Hotel und Trinkhalle

2015 – Wellness in Westfalen

Ich hatte schon vor einiger Zeit mal etwas über das Westfalen-Diplom geschrieben und es auch im Reiseforum vorgestellt. Vor zwei Jahren konnte man zum ersten Mal auf die Jagd nach Stempeln gehen, die in ganz Westfalen an verschiedenen touristisch interessanten Orten zu holen sind. Das kann eine Tourismusinformation oder eine Sehenswürdigkeit sein. Da wir ja auch die Stempel der Harzer Wandernadel sammeln und uns in der Tat touristische Zertifikate an die Wand hängen, war und ist das Westfalen-Diplom natürlich eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Am Ende der Sammelsaison wird man zur Verleihung des Westfalen-Diploms eingeladen und erhält es bei Musik und Büffet in angenehmer Atmosphäre.

Fachwerkensemble in Bad Driburg

Fachwerkensemble in Bad Driburg

Bei der zweiten Runde des Westfalen-Diploms im letzten Jahr geschah es dann, dass ausgerechnet wir bzw. genauer gesagt Moni, den ersten Preis bei der dazugehörigen Tombola gewann. Da staunten wir natürlich nicht schlecht, als ihr Name aus der Lostrommel im Maximilianpark in Hamm gezogen wurde.

Blick aus dem Hotelfenster

Blick aus dem Hotelfenster

Dass es es bei dem Gewinn um eine Reise handelte, setzte dem ganzen selbstverständlich noch die Krone auf. Und man glaubt es kaum, aber auch wir können eine Reise gewinnen, die wir in dieser Form noch nicht erlebt haben. Der Gewinn lautete nämlich: Ein Wellnesswochenende in Westfalen. Wellness, eine Sache, die wir noch nie gemacht hatten.

Der Gewinn bestand aus zwei Übernachtungen im Hotel Gräflicher Park Grand Resort in Bad Driburg, einem Kurort zwischen Paderborn und Höxter. Wir beschlossen, den Gewinn im Herbst einzulösen und das Wellness-Wochenende gleichzeitig mit Monis Geburtstag zusammenzulegen.

Michael Moll mit Schaf

Michael Moll mit Schaf

Einen ausführlichen Reisebericht gibt es natürlich nicht zu erzählen. Immerhin war es ein Wochenende in einem Hotel, wo wir ausnahmsweise keine Wohnmobilreise unternahmen, keine Wanderungen tätigten und auch sonst auf den Besuch von Sehenswürdigkeiten verzichteten. Am Freitagnachmittag checkten wir in der noblen Hotellobby ein, nahmen unsere Schlüsselkarten entgegen und gingen ungläubig zu unseren Zimmern. Hotelübernachtungen kennen wir natürlich, auch wenn wir überwiegend Wohnmobilreisen unternehmen. Wir übernachteten ja erst wenige Wochen zuvor in einem Hotel im Elbsandsteingebirge und verbrachten auch meinen Geburtstag im Vorjahr in einem Hotel im Disneyland Paris. Doch ein Wellness-Hotel war uns bisher fremd. Hotelgäste spazierten mit strahlend weißen Bademäntel über die Hotelflure auf dem Weg zum Spa-Bereich und wir waren uns bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht sicher, ob es im Zimmer auch einen Bademantel für uns geben würde. Das tat es, genauso wie Badelatschen und zahlreiche weitere Informationen.

Weg vom Park ins Zentrum

Weg vom Park ins Zentrum

Bevor wir uns aber dem Wellness-Vergnügen hingaben, schauten wir uns erst einmal um. Wir konnten es einfach nicht lassen. Natürlich wollten wir wissen, wo wir da eigentlich gelandet sind. Also spazierten wir zunächst mal in das Zentrum von Bad Driburg. Gut, Sehenswürdigkeiten sind hier unterdurchschnittlich vorhanden. Dafür gab es Geschäfte, wo wir uns mit ein paar Kleinigkeiten eindeckten. Mit einer spontan gekauften Rewe-Plastiktüte in der Hand gingen wir zurück zum Gräflichen Park und schlenderten durch die weitläufige Grünanlage. Dort zog es uns magisch zum Tiergehege, an dem uns Rehe, Damwild und ein Schaf freudig entgegen kamen. Im angrenzenden Futterautomaten verschwanden ganz schnell 50 Cent, nachdem wir in die treuen Augen der Rehe blickten. Nachdem wir die Tiere fütterten, gingen wir zum Hotel zurück und verschwanden in unserem Zimmer.

