Nach dem gar nicht so langen Fahrtag am Vortag hatten wir heute sogar eine noch kürzere Strecke vor uns. Unser Ziel an diesem Tag lautete Oklahoma City. Wir wollten also in die Hauptstadt des Bundesstaates. Das sind keine 200 Kilometer.

Dennoch gab es auf dem Weg dorthin jede Menge Zwischenstopps. Vor allen Dingen mussten wir ja erstmal aus Tulsa rauskommen und das war schon nicht ganz einfach. Das lag nicht am Verkehr, sondern daran, dass wir in Tulsa ja noch gar nicht alles gesehen hatten.

Am Vorabend sind wir ja vom blauen Wal in Catoosa direkt in den Süden der Stadt gefahren, haben das Hotel aufgesucht und waren einkaufen. Nun hieß es, erst einmal in das Stadtzentrum zu fahren und uns Dinge in Tulsa anzuschauen, die wir schon kennen und auch nicht kennen. Unser erstes Ziel war das Buck Atom’s Cosmic Curios on 66.
Bei Buck Atom’s Cosmic Curios on 66 in Tulsa
An dieser ehemaligen Tankstelle stoppten wir schon vier Jahre zuvor. Das gehört zu einem Roadtrip auf der Route 66 einfach dazu. Denn dort steht ein Muffler Man als Weltraum-Cowboy und ganz nebenbei kann man natürlich den kleinen Souvenirladen besuchen. Vermutlich hätten wir aber diesen Besuch dieses Mal ausgelassen, wenn wir nicht schon im Vorfeld gewusst hätten, dass der Muffler Man wenige Monate zuvor weibliche Gesellschaft bekam.



Stella heißt die Gute, die nun als Pendant auf der anderen Seite der ehemaligen Tankstelle steht und als Space Cowgirl den Platz bewacht. Die Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen entlang der Route 66 sind stets im Wandel. Manches verschwindet. Für immer. Manches wird wieder aufgebaut und andere Sachen werden erweitert. So ist das nun mal.

Was wir noch gar nicht kannten, war das Center of the Universe. Von diesem Ort erfuhren wir durch die Streamingserie Tulsa King mit Sylvester Stallone, die schon seit einigen Jahren mit Erfolg auf Paramount+ läuft. Angeblich soll man an diesem einen speziellen Punkt nichts weiter hören als seine eigene Stimme.
Unterwegs in Tulsa
Vermutlich ist dieses Phänomen ein Fake, eine urbane Legende. Ausprobieren konnten wir es nicht, da der Ort bei unserem Besuch eine Baustelle war. Schade. Aber den wahren Mittelpunkt des Universums hatten wir ja schon auf einer früheren Reise in Wallace, Idaho besucht. Für diesen Morgen beließen wir es also bei einem Blick auf das benachbarte Woody Guthrie-Center. Woody Guthrie war der Schöpfer von „This land is your Land…“. Aber auf einen intensiven Rundgang hatten wir zugegebenermaßen keine große Lust.

Daher fuhren wir weiter und widmeten uns wieder der Route 66. Das bedeutete, wir fuhren zum Ufer des Arkansas River und schauten bei einer Skulptur vorbei, die wir bereits kannten. Sie erzählt bildhaft von dem Konflikt, der einst aufkam, als die ersten Autofahrer auf die noch vorhandenen Kutschen trafen. Das passt natürlich wunderbar zur Route 66.

Gleich auf der anderen Seite des Flusses befindet sich ein weiterer, jedoch deutlich kleinerer Neon Sign-Park. Parken kann man hier leider überhaupt nicht. Das wäre auf der anderen Flussseite zwar möglich, doch irgendwie war uns nicht danach. Denn dieser Schilderpark ist ein wenig unschön halb unter einer Autobahnbrücke versteckt und dieser Teil der Autobahnbrücke wurde von wenig vertrauenserweckenden Personen für diverse Handlungen genutzt.
Ein warmherziger Empfang am Stadtrand von Tulsa
Wir wollten also nicht bleiben. Und dennoch wechselten wir mehrmals das Ufer. Denn auf dem Asphalt der Brücke hat man eine Melodie eingraviert. Das heißt, man muss mit dem rechten Reifen über eine bestimmte Stelle bei gleichbleibender Geschwindigkeit fahren, um dann das bereits erwähnte Lied „This is your Land“ von Woody Guthrie hören zu können. Das haben wir natürlich gemacht. Mehr als einmal.

