Klettern im Wildwald Vosswinkel

Wer mich kennt, der weiß, dass ich Flugangst habe und nur ohne Flugzeug reise. Wer mich gut kennt, der weiß auch, dass ich keine Achterbahnen besteigen. Und wer mich richtig gut kennt, der weiß, dass ich selbst in einem Hochhaus immer Treppen bevorzuge. Mit diesen Voraussetzungen war ich im Klettergarten vom Wildwald Vosswinkel  wohl so richtig gut aufgehoben 😉

An einem verdammt kalten Apriltag sollte ich in den Genuss kommen, endlich mal einen Klettergarten von oben kennen zu lernen. Nach einer kurzen Instruktion, wie man sich in den Baumkronen zu verhalten hat und worauf zu achten ist, ging es auch schon los. Nachdem ich mir noch am Boden zwei Mal den Kopf an diversen Stahlseilen gestossen hatte, war mir auch schnell klar, warum man einen Helm benötigt. Mit einem kleinen Übungsparcours begannen meine erste Erfahrungen in Schwindel erregender Höhe von rund 1,20 Meter. Schon auf dem dritten Element, dem  Balancierbalken kam ich zwar ein wenig ins Straucheln, aber ich konnte mich noch halten und schon war diese Einführungsrunde bereits zu Ende.

Ohne Pause ging es in den türkisfarbenen Parcours über. Nach einem Kletteraufstieg und einer Dschungelbrücke folgte meine erste wirkliche Herausforderung – eine Seilbahn. Ausgerechnet eine Seilbahnfahrt, was ich anfänglich für das harmloseste Element hielt, ließ mich zögern. Dabei war es nicht die Höhe von mittlerweile drei Metern, sondern die Sorge davor, wie ich mit Höchstgeschwindigkeit gegen den nächsten Baum klatschen würde. Und das Schlimme: Gleich danach folgte die nächste Seilbahn und direkt darauf eine Seilbahn, bei der ich in einem Holzfass stehen würde. Vier weitere Elemente sollten folgen, bei denen ich durch ein Netz klettere, über wackelnde Holzplatten wandere und mich durch quergestellte Holzbalken quetsche, bis ich an der letzten Station dieses Parcours mittlerweile auf sieben Metern Höhe ankam.

Dabei wurde mir etwas bewusst, was ich in den unteren Etagen noch gar nicht bedacht hatte: Je höher man kommt, umso mehr bewegt sich natürlich auch der Baumstamm – völlig logisch. Aber zu Anfang fühlte ich mich auf den Plattformen sicher, weil diese so schön stabil waren. Doch mit jedem weiteren Höhenmeter schaukelten nicht nur die Elemente zwischen den Bäumen, sondern natürlich auch die an den Bäumen befestigten Plattformen. Übrigens: Letzte Station? Sieben Meter Höhe? Und nun? Na, ganz einfach, die Karabiner einhaken und ab die Post – eine Seilbahnfahrt bis auf den Waldboden. Juhuuu… Nach einer kurzen Pause und einem Check, ob noch alles dort vorhanden ist, wo es hingehört, ging es weiter auf den roten Parcours. Die sieben Meter hohe Treppe zu Beginn dieser Runde kann man wohl kaum als Herausforderung bezeichnen und die folgende Fuchsröhre war auch schnell durchkrochen.

Die Ahornblatt-Fähre fand ich durchaus angenehm, obwohl es sich ja eigentlich auch um eine verkappte Seilbahn handelt. Vielleicht hatte ich mich aber mittlerweile auch schon an das Seilbahnfahren gewöhnt? Viel schöner aber der spätere Hinweis, dass so einige an eben dieser Ahornblattfähre scheitern würden. Interessant, da ich diese als harmlos empfand. Aber das war es dann auch leider schon für mich. Während Moni noch die Blätterwand durchquerte und eigentlich die gesamte Zeit auch Motivation für mich war („was die kann, kann ich schon lange“ 😉 ), nahm sie bei der Steigbügel-Seilbahn den Notausstieg via Abseilen.

