Auspuff einer Harley Davidson

10 Dinge, die man in Essen gesehen haben sollte

Man muss nicht immer in die Welt hinaus reisen, um tolle Sachen zu entdecken. Manchmal reicht es auch, den kleinen Attraktionen in seiner Heimatstadt nachzugehen. Auch wenn ich ständig auf Achse bin: Ich bin in Essen geboren, aufgewachsen und lebe weiterhin gerne in der Stadt. Denn sie hat wirklich viel zu bieten. Nicht umsonst schrieb ich schon mal etwas über die Essener Lichtwochen und habe mehrere Bücher über die Stadt geschrieben. Hier aber meine Geheimtipps mit einer Auswahl von Dingen, die man abseits vom Ruhrmuseum und der Zeche Zollverein gesehen haben sollte:

1. Steeler Stadtgarten

Der Klassiker, den Einheimische immer zu hören bekommen, wenn auswärtiger Besuch „in den dreckigen Pott“ kommt, lautet: „Hier ist es aber schön grün.“ Richtig, zahlreiche Parks und Gärten in in so ziemlich jedem Wohnviertel locken die Leute nach draußen. Stellvertretend für die Parklandschaft Essens dürfte der Stadtgarten in Essen-Steele sein, der zudem auch noch einen weiten Ausblick auf das Ruhrtal bis in das Bergische Land ermöglicht (Koordinaten: 51.444676, 7.067475)

2. Byfanger Wasserturm

Einen tollen Ausblick gibt es auch in Essen-Byfang. Dort steht auf einem Hügel ein markanter Wasserturm und eben dieser Hügel im Essener Süden bietet nicht nur den Blick ins Bergische Land, sondern nach Norden hinweg über die gesamte Stadt Essen. Am Horizont ist also nicht die Sykline der Innenstadt zu sehen, sondern sogar die Abraumhalden in Bottrop und Gelsenkirchen. Schalke-Fans wird es freuen: Auch die Arena in Gelsenkirchen ist von diesem Aussichtspunkt aus gut zu erkennen (51.396076, 7.108491).

3. Höchster Punkt der Stadt Essen

Lange Zeit dachte ich, der Byfanger Wasserturm markiert den höchsten Punkt der Stadt. Dem ist aber nicht so, denn in Heidhausen befindet sich der höchste Punkt der Stadt Essen und liegt nahe an der Grenze zu Velbert. Durch die hohen Bäume bietet er jedoch nur einen Fernblick in die Nachbarstadt. Aber weil man dort auch schön wandern kann, sollte man der Stadt Essen dort ruhig mal aufs Dach steigen (51.367963, 7.018582).

4. Motorradtreff Haus Scheppen

Der nächste Punkt führt uns zum Baldeneysee. Dieser ist zwar überregional bekannt und daher kein Geheimtipp. Dennoch sollte man am Südufer das Haus Scheppen aufsuchen. Am besten auf zwei Rädern, denn Motorradfahrer haben ihre helle Freude am Motorradtreff am Haus Scheppen. Ob Harley Davidson, Suzuki oder Quad – alles, was kein Auto ist und trotzdem fährt, ist hier gerne gesehen. Hier kann man Motorräder schauen, am See flanieren, Enten und Schwäne beobachten oder einfach dem leckeren Duft von Pommes nachgeben, der von dem Imbiss ausströmt (51.398161, 7.047783).

5. Hauxplatz

Auch die Essener Margarethenhöhe ist als Gartenstadt eigentlich kein Geheimtipp mehr. Daher beschränke ich mich auf den dortigen Hauxplatz, der eben nicht zentral in der Margaretenhöhe liegt, aber dennoch von schnuckeligen Häusern umgeben ist und in seiner Mitte eine kleine Holzbrücke beherbergt, die zwar keinen wirklichen Sinn hat, aber trotzdem, oder gerade deshalb, zum Verweilen einlädt (51.429423, 6.97571).

