Irland

2013 – Mit dem Wohnmobil durch Irland

Mit dem Wohnmobil durch Irland

Ankunft in Nordirland

14. Tag, Donnerstag, 1. August 2013
Die wenigen Kilometer bis zur Fähre haben wir schnell abgespult. Wir reihten uns dort in die Schlange ein und konnten problemlos einchecken. Lediglich die Grenzkontrolle fanden wir seltsam, da wir ja streng genommen das Land gar nicht verlassen. Wir reisen von Großbritannien (Schottland) nach Großbritannien (Nordirland). Aber die Sache mit Nordirland ist ja sowieso etwas schwer zu verstehen – zumindest für mich.
Die Fahrt auf dem Schiff war wieder völlig problemlos. Auch hier waren wir, wie schon bei der Wohnmobilreise nach England in der Club Lounge und genossen dort Tee, heiße Schokolade und Kekse. Außerdem konnten wir uns mit der aktuellen Tageszeitung schon mal auf Nordirland einstimmen.

Wir erreichten Larne ohne Zwischenfälle, wo wir uns gleich auf den Weg nach Ballymoney machten. Doch noch in Hafen von Larne fiel uns auf, dass hier zahlreiche britische Fahnen geflaggt wurden. Der Kreisverkehr war mit einem halben Dutzend Union Jacks verziert und auch im Ort hing an jeder zweiten Laterne eine britische Flagge. Sofort war zu spüren, dass man hier etwas demonstrieren möchte. Und zwar, dass wir uns immer noch in Großbritannien befinden und eben nicht in Irland. Ich verstehe das Verhältnis der beiden Konfliktparteien in Nordirland als Außenstehender nur sehr schwer, das muss ich zugeben. In den 80er-Jahren bin ich mit den Worten IRA, Katholiken, Protestanten, Bombe und Belfast groß geworden. Doch als Kind fehlte mir die klare Linie. Es gab kein Gut und kein Böse. Der Zweite Weltkrieg war mir schon als Kind deutlicher. Die Deutschen waren böse. Das war klar. Hier gab es keinen Zweifel. Aber in Nordirland? Ein Konflikt, der schon ewig lange anhält und bei dem man gar nicht mehr weiß, wem man die Schuld geben soll? Nein, für mich war und ist das zu hoch. Ich war nun auf der irischen Insel, aber trotzdem in Großbritannien. Und dabei beließ ich es erstmal und steuerte die touristischen Ziele an.

In einem Prospekt hatten wir etwas gesehen, was wir bei der Planung vor der Reise noch nicht kannten. Also fuhren wir zum ersten Mal auf der gesamten Reise zu einem Touristenbüro, um uns zu erkundigen, wo sie denn sei, die Allee, von der wir nur ein Foto und den in der Nähe gelegenen Ort kannten. Ganz freundlich empfing man uns und drückte uns einen Infozettel in die Hand. Und da stand nun wirklich alles drauf. Von einer Wegbeschreibung bis zu den Koordinaten fehlte es an nichts. Und so fanden wir die Allee, die den Namen Dark Hedges trug, auch recht schnell vor den Toren der Stadt Ballymoney.

Bei der Einfahrt in die Allee habe ich aber zum ersten Mal einen dummen Fahrfehler begangen, der auf den für mich ja eigentlich ungewohnten Linksverkehr zurückzuführen ist. Ich musste rechts abbiegen und rechts abbiegen bedeutet für mich eigentlich, dass ich einfach fahren kann. Aber doch nicht in Großbritannien. Wenn ich hier rechts abbiege, dann muss ich logischerweise auf den Gegenverkehr achten. Das tat ich nicht und ausgerechnet in diesem Fall kam uns ein Auto entgegen. Zugegeben, es tauchte plötzlich hinter einer Kuppe auf. Aber es hatte definitiv Vorfahrt, die ich ihm genommen hatte. Wenn ich einen Fehler mache, dann stehe ich auch dazu. Zu Recht hatte er mich angehupt und ich war froh, dass nichts passiert ist.

