Tuchhallen in Krakau

Sehenswertes in Krakau

Nachdem ich letztens ein paar Geheimtipps für Essen nannte, lade ich heute zu einem klassischen Stadtrundgang durch Krakau ein. Krakau gilt als die heimliche Hauptstadt Polens und besticht durch die historische Altstadt, die zu den Weltkulturerben der Unesco zählt. Die Altstadt wird umgeben von Planty, einer ringförmigen Grünanlage, die die einstige Stadtmauer ersetzt. Innerhalb des Grüngürtels ist der Martkplatz, Rynek, das Herz der Altstadt.

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Der Rynek gilt als der größte Marktplatz Europas und wird von drei Bauwerken dominiert. Zum Einen wäre da der ehemalige frei stehende Rathausturm in der südwestlichen Ecke des Platzes. In unmittelbarer Nähe steht eine Sparbüchse, in der man für die Denkmäler und Bauten spenden kann. In der Krakauer Bevölkerung hat es sich etabliert, dass man sich an eben dieser Spardose trifft, wenn man sich am Rynek verabredet – sonst würde man sich auf dem großen Platz unter Garantie verfehlen.

Der Rathausturm gibt sich aber noch bescheiden im Gegensatz zu Sukiennice, den Tuchhallen, die mitten auf dem Rynek stehen. Man könnte fast sagen, dass die Tuchhallen ein mittelalterliches Einkaufszentrum sind, wo einstmals gefeilscht und gekauft wurde. Heute findet man in den vielen kleinen Läden polnisches Kunsthandwerk und Souvenire, während an den Wänden die Wappen zahlreicher polnischer Städte prangen, die an die ehemalige Bedeutung der Tuchhallen erinnern. Auf der anderen Seite von Sukiennice erhebt sich das Denkmal zu Ehren des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz.

Das dritte Gebäude am Rynek ist die Marienkirche mit ihren zwei unterschiedlich hohen Türmen. Auch wenn man sich möglicherweise nicht für sakrale Bauten und Kunst interessiert, sollte man sich zur vollen Stunde zur Marienkirche begeben. Denn am Nordturm öffnet sich ein kleines Fenster, in dem plötzlich eine Trompete zu erkennen ist. Drei Mal hintereinander wird dann der Hejnał gespielt. Der aufmerksame Hörer wird aber bemerken, dass der Trompeter immer an der selben Stelle das Signal abrupt abbricht. Das ist auf die Geschichte zurückzuführen, dass der Hejnał als Alarmsignal beim Angriff vor den Tataren trompetet wurde und der Trompeter tragischerweise mitten in der Fanfare von einem Pfeil getroffen wurde. Eben daran erinnert noch heute das plötzliche Ende des Signals.

Durch die Ulica Floriańska verlässt man den Marktplatz und geht an zahlreichen Geschäften vorbei zum gleichnamigen, ehemaligen Stadttor, wo auf der linken Seite Maler versuchen, ihre Werke an den Mann zu bringen. Gleich dahinter befindet sich die größte erhalten gebliebene Barbakane Europas. Rechter Hand gelangt man in wenigen Minuten durch eine Unterführung zum Hauptbahnhof, der im März 2014 neu eröffnet wurde. Ich habe darüber bereits im Reiseforum geschrieben. Gleich nebenan lockt die Moderne mit einem riesigen Einkaufszentrum namens Galeria Krakowska, das sich von westlichen Shopping Malls in keinster Weise unterscheidet.

Zurück zum Rynek lohnt auf jeden Fall der Weg nach Süden und zwar über die Ulica Grodzka. Auch auf dieser Straße passiert man Restaurants, Souvenirläden und noch so einige weitere Kirchen. An ihrem Ende erhebt sich auf der rechten Seite dann ein weiteres Wahrzeichen der Stadt – die Wawelburg. Der steile Aufstieg lohnt sich nicht nur wegen des mächtigen Bauwerks und der dortigen Kathedrale, sondern auch wegen der Aussicht auf die Weichsel, die sanft an dem Schloss vorbei zieht. Unterhalb der Wawelburg gibt es übrigens noch eine Drachenhöhle mit einem feuerspeienden Drachen 😉

Zu guter Letzt sollte man vom Wawelhügel noch einige Schritte in das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz machen, wo sich mehrere Synagogen befinden und sich vor dem Zweiten Weltkrieg das pralle jüdische Leben abspielte. Einige Orte erkennt man durch den Film „Schindlers Liste“ wieder.

Natürlich reichen die paar Zeilen nicht aus, um Krakau und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorzustellen. Aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen für einen ersten kurzen Überblick. Viel Spaß in Polen!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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