Auf unserem Roadtrip auf dem Alaska Highway in Kanada hatten wir ein Schild im Gepäck – ein Schild für den Watson Lake Sign Post Forest. Dieses Schild haben wir vor der Reise entworfen und drucken lassen, denn wir wollten es gerne am Sign Post Forest anbringen.

Um zu erklären, was das eigentlich ist, müssen wir weit in die Geschichte zurückschauen. Genauer gesagt bis zum 7. Dezember 1941. An diesem Tag griffen die Japaner im Pazifik die US-Flotte auf Pearl Harbour an. Dieses Ereignis führte zum Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg und war auch ausschlaggebend für die Entscheidung, eine Straße von der kontinentalen USA nach Alaska zu bauen.

Diese Straße, die zu weiten Teilen durch Kanada verläuft, wurde daher von amerikanischen Soldaten in relativ kurzer Zeit angelegt. Natürlich war sie damals nicht so gut ausgebaut, wie sie es heute ist. Aber für die Armee reichte es erstmal.
Fernweh war der Auslöser für den Watson Lake Sign Forest
Unter anderem verlief die Straße an einem kleinen Weiler namens Watson Lake. In diesem Dorf gibt es selbst heute nicht viel zu sehen und das wird in den Kriegsjahren nicht anders gewesen sein. Kein Wunder also, dass mindestens einer der Soldaten Heimweh bekam. Er fertigte ein Schild an, auf dem sein Heimatort Danville in Illinois geschrieben stand und hing das kurzerhand auf.




Diesem Schild folgten im Laufe der Zeit weitere Schilder. Erst waren es wenige pro Jahr, dann hunderte und schließlich tausende. Es entstand ein Schilderwald, der Watson Lake Sign Forest und sogar ein Informationsbüro. In diesem Büro kann man ablesen, wie viele Schilder pro Jahr gezählt werden.
Sign Post Forest
Dabei ist deutlich zu erkennen, wie der Waton Lake Sign Post Forest und natürlich auch der Alaska Highway an Popularität gewinnt. Es gehört schon beinahe zum guten Ton, als Reisender in Watson Lake Halt zu machen und ein mitgebrachtes Schild anzuschrauben.
Über 120.000 Schilder hängen am Alaska Highway
Die erste Zählung sämtlicher Schilder fand offenbar im Jahr 1988 statt. Damals hingen in dem Schilderwald etwas mehr als 6.000 Schilder. Das klingt zunächst mal viel, doch für diese Gesamtzahl brauchte es über vier Jahrzehnte. Heute kommen locker 6.000 Schilder pro Jahr hinzu. Im Jahr 1993 wurde die Marke von 20.000 Schildern überschritten und nur fünf Jahre später verdoppelte sich diese Gesamtzahl an Schildern. Die Marke von 50.000 Schildern erreichte man im Jahr 2003.



Und diese Zahl verdoppelte sich wiederum im Jahr 2022. Bei der Zählung wurden über 100.000 Schilder festgehalten. Nur ein Jahr später waren es sogar schon 113.000 Stück. Damit gab es in dem Jahr den größten Zuwachs an Schildern. Wenn man bedenkt: 6.000 Schilder in der Zeit von 1942 bis 1988 und nun 13.000 Schilder in nur einem Jahr.
Unser Schild hängt auch im Watson Lake Sign Forest
Übrigens, wie in fast allen Bereichen gibt es auch bei der dieser Statistik einen Corona-Knick. Im Jahr 2020, als das Virus um die Welt zog, kamen gerade einmal 2.500 Schilder hinzu.

Unser Schild brachten wir im Jahr 2019 an. Kurze Zeit später erfolgte die Zählung mit mehr als 90.000 Schildern. Unser Schild würde also die Nummer Neunzigtausendirgendwas tragen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch in Watson Lake und am Sign Post Forest am Alaska Highway. Da sind wir gespannt, ob wir unser Schild wiedersehen werden.




Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
Die Weltenbummler – ältester deutschsprachiger Reiseblog (seit 2000)