Wir durchquerten die Allee und stellten das Wohnmobil am Ende der Straße auf einen kleinen Parkplatz, um nochmal zu Fuß durch Dark Hedges zu laufen. Wirklich imposant ist die Straße mit ihren Buchen, die völlig verzweigte Äste und Zweige hervorgebracht haben. Sehr schön anzuschauen.

Da Dark Hedges aber nur eine kleine Straße ist, blieben wir natürlich nicht lange. Allerdings kann ich dieses 600 Meter lange Stück Landstraße einfach nur wärmstens empfehlen. Es liegt sowieso auf dem Weg zur Carrick-a-Rede-Bridge, unserem nächsten Ziel an diesem Tag. Carrick-a-Rede ist eigentlich eine kleine Insel, direkt vor der Küste Nordirlands. Diese Insel wurde jedoch durch eine Hängebrücke mit der irischen Hauptinsel verbunden. Ist eine ganz nette und wackelige Angelegenheit. Außerdem ist die nordirische Küste wirklich ein Genuss.

Man parkt ein Stück weiter westlich und muss dann an einer Kasse vorbei. Denn der Küstenstreifen gehört zum National Trust, der sich um die Pflege und den Erhalt kümmert. Für uns bedeutete das, dass wir kostenlosen Zugang haben. Immer und zu jeder Zeit. Also einfach nur den National-Trust-Mitglieds-Ausweis vorzeigen und schon konnten wir dem rund ein Kilometer langen Pfad an der Küste folgen. Am Ende des Weges wartet eine weitere Mitarbeiterin des National Trust auf den Besucher und man muss erneut sein Ticket vorlegen. Danach geht es über eine Leiter hinab zur Brücke. Diese dürfen maximal nur acht Personen gleichzeitig betreten (oder waren es sechs?) und ein zweiter Mitarbeiter achtet auch darauf, dass dieses Maximalgewicht eingehalten wird.
Die Insel selbst ist schnell besichtigt, denn wirklich viel gibt es dort nicht zu sehen. Vogelkolonien waren gerade keine da und ansonsten ist das Eiland auch nicht besonders groß. Also stapften wir ein zweites Mal über die wackelige Brücke und gingen ganz gemütlich zum Parkplatz zurück.

An einer Burgruine, die sich als Dunseverick Castle herausstellte, fuhren wir gen Westen, weil wir an diesem Tag noch Giant’s Causeway besuchen wollten. Ein großer Parkplatz mit einem hochmodernen Besucherzentrum erwartete uns und auch hier mussten wir nur unsere Mitgliedsausweise vorlegen, um uns den Eintritt zu sparen. Giant’s Causeway ist Weltnaturerbe und besteht aus rund 40.000 Basaltsäulen, die eine Art Finger bilden, der wiederum in das Meer hineinragt. Kurz gesagt: Traumnote und auf jeden Fall ein Muss für jeden, der nach Nordirland reist.

Am Giant’s Causeway kann man gemütlich vom Besucherzentrum aus an unteren Küstenabschnitt zu den Basaltfelsen wandern und sogar noch ein Stück weiter. Zurück empfiehlt sich der Aufstieg über 162 Stufen auf den oberen Teil der Steilküste, um den Ausblick von weiter oben zu genießen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass wir hier die gleiche Erfahrung machten wie am Knockan Crag und den Measach Falls in Schottland? Das heißt, die überwiegende Mehrheit ging nur kurz zu den Felsen und schnell wieder zurück. Etwas sonderbar fand ich übrigens auch den Pendelbus, der die Leute sogar noch diesen einen Kilometer hin und her kutschierte.

