Lutherdenkmal Steinbach

Wahrscheinlich haben Sie schon viele Lutherdenkmäler bei diversen Tagesausflügen gesehen. In Deutschland und weltweit erinnern Hunderte von ihnen an die große Persönlichkeit und seine Lebensstationen. Meistens wird dabei ein Standbild auf einem Sockel präsentiert. Als unabdingbares Merkmal hält der Reformer selbstverständlich die Bibel in der Hand, die an sein Werk – die Bibelübersetzung ins Deutsche – erinnert.

Das Denkmal in Steinbach ist anders. Das Hinweisschild ist nicht zu übersehen. Eine große weiße Tafel an der Straße zwischen Steinbach und Ruhla zeigt den Abzweig zu einem kleinen Wanderparkplatz, von dem aus die Reise zu Fuß fortgesetzt wird. Der kurze breite Weg führt uns direkt in den Wald hinein. Nach einigen Metern erkennen wir schon von Weitem ein zehn Meter hohes Denkmal.

Entführung nur zum Schein

Diesmal ist es jedoch kein Standbild, sondern ein Obelisk aus dem Jahr 1857, den man dem Herzog Bernhard Erich Freund von Sachsen-Meiningen verdankt. Auch dieser Obelisk erinnert an eine Lebensstation Luthers, und zwar an seine vorgetäuschte Entführung. Sie fand genau hier im Wald im Jahr 1521 statt, und ihr eigentliches Ziel war es, Martin Luther zu schützen. Denn dieser durfte durch den Erlass von Karl V., dem sogenannten Wormser Edikt, von jedermann getötet werden, und Luthers Schriften waren verboten.

Der Kurfürst Friedrich der Weise, der die Reformation unterstützte, veranlasste die Gefangennahme Luthers, um den Theologen unter einem falschen Namen auf die Wartburg zu bringen und ihn dort in Sicherheit zu wissen. Während seiner Zeit auf der Wartburg widmete sich Martin Luther dann bekanntermaßen der Übersetzung der Bibel. Außer dem Lutherdenkmal gibt es hier in idyllischer Umgebung auch die Lutherbuche und den Lutherborn – eine Quelle, aus der ein kleiner Bach entspringt.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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