Von Höcksken auf Stöcksken

Manchmal ist es an der Zeit, den Computer auszumachen. Nicht nur den – auch das Tablet und das Smartphone und überhaupt… Spätestens, wenn man einem das geschieht, wie es mir gerade ergangen ist:

Seit vier Wochen überarbeite ich meine komplette Homepage. Im neuen Glanz wird sie durch einen Softwarewechsel erstrahlen. Das Technische ist dabei nicht das Problem, eher die Masse an Bildern und Reiseberichten. Und das Ganze mache ich natürlich neben dem normalen Alltagsbetrieb. Zugegeben, meine sozialen Netzwerke, der Blog und die Offline-Welt leider darunter (war nicht letztens Weihnachten oder sowas?). Vorhin wollte ich lediglich drei Bilder aus einem Ordner in einen anderen Ordner verschieben, wusste allerdings nicht mehr, wo der Ursprungsordner war.

Bei der Suche stellte ich fest, dass ich vor ein paar Tagen einige Dateien für eine andere Rubrik vergessen hatte. Wurde also notiert – auf dem Zettel mit den zu erledigenden Dingen, wenn die Webseite online ist. Kurz gesagt, ich habe jetzt schon Korrekturen für eine Seite, die noch gar nicht ganz fertig ist. Gleichzeitig sah ich, dass ich in einem ganz anderen Bereich eigentlich auch noch was ergänzen könnte. Also ließ ich die Explorer-Suche meines PCs arbeiten und schaltete währenddessen schnell zu Outlook um, weil ich doch noch eine Mail beantworten wollte.

Aber zuvor will ich noch ein paar Mails löschen. Bis auf die vom Amazon-Autoren-Profil. Die hatten mir nett geantwortet, wo ich das Kennwort ändern könne. Klickte ich also schnell auf den Link und bestätigte, dass mir die Antwort geholfen hat. Danke Amazon. Das Passwort ändere ich aber später, wollte nun erst die Mail beantworten. Also zurück zu Outlook.

Da sah ich, dass ich eine Kontaktanfrage bei Xing hatte. Schnell geklickt, bestätigt und erkannt, dass die Person eine weitere Profilseite besitzt. Moment, die Seite kannte ich doch. Den Namen hatte ich erst vor wenigen Stunden gelesen. Wo war das doch gleich? In einer Mail? In einem Netzwerk? In einer Benachrichtigung auf dem Smartphone? Oder doch auf dem Tablet? Auf beiden? Aber es war doch Google+, oder? Facebook war es nicht, es war Google+. Ganz bestimmt.

Auf dem PC klickte ich in den Browser, rief mein Privat-Profil bei Google+ auf und sah: Nix. Dann das Reisebuchautoren-Profil? Schnell aufrufen. Oh, ein Follower mehr. Ach, und da hat jemand ein Bild geplust und ein anderer hat es geteilt. Wer war das? Oh, kenne ich. Nett, danke schön. Aber die Person, die mich bei Xing angeschrieben hatte, finde ich bei Google+ gerade nicht. Aber sie war es, ganz sicher.

Na gut, dann machte ich eben das, was ich ursprünglich vor hatte. Ähm…was war das doch gleich? Ich wollte eine Mail beantworten. Nein, das war es nicht. Kann ich noch später machen. Da war irgendwas anderes. Aber was?

Und so saß ich 5 Minuten vor dem Bildschirm, glotzte wie irre auf einen Mauszeiger, der sich immer im Kreis drehte und erwischte mich dabei, wie ich die Maus immer fester drücke, weil ich partout nicht mehr wusste, was ich eigentlich wollte. Ihr könnt ja jetzt nach oben scrollen und nachlesen. Ich konnte das nicht. Erst nach quälenden, gefühlten Stunden machte es Pling und mir fiel ein, dass ich doch drei Bilder aus einem Ordner in den nächsten verschieben wollte. Aber wo ist das Explorer-Fenster? Es sind plötzlich so viele Fenster und Programme geöffnet. War ich das etwa?

Das war der Moment, in dem ich mich dazu entschloss, für heute mit der Arbeit am Computer aufzuhören. Ich wollte nur eben schnell noch diesen Blog-Beitrag schreiben…und ihn bei Facebook verlinken… und bei Google+… und… und… und…

PS:
Ach und übrigens – ich habe noch hurtig auf dem Tablet nachgeschaut. Die Person, die mich bei XING kontaktierte, hatte vorher meinen Youtube-Kanal abonniert. Ich wusste doch, dass ich den Namen schon mal gelesen hatte 😉

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schön beschrieben – diesen Wahnsinn, von dem man sich wirklich mal zwischendurch erholen sollte 😉 Ich kenne es selber – viele andere sicher auch…

    • Ja, ich habe in den sozialen Netzwerken (wo sonst 😉 ) auch schon gelesen, dass es „da draußen“ noch mehr gibt, die das kennen. Wir sind also nicht alleine… 😉

  2. Super beschrieben, hab mich köstlich amüsiert…. ähm… und mich wieder erkannt. Ich merke auch, dass ich in letzter Zeit immer mehr in so einen Strudel gerate, der mich zunehmend stresst. Gestern wollte ich nur mal schnell was ausdrucken für meine Mutter zum 75. Geburtstag…. naja ich erzähle jetzt nicht eine ähnliche Geschichte. 😀
    Es geht so viel Zeit drauf am PC und am Handy… Keine gute Entwicklung. Ich werde mich da zunehmend wieder rausziehen und möchte mich mehr auf die sozialen Netzwerke im realen Leben konzentrieren.

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