Zum Abschluss schlenderten wir noch durch das Besucherzentrum, das schon sehr leer war. Immerhin war es schon spät und auch unser Wohnmobil stand ziemlich einsam und verlassen auf dem Parkplatz. Übernachten ist dort verboten, aber wir hatten ohnehin einen Campingplatz gebucht. Nur dummerweise fanden wir diesen nicht und wir kurvten wie wild in der Umgebung von Bushmills herum. Etwas entnervt steuerten wir schließlich einen anderen Campingplatz an, der mittlerweile schon geschlossen hatte. Während wir also vor der Rezeption standen und unser schlaues Buch nach einer anderen Möglichkeit bemühten, kamen die Besitzer schnell angefahren und öffneten extra für uns noch die Rezeption. Finde ich gut, nicht überall erlebt man so eine Geschäftstüchtigkeit.
Wir erhielten eine Parzelle zugewiesen, zu der ich fuhr, um rückwärts einzuparken.

Im Rückspiegel sah ich den kleinen Holzmast, an dem die Stromversorgung angebracht ist. Um diesen zu schützen, der genau in der Mitte der Parzelle steht, hat man davor noch einen knallgelben Metallpfosten installiert. Nützte nichts. Ich habe trotzdem beide erwischt. Ich hatte sie zwar gesehen, aber beim Rangieren falsch gelenkt, sodass ich mit dem Heck die Stange seitlich erwischte. Der Holzmast war kaputt und der Metallpfosten drückte sich an die Seite des Wohnmobils. Dabei ging eine Zierblende kaputt. Blöd. Aber nicht mehr zu ändern. Erschwerend kam aber nun hinzu, dass ich weder vor noch zurückfahren konnte, weil sich dieser blöde Pfosten so dermaßen verkeilt hat, dass ich deutlich größeren Schaden anrichten würde, wenn ich das Wohnmobil auch nur einen Zentimeter bewege.

Es blieb nur eine Möglichkeit, aus diesem Missgeschick herauszukommen: Der Metallpfosten musste weg. Mit nur zwei Schrauben war er im Boden verankert. Aber die hatten es in sich. Zum Glück kam ein Campingnachbar von nebenan und brachte seinen Werkzeugkoffer mit. Unser Werkzeug reichte hierfür leider nicht aus. Nach zehn Minuten waren die Schrauben gelöst, der Pfosten entfernt und ich konnte den Wagen um ein paar Zentimeter versetzen und den Pfosten wieder anschrauben. Wir begutachteten das Wohnmobil und stellten fest, dass wir wirklich noch Glück im Unglück hatten. Zum zweiten Mal an diesem Tag. Fahrerisch war das heute nicht mein bester Tag. Erst nehme ich jemandem die Vorfahrt und dann niete ich so einen Pfosten um. Es gab aber zum Glück keine weiteren Schäden am Womo.
Mit diesem Schrecken ließen wir den ohnehin schon späten Abend enden.

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18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  3. Hallo Herr Moll,
    ich habe bisher alle Ihre Reiseberichte über die Britischen Inseln mit Interesse verfolgt, da ich fast alle Routen selbst mit dem Wohnmobil gefahren bin.
    In Ihrem Bericht über Irland kommt das Land meiner Meinung nach zu schlecht weg, zumal Sie einige beeindruckende Sehenswürdigkeiten entweder nicht beachtet haben oder vorbeigefahren sind. Auch die irische Pubkultur gehört zu einem Irlandbesuch; ein „Singing Pub“ ist es auf jeden Fall wert erwähnt zu werden(auch ohne Alkohol)
    Die einzigartige Landschaft Irlands braucht auch keinen Vergleich, der übrigens immer nur subjektiv sein kann, zu scheuen.
    Auch hätte es mich gefreut, wenn Sie auf die außerordentliche Freundlichkeit der Bevölkerung hingewiesen hätten, die ich mehrmals, sowohl beruflich als auch privat erleben durfte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrich Mühler

