Wandern im Hohen Venn

Wandern im Hohen Venn (3) – Wanderung zum Kreuz der Verlobten

In meiner Reihe „Wandern im Hohen Venn“ hatte ich ja bereits eine Kurztour am Baraque Michel beschrieben. Darin erwähnte ich auch den Holzsteg, der dort an der Kapelle Fischbach beginnt, den wir aber zunächst mal ignorierten.

Ausschilderung

Ausschilderung

Hier in dieser Wanderung soll das anders sein. Wir beginnen zwar ebenfalls am Restaurant Baraque Michel, werden aber auf eben diesem besagten Holzsteg zum Kreuz der Verlobten gehen.

Pilz

Pilz

Das letzte Stück der Wanderung wird aber dann ähnlich sein, da wir auch hier wieder das Poleur-Venn passieren und es weiterhin vorläufig ignorieren. Der größte Unterschied zu der ersten Wanderung wird aber die Entfernung sein. Die Bezeichnung Kurztour hatte ich mir aber der anderen Wanderung nicht umsonst einfallen lassen. Es waren ja nur fünfeinhalb Kilometer. Mit dieser Wanderung kommen aber satte sieben Kilometer noch dazu, sodass unsere Wanderschuhe 12,5 Kilometer mehr abgewetzt sind.

Und wieder festes Schuhwerk notwendig

Und wieder festes Schuhwerk notwendig

Aber lasst uns erstmal loslegen. Den Anfang kennen wir ja schon. Da wäre also der Parkplatz an der Straße und das Restaurant Baraque Michel, an dem wir vorbei gehen. Es folgt gleich im Anschluss die Kapelle Fischbach und eine kleine eingezäunte Weide. Als ich dort war, gab es in der Weide einige Hochlandrindern zu sehen.

Hochlandrind

Hochlandrind

Anstatt nun nach links abzubiegen, gehen wir hinter der Kapelle geradeaus und machen unsere ersten Schritte auf dem Holzsteg. Auf solchen Stegen zu wandern, ist natürlich nicht besonders herausfordernd. Einerseits kann man sich zwar nicht verlaufen, aber andererseits hat man keine andere Wahl, als geradeaus zu gehen. Mir machen solche Wege aber dennoch Spaß.

Holzsteg

Holzsteg

Die Vennlandschaft auf der rechten Seite gehört zur Schutzzone C, das heißt, da haben Menschen sowieso nichts zu suchen. Und links die Landschaft betreten wir auch nicht, weil es eben ein Moor ist und Fußabdrücke auf Dauer bleiben. Das Venn auf der linken Seite gehört zur Schutzzone B. Das bedeutet im Klartext, dass hier Hunde nicht willkommen sind.

Wandern im Hohen Venn

Wandern im Hohen Venn

Soviel zu den Eigenheiten der hiesigen Schutzzonen. Der Holzsteg verläuft fast nur geradeaus durch die flache und rauhe Landschaft, aber ist irgendwie schön. Irgendwann hört dieser auf und es geht auf festem Boden weiter. Gut zwei Kilometer sind es, bis man auf der linken Seite dann schon das versprochene Kreuz der Verlobten erreicht hat. Es ist eines von vielen Kreuzen im Hohen Venn und jedes einzelne erzählt natürlich eine schicksalshafte Geschichte. Das Kreuz der Verlobten (Croix des Fiancés) ist vermutlich das berühmteste im Venn.

Kreuz der Verlobten

Kreuz der Verlobten

Tragische Geschichte zweier Verliebter

Das Kreuz der Verlobten erinnert an das traurige Schicksal von François Reiff und seiner Verlobten Marie Solheid. Beide waren im Januar 1871 unterwegs, um ihre Heiratspapiere zu besorgen. Dafür wollten sie zu Fuß von Jalhay nach Xhoffraix, eine Strecke von rund 20 Kilometern, die mit einer heutigen Wanderung nicht zu vergleichen ist. Damit nahm das Drama seinen Lauf.

Beschilderung

Beschilderung

Marie brach irgendwann vor lauter Erschöpfung zusammen und ihr Verlobter nahm an, sie sei verstorben. Ebenfalls am Ende seiner Kräfte kämpft er sich weiter durch die Kälte und Dunkelheit des Venns, bricht aber irgendwann ebenfalls zusammen und stirbt. Mancherorts liest man, dass Maria noch nicht tot war, sondern irgendwann wieder zu Bewusstsein kam und an anderer Stelle verstarb. Aber die genauen Einzelheiten der tragischen Geschichte lassen sich natürlich nicht mehr rekonstruieren. Fest steht nur, dass die Leichname der beiden Verlobten erst im März während der Schneeschmelze gefunden wurden, zwei Kilometer voneinander entfernt.

Waldweg im Venn

Waldweg im Venn

Dort wo die Braut verstarb, steht heute nun dieses Kreuz der Verlobten, gleich neben einem historischen Grenzstein. Kurz hinter dem Kreuz folgt ein Abzweig, an dem wir links abbiegen sollten. Hier geht es durch ein Waldgebiet, stellenweise auf einem sehr schmalen Holzsteg. Außerdem überquert man hier den schmalen Bach Russeau de la Baraque.

Brücke über den Bach

Brücke über den Bach

Auf einem breiten Grasweg gelangt man zu einem befestigten Weg, den wir später erneut erreichen werden. Hier biegt man rechts ab und folgt nach wenigen Metern der Wanderwegbeschilderung einer grünen Raute abermals nach rechts. Gleich darauf sehen wir noch ein Kreuz. Das Briamont-Kreuz erinnert an Albert Briamont, der an dieser Stelle an einem Herschlag verstarb, als er im Jahr 1971 dabei half, ein Feuer im Venn zu löschen.

Briamont-Kreuz

Briamont-Kreuz

Der Weg wird jetzt eine Zeit lang morastig und es ist dringend gutes Schuhwerk erforderlich, wenn man am kleinen Poleurbach entlang wandert. Nach einiger Zeit erreicht man einen Abzweig, auf dem es aber dann wieder deutlich befestigter nach links geht. Der Weg führt schnurgerade bis zu einer Sitzbank, an der man vor einer weiteren Schutzzone B links abbiegen kann.

Sehr breiter Grasweg

Sehr breiter Grasweg

Hier ist es nun ein sehr breiter Grasweg, der an einem Waldrand verläuft. Hinter diesem geht es nach einiger Zeit nach links und man erreicht durch hohes Gras wieder den befestigten Weg, den ich vorhin schon mal erwähnte. Jetzt hat man die Möglichkeit hinter einer Schutzhütte rechts in das Poleur-Venn abzubiegen. Aber wie gesagt, da komme ich bei einer späteren Wanderung noch drauf zu sprechen.

Matschiger Wanderweg

Matschiger Wanderweg

Daher bleiben wir geradeaus und wandern nun auf dem eher unspektakulären Wanderweg leicht bergauf. Ich sagte es eingangs: Es ist der gleiche Wegabschnitt wie bei der bereits beschriebenen Kurztour und so kommt man dann ebenfalls wieder an der Kapelle Fischbach und der Baraque Michel aus.

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