Kickelhahn bei Ilmenau

Der Thüringer Wald hat selbstverständlich viele Berge und Gipfel. Ein Dutzend davon erreichen eine Höhe von über 900 Metern. Der höchste ist bekanntlich der Große Beerberg, der markanteste und vermutlich beliebteste ist der Große Inselsberg. Doch auch die Berggipfel mit einer Höhe zwischen 800 und 900 Metern können sich sehen lassen. Dazu zählt unbedingt der Kickelhahn. Er ist 861 Meter hoch und damit als Hausberg auch der höchste Punkt im Stadtgebiet von Ilmenau.

Zahlreiche Wanderwege führen auf den Kickelhahn hinauf, von denen die meisten in Ilmenau beginnen. Dazu gehören zum Beispiel der Kickelhahnweg und der Goethewanderweg. Der Rennsteig berührt den Kickelhahn übrigens nicht, sondern verläuft deutlich weiter südlich. Goethe war vermutlich einer der bekanntesten Besucher des Kickelhahns und das nicht nur einmal. Nach ihm ist das Nachbargebäude der kleinen Jagdhütte unterhalb des Gipfels benannt – das Goethehäuschen.

Hausberg von Ilmenau

Doch seinen touristischen Aufschwung hatte der Kickelhahn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ilmenau war gerade zu einem Kurort aufgewertet worden, und immer mehr Menschen forderten einen Aussichtsturm auf dem ansonsten bewaldeten Gipfel. Erst durch eine Spende von Maria Pawlowna Romanowa, Großfürstin von Russland und Tochter des Zaren Paul I., begann man mit der Errichtung eines steinernen Turmes, der im Jahr 1855 nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde und zu Ehren der Spenderin den Namen Marienturm erhielt. Der Marienturm beziehungsweise Kickelhahnturm ist mit seinen 24 Metern Höhe zwar kein imposanter Turm – im Gegenteil, seine Spitze ragt gerade mal über die Baumwipfel hinweg –, dafür gehört er zu den ältesten Aussichtstürmen Deutschlands und ist der älteste Aussichtsturm in Thüringen.

Kein Wunder also, dass der Kickelhahnwanderweg einen stilisierten Turm als Zeichen hat. Wem der Weg mit seinen fast 400 Höhenmetern jedoch zu anstrengend ist, dem sei ein Besuch in der Bahnhofstraße in Ilmenau empfohlen. Dort befinden sich in einer Grünanlage ein Miniaturmodell des Turms und auch des Goethehäuschens.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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