Burg Eltz

Wandern an der Mosel – Gemütlich zur Burg Eltz

Die abwechslungsreiche Wanderung beschert uns einen steilen Aufstieg mit wunderbaren Ausblicken und bringt uns auf die Moselhöhen. Durch grün leuchtende Wälder und unter raschelndem Blätterdach wandern wir zur wunderschön und einsam gelegenen Burg Eltz. Nach einer ausgiebigen Besichtigung genießen wir das Plätschern des Elzbachs, mit dem wir zur breiten Mosel zurückkehren. Und zum Schluss darf ein Spaziergang durch die duftenden Weinberge natürlich nicht fehlen.

Der folgende Text stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer „Wanderungen an der Mittelmosel“. Die Angaben können daher veraltet sein.

Wir beginnen unsere Moselwanderung, indem wir am Parkplatz dem Fluss den Rücken kehren. An der schönen Schiefertafel mit der Ortsangabe „Weindorf Müden an der Mosel“ unterqueren wir die Gleisanlage und wandern auf der leicht aufwärts führenden Straße, der Beschilderung zur Burg Eltz folgend, in den Ort Müden hinein.

Blick auf Müden an der Mosel

Blick auf Müden an der Mosel

Zu Zeiten der Römer existierte auf dem heutigen Gebiet von Müden an der Mosel eine Siedlung namens Modinum. Erstmalig urkundlich festgehalten wurde der Name Müden jedoch erst im Jahr 585. Im heutigen Müden trifft man auf mehrere historische Fachwerkbauten, teilweise aus dem 17. Jahrhundert. Der romanische Turm der St. Stephanskirche stammt sogar aus dem 12. Jahrhundert. Friedrich Erxleben, Widerständler in der Zeit des Nationalsozialismus, war nach dem Zweiten Weltkrieg Pfarrer der Gemeinde Müden, wo ihn sein Freund der Bundespräsident Theodor Heuss besuchte.

Weinranken klettern an Bruchsteinhäusern empor, Kelteranlagen säumen unseren Weg und an einer Hauswand zu unserer Rechten erkennen wir eine schöne Wandmalerei, welche die Burg Eltz darstellt. An einem Brunnen in Form einer Kelter fühlen wir die Wassertemperatur, gehen weiter geradeaus und halten uns an der Einmündung der Görre- und Bergstraße weiter aufwärts. Wanderer, die mit der Bahn anreisten, steigen hier in den Wanderweg ein. Hinter dem letzten Haus linker Hand biegen wir vor dem Ortseingangsschild nach links ab und wandern unterhalb eines Weinbergs bis zu einer T-Kreuzung. Das rote Fachwerkhaus zu unserer Rechten stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergte die Lohmühle, welche für eine nahe gelegene Gerberei die notwendigen pflanzlichen Gerbmittel mahlte.

Wir wenden uns nach rechts und wandern auf einem asphaltierten Weg bergauf. Dabei stimmen wir der Inschrift auf einem Wetterstein zu unserer Rechten zu: „Egal, wie das Wetter gerade ist, unsere gute Laune kann es nicht verhageln.“ Hinweisschilder erläutern uns die hier vorkommenden Rebsorten, Singvögel und Waldtiere, während wir an einer T-Kreuzung nach links abbiegen. Auf dem breiten Schotterweg bleiben wir nicht lange. Denn schon nach wenigen Metern zweigt ein schmaler Wanderpfad ab, der uns nach rechts an einer Bruchsteinmauer entlang führt. Wir passieren einzelne Stationen eines Kreuzwegs. Und zwischen den grün leuchtenden Bäumen hindurch genießen wir die ersten Ausblicke auf Müden sowie die sanft dahinfließende Mosel.

Idyllisches Elzbachtal

Idyllisches Elzbachtal

Unter dichtem Baumkronen führt uns der Weg weiter bergan, bis sich der Wald lichtet. Felder zu unserer Rechten und Linken begleiten uns, während wir auf den Weiler Müdenerberg zugehen. An der wenig befahrenen Straße wenden wir uns nach rechts, liebäugeln mit den Äpfeln, die vom Baum neben einer schmalen Kapelle herabhängen und wandern zunächst auf der Asphaltstraße aus der Siedlung hinaus.