    • Hallo Herr Mühler,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. Es freut mich, dass Sie die Reiseberichte gelesen haben. Ihr Kommentar ist natürlich ein gutes Beispiel dafür, dass Reiseerlebnisse mitsamt ihren Eindrücken nur etwas persönliches sein können. Und da ich hier einen privaten Reiseblog führe, werde ich natürlich auch meine persönlichen Eindrücke erwähnen und beschreiben. In der Tat haben mir – im direkten Vergleich, da es Teil der selben Reise war – Schottland und Wales besser gefallen. Nichtsdestotrotz war ich von Nordirland begeistert und hatte große Freude an der Wanderung auf den Carauntuohil. Die Cliffs of Moher fand ich zum Beispiel nett, mehr aber eben auch nicht. Dass ich natürlich an Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren bin, liegt selbstverständliche an der Zeit, die auch mir nicht endlos gegeben ist. Das gilt aber auch für Schottland, Wales und England. Auch dort konnte ich nicht alles besichtigen, was auf einer Reise aber völlig natürlich ist. Und dann gibt es natürlich noch Dinge, die ich nicht mögen muss, nur weil sie jeder Irland-Reisende gut findet. Dazu gehört für mich die Pub-Kultur. Es ist ja schön, dass es das gibt, aber ich brauche das nicht und habe kein Interesse daran. Ich werde daher in meinem Urlaub keinen Pub aufsuchen, um nachher auf meinem privaten Blog darüber zu berichten, nur „weil es dazugehört“. Auch ist mir nicht aufgefallen bzw. hatte ich kein Erlebnis, bei dem die Iren freundlicher als Menschen in anderen Ländern gewesen wären. Ich weiß, dass viele Menschen zu eingefleischten Irland-Fans wurden, nachdem sie das Land bereisten. Ich gehöre eben einfach nicht dazu. Ich fand Irland zwar nett und schön, aber es hat mich eben nicht in diesem Maße begeistert. Daher schreibe ich über Irland so wie ich es empfunden habe, genauso wie ich im Gegensatz dazu völlig begeistert über das Nordkap schrieb, das anderen Menschen eben nicht so gefällt.
      Viele Grüße
      Michael Moll

  4. Hallo Herr Moll,
    ich kann mich den Darstellungen des Herrn Mühler anschließen. Ich war im August 3 Wochen in Irland (allerdings nur in der Republik Irland: Dublin, Galway, Roundstone, Clifden, Connemara, Limmerick, Killarney, Ring of Kerry, Cork, Rosslare). Es waren phantastische Eindrücke, wobei wir – an den Orten – viele Touren mit dem Rad zurückgelegt haben und deshalb die Umgebung nur im 20-km-Tempo an uns vorbeigeglitten ist. Eindrücke, die für mich unvergesslich sind, weil das Land und die Leute viel gelassener und sehr freundlich wirkten. Aber keine Frage: Es sind eben Eindrücke und die sammelt jeder auf seine Art und Weise. Ihre Reiseberichte sind gleichwohl (eingebettet in Ihre ureigenen Eindrücke und Erlebnisse) ausgezeichnet.
    Herzliche Grüße
    Norbert Kremer

    • Hallo Herr Kremer,

      da ich in der Vergangenheit schon einige größere Radtouren hinter mich gebracht habe, kann ich das gut nachempfinden, dass diese Eindrücke unvergesslich waren. Vielen Dank auf jeden Fall für Ihre netten Worte. Es freut mich natürlich, dass Ihnen meine Berichte gefallen – auch wenn ich an manchen Orten eben anders empfunden habe als andere.
      Viele Grüße
      Michael Moll

