Die Ortschaft Finsterbergen südlich von Friedrichroda hat es nicht leicht. Da wäre zum Beispiel die abgelegene Lage. Das muss nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil. Der Campingplatz am Valentinsteich bietet mangels Durchgangsverkehr eine herrliche Ruhe. Doch zunächst einmal muss man den Ort erreichen. Und mit dem Auto geht das nur über die kleine Kreisstraße 9, die zwischen Friedrichroda und Georgenthal abzweigt und in den kleinen Talkessel führt, in dem sich Finsterbergen ausbreitet.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Erstmalig erwähnt wurde Finsterbergen bereits im 12. Jahrhundert, also im finsteren Mittelalter. Und wer weiß, wie die bewaldeten Berge rund um den Ort auf die ersten Siedler gewirkt haben. Heute ist Finsterbergen auf jeden Fall ein beliebter und zu Recht gut besuchter Kurort, in dessen Mitte die Dreifaltigkeitskirche steht.
Der letzte Gang über die Brücke
Und damit kommen wir zum nächsten Punkt, der es den Finsterbergern sicher nicht leicht machte. Zumindest in der Vergangenheit. Bis zur Errichtung der Kirche gab es nämlich kein Gotteshaus in Finsterbergen, was dazu führte, dass man für sakrale Angelegenheiten zur St. Johanniskirche nach Altenberg ging. Das galt auch für Beerdigungen. Der damals letzte Weg eines Verstorbenen war damit ein weiter.

Die Trauernden mussten mit dem Sarg die Leina überqueren und rund drei Kilometer durch den Wald gehen, um den Nachbarort zu erreichen. Kein Wunder, dass der Pfad den Namen Totenweg erhielt, heute besser bekannt als Kirchweg. Doch im Tal der Leina ist noch heute ein Relikt aus dieser Zeit zu sehen. Die Totenbrücke ist eine kleine rundbogige Steinbrücke und erinnert mit ihrem Namen noch heute an die Beerdigungsmärsche vergangener Tage. Heute hilft die historische Brücke Wanderern, die Leina zu überqueren, damit diese die gar nicht so finstere Landschaft rund um Finsterbergen entdecken können.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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