Was haben der Wilseder Berg in der Lüneburger Heide, der Wurmberg als höchster Gipfel Niedersachsens und der Nationalpark Hainich mit dem Thüringer Wald zu tun? All diese Punkte gehören zur Wasserscheide Weser-Elbe, die es sogar geschafft hat, an der Bundesstraße 88 bei Catterfeld mit einem Hinweisschild geehrt zu werden.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Mehr als dieses rechteckige Schild mit blauer Schrift auf weißem Grund gibt es jedoch nicht zu sehen. Eine Wasserscheide ist nun einmal nicht so leicht erkennbar – abgesehen von der Kuppe, die man hier als Autofahrer überquert. Wasserscheiden sind recht einfach zu erklären. Sie bestehen in der Regel aus einem Höhenzug, der zwei verschiedene Flusssysteme voneinander trennt.
Rechts die Weser, links die Elbe
Die Wasserscheide bei Catterfeld trennt alle Bäche und Niederschläge westlich des Schildes von den Wasserläufen östlich der Wasserscheide. Und damit ist nicht nur diese Kuppe gemeint, sondern der gesamte Höhenzug, der im Norden bis in die Lüneburger Heide reicht. Westlich davon fließt das Wasser in die Weser, im Osten münden die Bäche und Flüsse in die Elbe. Dass beide Ströme verhältnismäßig dicht nebeneinander in die Nordsee münden, spielt hierbei keine Rolle. Aber es gibt natürlich auch Wasserscheiden, die so etwas verhindern, wie zum Beispiel die Europäische Wasserscheide. Diese durchzieht den Europäischen Kontinent in grober Linie von Ost nach West. Alles Wasser südlich dieser Wasserscheide mündet entweder ins Mittelmeer oder in den Atlantik, während nördlich davon das Wasser in Nord- und Ostsee beziehungsweise in den Atlantik fließt.

Allerdings gibt es bei der Weser-Elbe-Wasserscheide eine Besonderheit. Im nahe gelegenen Georgenthal beginnt am Fluss Apfelstädt der Flößgraben. Während das meiste Wasser der Apfelstädt in Richtung Elbe fließt, wird durch den künstlich angelegten Flößgraben Wasser in den Leinakanal transportiert und damit die Wasserscheide überwunden.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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