaap.

Windräder am Noordkaap

Windräder am Noordkaap

Das Noordkaap der Niederlande darf man nicht mit dem Nordkap Norwegens vergleichen. Hier gibt es keine Steilküste, sondern nur einen Deich. Und wenn nicht an der nördlichsten Stelle des niederländischen Festlands eine Skulptur stehen würde, dann würde man schlicht am Noordkaap vorbei spazieren und den nördlichsten Punkt gar nicht bemerken. Nur zehn Kilometer nördlich vom Noordkaap befindet sich die deutsche Insel Borkum. Sie ist die westlichste der ostfriesischen Insel. Doch es herrschte immer noch Nebel und die Sicht war einfach nur schlecht. Überhaupt hatten wir eher das Gefühl, es sei November als Januar. Aber dafür genossen wir den Ausflug an die Nordsee fast für uns alleine.

Am Noordkaap mit Nordkap-Mütze

Am Noordkaap mit Nordkap-Mütze

Skulptur am nördlichsten Punkt der Niederlande

Skulptur am nördlichsten Punkt der Niederlande

 

 

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