Am Stadtrand von Tulsa gibt es mit dem Historical Village gleich die nächste Sehenswürdigkeit. Gebildet wird es von einem alten Eisenbahndepot inklusive Museum und einem Ölförderturm. Oklahoma halt. Das kleine Gebäude einer ehemaligen Tankstelle bildet dabei die zentrale Anlaufstelle und ist Informationsbüro.






Wir waren uns jedoch nicht ganz sicher und betraten das Haus ganz vorsichtig. Im gleichen Augenblick wurden wir auch schon mit großer Lebensfreude willkommen geheißen. Man bat uns, gleich mal an einer Wand eine Art Wunschzettel zu platzieren. Wir sollten schreiben, wer wir sind, woher wir kommen und wie es uns gefällt. Außerdem erklärte man uns ein wenig über den Ort und drückte jedem von uns eine gekühlte Wasserflasche in die Hand.
Wunderschöne Picknickplätze entlang der Route 66
Ein Segen, denn es war heiß draußen. Nicht heute, nicht gestern, sondern auf der gesamten Reise seitdem wir Deutschland verließen. Die einzige Abkühlung hatten wir bisher auf dem Nordatlantik. Ansonsten war es immer den ganzen Tag heiß und es würde im Laufe der Reise noch heißer werden.

So wurden wir also ganz herzlich begrüßt und konnten eine kleine Ausstellung in dem doch überschaubaren Häuschen betrachten. Unser weiterer Weg führte uns in die viel kleinere Nachbarstadt Sapulpa, wo wir beim Verlassen der Ortschaft abermals einen hübsch hergerichteten Picknickplatz vorfanden.



Dieser befand sich an einer Brücke, die einstmals Teil der Route 66 war und vor der ein uralter Pick-Up-Oldtimer aufgestellt wurde. Gleich so, als würde er die Brücke überqueren wollen. Ein entsprechender Schriftzug mit „Get your Kicks“ setzte dem Parkplatz noch das Sahnehäubchen auf. Bei solchen schönen Dingen, die man extra für die 100-Jahrfeier auf die Beine gestellt hat, will man hoffen, dass es anschließend weiter gepflegt wird.
Ein Ort folgt dem nächsten
Die weiteren Orte reihten sich wieder wie Perlen an einer Schnur, wurden dabei aber immer kleiner und überschaubarer. In Depew hielten wir an, um uns vor zwei Engelsflügen zu positionieren, die aus amerikanischen Autokennzeichen gestaltet wurde, während wir in Stroud am Rock Café stoppten.


Eigentlich wollten wir hier dem Trompeter lauschen, der als Skulptur ertönt. Wir nahmen an, dass man die Fanfare per Knopfdruck selbst auslösen konnte. Das war aber ein Irrtum. Er spielt automatisch und nur zu bestimmten Zeiten. Schade für uns, das passte jetzt nicht.


Also gingen wir gleich nebenan in das Rock Café. Nicht um zu essen, sondern um uns ein weiteres originales Gebäude anzuschauen, ein Souvenir zu kaufen und einen Stempel für den Route 66-Pass zu bekommen. Als wir das Restaurant betraten waren wir doch überrascht, wie gut gefüllt es ist. Wir hätten gar keinen Platz mehr bekommen und es herrschte eifriger Trubel.
Der geografische Mittelpunkt der Route 66 in Oklahoma
Eine Mitarbeiterin lotste uns zwischen den vollen Tischen zu einem zweiten Ausgang. Nur von dort aus konnten wir das Nebengebäude betreten, in dem der eigentliche Shop war. Alles wieder sehr kurios, aber irgendwie dann auch wieder normal.



Wir stoppten noch in Davenport, aber auch im folgenden Chandler. Dort wollten wir nämlich sehen, was aus der Restaurierung eines alten Tankstellengebäudes geworden ist. Wir hatten das schon vier Jahre zuvor besucht und es gefiel uns wegen des farbeprächtigen Dachs. Reingehen konnten wir zwar immer noch nicht, aber es sah immerhin so aus, als würde es dort prinzipiell wieder geschäftig sein.



