2022 – Auf der Route 66 – Anreise nach Chicago

Sonntag, 28. August

Der nächste Roadtrip konnte beginnen. Wir erreichten New York zum bereits dritten Male mit der Queen Mary 2 und legten im Hafen von Brooklyn an. Anschließend wollten wir uns aufmachen, die USA dieses Mal auf der Route 66 von Chicago nach Santa Monica bei Los Angeles zu durchqueren.

Das heißt, wir würden wieder von Küste zu Küste fahren und natürlich auch wieder zur Ostküste zurück, denn auch die Fahrt nach Europa würde erneut mit dem Schiff stattfinden. Doch zunächst mussten wir nach Chicago und davor natürlich erstmal von Bord. Letzteres war ziemlich schade, aber wir trösteten uns damit, dass wir ja in einigen Wochen wieder an Bord gehen dürften.

Das höchste Gebäude in Brooklyn
Das höchste Gebäude in Brooklyn

Doch noch auf Deck und während der Warterei für die Einreise bemerkten wir, dass es nicht ganz so rund lief wie bei den letzten USA-Aufenthalten. Zumindest, wenn es um die Telefonierei ging. Denn normalerweise konnten wir problemlos wie in Europa weiter telefonieren bzw. Datenroaming nutzen. Das funktionierte jetzt nicht bzw. nur sehr, sehr schlecht. Wir hatten ein E für Edge im Telefon leuchten – mitten in New York. Da konnte etwas nicht stimmen. Und die Telefoniererei nach Deutschland funktionierte auch mehr schlecht als recht.

Noch an Bord versuchten wir das Problem mit der Hotline unseres Anbieters zu lösen. Was soll ich sagen? Der versprochene Rückruf des Technikers erreichte uns nie. Für uns stand fest, dass wir später in Europa den Anbieter kündigen würden. Doch für jetzt mussten wir das Problem aber auch irgendwie lösen. Die Lösung sah so aus, dass wir uns eine T-Mobile-Filiale in Brooklyn suchten, zu der wir gehen würden. Ist halt so das Erste, was man macht, wenn man in New York mit dem Schiff ankommt.

Auf dem Weg zur Brooklyn Bridge
Auf dem Weg zur Brooklyn Bridge

Na gut, das Erste war natürlich die Taxifahrt vom Hafen zum Hotel in Downtown von Brooklyn. Einchecken konnten wir noch nicht, dafür war es zu früh. Aber die Koffer konnten wir an der Rezeption hinterlegen und uns dann auf den Weg zu einer T-Mobile-Filiale machen. Dort spürten wir von der ersten Sekunde an den USA-typischen Service und die Freundlichkeit. Der junge Mann verstand sofort unser Problem und bot uns entsprechend SIM-Karten an, die jedoch nicht mit unseren Telefonen harmonierten.

Also empfahl er uns, uns neue, billige Telefone zu kaufen, aber nicht bei ihm. Da wären sie für unsere Zwecke viel zu teuer. Er schickte uns zu einem Geschäft und wir dachten, er meine eine Filiale von Target. Dort kauften wir nämlich zwei günstige, neue Telefone und kamen damit wieder zurück zur T-Mobile-Filiale. Doch diese Telefone halfen uns auch nicht, weil man mit ihnen nur in einem anderen Netz telefonieren konnte. Blöd. Der Mitarbeiter von T-Mobile nahm uns daraufhin mit nach draußen und spazierte mit uns völlig entspannt quer durch Brooklyn zu einem etwas rustikalen Telefongeschäft, bei dem es sicher mehr zu kaufen gab als nur Telefone. Zwielichtig war vielleicht nicht das richtige Wort, aber etwas seltsam war der Laden schon.