Hinter dem Ortsausgangsschild lassen wir unseren Blick über die weiten Felder schweifen und erahnen rechter Hand das Moseltal. Gleich dahinter erheben sich die sanften Hügel des Hunsrücks. An der ersten Möglichkeit lassen wir uns nicht von dem Hinweis auf ein 30-prozentiges Gefälle abschrecken. Vielmehr folgen wir der Ausschilderung zum romantischen Wanderweg nach links. Zunächst bleiben wir noch in der Ebene und genießen den rot leuchtenden Klatschmohn am Feldrand. Danach wandern wir jedoch hinter einem Parkplatz deutlich bergab bis zum Landgasthof Österhof.

Tor an der Burg Eltz

Tor an der Burg Eltz

Nach einer kurzen, erholsamen Rast auf der sonnendurchfluteten Terrasse wenden wir uns dem ausgeschilderten Wanderweg zur Burg Eltz zu und durchqueren das Tor des Österhofs. Prächtige Eichen und Buchen erheben sich am Rand unseres Wegs, der in sanften Kurven leicht bergab verläuft. Der Abstieg wird deutlich steiler und wir erreichen eine T-Kreuzung, an der wir nach links abbiegen. Ein kleines Hinweisschild an einem Baum informiert uns darüber, dass wir uns auf einem der Traumpfade befinden.

Unterwegs auf einem der Traumpfade

26 wunderschöne Wanderungen in der Eifel, am Rhein und an der Mosel bieten die Traumpfade. Diese Premiumwanderwege, welche vom Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet wurden, führen durch abwechslungsreiche Landschaften, an markanten Steilhängen vorbei und bringen den Wanderer zu landschaftlichen und kulturellen Höhepunkten. Ob man nun auf der Suche nach dem Rheingold ist oder sich in Monreal zum Ritter schlagen lassen möchte: Alle Traumpfade sind bestens markiert und versprechen höchsten Wandergenuss.

Zu unserer Rechten plätschert sanft der Elzbach durch sein Bett, den wir bald auf einer schmalen Betonbrücke überqueren. Auf der anderen Seite des Baches folgen wir dem Wanderweg, der uns nun über einige hohe Stufen steil bergauf führt. Der kurze, aber anstrengende Aufstieg wird mit dem Erreichen der prächtigen Burg Eltz belohnt, die sich stolz vor uns erhebt.

Einsame Burg an der Mosel

Einsame Burg an der Mosel

Auf einem 70 Meter hohen Felsmassiv, das von drei Seiten vom Elzbach umflossen wird, erhebt sich seit dem 12. Jahrhundert die stolze Burg Eltz. In abgeschiedener Lage, fernab jeglicher Straßen, ist die Burg seit Anbeginn im Besitz der Familie Eltz. Diese malerische Abgeschiedenheit wäre der Burg Eltz jedoch im 14. Jahrhundert beinahe zum Verhängnis geworden: Der Trierer Erzbischof Balduin versuchte, seinen Machtbereich auszubauen und belagerte daher im Rahmen der Eltzer Fehde die Burg an ihrem einzigen Zugangsweg.

Aus dieser Zeit stammt die kleine, im Auftrag von Balduin erbaute Burg Trutzeltz. Deren Überreste machen wir auf dem der Burg Eltz gegenüberliegenden Berghügel zwischen den Bäumen aus. Der heutige Besitzer der Burg Eltz, Dr. Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Teil der Burg der Öffentlichkeit zu präsentieren und zeigt den Familienbesitz, welcher in 33 Generationen zusammengetragen wurde. Burg Eltz wurde überregional bekannt als Abbildung auf der Rückseite des 500-DM-Scheins.

Wanderung zur Burg Eltz

Nach einer ausgiebigen Besichtigung der interessanten mittelalterlichen Burg Eltz gehen wir durch das steinerne Tor wieder zurück zu den Treppenstufen, die uns zum Elzbach hinab führen. Wir überqueren erneut die kleine Brücke, wenden uns nach links und kommen nach kurzer Zeit zur bereits bekannten T-Kreuzung am Traumpfad. Wir halten uns halblinks und folgen der Beschilderung nach Moselkern. Dabei wandern wir im sanften Auf und Ab oberhalb des romantischen Elzbachs.

„Nicht geringer als sie streift durch fette Gebreite Segen begründend die Elz vorbei an fruchtbaren Ufern.“, so beschrieb schon der römische Dichter Ausonius im 4. Jahrhundert den kleinen Bach in dem malerischen Tal. Der Name Elz stammt vermutlich von Els oder Else ab, welches im Althochdeutschen für die Erle steht. Und die Erle ist prägend für das Ufer des Elzbachs. Die Elz entspringt bei Bereborn in der Eifel, nordöstlich von Daun und fließt fast 59 Kilometer durch ein wildromantisches Tal, bevor sie bei Moselkern in die Mosel mündet. Nur am Oberlauf des Flusses wird die Elz von einer Straße begleitet. Den überwiegenden Teil des Flusslaufes kann man nur zu Fuß erreichen, was eine Wanderung durch das Elztal zu etwas Besonderem macht.