Den nächsten Stopp auf unserer To-do-Liste kannten wir aber noch nicht. Denn genau dort, wo bei Wellston die Route 66 von der Interstate 44 gekreuzt wird, hat man zu Beginn des Jahres eine weitere Sehenswürdigkeit aufgestellt. Eine übergroße Pinnadel markiert an dieser Stelle den geografischen Mittelpunkt der Route 66 innerhalb von Oklahoma.
Eine Rundscheune in Oklahoma
Wohlgemerkt, es geht nicht um den Mittelpunkt der gesamten Route 66. Den kannten wir schon und werden wir im texanischen Ort Adrian wiedersehen. Nein, bei dieser neuen und farbenfrohen Nadel geht es allein um die Markierung des Anteils in Oklahoma. Immerhin, so haben wir also diesen Bundesstaat auch schon wieder zur Hälfte befahren.

Ohne Interstate fuhren wir auf der Route 66 weiter gen Westen und kamen kurze Zeit darauf nach Arcadia. Diesen Ort hatten wir beim letzten Mal versäumt, weil wir die I-44 nutzten und einen sehr langen Tag hatten. Daher waren wir froh, dass wir es dieses Mal ruhiger angehen lassen konnten und stoppten an der runden Scheune – der einzigen Rundscheune entlang der Route 66.


Schon von außen sieht das Gebäude, leicht erhöht neben der Straße, knuffig aus. Aber von innen war es natürlich erst recht ein besonderer Anblick. Und irgendwie musste ich dabei an den Gasometer in Oberhausen denken. Diese ehemalige Industrieanlage besteht aus einem Erdgeschoss sowie aus der darüber befindlichen riesigen Halle. Hier bei der Round Barn ist der geschichtliche Hintergrund natürlich ein anderer und die Scheune ist viel kleiner.
Auf den Spuren von Paul McCartney
Aber im Erdgeschoss gibt es eben einen Shop und Informationen, während eine Etage drüber die große und leere Scheunenhalle zu besichtigen ist. Hat uns mal wieder gut gefallen, aber wie das eben bei diesen Sehenswürdigkeiten so ist, ist man auch schnell wieder durch. Auf unsere Nachfrage, wo denn der Ort sei, an dem ein Schild an Paul McCartney erinnere, schickte man uns einen guten Kilometer wieder zurück.

Wir fuhren dorthin und siehe da – da steht am Straßenrand wirklich ein Schild mit dem Hinweis, dass Paul McCartney hier stand. Er habe damals an dieser Stelle gestoppt und einen Einwohner gefragt, ob er hier richtig sei – auf der Route 66. Wir hatten schon vor vier Jahren in Joliet die Erfahrung gemacht, dass die Einwohner sich freuten, Paul McCartney angetroffen zu haben. Dieser reiste mit seiner heutigen Frau Nancy Shevell auf der Mother Road und hinterließ in den kleinen Ortschaften natürlich jede Menge Aufsehen, obwohl das Pärchen hoffte, inkognito reisen zu können. Das wurde aber nichts.



Gleich hinter Arcadia kommt eine moderne Tankstelle ganz anderer Art. Sie heißt Pops. Ich hatte mich ein wenig auf sie gefreut, weil draußen eine riesige Limo-Flasche steht und im Inneren des Gebäudes eine Vielfalt an Getränken gekauft werden kann. Aber die Flasche sieht beleuchtet am Abend einfach besser aus und die Getränke, die es zu kaufen gab, überforderten uns irgendwie. Wir wussten einfach nicht, was wir da eigentlich kaufen könnten und wollten. Daher ließen wir es am Ende dann komplett sein.
Gedenkstättenbesuch in Oklahoma City
Damit verließen wir den ländlichen Bereich zwischen Tulsa und Oklahoma City und rollten wenig später in die Hauptstadt des Bundesstaats hinein. Während wir die Stadt beim letzten Besuch schlicht ignorierten und an ihr vorbeifuhren, steuerten wir nun das Zentrum an. Unser erster Punkt, den wir sehen wollten, war die Gedenkstätte für den Bombenanschlag auf das FBI-Gebäude im Jahr 1995.