Fußweg zur Brooklyn Bridge
Fußweg zur Brooklyn Bridge

Egal, wir nahmen zwei weitere günstige Telefone und machten mit dem T-Mobile-Mitarbeiter draußen auf der Straße den Scherz, ob er nicht vielleicht ein Handy kaufen wolle. Immerhin hatten wir ja jetzt insgesamt sechs Stück vorrätig. Er lachte, wünschte uns alles Gute für die Reise und ging wieder zurück zu seiner Arbeit. Was für ein Service. In Deutschland undenkbar. Wir hingegen tauschten bei Target die beiden dort erstandenen Telefone wieder um, was auch völlig unproblematisch verlief. Keiner fragte, warum. Sie wurden einfach zurückgenommen.

Klassisches Hotelzimmer
Klassisches Hotelzimmer

Damit war nun unser Handyprobleme halbwegs gelöst. Es war keine perfekte Lösung, weil wir mit den amerikanischen Handys einen Hotspot einrichten mussten, um die deutschen Handys nutzen zu können. Aber es funktionierte und das zählte. Zurück zum Hotel mussten wir noch 20 Minuten warten, bis wir unser Zimmer beziehen konnten. Dabei war es schon halb vier. Das fanden wir ein wenig spät, aber wir konnten es nicht ändern. Unseren eigentlich geplanten Besuch in Manhattan konnten wir eigentlich vergessen. Aber so ganz wollten wir uns das doch nicht nehmen lassen. Zur Brooklyn-Bridge war es vom Hotel aus ein halbstündiger Spaziergang. Das sollte doch wohl noch passen. Wenigstens noch einen Blick auf die Skyline werfen.

Und so gingen wir nach dem Bezug unseres Zimmers sofort los. Wir sind an dem Tag ja nur mitten in der Nacht aufgestanden, um die Einfahrt in den New Yorker Hafen nicht zu verpassen, standen zwei Stunden bei der Einreiseprozedur und haben mal eben in Brooklyn neue Telefone gekauft. Warum nicht auch noch einen Nachmittagsspaziergang von Brooklyn nach Manhattan? Aber es lohnte sich. Auf der Brücke angekommen, waren wir mitten im touristischen Rummel und genossen den Ausblick auf die Stadt und den East River.

Vorläufiger Abschied von der Queen Mary 2
Vorläufiger Abschied von der Queen Mary 2

In Richtung Brooklyn konnten wir just in dem Moment sehen, wie die Queen Mary 2 wieder in Richtung Europa ablegte und bei mir kam ein wenig Wehmut auf. Aber jetzt waren wir hier und hier war es auch schön, spannend und interessant. Wir gingen einmal komplett über die Brooklyn Bridge, um wenigstens noch kurz in Manhattan gewesen zu sein. Danach spazierten wir einfach wieder zurück. Natürlich hätten wir auch mit der Subway fahren können, aber das Wetter war zu schön und die Stimmung bei uns roch mehr nach Laufen und Bewegung.

Am frühen Abend kamen wir in Brooklyn Downtown wieder an und suchten noch unterhalb des Targets eine Art Gastromeile auf, wo wir sowohl einen polnischen als auch einen niederländischen Imbiss vorfanden. Das passte und machte uns satt. Ein paar Einkäufe im benachbarten Supermarkt Trader Joe’s gab es dann auch noch und dann war dieser lange Tag auch so langsam zu Ende. Es war anstrengend, aber schön. Bemerkenswert war nur, dass wir dieses Mal im Bett das Gefühl bekamen, alles würde schwanken. Nach unseren letzten Transatlantikfahrten hatten wir das nicht. Wir waren wohl landkrank. Hinzu kam, dass das Hotel leicht vibrierte, wenn weit unter dem Hochhaus die Subway durch die Röhre fuhr. Alles ein wenig seltsam. Trotzdem war uns klar, dass wir wegen der guten Lage dieses Hotel auch am Ende unseres Roadtrips buchen würden.

