Rettet die Eichhörnchen

Sind sie nicht süß, die kleinen putzigen Nager? Wie sie so flink an der Baumrinde hoch und herunterkrabbeln, mit ihrem buschigen Schwanz. Total drollig und niedlich. Aber hoffentlich bleiben sie da, wo sie sind. Die Rede ist nämlich nicht von den friedlichen Eichhörnchen, die in heimischen Wäldern beheimatet sind und sogar hier bei mir mitten in der Großstadt durch die Wohnviertel huschen. Nein, ich rede von garstigen Biestern, die auf hinterhältige Weise wissen, wie man mit einer drolligen Optik und einem knuffigen Blick das menschliche Herz erobert. Dabei kommen sie von weit her, um unseren zarten Waldbewohnern den Garaus zu machen. Die Rede ist von Grauhörnchen.

Viele habe ich gesehen und jeder London-Besucher, der mal in den königlichen Gärten rund um den Buckingham Palast oder im Hyde Park unterwegs war, kennt sie. Sie ähneln Eichhörnchen auf eine heimtückische Art und ernähren sich von Erdnüssen, die von Touristen trotz Verboten nur allzu gerne hingeworfen – nein, hingehalten – werden. Denn Grauhörnchen sind so zahm, dass sie die Erdnüsse sogar aus den Fingern nehmen.

Aber die Wahrheit ist: Grauhörnchen vertreiben Eichhörnchen. Auf der britischen Insel gab es, genauso wie auf dem europäischen Festland, viele Jahrhunderte unsere berühmten roten Eichhörnchen. Doch Ende des 19. Jahrhunderts setzte man Grauhörnchen aus und legte damit einen Prozess in Gang, der nicht mehr rückgängig zu machen war. Das etwas größere und dominantere Grauhörnchen vermehrte sich und vertrieb das Eichhörnchen. Dieses lebt nun mittlerweile nur noch in den Höhenlagen und überwiegend in Nadelwäldern. Die Population ist deutlich zurückgegangen und man sagt, dass das Eichhörnchen in Großbritannien praktisch ausgestorben sei.

Jetzt könnte man sagen, dass sei das Problem der Briten. Pech. Doch auch in Norditalien setzte man im letzten Jahrhundert das Grauhörnchen aus. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es irgendwann auch mal woanders in Europa gesichtet wird. Und was dann mit unseren Eichhörnchen geschieht, habe ich ja einen Absatz weiter oben beschrieben. Also, nicht alles, was niedlich ist, sollte sich überall verbreiten. Lasst uns daher die Eichhörnchen retten. Nur bitte nicht so, wie in diesem Tierpark.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Wandern in London | molls-reiseblog.de

Schreibe einen Kommentar


Kleine Rechenaufgabe Die Zeit für die Eingabe ist abgelaufen. Bitte aktivieren Sie das Captcha erneut.

Mehr in Blog, Großbritannien, Tiere unterwegs
Peace Wall in Belfast

Bald ist Bundestagswahl und deswegen geht es im heutigen Beitrag nicht nur geografisch, sondern auch ein wenig politisch zu. Hat...

Schließen