2009 – Mit dem VW-Bus durch Norwegen

 

Mit einem VW-Bus durch Norwegen

Ankunft in Norwegen

Tag 3

Erstaunlicherweise ist es gar nicht so kalt, als wir wach werden. Dafür werden wir aber spät wach – erst gegen 8. Es war eine angenehme und ruhige Nacht. Als ich morgens zur Toilette an die Tankstelle will, sind alle Schlüssel vergeben. Also warte ich brav vor den drei Toiletten und gehe natürlich davon aus, die „Schlüsselbesitzer“ seien im Klohäuschen. Nein, nach über fünf Minuten Wartezeit kommt von einem Auto eine Mutter mit Kind heran getrabt und wedelt mit einem der Schlüssel in der Hand, den sie allerdings erst selber nutzen muss. Na toll, also stand ich vor einem unbenutzten, aber verschlossenem Klo, weil die Dame meint, sich erst einmal den Schlüssel bunkern zu müssen. In Deutschland hätte sie was von mir zu hören bekommen, aber hier versteht mich ja eh keiner.

 

Nach dem Frühstück geht es weiter gen Norden. Kurz vor Oslo biegen wir auf die Straße nach Drammen ab und unterqueren den Oslofjord mit 7% Gefälle und anschließender 7%-Steigung. Dieser erste Tunnel ist 7,5 Kilometer lang und ab jetzt zählen wir sämtliche Tunnelkilometer in Norwegen.

 

Über Drammen und Kongsberg geht es nach Rjukan. In der Touristeninformation kaufen wir Aufkleber, Postkarten und einen Stoffelch namens “Elgar”, der uns durchs Land begleiten wird. Danach geht es ganz langsam in Serpentinen hinauf zu einem Parkplatz, wo wir unsere Wanderschuhe anziehen und den 1.883 m hohen Gaustatopen erklimmen wollen. Zunächst ist es sehr voll, viele Menschen kommen uns entgegen, aber als wir nach über 2 Stunden oben sind, ist es dementsprechend leerer. Zwischendurch ist es auf dem Weg nach oben immer wieder nebelig und der Gipfel mit dem Turm ist oft in Wolken eingehüllt. Mitten in diesem Nebel will ich aber auch zur obersten Spitze, denn hinter dem Turm und der Gipfelhütte geht es noch ein Stück weiter. Ich klettere zwischen mannshohen Felsen entlang. Auf dem Rücken der Rucksack mit Pingu, über der Schulter die Kameratasche und ich hangel mich an irgendwelchen Felsbrocken hoch, springe von Stein zu Stein während es rechts und links wirklich steil bergab geht, genauer gesagt: Ich kann die Stadt Rjukan sehen, die sich über einen Kilometer von mir entfernt befindet, jedoch genau unter mir. Als ich den Gipfel schließlich erreiche und mein Pingu-Foto mache, öffnet sich zur Belohnung der Himmel für wenige Augenblicke und ich kann den Ausblick des Berges genießen. Ein toller Anblick. Danach geht es ganz langsam wieder hinab, weil wir unsere Knie nicht überbeanspruchen wollen. Nach insgesamt 6 Stunden und 15 Minuten ist die erste Wanderung in Norwegen beendet. Fix und fertig kommen wir am Auto an und übernachten direkt am Fuße des Gaustatoppen.

 

Tag 4

Nebel zieht aus dem Tal nach oben als wir wach werden, aber bei uns scheint noch die Sonne. Weil wir mit fünf anderen Wohnmobilen unseren Schlafplatz teilten, ziehen wir es vor, uns für das Frühstück einen ruhigeren Platz zu suchen. Anschließend geht es langsam wieder die steile Serpentinenstraße hinab nach Rjukan. Die weitere Strecke führt uns über Pässe, Hochplateaus und durch Täler Richtung Westen.

 

Auf einem Pass kurz vor unserem heutigen Ziel sehen wir plötzlich zahlreiche Steinpyramiden, die wir natürlich bei starkem Wind ausgiebig fotografieren. Auch hier wieder eine ziemliche Menschenmasse (zumindest für norwegische Verhältnisse war es recht voll). An einem Hinweisschild auf diesem Parkplatz ernten wir ein „Servus“, was mich zunächst ein wenig wundert. Immerhin sind hier anscheinend mehr Deutsche unterwegs als in Deutschland, warum also werden ausgerechnet wir mit einer „typisch deutschen“ Begrüßungsformel angesprochen? Doch es stellt sich heraus, der Mann ist Palästinenser, der jahrelang in München lebte und nun seit zwei Jahren in Norwegen residiert. Er hat sich einfach mal gefreut, wieder ein paar Brocken auf Deutsch zu reden – das im Übrigen sogar sehr gut.

 

Die weitere Straße führt uns durch wunderschöne Landschaft mit sehr vielen Felsen, kleinen weißen Pflanzen, Schafen auf der Straße aber leider auch immer wieder mit Verkehrsteilnehmern, die auf diesen engen Straßen die Kurven schneiden und sehr rasant fahren. Meist handelt es sich um Einheimische, die die Straßen wahrscheinlich täglich fahren und bei denen in ausgerechnet dieser oder jener Kurve doch sonst keiner entgegen kommt.

 

Bei einem Treffen der Schafe auf der Straße hat Moni die Autotür gegen die Stirn bekommen. Sie öffnete sie leicht, um die Schafe zu fotografieren. Die Tiere interessierte das aber nicht und rannten weiter am Auto entlang, eines davon hat die Autotür mit seinem dicken felligen Hintern wieder zugeknallt – ausgerechnet als Moni gerade hinaus gucken wollte.

 

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