Emil Erpel

Zu Besuch im Erika Fuchs-Haus

„Vielleicht, wenn ich mich hier hinsetze und auf die Sumpfhühner starre, die im Sumpf rumsumpfen, vermeide ich allen Ärger.“

Ich will weder sitzen noch rumsumpfende Sumpfhühner bestarren. Ich will das Dr. Erika Fuchs-Haus besuchen. Das hätte ich am liebsten schon vor vielen, vielen Jahren gemacht. Aber damals gab es das noch nicht. Das Erika Fuchs-Haus wurde erst im Jahr 2015 eröffnet. Warum ich mir dann drei Jahre Zeit ließ, wenn es mir doch so wichtig war? Nun, das Erika Fuchs-Haus befindet sich in Schwarzenbach an der Saale. Für mich also leider nicht gleich um die Ecke. Seufz.

Beschilderung zum Museum

Beschilderung zum Museum

Da es tatsächlich Menschen geben soll, die nicht wissen, wer Erika Fuchs war (hört, hört), will ich kurz ausschweifen. Die in Rostock geborene Übersetzerin verbrachte einen großen Teil ihres Lebens in Schwarzenbach an der Saale und übersetzte dort Disney-Comics. Der Schwerpunkt lag auf Übersetzungen von Geschichten des legendären Comic-Zeichners Carl Barks.

Flagge vor dem Museum

Flagge vor dem Museum

Bekannt wurde sie unter anderem durch den sogenannten Erikativ, bei dem zum Beispiel Geräusche als Worte dargestellt werden. Selbst Nicht-Comicleser kennen Begriffe wie Ächz, Stöhn, Keuch.

Herbei, herbei, ihr Herren!

Doch Erika Fuchs legte den Entenhausener Helden auch zahlreiche Sätze und Floskeln in den Mund, die zu Klassikern wurden. So geschehen zum Beispiel mit dem Zitat, das ich als Einleitung für diesen Blog-Artikel genutzt habe. Klatsch, klatsch.

Infotafeln auf dem Rathausplatz

Infotafeln auf dem Rathausplatz

Ich bin langjähriger Leser aller schnabelartigen Comics. Ich besitze alle Ausgaben des Micky Maus-Heftes, die in meiner Lebenszeit erschienen sind. Und diese begann schon vor langer Zeit im Jahr der Ente 1974. Außerdem nenne ich alle Ausgaben des Lustigen Taschenbuchs und sämtlicher Nebenreihen mein Eigen. Von den vielen Sonderveröffentlichungen und zahlreichen Duck-Skulpturen in meiner Wohnung will ich gar nicht erst reden. Treue Leser meines Blogs wissen, dass ich meinen 40. Geburtstag im Disneyland Paris feierte und zwei Jahre später vier Tage im Disney World Resort Orlando verbrachte. Das hat schon seinen Grund. Mit den Geschichten der Ducks und den Übersetzungen von Erika Fuchs hat der heutige Reisejournalist also das Lesen gelernt. Später sogar auf Schwedisch dank Kalle Anka.

Glücklich mit Donald

Glücklich mit Donald im Disneyland Paris

Und so waren wir nun in diesem Jahr während unserer Wohnmobiltour durch Deutschland auch in Oberfranken unterwegs. Dort stoppten wir unser Wohnmobil in Schwarzenbach an der Saale (brems) und spazierten zum Erika Fuchs-Haus.

Zu Besuch bei Emil Erpel

Bereits auf dem Rathausplatz wurden wir durch Info-Tafeln, die über das Wirken von Erika Fuchs berichten, gut eingestimmt.

Erika Fuchs-Haus

Erika Fuchs-Haus

Wir überquerten die Gumpe Sächsische Saale, wo ich von der Brücke höchstbeglückt auf eine kleine Insel blickte. Vor der Insel erhebt sich nämlich die Holzskulptur von Emil Erpel, dem berühmten Gründer von Entenhausen. Ganz klassisch und stolz hebt er ein paar Maiskolben in die Lüfte.

Emil Erpel-Skulptur

Emil Erpel-Skulptur

Nur wenige Meter sind es von dort bis zum Erika Fuchs-Haus, dem Museum für Comic und Sprachkunst. Nach einem sehr freundlichen Empfang betraten wir die Räumlichkeiten und ich fühlte mich als würde ich in die heiligen Hallen des Geldspeichers auf dem Glatzenkogel eingelassen.

