Waffenmuseum in Suhl

Eine Ausstellung über Waffen? Das ist ein zweischneidiges Schwert, um es mit einem Wortspiel zu umschreiben. Doch die Waffenherstellung hatte in Suhl eine sehr lange Tradition und hat im Laufe der Jahrhunderte historisch interessante Exponate hervorgebracht.

Die Ausstellung ist in einem alten Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhunderts über drei Etagen verteilt und erzählt die 600 Jahre lange Geschichte des Suhler Waffenbaus. Diese beginnt beim Thema Eisen, denn ohne Eisen ließen sich keine Waffen fertigen. Suhl hatte schon früh mit der Eisenverarbeitung begonnen. Die ersten Waffen waren Hieb- und Stichwaffen sowie Speerspitzen. Erst ab dem 16. Jahrhundert folgten Handfeuerwaffen, und schon damals gab es Waffenexporte an freundlich, aber auch feindlich gesinnte Heere. Doch es wurden nicht nur Waffen von der Stange gebaut, sondern auch reich verzierte Flinten und Pistolen, die von den Adeligen Europas bei der Jagd eingesetzt wurden und als Prestigeobjekte galten.

Waffen sollten nur im Museum sein

Noch heute werden Jagd- und Sportwaffen von den ortsansässigen Büchsenmachern hergestellt. Das Waffenmuseum beherbergt fast 500 Waffen und zeigt die Arbeit von Waffenschmieden und Graveuren. Wie in jedem guten Museum hat man auch im Waffenmuseum Suhl anschließend die Möglichkeit, im Museumsshop auf Einkaufstour zu gehen. Waffen erhält man da glücklicherweise nicht.

Ein genauerer Blick lohnt sich aber auch außerhalb des Waffenmuseums, wo auf einer Sitzbank vor dem Fachwerkhaus eine gut beleibte Skulptur mit dem Titel »Suhler Original« sitzt. Der als Jäger Porträtierte hält in der einen Hand unübersehbar eine Muskete und in der anderen Hand seine Beute – eine Jackalope. Hierbei handelt es sich um ein Fabeltier, bestehend aus einem Hasen mit den Hörnern einer Antilope.

Michael Moll

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.

Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.

Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.


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