Hoch über den Wolken

Wanderung auf den Gaustatoppen

Heute will ich einen Blick in die Vergangenheit werfen und eine Bergwanderung vorstellen, die schon ein paar Tage zurück liegt. Sie gehörte zu meinen ersten Wanderungen in Norwegen und führte uns auf den Gipfel des Gaustatoppen. Der Gaustatoppen ist immerhin satte 1.883 Meter hoch und befindet sich in der Telemark, also weit im Süden Norwegens, sogar ein kleines bisschen weiter südlich als Oslo. Von der Hauptstadt ist er übrigens 115 Kilometer entfernt.

Das Besondere an dem Berg ist, dass er sehr markant wirkt. Einige Jahre zuvor wanderte ich durch die Hochebene der Hardangervidda, die sich nördlich des Gaustatoppen erstreckt. Bei dieser Wanderung habe ich tagtäglich den Gaustatoppen vor Augen gehabt, da er die Landschaft ziemlich dominiert. So kommt es dann auch, dass man von dem Gipfel einen tollen Ausblick haben und einen großen Teil Norwegens überblicken kann.

Gaustatoppen in Wolken

Gaustatoppen in Wolken

Erwandert hatten wir ihn, als wir noch mit einem VW-Bus durch Norwegen fuhren. Das eigentliche Abenteuer Gaustatoppen begann dementsprechend schon in Rjukan, der Ortschaft, die sich im Vestfjord-Tal genau zwischen dem Berg und der Hardangervidda befindet. Rjukan liegt auf einer Höhe von 250 Metern und es führt eine Straße mit fünf Spitzkehren auf ein Hochplateau, wo sich in 1.180 Metern Höhe ein Wanderparkplatz befindet. Für den alten VW-Bus mit seinem 50 PS-Motörchen war das natürlich eine ganze Menge Arbeit, die er aber tadellos verrichtete.

Gegen Mittag erreichten wir den Parkplatz, packten unsere Sachen und zogen erst um halb drei los, um den Berg zu erklimmen. Da es in Norwegen ja sehr spät dunkel wird, ist das immer noch eine gute Zeit. In den folgenden Jahren merkten wir das auch bei der Wanderung zum Kjeragbolten, der Wanderung auf den Preikestolen und bei der Wanderung zum Dreiländereck von Norwegen, Finnland und Schweden: Entweder sollte man sehr früh losgehen oder ruhig etwas später. Aber wie gesagt, das gilt natürlich nur für die skandinavischen Länder, wo es sehr lange hell ist. Bei all den genannten Wanderungen haben wir die Erfahrung gemacht, dass uns die meisten Wanderer dann entgegen kamen und wir am Zielort oft alleine oder nur mit wenigen Personen waren.

Blick bis zur Hardangervidda

Blick bis zur Hardangervidda

Die eigentliche Wanderung ist dann aber relativ einfach. Es sind ja nur noch rund 700 Höhenmeter, die man durch die karge und felsige Landschaft zurücklegt. Zu Beginn trifft man noch auf einige Schafe, die am Wegesrand grasen. Später ist aber kein Gras mehr da, Schafe dann auch nicht. Der stets ansteigende Wanderweg ist fast durchgehend gerade, bietet also keine Spitzkehren oder bedeutende Kurve, was natürlich dazu führt, dass man immer den Gipfel im Blick hat. Vorausgesetzt, er ist nicht in Wolken verhüllt, so wie es uns lange Zeit ergangen ist. Erst als wir oben auf dem Gipfel des Gaustatoppen standen, lichteten sich die Wolken mal kurz und gaben uns den Blick in die Tiefe frei, wo wir weit unten die Häuser von Rjukan erkennen konnten. Leider war dieser Moment aber schnell vorbei und so lag wenige Augenblicke später unsere Sichtweite bei nur wenigen Metern. Der Gipfel wird von einem hohen Sendemast markiert, neben der in geringer Entfernung eine kleine Wanderhütte auf Besucher wartet.

Wir brauchten rund drei Stunden für die Wanderung, etwas weniger natürlich für den Rückweg. Die Nacht verbrachten wir auf dem Wanderparkplatz und genossen den Blick auf den hellrot erleuchteten Mond.

Fazit: Eine eher leichte Wanderung mit wenigen Höhepunkten, die aber zum Schluss einen tollen Ausblick ermöglichen kann – wenn das Wetter mitspielt.

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