Hügeliges Deilbachtal

Zu Fuß durch das Deilbachtal in Essen

Während über uns die Baumkronen raschelnd aneinander reiben und die Vogelwelt musiziert, steigen wir auf die Höhen vom Deilbachtal. Belohnt wird dieser erste Abschnitt der Wanderung mit zahlreichen schönen Ausblicken. Mehrere plätschernde Bäche überqueren wir, bevor wir die sanft hügelige Landschaft wieder verlassen und in das Deilbachtal zurück kehren, wo uns zum Schluss noch Relikte aus vergangenen Tagen an die einstige industrielle Bedeutung des Tales erinnern.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „20 Wanderungen in und um Essen“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Links neben dem Franz-Hennes-Altenheim beginnt unser Rundwanderweg, indem wir in die Straße Leth einbiegen. Wir wandern an den Wohnhäusern vorbei steil bergauf in den Wald hinein. Noch ist die Strecke asphaltiert und führt hinter einer scharfen Linkskurve, in der wir das erste kleine Bächlein überqueren, zum letzten Wohnhaus, schon deutlich oberhalb der Straße Deilbachtal. Wir lassen das Haus links liegen, halten uns rechts und kommen an einem Holzlagerplatz vorbei. Für einige Meter laufen wir parallel zu einem Reitweg. An dieser Stelle kann es bei schlechter Witterung durchaus morastig werden. Dafür haben wir von hier einen schönen Blick in das Dilldorfer Deilbachtal, welches jedoch sehr stark mit Industrie- und Gewerbeflächen zugebaut ist.

Grüne Landschaft im Ruhrgebiet

Grüne Landschaft im Ruhrgebiet

Dilldorf ist eine ehemalige Bauernschaft, die zusammen mit Voßnacken seit 1895 zum Essener Stadtteil Kupferdreh gehört. Es wird vermutet, dass sich der Name Dilldorf von „Dorf an der Deile“ ableitet. Mit Deile ist dabei der das Dorf durchfließende Deilbach gemeint, der in Wuppertal-Barmen entspringt und nach etwas über 20 Kilometern bei Kupferdreh in die Ruhr mündet. Heute verbindet man mit Dilldorfer Höhe ein Wohngebiet auf dem Grundstück der einstigen Ruhrlandkaserne. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt, die Kaserne befand sich auf dem Phönixberg außerhalb des Deilbachtales.

Unterwegs im Dilldorfer Deilbachtal

Der immer noch ansteigende Reitweg mündet in einen befestigten Waldweg, auf dem wir nach rechts abbiegen. Wir kommen am grünen Zaun des etwas abseits liegenden Hauses Nummer 185a vorbei, bevor wir auf den Priembergweg stoßen. Wir wenden uns nach links und wandern die asphaltierte Straße zunächst an Pferdekoppeln vorbei bergab und wenig später wieder bergauf. Auf der Kuppe schwenken wir mit dem Schild „zum Priembergweg 203a“ nach links und gelangen wieder in ein kleines Waldstück. Kurz vor dem Haus weist uns ein vom Hausbesitzer gemaltes Schild nach rechts. Wir folgen ihm, um eine Schranke zu umgehen und befinden uns dahinter auf dem Wanderweg K.

Ein schmaler Schotterweg führt uns deutlich bergab, begleitet werden wir dabei vom Rauschen eines schmalen Baches zu unserer Linken. Es dauert nicht lange, bis sich der Wald lichtet und wir vor einem Feld stehen. Leider fehlen hier sämtliche Beschilderungen und Wegmarkierungen, doch ein Verlaufen ist dennoch unmöglich. Wir biegen direkt am Feldrand nach links ab, so dass wir einen dortigen Hochsitz hinter uns lassen. Wir halten uns halblinks und bleiben direkt am Feldrand, bis wir auf einen allein stehenden Baum mit unserer Wanderwegmarkierung K treffen. Er weist uns auf einen verwurzelten Weg bergab. Wir überqueren kurz darauf den Eickelbach, an dessen Ufern Erlen und Eschen wachsen. Hinter der kleinen Brücke wandern wir auf dem schmalen Pfad zwischen Pferdekoppeln bis zur asphaltierten Straße Eickelbecktal weiter. Am Transformatorhäuschen biegen wir links in die Eickelbeckstraße und folgen weiterhin dem Wanderzeichen K.