  5. Hallo Michael (sag ich mal so – ich heiße Norbert),
    ich habe mich als Wohnmobilfahrer von Anfang an davon losgesagt, einge-fahrene Pfade zu besuchen (andere Formulierung für: Jedes Jahr an den selben Ort zurückzukehren).
    Selbstverständlich haben wir für die Irland-Tour gegoogelt – wir wollten authentische Reiseberichte für unsere Tour berücksichtigen.
    Das Einzige, was wir für die Irland – Tour vorab online gebucht hatten, waren die Fähren (Calais – Dover und Fishguard – Rosslare). Ist einfach günstiger und auf der Route von Dover nach Fishguard bekommt man einen Eindruck von England (klar: meistens auf den Autobahnen, aber kurz vor Fishguard sind wir abgebogen = Landschaft pur, enge Wege und 20 miles in einer Stunde = langsam ohne Ende, aber unvergesslich schön); es war für uns wichtiger, einfach darauf los zu fahren – da kommt ein weinig Reiseromantik (und die spiegelt sich in deinen Berichten) auf.
    Dennoch: Vorsicht – manche Darstellung geht ab wie in einem Zeitraffer.
    Gruß
    Norbert

    • Das kommt darauf an, was man unter einem großen Wohnmobil versteht und wo man hinfährt. Für solche Fragen habe ich extra ein Forum eingerichtet, wo auch andere User die Möglichkeit haben, eine fundierte Antwort bzw. Hilfe geben zu können.

  6. Hallo Herr Moll.
    Erstmal vielen Dank, ich habe mir einige Infos aus Ihrem Bericht gezogen für meine Tour 2015 nach Irland und Nordirland. Ich habe mich über die speziellen Duschen schlappgelacht und über das Kind im WoMo. Ich selbst werde aber wie immer Campingplätze meiden.

    Ich finde es schon gewagt, 8 oder 9 Tage für Irland einzuplanen. 2013 war ich 2,5 Wochen in Schottland und England unterwegs. Auch 2011 in Wales und England. Klar reicht einem das auch irgendwann und in Norwegen gehen einem nach 20 Tagen die kleine Straßen auf den Keks, aber nur so wenige Tage für Irland finde ich schon ..krass. Ich werde mir wie gewohnt 2-3 Wochen Zeit nehmen. Gut, muß jeder selbst wissen.

    Alles in allem schön geschrieben und es geht einfach nichts über Berichte von Leuten, die schon dort waren. Alles besser als die Hochglanzseiten der Tourismuszentralen (wenn sie denn überhaupt etwas taugen). Jetzt lese ich noch den Englandbericht, mal sehen, was ich da so wiedererkenne.

    Also, allzeit gute Fahrt.
    Grüße
    Carsten

    PS: Die Fotos werden teilweise nicht dargestellt und wenn man auf Links klickt kommt man nur zu einer Übersichtsseite, nicht zu den verlinkten Themen.

    • Hallo,

      zunächst einmal vielen Dank für die Fehlerhinweise. Die leeren Gallery-Angaben stammen noch aus einer alten CMS-Anwendung und hatte ich beim Löschen übersehen. Daher stammten auch noch manche Fehler bei den Links. Ich habe das jetzt soweit korrigiert und hoffe, nichts übersehen. Ohne die Hinweise hätte ich das wahrscheinlich auch in nächster Zeit behoben, weil nicht gesehen. Daher bin ich für so etwas immer dankbar.
      Es ist schon richtig, dass etwas mehr als eine Woche für Irland schon ein sehr straffes Programm ist. Aber unser Anliegen war ein „Hineinschnuppern“ in beide Inseln (also GB und Irland), weil wir uns in beiden Fällen überhaupt nicht auskannten. Wir wollten einfach wissen, was uns am ehesten gefallen wird und was nicht. Und dabei stellte sich eben heraus, dass uns Schottland am Besten gefiel, dicht gefolgt von Wales und innerhalb Englands der Northumberland Nationalpark und das Lake District. So ähnlich sind wir vor Jahren auch bei der Erkundung Norwegens vorgegangen. Damals hatten wir vorsichtig einen Blick nach Südnorwegen geworfen und drei Jahre später eine wirklich schöne Reise durch Norwegen gemacht, die fast zwei Monate dauerte. Und für Irland/UK wissen wir nun auch, wo wir uns beim nächsten Mal länger aufhalten werden und wo nicht. Wir werden bestimmt irgendwann wieder nach Irland fahren, aber es steht bei unseren Wunschreisezielen einfach nicht ganz oben auf der Liste. Doch wenn wir dort sein werden, dann wissen wir auch dort, wo wir auf jeden Fall noch/wieder hinwollen und was wir auslassen können. Und sicherlich wird das dann auch eine längere Tour.
      Viele Grüße
      Michael