Montag, 29. August

Am nächsten Morgen ließen wir uns ein Taxi kommen, um uns zum Flughafen bringen zu lassen. Dort steuerten wir, wie schon bei den beiden Roadtrips zuvor, die Hertz-Filiale an, um unser gebuchtes Auto abzuholen. Wir bekamen die Parkfläche genannt und standen dann vor unserem rollenden Zuhause für die nächsten Wochen. Wieder war es ein Chevrolet Suburban und was für einer. Das neueste Modell, das von der Front her sehr wuchtig aussah. Gut, das ganze Auto war wuchtig. Ein Siebensitzer halt, den wir schon alleine für unser ganzes Gepäck benötigten. Ein Traum an Fahrzeug und mit diesem Traum würden wir nun über die Highways und Interstates dieses Landes reisen. Es hatte zwar kein Navi, was in der Preisklasse eigentlich zu erwarten wäre, doch wir hatten vorsorglich unser amerikanisches Navi vom letzten Aufenthalt dabei. Dafür lief im Radio wieder Musik vom kostenpflichtigen Satellitensender Sirius. Sehr schön.

Unser Reisefahrzeug - Chevrolet Suburban
Unser Reisefahrzeug – Chevrolet Suburban

Die Reise in Richtung Chicago konnte losgehen. Wir verließen umgehend New York und steuerten die Interstate 80 an, mit der wir nach Westen fuhren. Nach größeren Einkäufen in verschiedenen Walmarts, bei denen wir auch wieder Schlafsäcke für die Hotels kauften, fuhren wir bis in die Dunkelheit nach Grove City, wo wir unsere erste Nacht außerhalb New Yorks im Candle Wood Hotel verbrachten. Über 600 km Fahrt und die Erledigungen sollten für den ersten Fahrtag, an dem wir sonst nichts unternahmen, reichen. Zumal wir am Abend noch einen baustellenbedingten Stau gerieten und es spät wurde. Einen Stau waren wir in den USA in dieser Form eigentlich gar nicht gewohnt.

Sicherheitshinweis
Sicherheitshinweis
In 563 km biegen wir ab
In 563 km biegen wir ab

Dienstag, 30. August

Auch der zweite Tag bestand erstmal nur aus Fahren. Das eigentliche anvisierte Ziel Chicago ließen wir im Laufe des Tages sausen. Das hätte alles nicht gepasst und so beschlossen wir, ein Hotel zu nehmen, dass wir von der letzten Reise bereits kannten. Wir verließen also Pennsylvania, durchquerten Ohio und reisten bis zum Indiana Dunes Nationalpark am Südufer des Lake Michigan.

Der erste Nationalpark auf dieser Tour
Der erste Nationalpark auf dieser Tour
Am Horizont erkennt man Chicago
Am Horizont erkennt man Chicago
Dünen
Dünen
Diese Vögel wurden schon gesichtet
Diese Vögel wurden schon gesichtet
Chevrolet Suburban
Chevrolet Suburban

Nach dem Einchecken im Hotel fuhren wir zwar noch zum Nationalpark, besuchten aber irgendwie dann doch „nur“ den benachbarten Indiana Dunes State Park. Das machte uns aber nichts. Wir spazierten ein wenig am Strand entlang, erklommen ein paar Dünen und genossen den Ausblick inklusive Sonnenuntergang über den Lake Michigan bis zur weit entfernten Skyline von Chicago in über 50 Kilometern Entfernung.

Strand am Lake Michigan
Strand am Lake Michigan
Sonnenuntergang am Lake Michigan
Sonnenuntergang am Lake Michigan
Skyline von Chicago im Sonnenuntergang
Skyline von Chicago im Sonnenuntergang
Parken direkt am Strand
Parken direkt am Strand
Kleiner Aussichtsturm
Kleiner Aussichtsturm
Indiana Dune State Park
Indiana Dune State Park

Mittwoch, 31. August

Nachdem wir am Vorabend ausgiebig recherchiert hatten, wo wir in Chicago am besten parken könnten, konnte es nach dem Frühstück losgehen. Wir stürzten uns in das Getümmel und fuhren direkt nach Downtown. Allerdings war die Einfahrt nach Chicago erstaunlich einfacher als gedacht. Da ist das Fahren in so mancher deutschen Stadt anstrengender. Wir näherten uns den Hochhäusern und waren irgendwann mitten in den Straßen von Chicagos Stadtzentrum, von Downtown. Das, was wir am Abend zuvor in weiter Ferne als Skyline sahen, war nun das, in dem wir drin steckten.

