Ausblick von der Festung

Mit dem Wohnmobil durch das Aostatal in Italien

Ich habe mir gedacht, ich nehme euch heute mal mit auf eine Reise mit dem Wohnmobil durch das Aostatal in Italien. Allerdings muss ich vorab sagen, dass wir nicht alles sehen werden, denn das Aostatal ist nicht nur ein Tal, sondern gleich eine ganze Region. Und diese Region umfasst eben nicht nur das Haupttal, sondern auch jede Menge Seitentäler. Kurz gesagt, es gibt so viele Dinge im Aostatal, über die man auch noch mal in Zukunft einzeln schreiben kann. Daher heute einfach mal ein grober Überblick.

Seilbahn Richtung Mont Blanc

Seilbahn Richtung Mont Blanc

Vielleicht noch ein paar Worte zur geografischen Einordnung: Das Aostatal liegt im Nordwesten Italiens und erstreckt sich grob ab der Ortschaft Ivrea nach Norden in die Alpen hinein. Dort zweigt es nach fast 30 Kilometern Luftlinie scharf nach Westen ab und trifft dann nach weiteren fast 60 Kilometern auf den Fuß des Monte Bianco. Den Monte Bianco kennt man hierzulande meistens eher unter dem Namen Mont Blanc. Seine italienische Bezeichnung wird seltener genutzt, ist aber aus Sicht des Aostatals richtiger.

Wohnmobilstellplatz im Aostatal

Wohnmobilstellplatz im Aostatal

Zwischen diesem Knick und dem Mont Blanc befinden sich der Hauptort namens Aosta sowie mehrere Abzweige in die Seitentäler nach Nord und Süd. Eines dieser Seitentäler reicht nach Norden bis zur Ortschaft Breuil-Cervinia, wo man einen weiteren namhaften Berg sehen kann. Und auch dieser Berg steht weniger für Italien, sondern für das nördliche Nachbarland Schweiz. Hier rede ich vom berühmten Matterhorn. Man ist also im Aostatal nicht einfach nur von irgendwelchen Berggipfeln umgeben.

Wasserfall am Nationalpark

Wasserfall am Nationalpark

Mit dem Wohnmobil durch das Aostatal

Erreichen lässt sich das Aostatal über mehrere Möglichkeiten. Die natürlichste ist die von Südseite durch den Taleingang bei Ivrea. Darüber hinaus kann man ab französischer Seite den Mont Blanc-Tunnel nutzen oder von Schweizer Seite aus den Großen Sankt-Bernhard-Pass, alternativ den Pass über den Großen St. Bernhard. Wir tun jetzt aber einfach mal so, als würden wir den Mont Blanc-Tunnel ab Chamonix befahren und würden unsere Wohnmobilreise im hinterletzten Winkel vom Aostatal beginnen.

Zufahrt zum Gran Paradiso Nationalpark

Zufahrt zum Gran Paradiso Nationalpark

Wer mag kann hier gleich in die Seilbahn einsteigen und sich in luftige Höhen bringen lassen. Über Pointe Helbronner geht es hinauf zur Aiguille du Midi und bei Bedarf sogar weiter und damit zurück nach Chamonix. Unterwegs hat man einen tollen Ausblick auf den Mont Blanc. Nur: Für mich ist das überhaupt nichts, weil ich keine Seilbahn fahre.

Ausblick auf das Aosta-Tal

Ausblick auf das Aosta-Tal

Mit dem Wohnmobil gibt es hier mehrere Campingplätze, über die ich übrigens auch in meinem Wohnmobilreiseführer für Oberitalien berichte und bei Courmayeur auch einen Wohnmobilstellplatz. Kurz vor dem Hauptort Aosta, vom Mont Blanc aus betrachtet, zweigen dann mehrere Straßen nach links und damit nach Süden ab.

Gran Paradiso

Gran Paradiso

Aosta ist der Hauptort im Tal

Sie führen in kleine Seitentäler, die zum Nationalpark Gran Paradiso gehören. Der Nationalpark Gran Paradiso ist so ein schönes Beispiel an Sehenswürdigkeit, über die man besser noch einen eigenen Blog-Artikel schreibt. Er ist groß, bietet jede Menge Naturschönheiten und zahlreiche Wandermöglichkeiten. Nur so viel: Es ist echt schön dort.