Danach wechselten wir die Garderobe und machten vorsichtig unsere ersten Gehversuche mit Badeklamotten und Bademantel auf den Fluren eines Vier-Sterne-Hotels – eine völlig neue Erfahrung. Unser Zimmer lag glücklicherweise aber nur wenige Meter vom Wellness-Bereich entfernt. Dieser bestand aus einem großen Fitnessraum, einer weiteren Rezeption, einem Whirlpool, Dampfbädern, Saunen und einem Außenpool.

Wildgehege

Wildgehege

Besonders letzterer hat es mir angetan. Während eine Sauna ja nun gar nichts für uns ist und wir darauf verzichteten, bereitete der Außenpool eine große Freude. Zum einen waren die Lufttemperaturen am Abend gerade so, dass über dem Wasser eine wabernde Nebelwolke zu schweben schien und außerdem hatten wir das Becken ganz für uns. Aber auch das Dampfbad mit seinen ätherischen Ölen hatte es uns angetan. Gewohnungsbedürftig zwar, aber schön.

Bänke im Gräflichen Park

Bänke im Gräflichen Park

Am zweiten Tag stand aber noch etwas Besonderes auf dem Programm. Zu dem Gewinn gehörte nämlich auch eine Wellness-Anwendung für jeden von uns. Diese bestand aus einer Lavastein-Massage. Sie dauerte etwas über eine Stunde und war natürlich eine ganz neue Erfahrung für uns. Dass wir hier ziemliche Wissensdefizite hatten, stellten wir während der Anwendung fest. Denn wir nahmen beide unabhängig voneinander an, dass man bei einer Massage grundsätzlich durchgeknetet wird. Dies ist bei einer Lavastein-Massage eher nicht der Fall. Hier sind es eher besinnliche Düfte und Klänge sowie ätherische Öle und natürlich die heißen Steine, die den Sinn dieser Massage ausmachen.

Nach der Massage gingen wir wieder eine Kleinigkeit einkaufen, fütterten erneut die Tiere im Wildgehege und unternahmen einen längeren Spaziergang durch den Gräflichen Park. Dieser fiel dann wieder etwas ausgiebig aus und wurde beinahe zu einer kürzeren Wanderung. Wir können es eben nicht lassen. So kamen wir also in den angrenzenden Wald, wo sich ein Obelisk erhebt, spazierten durch ein Hecken-Labyrinth und beschlossen danach den Wellnessbereich ausgiebig zu kosten. Im Klartext, wir gingen schwimmen, inhalierten in den Dampfbädern und probierten die Hightech-Geräte im Fitnessraum aus. Alles in allem waren wir also die ganze Zeit beschäftigt, was wiederum dazu führte, dass wir am Abend ziemlich müde waren. Wir fanden es witzig, da andere Leute wahrscheinlich ein Wellness-Wochenende anders angehen würden.

Michael Moll beim Füttern

Michael Moll beim Füttern

Am Sonntag begaben wir uns wieder zum Frühstück, dieses Mal deutlich früher als am Vortag, weil wir grundsätzlich immer gerne mit so wenig anderen Gästen wie möglich frühstücken und weil wir nicht den direkten Heimweg wählten. Wie das ganze Hotel war auch das Frühstück erstklassig und die Mitarbeiter sehr freundlich und zuvorkommend. Das Frühstücksbüffet war sehr umfangreich und es mangelte an nichts. Selten frühstücken wir so lange, wie wir es an diesem Morgen taten. Aber man muss sich selbst eingestehen, dass der Körper eine begrenzte Aufnahmekapazität hat. Da kann es noch so gut schmecken, irgendwann passt nichts mehr rein.

Nach dem Frühstück gingen wir noch zum Kurhaus im Gräflichen Park. Schon am Vortag probierten wir von dem Wässerchen, dass aus den Quellen kommt und am Abreisetag wollten wir uns noch einmal einen letzten Schluck gönnen. Tja, und dann hieß es natürlich auch Abschied nehmen von den Vierbeinern im Wildgehege. Dafür hatten wir doch extra darauf geachtet, noch weitere 50 Cent-Münzen zu haben, mit denen wir Futter für unsere neuen Freunde kaufen könnten.

Anschließend checkten wir aus dem Hotel aus und fuhren wieder in Richtung Heimat. Unterwegs stoppten wir jedoch noch, um die Emsquellen und einen nahe gelegenen sowjetische Soldatenfriedhof zu besichtigen und natürlich, um einen noch fehlenden Stempel für das diesjährige Westfalen-Diplom zu holen. Es war für uns doch gar keine Frage, dass wir auch zum dritten Mal teilnehmen würden.

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