Kjerag

2012 – (1) Wandern in Südnorwegen


 

Mit dem Wohnmobil zum Nordkap

Ankunft in Norwegen

Montag, 16. Juli 2012

Es regnet. Leise tröpfelt das Wasser auf unser Dach, sodass wir die aktuelle Wetterlage schon kennen, bevor wir überhaupt ein Auge öffnen. Wir machen uns fertig, setzen uns nach vorne und fahren weiter ostwärts. Im Rückspiegel sehe ich, wie eine dunkle Wolke Jagd auf uns macht, während sich vor uns ein blau strahlender Himmel präsentiert. Nach gut 40 Kilometern überqueren wir die Størebaelt-Brücke, fahren nach rechts zu einem Aussichtspunkt, um eben diese Brücke fotografieren zu können und schaffen das gerade so eben noch, bevor sie in der dunklen Regenwolke verschwindet. Gleichzeitig bin ich froh, dass wir nicht jetzt auf der Brücke sind, sondern fünf Minuten schneller waren.
Kopenhagen würdigen wir keines Blickes und schon wartet die zweite Brücke auf uns – die Brücke über den Öresund.

 

 

Mit heftigem Rückenwind passieren wir Malmö, biegen links ab und haben nun den kräftigen Wind von links – für die nächsten 600 Kilometer. Auf der E6 fahren wir nordwärts und freuen uns über das erste große Maxi-ICA, wo wir ausgiebig einkaufen. Schon seit Tagen reden wir davon, dass wir Hönökaka und Köttbullar einkaufen werden. Gleichzeitig decken wir uns noch mit schwedischen Büchern und Comics ein, um unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Wir haben ja noch nicht genug zu Lesen dabei. Bei Halmstad lassen wir den 1000sten Kilometer hinter uns, fahren an Göteborg vorbei und verlassen Schweden bei Svinesund am frühen Abend. Endlich sind wir in Norwegen. Und schon seit Göteborg ist die Landschaft abwechslungsreich und schön, doch wir wollen noch weiter. Wir wollen endlich Fjorde sehen, einsame Wälder und Hochplateaus erleben.

 

Also unterqueren wir bald den Oslofjord und fahren nun gen Westen. Unser Interesse für Oslo hält sich in Grenzen und so kommen wir an Drammen vorbei und erblicken am späten Abend einige Wohnmobile auf einem Parkplatz in Kongsberg. Von Stellplatz steht da zwar nichts, aber es handelt es sich um einen 24-Stunden-Parkplatz und er genügt für den heutigen Tag, der beinahe nur aus Fahrerei besteht. Unterhalb der Kirche parken wir ein, gehen auf das Kirchplateau hinauf, um noch ein paar nette Bilder zu machen und spüren mittlerweile schon, dass wir deutlich nördlicher sind. Denn es ist noch hell, als wir gegen 23 Uhr die Fenster verschließen.

 

Dienstag, 17. Juli 2012
Ausschlafen! Das heißt, gegen  9 Uhr läuten uns die Glocken der Kirche aus dem Schlaf – aber gewaltig. Egal, wir wollen eh weiter. Also wird kurz gefrühstückt, wozu hat man jetzt endlich Hönökaka, und schon sind wir 38 Kilometer später an der größten Stabkirche Norwegens, in Heddal. Ging es gestern und vorgestern zügig über Autobahnen hinweg, ist jetzt aber schon deutlich zu spüren, dass 38 Kilometer nicht mehr „mal eben“ bedeuten. Enge, kurvige Straßen, die zudem ständig ihre Höhe ändern werden nun für längere Zeit unser Begleiter sein. Die Stabkirche ist schnell besichtigt und nun wählen wir auf unserem Navi unseren ersten selbst erstellten Point of Interest. Unser Ziel lautet Kjeragbolten, den wir noch von unserer Reise durch Norwegen von vor drei Jahren kennen. Auf engen Straßen windet sich unser Weg durch kleine Ortschaften und hinter jeder Kurve taucht ein anderer bewaldeter Gipfel der norwegischen Provinz Telemark auf. Auf manchen von ihnen schimmern noch weiße Flecken mit Schnee.

 

Die Gipfel kommen uns immer näher, auch in der Höhe, denn wir steigen bis auf über 1000 Höhenmeter auf und erinnern uns daran, dass wir damals mit dem VW-Bus sachte an Höhe gewannen. Heute, mit 140 PS, ist das Ganze ein Kinderspiel. Kleine Steinpyramiden am Wegesrand werden von uns besichtigt und fotografiert und immer wieder halten wir an, um die fantastischen Aussichten zu genießen. Das und die engen Straßen, auf denen man immer wieder auch dem Gegenverkehr Platz macht, halten auf. Deswegen brauchen wir für die 250 Kilometer so lange, dass wir an unserem Tagesziel keine Zeit mehr haben, zu Fuß zum Kjeragbolten zu gehen. Darüber hinaus haben dicke, schwere Wolken den blauen Himmel verdunkelt und es dauert nicht lange, bis es in Strömen regnet. Keine guten Voraussetzungen für eine Wanderung auf glattem Gestein an einer Felskante, an der es 1.000 Meter hinab geht. Also steuern wir gegen 18 Uhr einen schotterigen Parkplatz in einer Haarnadelkurve einer Serpentinenstraße an und genießen die Aussicht auf den Lysefjord, der alle zehn Minuten seine Farbe verändert. Je nachdem wie die dick die schnell vorüber ziehenden Wolken gerade so sind. Aber was soll ich sagen? Wir sind angekommen. Mit Lesen und leckerem Essen lassen wir den Tag neben einem rauschenden Wasserfall ausklingen.

 

Lust auf weitere Reiseinfos oder nette Gespräche?
Ich freue mich über jede Anmeldung in www.molls-reiseforum.de

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi , schöne Aufnahmen und tolle Fotos !

    Wir wollen Juni , Juli fahren !
    Schöne Grüße aus Filzmoos
    im Salzburgerlandl !

    Hermi und Lorenz
    Graf

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