In der Cloud Gate spiegelt sich Chicago
In der Cloud Gate spiegelt sich Chicago
Konzertmuschel von Frank Gehry
Konzertmuschel von Frank Gehry
Kunst im Millennium Park
Kunst im Millennium Park
Kuriose Architektur
Kuriose Architektur
Michael Moll in Chicago
Michael Moll in Chicago
Parkhaus im Maiskolben
Parkhaus im Maiskolben

Aber es war halb so wild. Dank Navi fanden wir die Einfahrt in die Tiefgarage problemlos, steuerten den Wagen auf eine der Parkflächen und gingen kurz darauf wieder an die Oberfläche. Dort begaben wir uns allererstes zum Hinweisschild der Route 66 bzw. zum Schild, auf dem der Beginn der Route 66 angekündigt wird. Es befindet sich unmittelbar an der Kreuzung der Michigan Avenue und der Adams Street, genau gegenüber vom Kunstmuseum Chicagos.

Radisson Blu rechts im Bild
Radisson Blu rechts im Bild
Schöne Uhr
Schöne Uhr
Trump Tower
Trump Tower
Anfahrt nach Chicago
Anfahrt nach Chicago
Ausflugsschiff auf dem Chicago River
Ausflugsschiff auf dem Chicago River
Beginn der Route 66
Beginn der Route 66

Wir machten unsere Bilder, als wir dabei von einer Dame angesprochen wurde, die ganz begeistert einen Monolog hielt und uns erzählte, dass wir ihr jetzt dabei geholfen hätte, zu verstehen, warum an dieser Kreuzung immer so viele Leute Bilder machen würde. Das hätte sie schon oft beobachtet, aber erst heute, durch uns, erkannte sie, dass diese Leute und wir das Hinweisschild für die Route 66 fotografierten. Sie fand das total lustig und lachte herzlich, während wir das mit einem Lächeln quittierten. Was sollten wir auch tun? Wir freuten uns, dass wir ihr helfen konnten, wenn auch unbewusst.

Chicago Downtown
Chicago Downtown
Chicago River
Chicago River
Chicagos Zentrum
Chicagos Zentrum
Cloud Gate
Cloud Gate
Die berühmte Bohne von Chicago
Die berühmte Bohne von Chicago
Die sogenannten Maiskolben-Hochhäuser
Die sogenannten Maiskolben-Hochhäuser

Anschließend schlenderten wir durch die Innenstadt von Chicago und besuchten natürlich Cloud Gate. Das Wahrzeichen der Stadt ist nur wenige Schritte von der Route 66 entfernt und hat die Form einer übergroßen Bohne, die vollkommen verspiegelt ist. Sehr schön und ideal, um tolle Bilder machen zu können. Wir schauten uns dort natürlich um, spazierten in den Hochhausschluchten zum Chicago River und folgten dem Flusslauf durch die Straßen. Wir genossen den Spaziergang, beließen es aber auch bei dem halben Vormittag. Moni lebte einige Zeit in Chicago und kannte vieles davon, während ich mich mit dem Wahrzeichen begnügte. Im Grunde sind wir ja nur hierher gefahren, um den Roadtrip auf der Route 66 standesgemäß am Anfang zu beginnen.

Weiter geht es mit der Reise auf der Route 66 von Chicago nach Springfield.

Hochbahn in Downtown
Hochbahn in Downtown
Hochbahn
Hochbahn
Hochhäuser in Chicago
Hochhäuser in Chicago
Hochhäuser namens Maiskolben
Hochhäuser namens Maiskolben

2 Kommentare zu „2022 – Auf der Route 66 – Anreise nach Chicago“

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