6. Korte Klippe

Zum Verweilen lädt auch die Korte Klippe ein, womit wir dann doch beinahe wieder zum Baldeneysee zurückkehren. Zumindest genießen wir von der Korte Klippe die Aussicht auf den Stausee, der weit unterhalb des Schellenberger Waldes liegt, in dem wir nach einem kleinen Spaziergang den Aussichtspunkt erreichen. Er ist einer der wenigen Orte, von denen aus man den fast den gesamten See überblicken kann.Übrigens: Nur wenige Meter entfernt, habe ich letztens bei der Krötenwanderung geholfen (51.408282, 7.041574).

7. Älteste Tankstelle Deutschlands

Weniger grün und idyllisch geht es Stadtviertel Holsterhausen zu. Jeder normale Gästeführer würde seine Zuhörer zum dortigen Folkwangmuseum bringen. An dieser Stelle will ich jedoch lieber auf eine Attraktion aufmerksam machen, die es nur einmal in Deutschland gibt. Die Rede ist von der ältesten Tankstelle des Landes. Im Jahr 1924 wurde in der Gemarkenstraße 18 zum ersten Mal Benzin gezapft. Die Tankstelle, die sich auf einem Hinterhof in einem Wohnviertel befindet, bietet bis heute noch einen vollen Service von der Betankung bis zur Ölkontrolle. Ist zwar nichts für Pfennigfuchser, die einen zehn Kilometer langen Umweg fahren, um 5 Cent zu sparen, aber dafür werden an einer der letzten Service-Tankstellen Deutschlands Schwerbehinderte beschäftigt, weswegen man ruhig mal lieber dort den Tank füllen sollte (51.4425, 6.999634).

8. Stammhaus Krupp

Von der Service-Tankstelle zum Industriegiganten. ThyssenKrupp ist mit seinem modernen Hauptquartier aus Essen nicht wegzudenken und der geneigte Leser fragt sich jetzt, was daran ein Geheimtipp sein soll. Nun, gleich daneben befindet sich unter dichten Baumkronen ein kleines, bescheidenes Fachwerkhaus. Das ist erst einmal nichts besonderes, auch in Essen gibt es noch Fachwerkhäuser. Dieses hier ist jedoch das Stammhaus der Familie Krupp, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dort lebte, bevor sie später in die Villa Hügel oberhalb des Baldeneysees umzog. Das Besondere an dem Haus ist, dass es selbst in Essen kaum einer kennt und trotz zentraler Lage ein wenig versteckt zwischen der Konzernzentrale und einem Porsche-Autohaus liegt (51.460341, 6.994702).

9. Paternoster im Deutschlandhaus

Sehr zentral, nämlich genau in der Essener Innenstadt, befindet sich an einem Kreisverkehr das Deutschlandhaus. Heute schmunzelt man angesichts der Größe vielleicht ein wenig darüber, dass es früher als das erste Hochhaus Essens galt. Aber es geht auch eigentlich weniger um das Haus, in dem heute Teile der städtischen Verwaltung sitzen, sondern vielmehr um den darin befindlichen Paternoster. Selbst ich, der grundsätzlich nie mit einem Fahrstuhl fährt (siehe auch -> Flugangst), habe einen Heidenspaß daran, den öffentlichen Paternoster zu nutzen (51.453505, 7.010381).

10. Korfu-Grill

Und wenn nach dem Besuch dieser bekannten und unbekannten Sehenswürdigkeiten sich der Magen bemerkbar macht, dann empfehle ich eine Fahrt in die Huttropstraße 56. Dort befindet sich in einem Eckhaus seit über 20 Jahren der Korfu-Grill – eine der besten Imbissbuden des Ruhrgebiets. Dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin, zeigt sich besonders an Sonntagabenden, wenn die Gäste Schlange stehen, um den leckeren Korfu-Teller oder eine schlichte Currywurst zu bestellen (51.445204, 7.035101). Guten Appetit!

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