      PS: Die beiden Reiseberichte auf der Webseite werde ich auf jeden Fall noch „gegenbesuchen“. Sehen beim schnellen Überfliegen schon interessant aus.

      • sehr geehrter herr moll,

        ich las ihren reisebericht über irland mit grossem interesse.

        besteht die möglichkeit, mir ihren vollständigen reisebericht über ireland
        zukommen zulassen ?

        für ihre mühe im voraus vielen dank

        mit freundlichem gruss

        th. meyer – engelke

  7. Hallo Herr Moll,

    ich lese schrecklich gerne Reiseberichte, besonders über Länder, in denen ich auch schon war zum Nochmalerleben oder Anderserleben. Ihr Bericht war ausführlich, mit schönen Fotos bestückt und – das ist mal erfrischend – auch sprachlich ansprechend.
    Selbstverständlich sind die Geschmäcker verschieden. Ich möchte aber wie zum Teil meine Vorredner anmerken, dass, wenn man Orte wie Killarney, Adare, Cliffs of Moher anfährt und sich wünscht, dass die Iren ein paar Autobahnen in die Landschaft klatschen, Irland nicht wirklich gesehen hat.
    Lustig fand ich, dass Sie gerade in Ennistymon deutsche Backkunst vermissten. Es gibt dort einen deutschen Bäcker:-)
    Auch wenn man kein Pubmensch ist (wo man aber auch prima nicht-alkoholische Getränke und Essen zu sich nehmen kann), so dient doch der Pub als Treffpunkt und hier lernt man die Iren kennen, was einen großen Teil des Reizes Irland ausmacht.
    Puh, jetzt muss ich das doch noch sagen…völlig daneben: Die Details zum Nordirlandkonflikt nicht zu kennen, das ist normal. Den Konflikt nicht zu verstehen, ist eine Folge dessen. Ihn aber als unlogisch oder gar lächerlich zu bezeichnen, lässt mich jetzt erröten vor Fremdschämen…das fällt nicht mehr in den Bereich, seine eigene Meinung zu äußern…
    MfG
    APB

    • Hallo,

      ich finde es mittlerweile erstaunlich, wie sehr mein Irland-Reisebericht polarisiert – gerade bei Menschen, die sich vermutlich als Irland-Fans bezeichnen würden. Dabei habe ich nie etwas Schlechtes über Irland gesagt, sondern eher ein „Hey, Irland ist nett, aber ich finde, es gibt Ecken auf dieser Welt, die schöner sind“.
      Zum Thema Pub habe ich mich zwar bereits geäußert, frage mich aber weiterhin: Kann einem Irland nur gefallen, wenn man in einem Pub war? Hat Irland nicht mehr zu bieten? Was ist, wenn man kein geselliger Mensch ist? Ich wiederhole mich: Irland hat landschaftlich sehr schöne Seiten, ich brauche keinen Pub, um Irland genießen zu können. Aber es gibt eben auch andere Regionen dieser Welt, die ich landschaftlich attraktiv finde. Und da muss ich dann auch nicht in Pubs/Kneipen abhängen, um das Land als toll bezeichnen zu können.

      Und was die Sache mit der Bäckerei angeht, schrieb ich ja ausdrücklich, dass dies nicht nur auf Irland zutraf, sondern auch auf Großbritannien, denn – auch hier wiederhole ich mich – ich besuchte beides gemeinsam auf einer Reise. Und außerdem war es doch nur eine Randbemerkung, die ich genauso in Blackpool, Brighton oder Ullapool hätte machen können. Hier passte es aber eben gerade, weil wir nicht die einzigen waren, die eine gescheite Bäckerei suchten.

