An diesem Sonntag stand wieder ein Programmpunkt an, den wir lange im Voraus planten. Wie ich schon bei der Anreise in New York erzählte, buchten wir dort aus Kostengründen unseren Mietwagen nur für zwei Tage. Diesen wollten wir nun heute am Mietwagenschalter am Flughafen in Pittsburgh abgeben. Eigentlich schade, denn in diesen zwei Tagen hat uns der Jeep Grand Wagoneer gut gefallen. Wir hätten ihn auch behalten können. Aber es war ja auch ein unerwartetes Upgrade.

Wir erreichten den Flughafen überpünktlich, denn da wir den Mietwagen überraschend früh am Tag in New York mitnehmen durften, mussten wir ihn ja auch ebenso früh wieder abgeben. Also, schnell noch volltanken, ab ins Parkhaus, ein letztes Erinnerungsfoto und dann bloß nichts im Auto liegen lassen. Haben wir alles? Vier Koffer, zwei Rucksäcke, eine Tasche, zwei Schlafsäcke, zwei Kopfkissen und mittlerweile auch noch ein oder zwei Tüten mit Lebensmitteln. Man könnte glauben, wir ziehen um. Aber gut, solche Sachen haben wir ja schon öfter erlebt. In solchen Momenten müssen wir einfach nur daran denken, wir wir mit unseren vollbepackten Fahrrädern durch Südamerika tourten und da auch den Bus benutzten, was mit den Rädern ja nicht gerade einfach war.

Wie auch immer. Wir gaben den Wagen bei Alamo ab und spazierten in das eiskalte Flughafenterminal. Die Klimaanlage lief auf vollen Touren und ich machte mir schon wieder Sorgen. Bin ja immer noch nicht ganz fit, huste viel und bin leicht geschwitzt. Also gehe ich erstmal zur Toilette und ziehe mich dort um, um nicht mit einem nassgeschwitzten T-Shirt im kalten Terminal rumzulaufen. Leider war es nämlich auch nicht so, dass wir das Terminal schnell wieder verlassen könnten.
Wir bekommen unseren Chevrolet Suburban
Nein, der Mitarbeiter am Schalter von Hertz erklärte mir, dass wir den Wagen erst um 12 Uhr haben könnten – so wie wir es reservierten. Da wir den anderen Wagen um zehn Uhr schon abgeben mussten, hatten wir also noch über zwei Stunden Wartezeit. Wir fanden das ein bisschen schade, denn zwei Tage zuvor in New York lobten wir noch den super Service und bekamen den Wagen früher als geplant, aber hier schien das nicht zu funktionieren. Vielleicht gefiel dem Mitarbeiter auch meine Nase nicht. Denn er bot uns an, dass wir den Wagen früher bekommen könnten, aber für 20 Dollar pro Miettag. Was soll das? Wir mieten hier ein Auto für über 40 Tage und dann kommt der mit so etwas? Vor allen Dingen scheint ja dann doch ein Wagen vorhanden zu sein. Er wollte ihn nur nicht rausgeben. Dann nicht.

Wir nahmen unser Zeug und setzten uns auf eine Sitzbank gegenüber des Schalters und beobachteten ihn bei der Arbeit. Dann war das eben so. Um kurz vor 12 Uhr ging ich dann wieder zum Schalter, landete aber bei der Kollegin und bekam problemlos den Schlüssel. Es konnte weitergehen. Was wir noch nicht wussten: Irgendwas muss hier deutlich schief gelaufen sein, denn hier vor Ort wurde meine Kreditkarte offenbar für Zwecke verwendet, die nicht für mich bestimmt waren. Das erfuhren wir erst später mit einer Benachrichtigung von meiner Bank-App: Die Karte ist für Online-Tätigkeiten und damit auch für Hotelbuchungen gesperrt und kann nur noch physisch genutzt werden. Wir haben zwar weitere Möglichkeiten und Karten, aber schon blöd, wenn zu einem so frühen Reisezeitpunkt bereits eine der Karten nicht mehr wirklich verwendbar ist.

Wir räumten unser gesamtes Hab und Gut, das wir dabei hatten, in den Chevrolet Suburban und freuten uns über das schicke, große Auto, mit dem wir nun die nächsten sechs Wochen durch die USA touren würden. Ab jetzt hatten wir vorübergehend kein festes Ziel mehr für die Abende. Wir landeten in einem Hotel in Mishawaka bei South Bend in Ohio.

Zur Inhaltsangabe für die weiteren Reisetage

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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