Tabakpfeifenmuseum Ruhla

Wir würden uns gerne mal die Tabakpfeifen anschauen und es würde auch gar nicht lange dauern. So klopften wir an die kleine Holztür des Museums und begehrten Einlass. Na, das sei doch gar kein Problem, wurden wir freundlich empfangen. So verschwanden wir in einem zweistöckigen Fachwerkhaus in Ruhla und waren fortan für lange Zeit nicht mehr gesehen.

Die Tür schloss sich hinter uns, und wir standen mit der netten Dame im halbdunklen Vorraum des Museums. Links die Kasse, rechts die Zugänge zu den anderen Museumsräumen. Dass es noch dauern würde, bis wir diese zu sehen bekamen, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Die Dame, die uns Einlass gewährte, begann sogleich damit, uns jede Menge Wissenswertes zu erzählen. Über den Schmied von Ruhla und den hartgeschmiedeten Landgrafen – eine Sage aus dem 12. Jahrhundert, die beweist, dass bereits damals das metallverarbeitende Gewerbe in Ruhla Einzug hielt.

Nicht nur Pfeifen

Metallhammer, Amboss und Mühlrad sind nur einige Exponate, die im Erdgeschoss als Teile einer komplett eingerichteten Messerschmiede zu sehen sind. Auch an der Werkstatt eines Porzellanmalers kamen wir vorbei, natürlich nicht, ohne über seine Geschichte informiert zu werden. Auch über die Historie von Ruhla und die Uhrenindustrie kann man hier viel erfahren, und es dauerte einige Zeit, bis wir bei den Exponaten ankamen, für die wir das Museum betreten hatten – Tabakpfeifen. Mehrere hundert sind es an der Zahl, die sich mit reichhaltigem Dekor und liebevoll geschnitzten Details präsentieren. Zwei Jahrhunderte lang war Ruhla ein wichtiger Produktionsort für Tabakpfeifen, die in die ganze Welt exportiert wurden.

Und beim Anblick dieser prachtvollen Exemplare aus Ton, Porzellan und Meerschaum ist das damalige Interesse an einer handgeschnitzten Tabakpfeife nur allzu verständlich. Unser Interesse wurde mehr als befriedigt – auch dank einer tollen Museumsführung, die sich alle Zeit für uns nahm und das Museum zu einem wirklich sehenswerten Ort macht. Auch das muss mal gesagt werden.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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