Kleine Bäche im Deilbachtal

Unser Weg führt uns direkt auf ein einzeln stehendes Haus zu. Hundebesitzer werden kurz vor dem Gebäude gebeten, auf die frei laufenden Tiere – gemeint sind Pfaue – Rücksicht zu nehmen. Kurz hinter dem Gebäude zweigt die Straße nach links ab, wir aber gehen weiter geradeaus den befestigten Waldweg oberhalb des kleinen Eickelbaches entlang. Am Ende des Waldweges kommen wir auf eine befestigte Straße, gehen geradeaus und passieren eine Umspannanlage. Wir wandern weiter bergab, bis wir den Priehlbach queren.

Wanderung im Deilbachtal

Wanderung im Deilbachtal

Der Eickelbach und der Priehlbach entspringen nicht weit von hier auf Velberter Gebiet und vereinen sich auf einem kleinen Feld links vor uns. Als Eickelbach fließen sie wenig später unterirdisch weiter, um in den Deilbach zu münden.

Auf der Straße Priehlbachtal wandern wir rechts hinauf. Die Wegmarkierung des Wanderweges K, welche auf einen schmalen und nicht sonderlich gepflegten Pfad nach links weist, ignorieren wir besser und bleiben auf der asphaltierten Strecke.
Nach einer langen Rechtskurve gehen wir links bis zur T-Kreuzung und folgen dort dem Wandersymbol L abermals nach links in die Kupferdreher Straße. Gleichzeitig befinden wir uns damit auf dem regionalen Radweg der Kaiserroute zwischen Aachen und Paderborn. Zur Rechten können wir deutlich das derzeit jüngste Windrad der Windkraftanlage Velberts und weiter hinten den Langenberger Sender sehen.

An der Kupferdreher Straße in Velbert wurde das vierte und bisher jüngste Windrad der Stadt errichtet. Es ist zugleich das höchste und stärkste Windrad. Die drei Rotoren erzeugen 1,5 Megawatt und umkreisen eine Nabe, die sich in rund 100 Meter Höhe befindet. Die Kraft dieser Anlage ist auf der verkehrsarmen Straße deutlich zu hören, obwohl sie rund 200 Meter von uns entfernt ist. Die insgesamt fünf Windräder im Kreis Mettmann erzeugen genug Strom, um 2.000 Haushalte mit jeweils vier Personen zu versorgen.

Windrad in Velbert

Windrad in Velbert

Ausblick zum Langenberger Sender

Der Langenberger Sender hinter der Bergkuppe bringt es sogar auf eine Höhe von knapp 300 Metern. Sein Betreiber, der Westdeutsche Rundfunk, erreicht mit dem Sender, der aus zwei Masten besteht, rund zehn Millionen Einwohner, soviel wie kein anderer Sender in Deutschland. Der 1927 erbaute Sendemast gilt als einer der ältesten Sendemasten überhaupt. Bereits seit 1954 wird über ihn auch das Fernsehprogramm ausgestrahlt. Die einzige größere Panne in der Geschichte des Langenberger Senders besteht aus dem Einsturz des Sendemastes 1996, als während einer Sanierung ein Hilfskabel riss. Erst im Jahr 2000 konnte der neue zweite Mast fertiggestellt werden, um wieder auf voller Leistung zu senden.

Unsere Route führt uns auf der asphaltierten Straße Voßnacken – der Name weist auf die ehemalige Bauernschaft hin – nach einer Spitzkehre wieder in einen Wald hinein. Begleitet werden wir vom kurzen Voßnacker Bach, der wenig später in den Deilbach fließen wird. Auch wir erreichen schon bald die Talsohle des Deilbachtales, wo uns ein Hinweisschild zur Hundebrücke weist .

Doch wir wenden uns noch vor der Brücke nach links und bleiben auf der Straße Deilbachtal, bis wir an eine Abzweigung gelangen. Dort biegen wir rechts ab, überqueren den Deilbach und gehen sofort rechts die Zufahrt zu einem Haus hinab. Dieses Gebäude gehört zum Deilbachhammer.

Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh

Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh

Abschlussbesuch am Deilbachhammer

Um ab dem Deilbachhammer direkt neben dem Deilbach auf dem schmalen Pfad entlang zu wandern, können wir die dortige kleine Fußgängerbrücke nutzen und gleich im Anschluss rechts abbiegen. Dabei unterqueren wir die Straßenbrücke und gehen an der Rückseite von Bürogebäuden entlang. Der Weg mündet zwar direkt in ein Firmengelände, das jedoch betreten werden darf.
Hier an einem in die Straße eingelassen Gitter können wir deutlich ein Rauschen vernehmen. Es ist der unterirdische Abschnitt des Eickelbachs. Unterhalb einer Verbindungsbrücke gehen wir weiter und verlassen dahinter das Firmengelände nach links. Auf der Straße Deilbachtal wenden wir uns nach rechts und erreichen nach wenigen hundert Metern unseren Ausgangspunkt, das Franz-Hennes-Altenheim.

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