Fachwerktürme der Burg Eltz

Fachwerktürme der Burg Eltz

Römische Spuren im Elzbachtal

Während uns moosbewachsenes Gestein zu unserer Rechten begleitet, bedienen wir uns an den Walderdbeeren und genießen die kleinen, aber leckeren Früchte. Auf dem teilweise steinigen Pfad tun sich im Fels neben uns kleine Höhlen auf und regen unsere Fantasie an. Sanft lässt der Elzbach sein Plätschern ertönen, wenn wir uns ihm nähern. Gleichzeitig geht unser schmaler Pfad in einen breiten Waldweg über, auf dem wir geradeaus weiter gehen. In einem großen Bogen folgen wir dem Flusslauf zur Ringelsteiner Mühle. Dort können wir uns erneut zu einer gemütlichen Pause niederlassen.
Hinter dem Parkplatz der Ringelsteiner Mühle führt uns eine schmale Brücke über die Elz. Wir bleiben auf dem Wanderweg zwischen dichten Bäumen, bis wir die ersten Häuser des in das enge Tal hineingebauten Ortes Moselkern erreichen.

Mit einer römischen Villa Rustica beginnt die Geschichte des kleinen Moselortes Moselkern. Entdeckt, aber leider auch zerstört, wurden sie beim Bau der Moselbahn in den 1870er-Jahren. Weitere Zeugnisse römischer Baukultur fand man in den Folgejahren, aber auch damals ging man nicht sehr sorgsam mit den Funden um. Anders bei der Stele von Moselkern, einem Merowingerkreuz, welches im 8. Jahrhundert entstand und 1915 auf dem Alten Friedhof gefunden wurde. Eine Replik des Kreuzes ist vor der St. Valeriuskirche zu sehen, das Original befindet sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Sehenswert ist auch das historische Rathaus, erbaut im Fachwerkstil und zwar bereits 1535. Im ältesten Rathaus an der Mosel werden heute wieder die Geschicke des Ortes geleitet.

Abstieg zum Moseltal

Neben der wenig befahrenen Straße wandern wir weiterhin durch das Tal. Wir genießen die Blicke auf die bewaldeten Hänge neben uns, passieren ein Wehr und betrachten das scheinbar ruhige Leben des Ortes. Nach einer Kurve weitet sich das Elztal und wir unterqueren eine Bahnanlage. Nach links sind es nur wenige Meter bis zum Restaurant Zur Burg Eltz, wo wir uns für den letzten Abschnitt unserer Wanderung stärken können. Unsere Route führt uns jedoch hinter der Bahnanlage nach rechts und sofort nach links unmittelbar ans Moselufer. Dort sehen wir das Haus Jerusalem, wenden uns nach rechts, überqueren den Elzbach und verabschieden uns von ihm, denn er mündet nur wenige Meter weiter in die Mosel.

Burg Eltz

Burg Eltz

Hinter einem lachsfarbenen Haus verlassen wir die Mosel auch schon wieder und biegen nach rechts ab. Abermals unterqueren wir das Bahngleis und wandern direkt dahinter auf einem grasigen Weg steil bergauf. Über mehrere Stufen geht es wieder in einen Wald hinein, und kurz hinter einer T-Kreuzung, an der wir uns nach links wenden, haben wir wieder eine wunderbare, unverbaute Sicht auf das Moseltal. Nicht lange dauert es, bis die Bäume Platz machen und wir geradeaus zwischen den Weinbergen wandern. Vor uns haben wir Müden im Blick, während zur Linken die Fahrgastschiffe vorüberziehen.

Der asphaltierte Weg führt uns hinab und wir treffen wieder auf das Ortseingangsschild von Müden. Die Bahnreisenden biegen an der nächsten Möglichkeit nach links ab und folgen dem Weg zurück zum Bahnhof. Wir bleiben auf dem bereits bekannten Weg bergab. Nach einem letzten Blick auf die an die Hauswand gemalte Burg Eltz – jetzt mit der Gewissheit, sie auch im Original gesehen zu haben – wenden wir uns am Ende der abwärts führenden Straße nach links, unterqueren die Bahngleise und stehen an unserem Ausgangspunkt.

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