Gran Paradiso

Gran Paradiso

Schön ist es auch in Aosta, dem Hauptort des Tals. Gut, der Wohnmobilstellplatz ist jetzt nicht gerade attraktiv. Er liegt direkt neben einer lauten Straße und vor einer Reihe Wohnhäuser. Außerdem sind die Versorgungseinrichtungen ein wenig ungepflegt, um das mal nett auszudrücken. Aber der Wohnmobilstellplatz von Aosta bietet einen besonderen Vorteil: Er ist direkt neben der Altstadt.

Wohnmoblistellplatz in Aosta

Wohnmobilstellplatz in Aosta

Und die Altstadt von Aosta kann sich sehen lassen. Zahlreiche römische Baudenkmäler erinnern daran, wer hier einst das Sagen hatte und wem die Stadt ihre Existenz zu verdanken hat.

Arco di Augusto

Arco di Augusto

Rundgang durch die Altstadt von Aosta

Das erste römisch Bauwerk, das man auf dem Fußweg vom Stellplatz in die Altstadt sehen wird, ist der Arco di Augusto, der Augustusbogen. Er wurde noch vor der Zeitenwende errichtet und markiert den östlichen Zugang zur Fußgängerzone. Folgt man der Haupteinkaufsstraße, dann erreicht man schon bald ein weiteres ehemaliges Stadttor, das Porta Pretoria. Zumindest stapft man durch die Ruine davon und man kann gleich rechts abbiegen, um zum ehemaligen römischen Amphitheater zu gelangen.

Am Amphitheater

Am Amphitheater

Wer zur falschen Tageszeit dort ist und vor verschlossener Kasse steht, der kann zumindest einen sehr kleinen Blick auf das Amphitheater werfen. Dafür geht man zurück zur Via Porta Pretoria, der Fußgängerzone. Neben Haus Nummer 23 gibt es einen kleinen, unscheinbaren Durchgang. Dieser führt einen zu einem ebenfalls kleinen Aussichtspunkt. Viel sieht man nicht, aber immerhin etwas.

Alpen bei Bard

Alpen bei Bard

Natürlich gibt es in Aosta noch viel mehr zu sehen, aber ich will ja hiermit nur einen kleinen Vorgeschmack geben. Weiter östlich kommt zum einen das erwähnte Seitental in Richtung Matterhorn und der Knick, durch den das Tal schließlich nach Süden verläuft.

Stellplatz in Bard

Stellplatz in Bard

Von Aosta durch das Aostatal nach Bard

Da dauert es dann auch nicht mehr lange, bis man nach Bard gelangt. Ich muss sagen, dass mit Bard als Ortschaft im Aostatal am besten gefiel. Grund hierfür ist jedoch weniger die Ortschaft selber, sondern die Festung, die sich oberhalb von Bard auf einem Hügel erhebt und gleichzeitig den Zugang zum Aostatal überwacht.

Fluss in Bard

Fluss in Bard

Festungen bzw. Kastelle gibt es im Aostatal jede Menge, doch diese hier ist schon beeindrucken. Man kann die Festung entweder zu Fuß erklimmen, so wie wir es gemacht hatten, oder man fährt mit der Standseilbahn hinauf. Geht auch. Oben besteht die Möglichkeit zu einem Museumsbesuch oder man genießt einfach den Blick über die Ortschaft Bard in das Aostatal hinein.

Steg über dem Fluss

Steg über dem Fluss

Passenderweise gibt es nahe der Festung eine Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobile. Tragischerweise liegt der Wohnmobilstellplaz in Bard aber gleich neben einem stark rauschenden Fluss. Das ist zwar irgendwie idyllisch, aber in der Nacht doch ziemlich laut.

Festung in Bard

Festung in Bard

Ausblick von der Festung Bard

Dieser Fluss, wir nennen ihn mal Fiume Ayasse mündet unterhalb der Festung in den Fiume Dora Bàltea, der uns die ganze Zeit über im Aostatal begleitet hat.

Auf dem Weg vom Wohnmobilstellplatz zur Festung Bard überquert man zu Fuß beide Flüsse. Und das ist beim Fiume Ayasse sogar wortwörtlich zu nehmen. Denn zunächst folgt man dem Fluss, doch mangels Fußweg hat man kurzerhand einen Steg in den Fels geschlagen, auf dem man dann oberhalb des Flusses spaziert. Irgendwie drollig.

Aosta-Tal

Aosta-Tal

Wie gesagt, das Aostatal hat mir auf meiner Reise mit dem Wohnmobil durch Oberitalien sehr gut gefallen und noch mehr Informationen gibt es auch in meinem dazugehörigen Wohnmobilreiseführer. Viel Spaß in den Alpen!

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