An der Stelle, an der bis dahin das Gebäude stand, ist heute eine Grünanlage, die an die getöteten Menschen erinnert. Gleich nebenan gibt es noch die dazugehörige Ausstellung, auf die wir allerdings verzichteten. Es war verdammt heiß an diesem Tag und wir wollten uns auch noch andere Sachen in der Stadt anschauen. Das wäre zu viel geworden.

Daher beließen wir es bei einem ausgiebigen Rundgang auf dem Außengelände und fuhren zum Kapitol des Bundesstaats. Es war Samstagnachmittag und alles war im Umfeld des Kapitols komplett ausgestorben, wirkte verwaist. Dennoch sahen wir keine Möglichkeit, zu parken und so kam es, dass wir das große Bauwerk einfach nur mit dem Auto umrundeten und für ein kurzes Foto einfach mal eben auf der Straße stehen blieben. Es war ja niemand da.
Spaziergang am Kanal in Bricktown
Wir fanden das irgendwie schon unheimlich. So eine große Stadt und wir kamen uns vor wie in einem Endzeitfilm. Kein Mensch zu sehen – weit und breit. Das änderte sich erst allmählich, als wir zum nächsten Zielpunkt fuhren. Bricktown heißt der Innenstadtbereich von Oklahoma City und plötzlich wurde es etwas geschäftiger und lebhafter.



Parken war auch hier nicht wirklich einfach, schon gar nicht kostenlos. Also stellten wir den Wagen auf einem bewachten Parkplatz ab und gaben dem Parkwächter die gewünschten 10 Dollar Tagesgebühr. Na ja, für den gesamten Tag geht das ja noch. Aber uns war natürlich klar, dass wir nur kurz bleiben würden. Doch so hatten wir wenigstens das Gefühl, dass der Wagen sicher steht. Immerhin ist unser gesamtes Gepäck darin enthalten und daher versuchen wir immer sehr, darauf zu achten, wo wir parken.

Anschließend spazierten wir durch Bricktown. Dieses Stadtviertel kann so ein wenig als das Zentrum der Stadt bezeichnet werden. Jede Menge Restaurants, die sich an einem Kanal erstrecken. Und auf diesem werden auch kleine Bootsfahrten angeboten. Es wirkt zwar alles sehr künstlich, was es eben auch ist, aber es ist trotzdem recht nett.
Von Bricktown zum Land Run Monument
Stellenweise unterquert man Straßen und an einer dieser Unterführungen sahen wir dann aber plötzlich einen Drogenjunkie. Noch mit der Spritze im Arm. Irgendwie war das ein Anblick, der nicht so recht in dieses aufgeräumte Stadtbild passte. Wir beschlossen, umzukehren, weil wir noch zum Centennial Land Run Monument wollten.

Was wir nicht wussten: Wir hätten auch einfach am Kanal weitergehen können. Das Denkmal wäre nicht mehr weit weg gewesen. Andererseits fühlten wir uns an dieser Stelle nicht mehr so ganz wohl. Das lebendige Viertel lag schon hinter uns und der Weg am Kanal wurde immer einsamer. Wir hatten ein ungutes Gefühl und manchmal ist es ja so, dass man lieber darauf hören sollte.
Also gingen wir gemütlich zum Auto zurück und fuhren zu dem Denkmal, dass eigentlich keine 500 Meter mehr entfernt war. Auch hier war es ungewöhnlich einsam und irgendwie unheimlich einsam. Das war eigentlich schade. Denn der Park war nett, sehr gepflegt und das Denkmal einfach fantastisch.
Freizeitvergnügen am Oklahoma River
Es ist riesig und erinnert an den Land Rund im 19. Jahrhundert, als die Flächen im heutigen Bundesstaat Oklahoma zum Erwerb freigegeben wurden. So zeigt das Denkmal auf einer Länge von 100 Metern jede Menge original große Reiter mit ihren Pferden sowie Kutschen, die eiligst gen Westen unterwegs waren, um sich das beste Stück Land zu sichern. Unterbrochen wurde das Denkmal lediglich von dem Kanal, über den die Reiterherde im Grunde hinweg reitet. Sehr schön.

