2 Monate USA – Tag 4 – Erster Seetag

Die Nacht war gar nicht so ruhig, wie wir es erwarteten. Denn wir hatten vergessen, dass die Klimaanlage in der Innenkabine einen so unangenehmen Luftstrom entwickelt, dass sie genau den Bereich der Kopfkissen trifft. Und da sie sich nicht komplett abschalten lässt, ist man stets diesem Luftstrom ausgesetzt. Also bestand unsere erste Nacht darin, das Lüftungsgitter mit T-Shirts zu behängen. Damit machten wir aber alles nur noch schlimmer, denn so wurde die Klimaanlage bzw. das Gebläse auch noch laut. Zumindest in der ersten Nacht. Das kann aber auch daran liegen, dass die Klimaanlage von Bord aus auf Höchstleistung lief. Immerhin waren wir an einem der heißesten Tage in der Geschichte Südenglands gestartet.

Im Laufe der Reise wurde die Klimaanlage zwar deutlich leiser, so dass uns das nicht mehr störte, aber der Luftstrom blieb. Wir gewöhnten uns an, jeden Abend den Luftstrom mittels T-Shirts anders durch die Kabine zu geleiten. Das gelang uns auch mehr oder weniger gut. Doch wir nahmen uns vor, für die nächste Fahrt Klebestreifen mitzunehmen, um eine Art Pappkarton an die Decke zu kleben, damit die Luft zwar zirkulieren kann, aber eben nicht direkt auf den Kopf bläst.

Unser erster Seetag begann natürlich mit einem Blick nach draußen. Dieser sah nicht ganz so verheißungsvoll aus. War es gestern in Southampton noch heiß und trocken, so war es nun auf dem offenen Ozean deutlich kühler und sogar leicht regnerisch. Uns tat es eigentlich ganz gut. Um 10 Uhr begaben wir uns zur Carinthia Lounge, weil wir uns für die Scavenger Hunt, also für die Schatzsuche, einen Zettel abholten. Bei dieser Scavenger Hunt hat man 24 Stunden Zeit, um zehn kleine Bildrätsel zu lösen. Dafür begibt man sich an Bord zu den gezeigten Details, macht ein Selfie und kann am nächsten Tag einen Sticker für das Sammelalbum erlangen. Das machen wir natürlich – jedes Mal. Und da es nun schon unsere neunte Atlantiküberquerung mit der Queen Mary 2 ist, kennen wir das Schiff sehr gut.

Nach dem Erhalt des Scavenger Hunt-Zettels blieben wir daher erstmal in der Carinthia Lounge und nahmen am englischsprachigen Trivia, also an einem Quiz teil. Um 12 Uhr folgte routinemäßig die Ansage des Kapitäns. Diese hören wir immer gerne in einer abgeschiedenen, ruhigen Ecke, weil uns vor allen Dingen auch die Wettervorhersage interessiert. Gleich im Anschluss begaben wir uns in das Britannia Restaurant und genossen den Lunch, bevor wir am Pool auf Deck 12 an einem kleinen Golfturnier teilnahmen. Hierbei handelt es sich um eine Art Minigolf und man kann einen weiteren Sticker erlangen. Diese Sticker dienen am Ende einer Reise dazu, das Sammelheft gegen kleine Gegenstände einzutauschen.

Außerdem gingen wir natürlich zum Afternoon Tea im Queens Room, der einfach zu den Reisen bei Cunard dazugehört. Hier wunderten wir uns allerdings ein wenig über gewisse Kleidungsstücke. Wenn man also meint, auf den Queens sei nur eine strenge Kleiderordnung vorgeschrieben, dann irrt man sich gewaltig.

Viel Zeit an diesem ersten Seetag verbrachten wir natürlich auch damit, die zehn Selfies zu beschaffen und ansonsten genossen wir den ersten Tag ohne Land gesehen zu haben. Am Nachmittag wurde das Wetter dann auch wieder besser und der Abend wurde uns natürlich auch wieder mit leckeren Speisen im Britannia Restaurant versüßt.

Gleichwohl lief zu diesem Zeitpunkt die Fußballweltmeisterschaft in Kanada, USA und Mexico. Keine Frage, dass die Spiele auch an Bord übertragen werden – erst recht, wenn es sich um Spiele der englischen Nationalmannschaft handelt. Dafür wurde eigens das Illuminations, also das Planetarium und Kino, zum „Public Viewing“ zweckentfremdet. Authentischer ging es jedoch im Golden Lion zu, dem Pub des Schiffs. Aber da war es schon so voll, dass manch einer sich Stühle holte und von draußen zuschaute. Darüber hinaus gab es aber auch noch eine musikalische Aufführung im Theater, der wir zum Abschluss des Abends beiwohnten. Unser erster Seetag hat uns einfach nur gut gefallen und war viel zu schnell zu Ende. Wie gut, dass wir noch ein paar davon haben.

Zur Inhaltsangabe für die weiteren Reisetage

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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