 

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Nun, was soll ich sagen? Damit hatte sie eine Station mehr als ich, denn die erwähnte Blätterwand war dann das Aus für mich.Vielleicht hatte ich zu lange gezögert, vielleicht war es mir auch mittlerweile zu kalt oder vielleicht wollte ich einfach nur Gentleman sein und Moni ein Element Vorsprung geben 😉 Auf jeden Fall stieg ich an dieser Stelle zwar ebenfalls aus, wusste jedoch, dass ich das irgendwann nachholen werde – sehr gerne sogar. Für diesen wirklich tollen Nachmittag bedanken wir uns bei Frank und Katrin von der Survival-Wildnisschule, die uns damit zu Hobby-Eichhörnchen machten. Stellt euch darauf ein, dass wir wiederkommen 😉

Der Klettergarten Wildwald befindet sich übrigens im Wildwald Vosswinkel in Arnsberg. Neben dem Klettergarten gibt es dort noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Ein Tag dürfte kaum ausreichen, um alles zu genießen. An der großen Wildwiese wird zum Beispiel Rot-, Dam- und Muffelwild gefüttert und wenn um 14.30 Uhr das Jagdhorn geblasen wird, dann nur, um die Wildschweine zu füttern und wenig später auch Fuchs, Waschbär und Co. Futter zu geben.

Zahlreiche Angebote gibt es im Wildwald, die von einem Hirschbrunftprogramm bis zu Übernachtungsmöglichkeiten reichen. Und natürlich existiert auch ein Waldgasthaus und ein Abenteuerspielplatz. Für Groß und Klein ist also rundherum gesorgt. Ich für meinen Teil werde mich aber bei meinem nächsten Besuch erst einmal darum kümmern, den roten Parcous zu beenden, denn die Steigerungsform mit dem violettfarbenen Kurs in 16 Metern Höhe wartet ja auch noch auf mich. Und wie man auf dem letzten Bild sieht: Pingu hat diesen Parcours schon hinter sich…

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Michael,
    ja, das macht Spaß! Schöner Bericht. Ich habe letztes Jahr gemeinsam mit meinen Söhnen solch einen Kletterpark erkundet, den Abenteuerpark am Schloss Lichtenstein, auf der Schwäbischen Alb. Das war richtig klasse. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass sich meine 2 knackigen jungen Sohnemänner rasch von mir getrennt haben. Während ich am Parcour 4 an meine Grenzen gekommen war, sind die beiden bei der 5 erst so richtig in Schwung gekommen… 😀
    Es ist gar nicht so einfach! Aber ein super ganzheitliches Training, das auch wir sicher wiederholen werden. Die Seilbahnen fand ich total angenehm.
    Liebe Grüße
    von Katrin

    • Ja, ich muss sagen, ich bin ziemlich auf den Geschmack gekommen und freue mich schon echt auf das nächste Mal. Bin schon gespannt, ob ich meine persönlich Hürden dann übersteigen werde 😉
      Viele Grüße
      Michael

  2. Hi Michael,
    dein Bericht hat mir Ermutigung gegeben! Ich habe ziemlich viel Respekt vor der Höhe und habe dementsprechend Angst vor Hochseilgärten. Mein Sohn hat letztens einen Ausflug mit der Schule und sie sind zu einem Hochseilgarten gegangen und seit dem Tag kann er nur noch von diesem Hochseilgarten reden. Und jetzt will er mit der ganze Familie wieder dahin! Am Anfang dachte ich, dass ich es niemals schaffen würde aber vielleicht ist es ja nicht so schlimm wie ich es mir vorstelle 😉
    Viele Grüße
    Jenna

    • Hi Jenna,

      ja, nur zu. Es ist wirklich nicht schlimm und es macht Spaß. Und in jedem verantwortungsbewussten Klettergarten gibt es eine vernünftige Einweisung und die Möglichkeit von jedem (!) Baum wieder hinab gelassen werden zu können.

      Viel Spaß dabei und viele Grüße,
      Michael

  3. Pingback: Ich war im Kletterwald | Wo ist der Pinguin?

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