Hand aufs Herz: Wer hat beim Gedanken an Berge und Gipfel in erster Linie nicht schroffe Felskanten und hartes Gestein vor Augen? Doch der Thüringer Wald beherbergt auch Moore. Zwar kleine und wenige, und nicht unbedingt mit der südenglischen Moorlandschaft Dartmoor zu vergleichen, wo der berühmte Detektiv Sherlock Holmes auf der Spur des Hundes von Baskerville war, aber immerhin Moore.

Hinweis: Der Inhalt dieses Blog-Artikels stammt aus meinem nicht mehr erhältlichen Reiseführer mit dem Titel „111 Orte im Thüringer Wald die man gesehen haben muss„.
Um zum Beispiel das Schützenbergmoor als eines von mehreren Mooren im Thüringer Wald zu erreichen, startet man idealerweise am Grenzadler bei Oberhof oder am Rondell neben dem Rennsteiggarten und wandert ein kurzes Stück auf dem Rennsteig bis zur Kreuzung an Stein 16. Dort geht es dann auf einem breiten Waldweg leicht bergab in Richtung Bergbaude am Veilchenbrunnen.
Auf Stegen durch das Moor
Nach einigen hundert Metern macht der Wald auf der rechten Seite Platz für das Schützenbergmoor, wo sich zwischen Wollgras und Torfmoosen Erdmäuse tummeln. Die dürfen das auch, denn sie hinterlassen keine Schäden. Wenn Menschen den weichen Boden betreten, hinterlassen sie Spuren, die noch in Hunderten von Jahren zu sehen sein werden.

Daher sind Moore grundsätzlich geschützt, dieses hier bereits seit dem Jahr 1967 – man kann aber auf einem Holzsteg das Moor durchwandern. Der Steg ist als Lehrpfad angelegt und informiert über die wichtige Bedeutung des Moors für die Natur. Seit mehr als 5.000 Jahren speist sich das Moor allein durch Niederschläge. Im Laufe dieser langen Zeit wandelte sich das Moos durch Absterben allmählich in Torf um, das in anderen Regionen oftmals als energiereicher Brennstoff abgebaut wurde. Zum Glück wird heute kein Torf mehr gestochen, denn sonst wäre sicherlich eines Tages auch das Schützenbergmoor verschwunden, das so viel Zeit benötigt hat, um sich trotz seiner geringen Größe so schön präsentieren zu können wie heute.

Hier schreibt Reisejournalist Michael Moll.
Ich bin Autor von mehr als 130 Reiseführern, unter anderem beim National Geographic, und erstelle Artikel in Fachzeitschriften. Außerdem bin ich Betreiber und Besitzer des Wohnmobilstellplatzes am Barockschloss in Nordkirchen im südlichen Münsterland.
Bundesweit halte ich Multimedia-Präsentationen über verschiedene Reisethemen und zu guter Letzt konnte ich einen Fahrradweltrekord für das Guinnessbuch der Rekorde aufstellen.
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