Heimische Tiere im Zoo

Zoos und Tierparks stehe ich immer etwas skeptisch gegenüber. Denn ich frage mich immer, ob man wirklich Tiere einsperren muss, nur damit wir Menschen was zu gucken haben? Aber ich weiß auch, dass…

Kolkrabe

Kolkrabe

… Zoos und Tiergärten einen pädagogischen Effekt haben können. Selten sieht man ja eine Giraffe am Brandenburger Tor vorbei spazieren und Alligatoren gibt es nun mal auch nicht so oft am Donauufer. Und in einigen Fällen dienen Tiergärten vermutlich auch dem Schutz der Tierart. So sollen zum Beispiel Arten wie der Brillenbär oder die Schimpansenart Bonobo dadurch gerettet worden sein, weil sie in Tierparks leben. Nehmen wir das einfach mal hin, denn darum geht es eigentlich nicht. Genauso wenig wie um die Tatsache, dass Horden von Menschen einen Zoo als Freizeitanlage betrachten. Seltsame Freizeitbeschäftigung, wenn man eingesperrte Tiere bestaunen geht – aber wie gesagt, darum geht es hier heute nicht. Zumindest nicht direkt.

Elster im Zoo?

Elster im Zoo?

Ich war letztens in einem Tierpark, der frei zugänglich und Teil eines Wanderwegs ist. Daher kam ich ungewollt in das zweifelhafte Vergnügen, an den Käfigen vorbei zu gehen. Und ich war ziemlich erstaunt, was es dort für Tiere zu sehen gibt. Da gab es zum Beispiel ein Mäusehaus. Hinter Glas befanden sich zwei Mäuse, die stereotypisch in einem Laufrad auf der Flucht waren. Noch klassischer geht es wohl nur noch mit einem runden Goldfischglas.

Ringeltaube. Gibt es bei uns sogar als Stadttaube.

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Nach dem Mäusehaus wurde es aber nicht besser. Ich sah plötzlich Schilder mit Tiernamen, die ganz und gar nicht exotisch waren. Sie hießen weder Eisbär, Erdmännchen noch Elefant, sondern Eichelhäher, Elster und Eichhörnchen. Ja, richtig gelesen. Da wurden Tiere eingesperrt und zur Schau gestellt, die man in der Natur alle zehn Minuten sieht.

 

Ringeltaube

Ringeltaube

Jetzt mal ehrlich: Ich bin in einer Großstadt geboren, ich bin in einer Großstadt aufgewachsen und ich lebe in einer Großstadt. Eine Autobahn ist 100 Meter Luftlinie entfernt, eine andere Autobahn rund 500 Meter. Trotzdem zanken sich bei mir jeden Tag mehrere Elstern, Eichhörnchen rennen todesmutig über die Straße und einen Fasan habe ich mal auf einer Autobahn kennengelernt (er möge in Frieden ruhen). Muss das also sein, dass in einer ländlichen Region mit vielen kleinen Dörfern und sehr viel Wald ein Tierpark existiert, in dem diese heimischen Tiere eingesperrt sind?

Mäuse im Laufrad

Mäuse im Laufrad

Ich habe eigentlich nur darauf gewartet, dass aus dem angrenzenden Wald ein Eichhörnchen gelaufen kommt und an dem Käfig seines leidenden Artgenossen vorbeiflitzt. Diese Tiere sind weder selten noch bedroht. Und einen pädagogischen Nutzen kann ich auch nicht erkennen. Leute, geht mit euren Kindern leise in den Wald bzw. in die Natur. Dann werdet ihr genau diese Tiere in freier Wildbahn erleben.

 

Und der traurig guckende Kolkrabe auf dem ersten Bild ist ein verdammt intelligentes Tier. Aber er wird nicht verstehen, warum er hinter Gittern sitzt.

Kopfschüttelnde Grüße…

 

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