Duckomenta im Erika Fuchs-Haus

Wir hatten zudem Glück, dass während unseres Besuchs im Erika Fuchs-Haus auch gleichzeitig die Duckomenta stattfand. So begannen wir unseren Rundgang mit großem Staunen auf die Klassiker der Weltgeschichte. Diese Wanderausstellung zeigt die wahren Werke großer Künstler, die so Leute wie Vincent van Gogh, Leonardo da Vinci und wie sie nicht alle heißen, zu ähnlichen Gemälden inspiriert haben.

Duckomenta

Duckomenta

Gleich nebenan gab es eine weitere Ausstellung zu Nils Oskamps Comic Drei Steine. Das Thema, das er mit diesem Comic anspricht, ist aktueller denn je. Es handelt sich um eine autobiographische Graphic Novel zur rechten Gewalt. Näheres hierzu findet man im Netz auch unter #adolfduck. Treppauf wandeln wir in die oberen Räume des Museums, wo uns mehrere Schnäbel begrüßen und wir in einem Kino mehr über die Geschichte des Comics erfahren. Staun.

Michael Moll im Haus von Donald Duck

Michael Moll im Haus von Donald Duck

Gleich nach der Kinovorstellung fühle ich mich wie zuhause und stehe unvermittelt im Garten von Donald Duck. Es folgen der Stammbaum der Ducks und der legendäre 313. Dass mein roter Flitzer daheim ebenfalls das Kennzeichen 313 trägt, ist natürlich kein Zufall. Außerdem ist es ein Hochgenuss, nebenan wie ein Seehund in ein Geldbad zu springen, wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und das Geld in die Luft zu schmeißen, damit es einem auf die Glatze prasselt.

Es ist eine Lust im Erika Fuchs-Haus zu sein

Wer jetzt glaubt, in die Fußstapfen der Panzerknacker treten zu müssen, kann es gleich bleiben lassen. Das Geld besteht aus Plastikmünzen. Als wenn Dagobert einen Teil seiner Barschaft als Leihgabe zur Verfügung stellen würde… Wer glaubt denn sowas?

Der legendäre 313 und ich

Der legendäre 313 und ich

Als überdimensionaler Comic wird anschließend das Leben von Erika Fuchs dargestellt und auf ihr Wirken und ihre Werke eingegangen. In diesem Zusammenhang kann man sich auch interaktiv selber als Wortschöpfer beweisen. Stichwort Zitatwirbler und Wortgenerator.

Als vielreisender liebe ich diesen Globus

Als vielreisender liebe ich diesen Globus

Comic über das Leben von Erika Fuchs

Comic über das Leben von Erika Fuchs

Zusammengefasst: Das Museum macht richtig gute Laune und ist ein absolutes Muss. Im Museumsshop ließen wir anschließend noch ein kleines Vermögen für Bücher, Poster, Postkarten und gerahmte Repliken. Klimper.

Ausstellung im Erika Fuchs-Haus

Ausstellung im Erika Fuchs-Haus

Donaldist – das bin ich jetzt

Dort trafen wir auch Herrn Gerhard Severin, den Initiator des Museums, der einen Teil seiner Duckschen Sammlung im Museum ausstellt und die Emil Erpel-Statue stiftete. Nach einem kurzen Gespräch bewog er mich, nun „entlich“ Mitglied der D.O.N.A.L.D. zu werden. Man möge mich jetzt also Donaldist nennen. Außerdem bin ich jetzt auch Mitglied im Förderkreis des Museums, dem Klub der M.I.L.L.I.A.R.D.Ä.R.E (Mitglieder In Lauterer Lebenserfahrener Interaktiver Angenehmer Runde Donaldische Ästhetik Rigoros Einfordernd).

Der Erika-Fuchs-Luftsteg

Der Erika-Fuchs-Luftsteg

Doch auch außerhalb des Museums gab es noch einiges zu entdecken. So besuchten wir gleich in der Nähe der Emil Erpel-Statue den Dr. Erika Fuchs-Luftsteg, der sich über die Saale spannt.

Rundgang durch Schwarzenbach

Außerdem warfen wir einen Blick auf die Bäckerei Köppel. Die dortigen Anis-Plätzchen hat Erika Fuchs in der Micky Maus-Ausgabe 33/1970 verewigt. Die nahe gelegene Gaststätte Mondschein wurde sogar im allerersten Micky Maus-Heft namentlich erwähnt.

Auf dem Friedhof der Kirche gedachten wir der Übersetzerin an ihrem Grab. Doch am einstigen Wohnhaus von Erika Fuchs waren wir kurioserweise nicht. Egal, so haben wir beim nächsten Mal wieder etwas Neues zu entdecken.Dafür geht es dann „Hinaus in Feld und Flur! Hinauf auf Gipfel und Grat! Durch Hag und Heide, durch Moor, Modder und Morast!“

Ente gut - alles gut

Ente gut – alles gut

 

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