Simson war eines der Unternehmen in der DDR, die – ähnlich wie Wartburg und Trabant – auch im Westen Deutschlands bekannt waren. Und es gab nicht wenige Zweiradfahrer, die dem Fahrzeughersteller Respekt zollten und es bedauern, dass heute keine knatternden Zweiräder aus dem Hause Simson mehr gebaut werden.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Begonnen hatte die Firmengeschichte Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Brüder Lob und Moses Simson einen großen Teil eines mehr als hundert Jahre alten Stahlhammers erwarben, und anfänglich Stahl produzierten. Schon bald gingen sie dazu über, Waffen zu produzieren, was in Suhl als traditionsreichem Ort für Waffenherstellung nicht weiter verwunderlich ist, und noch später wurden hier Fahrräder gebaut. Mit der Herstellung von Kraftfahrzeugen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Firma Simson zum größten Arbeitgeber der Stadt und beschäftigte mehr als 3.000 Menschen. Mit der Nazi-Herrschaft endete die Tradition des bis dahin bestehenden Familienunternehmens, und die jüdische Familie musste fliehen. So kam es, dass das erste Motorrad der Simson-Werke ausgerechnet von den Nazis gebaut wurde.
Das klassische Motorrad
Die Serifenfertigung der klassischen Zweiräder, die in der DDR weit verbreitet waren, begann jedoch in der Nachkriegszeit. Die Bandbreite reichte von der Simson SR1 mit etwas über einem Kilowatt Leistung bis zum Viertakter AWO 425, der es auf 110 Stundenkilometer brachte. Legendär war jedoch die Simson Schwalbe, die über 20 Jahre gebaut wurde und zum Klassiker avancierte.

Auf dem Gelände des ehemaligen Simson-Werks im Westen von Suhl hat sich heute ein Gewerbepark angesiedelt. Die Geschichte der Motorradherstellung in der Stadt wird jedoch im Fahrzeugmuseum in der Innenstadt anschaulich erläutert und zeigt neben den Simson-Motorrädern auch Automobile und Fahrräder. Außerdem präsentiert es verschiedene Sonderausstellungen, wie zum Beispiel zur Thüringer Waldautobahn.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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