Der kleine Kanal trifft wenig später auf den Oklahoma River und an seinem Ufer gibt es weitere Wege, auf denen wir bis zu unserem nächsten Wunschziel hätten gehen können. Doch es war heiß an diesem Tag. Sehr heiß. Erwähnte ich schon. Außerdem reden wir hier nicht von ein paar hundert Metern, sondern von einigen Kilometern.

Denn wir wollten auf die Südseite des Oklahoma Rivers, wo sich in einer Grünanlage das Wheeler Ferris Wheel erhebt. Dieses Riesenrad ist natürlich nichts für uns, damit fahren wir nicht. Aber die Geschichte dahinter fanden wir nett. Denn dieses Riesenrad stand einst auf dem Pier in Santa Monica, also am Ende der Route 66.
Mal ein ganz neues Hotel ausprobieren – Avid
Dort wurde das Riesenrad durch ein neueres ersetzt und das alte Riesenrad ganz einfach bei ebay zum Verkauf angeboten. Oklahoma City hat zugeschlagen und seitdem ein gebrauchtes Riesenrad von der Pazifikküste. Keine Ahnung, ob das an Selbstabholer ging und welche Bewertungen sie sich gegenseitig geschrieben haben: „Gerne wieder“?

Für uns endete dieser Besichtigungstag damit. Wir probierten mal ein neues Hotel aus und fuhren zu Avid im Westen der Stadt. Ich verplauderte mich ein wenig mit der netten Dame an der Rezeption, während Moni den Wagen auslud. Sie war sehr an unserer Anreise mit der Queen Mary 2 über den Atlantik interessiert und ich erfuhr, was an dem Avid-Hotel so anders ist. Denn es gehört wie die Holiday Inns zur IHG-Kette und ich wollte gerne den Unterschied wissen. Sie erklärte mir, dass Avid-Hotels jetzt relativ neu seien und man hier einen eher europäisch geprägten Stil einführen wolle.
Kurzum, das bedeutete, dass die Zimmer deutlich kleiner und außerdem karger ausgestattet sind. Zugegeben, dieses Hotel ist auch dafür auch etwas günstiger. Aber die großen amerikanischen Hotelzimmer finden wir schon klasse. Wenn man bedenkt, in welchen Schuhkartons man manchmal in Europa nächtigt. Und die Mikrowelle im Hotelzimmer nutzen wir eigentlich auch jeden Abend. An so heißen Tagen wie zu der Jahreszeit sind wir auch nicht traurig, dass wir im Kühlschrank unsere Getränke runterkühlen können.
Fremdschämen bei Aldi
Das alles fiel weg. Es gab nur eine Mikrowelle und die befand sich in der Lobby. Das Hotel war also ganz okay, vor allen Dingen war es sauber und auch ruhig. Aber es fehlten halt ein paar Sachen, die wir in amerikanischen Hotels sonst zu schätzen wissen.

Am Abend fuhren wir noch schnell einkaufen und entschieden uns, uns mal eine amerikanische Filiale von Aldi anzusehen. Das hatten wir noch nie gemacht, obwohl wir schon so oft in den USA unterwegs waren. Heute war es dann mal soweit und es dürfte auch unser letztes Mal gewesen sein. Vielleicht hatten wir Pech, aber wenn Aldi in Amerika Deutschland repräsentiert, dann wird es nur peinlich für unser Land. Ich habe noch nie so eine schlechte, hässliche und vor allen Dingen verdreckte Filiale eines Geschäfts gesehen. Es war zum Fremdschämen. Wir wussten nicht, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt in Brooklyn einen ähnlichen Augenblick erleben würden – bei Lidl.
Daher fuhren wir lieber zum Sprouds Farmer Markt und holten uns dort ein paar leckere Sachen zum Essen. An der Kasse kamen wir mit ein paar jungen Mädchen ins Gespräch, die unbedingt wissen wollten, für wen wir an diesem Abend halten würden. Es lief ja immer noch die Fußballweltmeisterschaft und in der Tat – manchmal hat man es in den USA auch gemerkt. Aber nur in so Momenten wie diesen. Sie drückten auf jeden Fall der englischen Nationalmannschaft die Daumen. Wir waren überrascht, dass sie Interesse hatten und wussten, wer an diesem Tag spielen würde.
Zur Inhaltsangabe für die weiteren Reisetage

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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