      Abschließend will ich noch sagen, dass ich kein Freund davon bin, wenn man versucht, mir Wörter in den Mund zu legen: Autobahnen habe ich mir in Irland nie gewünscht. Dass es aber auf einer Autobahn schlicht leichter zu fahren ist, steht doch ganz außer Frage, oder?
      Auch würde ich gerne wissen, an welcher Stelle ich den Begriff „unlogisch“ im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt benutzt habe. Als lächerlich habe ich den Konflikt bezeichnet, das ist richtig. Und zwar im Sinne von „absurd, grotesk“ (siehe Duden), so wie ich jeden Konflikt auf der Welt als lächerlich bezeichne.
      Schade, wenn jemand errötet und sich für eine Meinung fremdschämt, mit der man sich nur ein bisschen mehr Frieden auf der Welt wünscht.
      Gruß
      Michael Moll

  8. Hallo Herr Moll,

    nu gut:-) Dass mit der Bäckerei fand ich eher lustig…wenn Sie nur geahnt hätten, wie nahe Sie dem Nicht-Gummi-Brot waren!
    Was die Pubkultur betrifft: Nach einigen Jahren in Irland ging es mir leicht auf den Geist, dass sich alles im Pub abspielen muss. Aber et is wie et is…dort spielt die Musik in Irland (im wahrsten Sinne des Wortes) und es ist der Treffpunkt, besonders auf dem Lande, nicht nur zum Zechen.
    Natürlich kann man nur das beurteilen, was man letztendlich erlebt hat, aber es liegt eben nicht am Land, wenn man es nicht gesehen hat (wie ähnlich schon Heinrich Böll sagte).
    Das Lächerliche am Nordirlandkonflikt kam leider so rüber, schön, wenn es anders gemeint war. Klar ist jeder Krieg unsinnig, aber leider überzeugt dies Argument die Kriegsführenden ja nicht unbedingt. Die Unlogik wurde schon genannt, in der Aufteilung Londonderrys. Londonderry ist größtenteils friedlich, was aber leider darauf beruht, dass man die beiden Seiten (bis auf ein Viertel der Gegenseite jeweils auf der „falschen“ Seite) auseinander hält. Eine Mauer war nicht vonnöten, man hat ja den Fluss. Diese Ghettoisierung ist sicher keine Lösung – die läge eher im gemeinschaftlichen Aufwachsen der Jugend.
    Das Stadtzentrum wirkt für uns einheitlich, ist es aber nicht wirklich; die Trennungen laufen dort nur für uns unsichtbar. (Also, der Katholik kauft eher bei Supervalues, der Protestant eher bei Sainsburys, meistens jedenfalls). Aber es wird so langsam:-)
    VG

  9. Pingback: 2015 – Mit dem Wohnmobil durch England und Wales | Die Weltenbummler

  10. Der Bericht und auch die Kommentare sind ja schon etwas älter, aber ich möchte noch ein paar Sätze zu GB und Backwaren loswerden, wobei ich da nur für London sprechen kann:
    ich war ab den späten 90ern ca. 10 Jahre lang relativ regelmäßig und wann immer es ging, über ein Wochenende in London und würde sagen, dass sich das Vorhandensein und die Auswahl an Backwaren positiv entwickelt hat.
    Gab es anfangs außer Bagels – die ich sehr mag! – und vereinzelten süßen Teilchen kaum Auswahl, bekommt man inzwischen auch versch. Körnerbrötchen und Brotsorten bei Tesco & Co. Und auch Brezeln reihen sich ganz selbstverständlich ein.
    Natürlich ist es hier, wie überall auf der Welt: es geht nichts, über deutsches Brot (oder Brötchen), aber besser wie labberiges Toastbrot ist es allemal! Auch wenn es nur Supermarkt-Brot ist.

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