Colorado National Monument

Das wichtigste vorweg: Es war mal wieder traumhaft schön. Das Colorado National Monument begeistert genauso wie die vielen anderen National Monumente und Nationalparks in den USA.

Kein Wunder, es liegt im Westen von Colorado, nahe dem Bundesstaat Utah, der ohnehin durch seine markante Landschaft ein traumhaftes Reiseziel ist. Das soll nicht bedeuten, dass Colorado kein schönes Ziel sei. Ganz im Gegenteil, weiter östlich faszinieren die schroffen Gipfel der Rocky Mountains. Und so bildet das Colorado National Monument ein wenig die Schnittstelle zwischen der Gebirgskette im Osten und der rotbraunen Landschaft im Westen.

Genauer gesagt liegt das National Monument bei der Stadt Grand Junction und der etwas kleineren Ortschaft Fruita. Beide Städte liegen rund 15 Kilometer auseinander und sind über die Interstate 70 und den parallel verlaufenden Highway 50 miteinander verbunden. Doch man kann auch ohne diese Straßen von einer Stadt in die nächste gelangen. Nämlich mit einem Umweg durch das bergige National Colorado Monument am Südrand des Tals. Genauso haben wir das gemacht.

Independence Monument
Independence Monument

Ausgangspunkt ist Fruita

Wir starteten in Fruita und fuhren gen Süden, um gleich zu Beginn am typischen Schild für das National Monument anzuhalten. Anschließend folgten wir der kurvigen Straße deutlich bergauf, durchquerten zwei Tunnel und verpassten schon die ersten Aussichtspunkte. Das war aber nicht so schlimm, wie sich später herausstellen sollte. Denn auf der gesamten Fahrt kommen noch zahlreiche Aussichtspunkte.

Interessante Geologie
Interessante Geologie

Unseren ersten nennenswerten Stopp legten wir am Besucherzentrum ein, in dem wir uns direkt mal mit entsprechenden Informationen versorgten. Außerdem starteten wir hier zu einer kleinen Wanderung. Sie führte uns an einem steilen Felsabhang mit wunderbarer Aussicht auf einen Canyon entlang bis zum Window Rock. Von hier aus schauten wir auch in die Ferne in das Tal zwischen den Städten Fruita und Grand Junction.

Wir waren schon wieder schwer begeistert und stellten zugleich fest, dass sich das Colorado National Monument sehr leicht besuchen bzw. bereisen lässt. Die Straße ist nämlich der einzige Weg durch die Landschaft und verläuft relativ nah an der Felskante, die hier von der Natur gebildet wurde.

Zahlreiche Aussichtspunkte im Colorado National Monument

An eben dieser Straße kann man alle paar Meter auf einem kleinen Seitenstreifen das Auto abstellen und sich zu Fuß aufmachen, um weitere Aussichtspunkte in wenigen Gehminuten zu erreichen. So folgten wir zum Beispiel als nächstes dem Otto’s Trail, der gerade einmal gute 550 Meter lang ist, dafür am Ende aber wieder ein tolles Panorama ermöglicht.

Tolle Felsnadeln

Vor allen Dingen das Independence Monument fällt hier sofort ins Auge. Aber es ist eben nur eines von vielen bizarren Felsformationen, die sich im Colorado National Monument zeigen. Es gibt aber auch deutlich längere Wanderwege, für die man sich mehr Zeit nehmen sollte. Sie haben dann vor allen Dingen den Vorteil, dass man mehr alleine unterwegs ist. Obwohl wir bei unserem Besuch schon nicht gerade von Menschenmassen umgeben waren.

Traumhafte Felslandschaft im Colorado National Monument
Traumhafte Felslandschaft im Colorado National Monument

Der Liberty Cap Trail ist zum Beispiel so ein Wanderweg. Er bringt es auf eine Länge von etwas mehr als acht Kilometern pro Richtung, weshalb man alleine hierfür schon mindestens einen halben Tag einplanen sollte. Und ob man dann nach fast 17 Kilometern in der heißen trockenen Landschaft noch mehr machen möchte, dürfte angezweifelt werden. Auch dieser Weg startet übrigens an einem Wanderparkplatz entlang besagter Straße.

Viele Canyons mit tollen Felsformationen

Im südlichen Bereich des Colorado National Monuments werden die Aussichten etwas anders, denn die Canyons sind dort deutlich enger. So blickt man hier zwar auch noch in die Ferne, aber nicht mehr ganz so sehr in die Weite. Aber definitiv auch schön. Zu nennen wäre hier der Ute Canyon mit seinem Abzweig dem Upper Ute Canyon und der nachfolgende Red Canyon. Allesamt natürlich wieder leicht mit dem Auto auf den dazugehörigen Parkplätzen zu erreichen.

So wie die Fahrt auf der Straße begonnen hat, so endet sie auch wieder. Nämlich mit einer steilen Serpentinenfahrt inklusive Durchfahrt durch einen Tunnel. Am Ende kommt man dann an einer Rangerstation aus und gelangt man zur Stadt Grand Junction. Alles in allem ein tolles National Monument, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte und das sich hinter den deutlich bekannteren und größeren Nationalparks nicht zu verstecken braucht.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 100 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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