2009 – Mit dem VW-Bus durch Norwegen

 

Mit einem VW-Bus durch Norwegen

Wanderung zum Kjeragbolten

 

Nach einer weiteren Serpentinenabfahrt erreichen wir den Parkplatz am Kjerag. Nach dem Bezahlen von 60 Kronen (rund 7 Euro) marschieren wir los. Wieder kommen uns, wie bereits am Vortag, zahlreiche Menschen entgegen. Wir ziehen uns an Ketten die glatten Felsen hoch, überqueren den ersten kleineren Gipfel und sind in einem kleinen, grünen Tal.

Diese Prozedur wiederholt sich mit dem Unterschied, dass der zweite Gipfel etwas höher ist. Nach diesem geht es hoch hinaus und ein Ende ist nicht abzusehen. Auf einem felsigen Hochplateau marschieren wir an zahlreichen Steinpyramiden vorbei bis wir schließlich an dem imposanten Felsen namens Kjerag ankommen. Ich stelle mich mit weichen Knien zweimal drauf, während Moni Fotos macht. Sonst mache ich ja vor Sehenswürdigkeiten keine Fotos von mir, sondern von Pingu. Aber in diesem Fall ist es mir zu gefährlich den Stoffpinguin auf den Felsen zu stellen, wo es doch fast eintausend Meter in die Tiefe geht und der Stein nur zwischen zwei hohen Felswänden eingeklemmt ist. Dann opfere ich mich doch lieber selber.

 

Wieder ganz langsam gehen wir zurück und sind eine der letzten, die noch in der Gegend herum laufen und nach fast sechs Stunden am Parkplatz ankommen. Bemerkenswert ist dennoch, dass es auch hier an diesem Tag ziemlich überlaufen war. Vom letzten Gipfel aus sehen wir schon, dass sich ein alter VW-Bus zu uns gesellt hat, der zu Beginn unserer Wanderung auf einem anderen Parkplatz stand. Doch das junge Pärchen aus Bayern hatte nicht vor über Nacht zu bleiben, so dass wir unten ankamen, als sie gerade weg wollten.

 

Tag 5

Sehr früh stehen wir auf dem mittlerweile sehr leeren Parkplatz auf und fahren nun bei etwas schlechterem Wetter auf der sehr schönen Straße zurück zur Hauptstraße. Mit einer Fähre überqueren wir den Fjord und folgen der Beschilderung zum Preikestolen, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Norwegen. Kurz vor der Ankunft beginnt es zu regnen und als wir das Ticket für den Parkplatz in der Hand halten, artet der Regen in einem Wolkenbruch aus. Alle anderen Wanderer, und davon waren eine ganze Menge da, warten brav in ihren Autos. Überwiegend kommen die Touristen aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Aber auch Autos aus Estland, Belgien und erstaunlicherweise nicht wenige aus Spanien sind hier und immer wieder in Norwegen zu sehen. Irgendwann nach einer Stunde denken wir, dass der Regen nachgelassen haben könnte und wir packen uns in die Regenjacken. Doch weit kommen wir nicht. Schon der erste kleine Anstieg entpuppt sich als übler Matschweg, auf dem uns das Wasser in Massen entgegen kommt. Gleichzeitig öffnet sich die nächste graue Wolke und entlädt ihren Inhalt auf uns. Wir sind gerade fünf Minuten unterwegs als wir schon plätschnass sind. Eigentlich stört mich so etwas nicht unbedingt. Doch hier muss man wieder mit mindestens zwei Stunden Aufstieg und zwei Stunden Abstieg rechnen. Hinzu kommt, dass wir bei dem Wetter oben angekommen, wohl kaum die Kamera auspacken werden. Davon abgesehen ist fraglich, ob sie oben überhaupt trocken ankommen wird. Ich will die Kamera nicht dem Risiko eines Wasserschadens aussetzen und so beschließen wir im strömenden Regen, direkt wieder zum Auto zurück zu gehen und auf Preikestolen zu verzichten. Immerhin hatten wir mit Kjerag ja gestern ähnliches gehabt. Mir persönlich konnte es auch fast schon egal sein, weil ich ja schon sechs Jahre vorher zum Preikestolen wanderte, als ich auf einer VW-Bus-Reise durch Norwegen war.

 

Nachdem wir uns im Auto trockene Sachen anziehen, geht es wieder nach Norden weiter. Ein wenig ärgere ich mich, denn wegen der kleinen, engen Straßen Steile und des üblen Verkehrs geht es nur langsam voran. Problem hierbei ist, dass man für eine relativ kurze Strecke (Luftlinie) ziemlich viele Kilometer zurücklegen muss. Manchmal umrundet man einen kompletten Fjord um nach einer Stunde festzustellen, dass man schwimmenderweise genauso weit gekommen wäre. Ein anderes Mal nutzt man eine der Fähren, die aber ebenfalls eine gewisse Zeit benötigen, da kann man von Glück reden, wenn das Schiff zufällig gerade da ist, wenn man am Ende der Straße ankommt. Oft genug passiert es auch, dass die Fähre gerade abgelegt hat und man nun warten muss, bis sie zurück ist. Nicht auf jeder Passage pendeln zwei Schiffe, sondern oftmals wirklich nur eines.

 

Die Stadt Odda empfinden wir als hässlich, obwohl es eines der touristischen Orte in der Nähe der Hardangervidda ist. So gehen wir nur kurz einkaufen, ebenfalls ein wenig enttäuscht, da wir das große Angebot Schwedens vermissen. Hier gibt es zwar dieselben Geschäfte, aber die Importwaren aus Schweden sind nur auf einige wenige Stücke begrenzt. Von einem älteren Herrn werden wir auf den Bus Wanderwegangesprochen, er fahre selber auch einen, hat aber wohl immer Pech mit dem Wagen gehabt, was wir bisher nicht behaupten können.

 

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